International Public Offering (IPO) als Variante der Beteiligungsfinanzierung

Chancen und Risiken für Unternehmen beim Börsengang


Hausarbeit, 2017
27 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beteiligungsfinanzierung
2.1 Beteiligungsfinanzierung nicht emissionsfähiger Unternehmen
2.2 Beteiligungsfinanzierung emissionsfähiger Unternehmen

3 Initial Public Offering
3.1 Motive für ein Going Public
3.2 Ablauf
3.2.1 Vorüberlegungen
3.2.2 Vorbereitung
3.2.2.1 Zulassungsvoraussetzung
3.2.2.2 Due Diligence
3.2.2.3 Marktsegmente
3.2.2.4 Ausgestaltung der Beteiligungspapiere
3.2.2.5 Wahl des Emissionskonsortiums
3.2.3 Marketing
3.2.4 Durchführung
3.2.5 Nachbetreuung

4 Börsengänge aus der Praxis
4.1 Vapiano SE
4.2 NoratisAG

5 Chancen und Risiken
5.1 Chancen
5.2 Risiken

6 Fazit

Quellenverzeichnis

Monographien, Sammelwerke, Periodika

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ablauf des IPO

Abbildung 2: zusätzliche Transparenzanforderung

Abbildung 3: Bookbuilding-Verfahren

Abbildung 4: Kursverlauf Vapiano

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht Chancen und Risiken

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Bestimmten Unternehmensformen steht die Möglichkeit offen, Ihre Aktien an der Börse zu handeln. Durch den Gang an die Börse wird den Unternehmen ermög­licht, zusätzliche Eigenmittel zu generieren und damit die Voraussetzungen für künftiges Wachstum zu schaffen.1

Bei der Entstehung der Börse stand jedoch nicht die Kapitalerhöhung im Vorder­grund. Seinen Ursprung hatte die Börse bereits im Mittelalter. Er begründet sich auf die erstmalige Erwähnung einer Frankfurter Herbstmesse im Jahr 1150. Mit den Jahren wuchs der Messehandel, sodass ein offener und überregionaler Absatz­markt entstand. Aus weiten Teilen Europas kamen Kaufleute nach Frankfurt, um Handel zu betreiben. Die Folge war eine unübersichtliche Fülle an Zahlungsmitteln und ungebundenen Wechselkursen. Diesem Problem nahmen sich Kaufleute erst­mais im Jahre 1585 an und entwickelten die ersten einheitlichen Wechselkurse. Diese Zusammenkunft gilt heute als die Geburtsstunde der Frankfurter Wertpapier- börse.2 Zum Ende des 17. Jahrhunderts entstand ein Markt, der auch Nichtkaufleu­ten zur Anlage ihres Vermögens offen stand. Die Börse wurde zu einer öffentlich­rechtlichen Institution. Ein intensiver Handel mit Aktien neben den klassischen An- leihen und Schuldscheinen wurde ab dem Ende des 19. Jahrhunderts betrieben.3

Seit dem Jahr 1990 bis 2016 haben 718 Unternehmen den Börsengang im Regu­lierten Markt durchgeführt.4 Für solch einen Börsengang gibt es viele verschiedene Motive. Es müssen allerdings vorerst mehrere Phasen durchlaufen werden, bis das Unternehmen endgültig an die Börse gehen kann. Die Durchführung dieser Phasen ist zwar mit einem großen Aufwand und hohen Kosten verbunden, jedoch bietet der IPO zugleich einige Vorteile. Es stellt sich somit die Frage: Welche Chancen bietet ein Initial Public Offering und welche Risiken sind damit verbunden?

In dieser Seminararbeit soll zunächst in kurzer Form die Beteiligungsfinanzierung erläutert werden. Im weiteren Fokus steht der Initial Public Offering. Dieser wird im folgenden Verlauf definiert und näher erläutert. Dazu gehören die Motive für einen Börsengang und seine einzelnen Phasen. Anschließend werden einige aktuelle Börsengänge dargestellt. Als Zusammenschluss aus dem literarischen Wissen und den praxisbezogenen Börsengängen zweier Unternehmen werden im letzten Schritt die Chancen und Risiken eines Börsengangs erörtert. Die Arbeit schließt mit dem Fazit ab, ob der IPO eine bedeutsame Variante der Beteiligungsfinanzierung ist und ob die Chancen oder die Risiken überwiegen.

2 Beteiligungsfinanzierung

Eine Variante der Beteiligungsfinanzierung ist der Initial Public Offering. Die Beteili­gungsfinanzierung selbst ist eine Form der Eigenkapitalbeschaffung durch neue oder bisherige Anteilseigner. Dabei kann es sich sowohl um eine Eigenfinanzierung als auch um eine Außenfinanzierung handeln. Der Zweck der Beteiligungsfinanzie­rung ist vor allem die Kapitalbeschaffung zur Unternehmensgründung oder die Finanzierung zusätzlicher Investitionen.5

Die Art der Kapitalbeschaffung ist abhängig von der Rechtsform. Es wird zwischen nicht emissionsfähigen und emissionsfähigen Unternehmen unterschieden. Für die Kapitalgeber und das Unternehmen entstehen je nach der Rechtsform und der Rechtsstellung der Eigenkapitalgeber unterschiedliche Rechtsfolgen sowie differie­rende steuerliche Konsequenzen. Zu den Rechtsfolgen gehören Änderungen in der Mitbestimmung und den Gewinnanteilen. Die steuerlichen Konsequenzen können Auswirkungen auf die Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer sein.6

2.1 Beteiligungsfinanzierung nicht emissionsfähiger Unternehmen

Unternehmen, die keinen Zugang zur Börse haben, bezeichnet man als nicht emis­sionsfähig. Zu den nicht emissionsfähigen Unternehmen gehören neben verschie­denen Mischformen die Einzelunternehmen, offene Handelsgesellschaften, Korn- manditgesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und eingetragene Genossenschaften. Da eine Ausgabe von Aktien für sie verboten ist, müssen sie Kapital auf eine andere Weise beschaffen. Diese Kapitalbeschaffung ist in ihrem Umfang und ihrer Geschwindigkeit eingeschränkt.7

Die Art der Eigenkapitalbeschaffung ist abhängig von der jeweiligen Rechtsform. Einzelunternehmen steht lediglich das Eigenkapital des Unternehmers zur Verfü­gung. In einer offenen Handelsgesellschaft kann das Eigenkapital mithilfe einer Heraufsetzung der Einlage oder einer Aufnahme eines Gesellschafters erfolgen. Ähnlich verhält es sich bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Bei der Kommanditgesellschaft ist die Eigenkapitalerhöhung durch weitere Komplementäre oder Kommanditisten möglich.8

2.2 Beteiligungsfinanzierung emissionsfähiger Unternehmen

Ein Unternehmen ist emissionsfähig, wenn es Aktien emittieren kann. Dazu befä­higt sind die Aktiengesellschaften, die Kommanditgesellschaften auf Aktien und die Societas Europaea. Eine Börsennotierung ist für diese Rechtformen möglich, je­doch nicht zwingend.9

Durch die Ausgabe vieler kleiner Aktienanteile ist die Beschaffung großer Eigenka­pitalbeträge möglich. Die Beteiligungsanteile in Form der Aktie kennzeichnen sich durch eine hohe Fungibilität. Mithilfe des Aktiengesetzes ist eine detaillierte rechtli­che Gestaltung des Gesellschaftsvertrages möglich. Die Eigenkapitalgeberposition ist nicht an die Geschäftsführung angebunden. Somit kann eine kontinuierliche und unveränderte Geschäftspolitik auch bei einem Eigenkapitalgeberwechsel gewähr- leistet werden.10

3 Initial Public Offering

Als ein Initial Public Offering (IPO) bezeichnet man das erstmalige Angebot von Aktienanteilen an der Börse. Durch diesen Prozess kann ein Unternehmen nicht nur sein Kapital erhöhen, sondern zugleich weitere Synergieeffekte nutzen. Um an der Börse notiert werden zu können, müssen die Unternehmen jedoch verschiede­ne Zulassungsbestimmungen erfüllen.11

Eine weitere Definition besagt, dass man unter einem Initial Public Offering die Umwandlung einer privaten Aktiengesellschaft in eine börsennotiere Publikumsge- Seilschaft versteht. Ein synonymer Begriff für den IPO ist Going Public.12

Die Ausgabe der Aktien erfolgt zunächst am Primärmarkt, an dem Emittenten und Investoren Zusammentreffen. Die Investoren erwerben dort die Aktien zum Emissi­onspreis. Sobald die Emission abgeschlossen ist, werden die Aktien an der Börse direkt oder außerbörslich gehandelt. Dieser Markt bildet den Sekundärmarkt. Eine spätere Ausgabe von Aktien stellt kein IPO sondern eine Folgeemission dar.13

3.1 Motive für ein Going Public

Der IPO stellt eine Variante der Beteiligungsfinanzierung dar. Sein Hauptziel ist somit die Beschaffung von Eigenkapital. Mithilfe dieser Finanzmittel können die Unternehmen neue Investitionen tätigen und das Wachstum steigern. Ein weiterer wichtiger Aspekt stellt die gesteigerte Aufmerksamkeit der Medien dar. Der IPO bietet Ansatzpunkte für Marketingmaßnahmen und verbessert den Bekanntheits­grad des Unternehmens. Die neuen Herausforderungen bieten zudem Anreizpunk­te für professionelle und erfahrene Manager auf dem Personalmarkt.14 Durch die Beteiligung am Unternehmen in Form von Aktien lassen sich die Personalgewin­nung und zugleich die Motivation der bestehenden Mitarbeiter stärken. Ein weiteres Ziel eines Initial Public Offering können eine Nachfolgeregelung oder die Bewah­rung der bisherigen Herrschaftsverhältnisse des Unternehmens sein,15 da Füh- rungs- und Kapitalgeberfunktionen mit einem Going Public getrennt werden kön­nen. Mithilfe von Spin-offs lassen sich Teilbereiche des Unternehmens vom Kern­geschäft abspalten und durch den Börsengang veräußern.16

[...]


1 Vgl. Deutsche Börse AG, Praxishandbuch Börsengang, 2006, s. 23.

2 Vgl. Deutsche Börse AG, Geschichte der Börse 1, 2017, o. s.

3 Vgl. Deutsche Börse AG, Geschichte der Börse 2, 2017, o. s.

4 Vgl. Kirchhoff Consult AG, Rückblick Börsengänge, 2016, s. 15.

5 Vgl. Becker, H. p., Investition und Finanzierung, 2016, s. 131.

6 Vgl. Patsch, J. u.a., Finanzmanagement, s. 41.

7 Vgl. Patsch, J. u.a., Finanzmanagement, s. 85 f.

8 Vgl. Pratsch, J. u.a., Finanzmanagement, 2012, s. 88 f.

9 Vgl. Becker, H. p., Investition und Finanzierung, 2016, s. 149.

10 Vgl. Pratsch, J. u.a., Finanzmanagement, 2012, s. 41 f.

11 Vgl. Cretin, J., Going Public, 2016, o. s.

12 Vgl. Thommen, J.-P. u.a., Betriebswirtschaftslehre, 2017, s. 294.

13 Vgl. Becker, H. p., Investition und Finanzierung, 2016, s. 173.

14 Vgl. Schauerte, W.A., Motive für den Börsengang, 1999, s. 8 f.

15 Vgl. Volk, G., Going Public, der Gang an die Börse, 2000, s. 7.

16 Vgl. Becker, H.P., Investition und Finanzierung, 2016, S.174.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
International Public Offering (IPO) als Variante der Beteiligungsfinanzierung
Untertitel
Chancen und Risiken für Unternehmen beim Börsengang
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
27
Katalognummer
V448978
ISBN (eBook)
9783668855649
ISBN (Buch)
9783668855656
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IPO, Finanzierung, Investition, Beteiligungsfinanzierung, Börsengang, Initial Public Offering, Going Public, Due Dilligence, Aktiengesellschaft, Aktien, Finance, Finanzmanagement
Arbeit zitieren
Sina Geißler (Autor), 2017, International Public Offering (IPO) als Variante der Beteiligungsfinanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448978

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