Die Idee der Freiheit als Bedingung fuer den kategorischen Imperativ bei Kant


Hausarbeit, 2005
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

2.1 Der kategorische Imperativ
2.2 Vernunft und Freiheit
2.3 Das Sittengesetz in der intelligiblen Welt
2.4 Die Verstandeswelt als Grund der Sinnenwelt

3. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Hinführung

Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten[1], die in ihrer ersten Auflage im April 1785 entstand, gilt heute als eines der wichtigsten Werke, welches je über Ethik geschrieben wurde. Selbstgesetzte Aufgabe Kants ist hier zu klären, „ob man nicht meine, dass es von der äußersten Notwendigkeit sei, einmal eine reine Moralphilosophie zu bearbeiten, die von allem, was nur empirisch sein mag und zur Anthropologie gehört, völlig gesäubert wäre”.[2] Sittengesetze, so Kant, müssen absolute Notwendigkeit mit sich bringen, können also nicht in der Empirie gefunden werden, hier sind lediglich praktische Regeln abzulesen. Die Moralphilosophie, die er entwirft sucht jedoch nach dem, was „ a priori lediglich in den Begriffen der reinen Vernunft“[3] vorhanden sein kann. So ist das Schreiben einer Metaphysik für ihn unentbehrlich geworden, um erstens spekulativ eben genau diese a priori Grundsätze zu erforschen und zweitens damit den Sitten eine Grundlage zu geben, die nicht wie empirische Prinzipien zur Verderbnis der Sitten führen können.[4] Was er dabei untersucht, sind also „die Idee und Prinzipien eines möglichen reinen Willens“[5], allerdings nicht „die Handlungen eines und Bedingungen des menschlichen Wollens überhaupt“.[6]

Bei seiner Suche nach dem obersten Prinzip der Moralität[7] stößt Kant dann auf den kategorischen Imperativ, „ein Gesetz [...], dessen Vorstellung [...] den Willen bestimmen muß, damit dieser schlechterdings und ohne Einschränkung gut heißen könne“.[8]

Aufgabe dieser Arbeit wird sein, kurz aufzuzeigen, wie die reine Vernunft diesen Imperativ für sich erschließt, und dann in einem längeren Teil die Frage zu klären, wie Kant die Gültigkeit dieses Imperativs für vernünftige Wesen begründet und was die Voraussetzungen für eben diese Gültigkeit sind.

Dabei werde ich seine Argumentation verfolgen, die mehrere Schritte aufweist. Ich werde aufzeigen, wie Kant dem Menschen das Vermögen der Vernunft zuschreibt und wie dieser sich dadurch nur als frei verstehen kann. Diese Freiheit werde ich als analytisch mit dem Sittengesetz verbunden zeigen und dann im abschließenden Abschnitt des Hauptteils Kants These darlegen, nach der die Verstandeswelt der Sinnenwelt übergeordnet ist, und so die Sittengesetze der ersten eben auch für die zweitgenannte gelten müssen.

2.1 Der kategorische Imperativ

Um das weitere Vorgehen Kants begreifen zu können, ist es erst nötig, aufzuzeigen, was das Besondere an Kants Entwurf einer Ethik ist. Hermann Krings bemerkt dazu, dass „[...] nicht die Handlung und ihre Struktur das kritische Thema [ist], sondern der Wille, genauer die Willensbestimmung.“[9] Er führt auf, dass bei Kant die Moral nicht über Handlung bestimmt werden kann, sondern nur über den Willen, der „rein durch sich selbst als Vernunftwille bestimmt sein [muß]“[10], wenn er die Handlung als eine sittliche begründen will. Dieser „gute[...] Wille“[11] zeichnet sich dadurch aus, dass er unter einem obersten Prinzip stehen muss, einer Maxime. Diese Maxime muss unbedingt sein, eine Handlung, die durch sie hervorgebracht wird, geschieht aus Pflicht, nicht pflichtgemäß[12]. Hier führt Kant die Unterscheidung zwischen Heteronomie und Autonomie ein[13], eine Handlung, die moralisch sein soll, darf nicht heteronom, also von fremden Dingen bestimmt sein, sie muss autonom, frei, nicht von aussen bedingt stattfinden. Sie darf also nicht aufgrund von etwas passieren, sondern nur dann, wenn es auch nichts für die Glückseligkeit bewirken würde. So soll man zum Beispiel nicht lügen, auch wenn es nichts am eigenen Ruf ändern würde. Die Maxime muss außerdem verallgemeinert werden können. Diese beiden Vorraussetzungen finden sich nach Kant nur in einem kategorischen Imperativ, der „nichts als die Allgemeinheit eines Gesetzes überhaupt“[14] enthält. Dieser tritt in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten unter anderem in dieser Form auf: „handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“[15] Mit der Formulierung eines Imperatives auf diese Art und Weise ist aber noch nicht geklärt, warum er für den Menschen gelten soll und was die Vorraussetzungen für diese Gültigkeit sind. Dies geschieht bei Kant über den Weg der Freiheit.

[...]


[1] Kant, Immanuel; Grundlegung zur Metaphysik der Sitten / Immanuel Kant. Mit einer Einleitung hrsg. von Bernd Kraft und Dieter Schönecker, Hamburg 1999 (=philosophische Bibliothek; Bd. 519).

[2] Kant, GMS AA 389,7

[3] Kant, GMS AA 389,20

[4] Kant, GMS AA 390,2

[5] Kant, GMS AA 390,40

[6] Kant, GMS AA 390,41

[7] Kant, GMS AA 393,4

[8] Kant, GMS AA 402,2

[9] Krings, H.; Reale Freiheit. Praktische Freiheit. Transzendentale Freiheit, in: ders. (Hg.), System und Freiheit, München 1980, S. 56

[10] ebenda

[11] Kant, GMS AA 393,7

[12] Kant, GMS AA 397,8 ff.

[13] Kant, GMS AA 440 f.

[14] Kant, GMS AA 421,3

[15] Kant, GMS AA 421,8

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Idee der Freiheit als Bedingung fuer den kategorischen Imperativ bei Kant
Hochschule
Universität Stuttgart  (Philosophie)
Veranstaltung
Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V44900
ISBN (eBook)
9783638424073
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Idee, Freiheit, Bedingung, Imperativ, Kant, Grundlegung, Metaphysik, Sitten
Arbeit zitieren
Dirk Lenz (Autor), 2005, Die Idee der Freiheit als Bedingung fuer den kategorischen Imperativ bei Kant, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44900

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