Das Frauenbild im Märchen "Schneewittchen"

Ein historischer Vergleich der Frauenbilder


Hausarbeit, 2018

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition „Märchen“ im Zusammenhang mit den Märchen der Brüder Grimm

3. Das Frauenbild im Vergleich

4. Drei Aspekte nach Schaufler zur Geschlechtergeschichte
4.1 Ausgabe „Sneewittchen“ 1819 als Grundlage
4.2 Vergleich weiterer Ausgaben von „Schneewittchen“

5. Fazit/Vergleich

6. Abbildungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Märchen. Sie erzählen Geschichten über Prinzessinnen und Prinzen, Hexen, Feen, magische Wesen und Tiere. Sie werden traditionell in Familien erzählt und Kindern vorgelesen. Es werden oftmals Konflikte durchlebt und das Ende eines Märchens ist meist positiv. Außerdem sind Märchen als Literatur vom größten Teil der Gesellschaft anerkannt. So ergab eine Befragung aus dem Jahr 2003, dass 83 Prozent der insgesamt 1013 Befragten Märchen für Kinder befürworten. Bei der Frage welche Märchentitel den Befragten am ehesten einfallen würde lagen „Schneewittchen“ zusammen mit „Hansel und Gretel“ mit 43 Prozent ganz vorn.1 Die Gattung Märchen ist aktuell besonders in Kinderbüchern vertreten. Besonders bei Kindern regen Märchen die Phantasie an. Sie können Einfluss auf ihr Denken, ihr Fühlen und ihre Handlungsweisen haben. Da sich Kinder in der Entwicklung befinden, kann die Phantasie von Märchen einen großen Einfluss auf Heranwachsende nehmen. Dadurch können sie nachhaltig in ihrer Entwicklung von Werten und Normen beeinflusst werden.

Früher waren Märchen noch wesentlich häufiger in Haushalten vertreten, als heute. Das wird daran deutlich, dass früher oft Bücher mit der Betitelung „Hausmärchen“ vorhanden waren. Werke, die heute gedruckt werden, sind in der Regel für Kinder und bunt an Bildern und Illustrationen. Eine der wohl erfolgreichsten Märchensammlungen sind die der Gebrüder Grimm. Die berühmten Märchenschreiber Jacob und Wilhelm Grimm sammelten Märchen und trugen sie เท Buch der „Kinder- und Hausmärchen“ zusammen. Oftmals geht es um starke Männer oder Prinzen, die etwas Heldenhaftes leisten. Frauen sind oft in Märchen die, die als naiv, bemitleidenswert und schwach dargestellt werden. Um dies näher zu betrachten, ist es sinnvoll sich an einer Märchengeschichte zu orientieren und dies เท mehreren Ausführungen zu vergleichen. Hierfür orientiert sich die Hausarbeit an dem Märchen „Schneewittchen“ verfasst von den Gebrüdern Grimm.

เท Schneewittchen ist die Rolle der Frau ziemlich zentral, da es zum einen das Schneewittchen und die „böse“ Stiefmutter gibt. Der nähere Inhalt des Märchens wird im 2. Kapitel erläutert. Interessant ist herauszuarbeiten, wie sich das Frauenbild in Märchen verändert hat. Es gab Märchen die wie schon erwähnt als „Hausmärchen“ um 1800 zur Verfügung standen und es gibt Märchen, die im heutigen Jahrhundert als Kindermärchen verkauft werden. Die Frage hierbei ist: Besteht ein Unterschied zwischen den Erzählungen und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Frauenbild? Wie sieht es mit den Illustrationen in alten und neuen Erscheinungsformen aus?

Um dies zu untersuchen, ist es sinnvoll sich erstmal mit dem Begriff Märchen näher zu befassen und eine Definition herauszustellen. Da Märchen weltweit vertreten sind und es u.a. auch orientalische Märchen gibt, welche sich jedoch von der Struktur, den Erzählungen und von der Kultur im Hintergrund oftmals unterscheiden, liegt der Fokus der Definition auf den der Gebrüder Grimm. Auch das Märchen Schneewittchen stammt aus ihren Erzählungen. Um den Aspekt des Frauenbildes näher zu kommen, muss vorerst der Begriff näher erläutert werden. Meine Untersuchung orientiert sich an drei Aspekten, welche Schaufler in ihrem Text darstellt. Sie geht im Buch „Schöne Frauen- starke Männer“ auf die Konstruktion von Leib, Körper und Geschlecht ein. Im Text stellt sie insgesamt drei Hauptkriterien auf, die den Diskurs des Geschlechtsbildes einer Frau (und des Mannes) aufgreifen. Mithilfe dieser Kriterien kann anschließend auf die Märchenbetrachtung eingegangen werden. Das ursprüngliche Märchen aus dem Buch der „Kinder- und Hausmärchen“ um 1800 gilt als Grundlage meiner Untersuchung. Die Illustrationen im Buch sind die, zeitgenössischer Künstler. Vergleichend dazu werden mehrere Ausgaben aus unterschiedlichen Zeitepochen betrachtet. Um einen Vergleich ziehen zu können, werden sowohl Sprache, als auch Illustrationen im Hinblick auf Schauflers Aspekten, berücksichtigt.

2. Definition „Märchen“ ¡ทา Zusammenhang mit den Märchen der Brüder Grimm

Märchen zählen zu den ältesten Überlieferungen weltweit. Sie sind Erzählungen, die ursprünglich mündlich von verschiedenen Völkern weitergegeben wurden. Genau zu sagen, wann Märchen entstanden sind, kann man nicht, da es lange Zeit keine schriftlichen Überlieferungen gab. Bekannte Vorvorformen stammten jedoch aus dem Orient.2

Märchen sind „kurze, mündlich oder schriftlich verbreitete Prosaerzählungen“3. Sie sind außerdem vom Volk selbst erzählte Geschichten, in denen es um übernatürliche Kräfte und Gestalten geht, die in das Leben von Menschen eingreifen.4 Oft nehmen Tiere oder Pflanzen eine Gestalt an und können sprechen. เท Märchen existieren zudem Zauberer, Riesen, Zwerge, Feen usw. Das Muster der Erzählungen ist เท der Regel ähnlich: Das Gute wird am Ende belohnt und das Böse wird bestraft. Häufig finden sich im Märchen die gleichen Typentypen wieder: der König, das arme Mädchen, der Prinz, die böse Stiefmutter o.ä.5 Märchen existieren weltweit. Besonders bekannt sind die der Gebrüder Grimm. Jacob und Wilhelm Grimm wurden 1785 in Hanau geboren. Im Jahr 1812 veröffentlichten sie ihren ersten Band von gesammelten „Kinder- und Hausmärchen“. Diese bestehen bis heute aus mündlichen Überlieferungen und schriftlichen Quellen. Das Werk gehört zu den meistverbreiteten und meistgelesenen Büchern der deutschen Kultur. Mittlerweile wurden die Märchen des Buches in über 160 Sprachen übersetzt.6 Im 19. Jahrhundert begann man allmählich über die Herkunft, die Deutung und den Ursprung von Märchen nachzudenken. Im 20. Jahrhundert fing man an Märchen im Hinblick auf den gesellschaftlichen Hintergrund und die Funktion zu erforschen. Da sie auch aus mündlichen Quellen stammen, kann davon ausgegangen werden, dass so auch ein Teil des gesellschaftlichen Denkens festgehalten wurde. Einstellungen und Ansichten, die vertreten wurden finden in den Geschichten platz. Ursprünglich waren Märchen für Erwachsene gedacht und erst im 19. Jahrhundert wurden sie zusätzlich der Kinderliteratur zugeordnet.7 Es heißt, dass Märchen Kinder stärker ansprechen, als es bei Erwachsenen der Fall ist. Dies hängt mit der psychischen Entwicklung eines Kindes zusammen. Somit ist der Einfluss der Erzählungen für Kinder ausschlagebener und kann sie nachhaltig prägen.

Die Struktur von Märchen ist meist ähnlich aufgeteilt: Es gibt eine Person in der Geschichte, เท Auseinandersetzung mit dem Guten und dem Bösen. Die Kräfte, Schwächen und Gefühle der Figuren, Träger oder Erleider werden nicht erklärt oder hinterfragt. Das innere Seelenleben der Figuren wird nur für den Außenstehenden sichtbar, damit die Handlungen nachvollziehbar sind. Oftmals treffen die Hauptfiguren auf Hürden oder Herausforderungen, bei denen sie Hilfe von tierischen oder menschlichen Figuren in den Märchen erhalten. Die Handlungen der Hauptfiguren sind meist typisch: Sie sind dazu bestimmt eine Aufgabe zu erfüllen, Geheimnisse aufzudecken oder Menschen aus kritischen Situationen zu retten. Oftmals stellen hierbei übernatürliche Wesen, wie Z.B. Hexen, Drachen o.ä. eine Gefahr oder eine Hürde dar und stellen sich ihnen in den Weg.8 Dies ist ebenso bei Schneewittchen der Fall. Die Hauptfigur in dem Märchen ist das weibliche Wesen Schneewittchen. Ihr wird die Eigenschaft der Schönheit zugeschrieben und sie wird als „Schönste des ganzen Landes“9 bezeichnet. Hierbei entsteht in der Märchengeschichte eine Konkurrenz zwischen Stiefmutter und (Stief-)Tochter. Hierbei wird deutlich, dass die böse Stiefmutter eine Hürde für das Mädchen darstellt, um die Rolle als Schönste einzunehmen. Umgekehrt jedoch ist es so, dass die Stiefmutter Schneewittchens Tod möchte und somit Schneewittchens Leben erschwert wird. Der Gegensatz in Märchen wird hierdurch deutlich: Entweder Gut oder Böse.10 So trifft es auch im Märchen von Schneewittchen zu. Das Mädchen ist die Gute, sie wird geboren ist schön und wächst heran. Die Stiefmutter vertritt die böse Figur, die Schneewittchen aufgrund ihrer Schönheit von einem Jäger töten lassen will. Zudem kann gesagt werden, dass die Märchen ein Spiegel der Gesellschaft sind. Sie stellen die Welt so dar, wie sie sein sollte.11 Dieser Aspekt ist insofern interessant, da die Darstellung der weiblichen Bilder ebenso das Bild in der Gesellschaft darstellt. An diesem Punkt kann noch hinzugefügt werden, dass zwischen Kunst- und Volksmärchen unterschieden wird. Kurz gesagt sind Kunstmärchen von einem klaren und namentlich erkennbaren Autor verfasst. Volksmärchen hingegen sind Sammlungen von Märchen, die auf mündlicher Weitererzählung beruhen.12 Dies verdeutlicht den Aspekt der Widerspiegelung der Gesellschaft. Werte, Ansichten und Geschlechtervorstellungen können sich hier wiederfinden. Die Märchen der Gebrüder Grimm zählen ebenfalls zu der Kategorie der Volksmärchen, da sie auf mündlichen Überlieferungen beruhen und sie die Brüder gesammelt und schriftlich festgehalten haben. Da die Grimms die Märchen nicht selbst erfunden haben, sondern sie auf Überlieferungen beruhen, kann man also von einer gesellschaftlichen Darstellung von Rollen, Werte und Normen in den Märchen ausgehen.

Um zu untersuchen, inwieweit sich das Frauenbild verändert hat, ist es sinnvoll sich dabei auf eine Erzählung zu fokussieren. Diese wird, wie schon erwähnt, im Folgenden das Märchen Schneewittchen sein. Die Gebrüder Grimm haben das Märchen erstmals 1814 im Band der „Haus- und Kindermärchen“ veröffentlicht. Seitdem erschienen immer wieder viele Ausgaben von Märchenbüchern, die das Märchen von Schneewittchen beinhalten. Um den Aspekt des Frauenbildes im Vergleich näher zu kommen, sollten mehrere Ausgaben aus unterschiedlichen Zeitepochen betrachtet werden. Der nächste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich jedoch vorerst mit der Definition des Frauenbildes.

3. Das Frauenbild im Vergleich

Bestandteil dieser Arbeit ist es, das Frauenbild in Bezug auf verschiedene Märchenausgaben zu vergleichen, um einen Vergleich darzustellen und zu überprüfen, ob sich das Frauenbild เท der Gesellschaft verändert hat. Daher, sollte zuerst geklärt werden, was unter „Frauenbild“ verstanden wird. Im Duden findet man folgende Definition: „Bild, das jemand von Frauen hat“13. Wie schon erwähnt, beziehen sich Grimms Märchen auf das Bild bzw. die Ansichten, Werte und Einstellungen der Gesellschaft. Aus diesem Grund macht es Sinn, bei der Definition an einigen stellen ebenfalls einen Bezug zur Gesellschaft zu ziehen. Deswegen wird das „jemand“ an dieser Stelle durch „die Gesellschaft“ ausgetauscht. Somit hieße die angepasste Definition „Bild, das die Gesellschaft von Frauen hat“. Nun müsste jedoch noch geklärt werden, was mit dem Begriff „Bild“ gemeint ist. Im Duden wird der Terminus mit mehreren Definitionen beschrieben. Im folgenden Satz wird deshalb nur die Beschreibung verwendet, die auch zum Zusammenhang des Frauenbildes passt. Die Ausdrücke „Abbild, Spiegelbild; เท »jemanden, sich, etwas ins Bild setzen«; Anblick, Ansicht; Vorstellung, Eindruck“14 werden hier verwendet. Der Vergleich des Frauenbildes soll anhand des Märchens Schneewittchen dargestellt werden. Der Begriff „Frauenbild“ bezeichnet somit das Bild, bzw. die Vorstellungen, Ansichten oder Eindrücke, welche die Gesellschaft von dem weiblichen Geschlecht haben. Wie in 2. Schon erwähnt, existiert im Märchen ein Spiegel, welche von der „bösen“ Königin jedes Mal เท Benutzung gezogen wird. Die Stiefmutter bzw. Königin fragt ihn nach der „Schönsten im ganzen Land“. Es ist interessant zu sehen, dass unter den Termini (Frauen-)Bild auch die Definition des Abbildes oder Spiegelbildes im Duden verwendet wird. An dieser Stelle könnte vermutet werden, dass der Spiegel einen Teil der Gesellschaft darstellt. Die Stiefmutter hofft in ihm auf Anerkennung und Zuspruch ihres Aussehens. Die Schönheit scheint hierbei ein großes und wichtiges Thema zu sein.

Die Grimm-Brüder verfassten die Märchen im 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde der Wohn- und Lebensbereich zunehmend vom Berufsbereich abgetrennt. Somit musste einer sich um die Versorgung und Erziehung der Kinder kümmern und den Haushalt übernehmen. Insofern war es üblich, dass der Mann das Haus verließ, um zu arbeiten und den Lebensunterhalt der Familie absicherte. Dadurch ergab sich folgendes Rangverhältnis: Der Mann ging arbeiten und die Frau hütete die Kinder. Der Mann Stand somit in der Öffentlichkeit und die Frau wurde durch ihre Rolle immer mehr in den Innenraum gedrängt, öffentliche Orte waren für das weibliche Geschlecht verschlossen und sie benötigten lange Zeit sogar eine Geschlechtsvormundschaft. Zur Zeit der französischen Revolution wurden den Frauen zwar zunehmend mehr Rechte zugesprochen, die Gesellschafts- und Familienstruktur sollte jedoch beibehalten werden. Das hatte zufolge, dass der damaligen Frau zwar mehr Handlungs- und Freiheitsrechte zugestanden wurden, der Mann jedoch weiterhin in dieser Hinsicht überlegen war.15 Mädchen in diesem Alter wurden schon früh auf das spätere Leben vorbereitet: Anstatt die Schule zu besuchen, blieben sie im Hause und lernten nähen, kochen und putzen.16 So wurde schon beim Aufwachsen der Mädchen die Lebensaufgabe einer Frau deutlich vermittelt. Sie sollte außerdem tugendhaft, sittsam und fleißig sein. Frauen sollten ihre Schönheit in der Öffentlichkeit preisgeben, wurden jedoch gleichzeitig vor der Öffentlichkeit beschützt.

เทา heutigen 21. Jahrhundert hat sich das Frauenbild zu damals verändert. Damals wurde das Geschlecht mit dem Gender gleichgesetzt. Wurde also eine männliche Person geboren, so musste er sich auch männlich fühlen und die gesellschaftliche Rolle erfüllen. Heute jedoch wird เท der Forschung meist zwischen Gender (biologisches Geschlecht) und Sex (soziales Konstrukt) unterschieden. Eine Frau kann als Frau geboren sein, sich aber männlich fühlen. Jedes Individuum kann somit für sich entscheiden, ob es die Geschlechterrolle annimmt oder nicht. Das traditionelle Frauenbild von damals findet in der heutigen Zeit zum Teil Überschneidungen. Die Frau steht immer noch im Vordergrund, wenn es um die Erziehung der Kinder, den Haushalt oder den emotionalen Gefühlsaspekt geht. Die Rolle als Mutter bedeutet immer noch zum Teil eine Unterordnung unter den Mann17, da die Frau mit der Schwangerschaft und Geburt aus der Berufswelt zeitlich ausgegrenzt wird. Claudia Wallner fasst in ihrem Buch zusammen: „Das Mädchenbild von heute zeichnet ein Mädchen, das ist stark, selbstbewusst, schlau, sexy, sexuell aktiv und aufgeklärt, gut gebildet, familien- und berufsorientiert, heterosexuell, weiblich aber auch cool, selbstständig aber auch anschmiegsam, es kann alles bewältigen und kennt keine Probleme, keinen Schmerz, ist Jungen überlegen - all dies in Summe, nicht wahlweise.“18 Hier wird das „Problem“ der heutigen Zeit deutlich: Eine moderne Frau muss allen Anforderungen gewachsen sein. Einerseits sollte sie selbstständig und beruflich erfolgreich sein, andererseits sollte sie dem Mann das Gefühl geben, sie sei ihm unterlegen. Es wäre interessant herauszuarbeiten, in wie weit dieses moderne Frauenbild in aktuellen Märchen vertreten ist und sich eventuell in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat.

4. Drei Aspekte nach Schaufler zur Geschlechtergeschichte

Der Text "Schöne Frauen- Starke Männer" von Birgit Schaufler gibt auf Seite 120-121 drei Aspekte an, die für die Untersuchung des Frauenbildes des Märchens Schneewittchen interessant sind. Schaufler unterstützt in ihrem Text den Aspekt, dass die Geschlechtergeschichte als Kulturgeschichte zu verstehen sein kann. Jedoch betont sie auch, dass sich diese im Hinblick auf die Ziele und der Methodik am mehrdimensionalen Gegenstand orientieren muss. Diese Mehrdimensionalität ist, wie in der Einleitung erwähnt, unter drei Aspekten zu fassen. Der erste Punkt ist die Historizität. Hierbei geht es um die Untersuchung der kulturellen Leitbilder. Die Erscheinungsformen des weiblichen und männlichen Habitus zählen grundsätzlich gesehen zur historischen Natur. Der zweite Aspekt ist der der Komplexität. Geschlechtersystem werden als „komplexes interdependentes Relationsgefüge“19 angesehen. Dieses Gefüge ist in Macht-, Produktions-, und Bedürfnisstrukturen eingebunden, welche im historischen Wandel sichtbar zu machen sind. Der dritte und letzte Aspekt nach Schaufler ist der der Fragilität. Hierbei werden die Geschlechterbilder im Spannungsverhältnis betrachtet. Das Spannungsverhältnis steht zwischen der subjektiven Erfahrung geschlechtlicher Identität und den Geschlechterbildern und der sozialen Praxis von Geschlechterbeziehungen und den Geschlechterbildern. Hierbei spielt die subjektive Wahrnehmung, Erfahrung und Identität der Geschlechtlichkeit eine Rolle. Die drei Aspekte der Historizität, der Komplexität und der Fragilität sollen nach Schaufler idealerweise auf allen drei

[...]


1 Eine Umfrage des Allensbachers-Archivs, IdD Umfrage 3620, 2003.

2 (Freund, 1996, ร. 181)

3 (Konradin Medien GmbH: „Märchen“ auf Wissen online)

4 (Dudenredaktion: „Märchen“ auf Duden online)

5 (Konradin Medien GmbH: „Märchen“ auf Wissen online)

6 (Lauer, Brüder Grimm-Gesellschaft e.v.)

7 (Dimova, 2008, ร.7-8)

8 (Dimova, 2008, ร.10)

9 (Grimm, 1985, ร.289)

10 (Dimova, 2008, S.11)

11 (Dimova, 2008, s.11)

12 (Dimova, 2008, ร.12-13)

13 (Dudenredaktion: „Frauenbild“ auf Duden online)

14 (Dudenredaktion: „Bild“ auf Duden online)

15 (Schmid, 1996, ร.'331)

16 (Rendtorff, 2006, ร. 32)

17 (Schönherr-Mann, 2007, ร.156)

18 (Wallner, 2017, ร.ร)

19 (Schaufler, S.120)

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Das Frauenbild im Märchen "Schneewittchen"
Untertitel
Ein historischer Vergleich der Frauenbilder
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V448969
ISBN (eBook)
9783668835375
ISBN (Buch)
9783668835382
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frauenbild, märchen, schneewittchen, vergleich, frauenbilder
Arbeit zitieren
Lisa Scheibe (Autor), 2018, Das Frauenbild im Märchen "Schneewittchen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448969

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