Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Sonstige Themen

Zwischen sanftem Naturwesen und Flintenweib - Zum Frauenbild der Rechten und dem Selbstverständnis rechtsextremer Frauen

Titel: Zwischen sanftem Naturwesen und Flintenweib - Zum Frauenbild der Rechten und dem Selbstverständnis rechtsextremer Frauen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 41 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katrin Möbius (Autor:in)

Politik - Sonstige Themen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Frauenklischee, Männerklischee, das fängt in der Familie an. Wenn ich arbeiten gehe und verdiene mehr als mein Mann und würde halt ein Kind bekommen, dann bleibt natürlich der Mann zu Hause, weil es einfach eine Existenzfrage auch ist."
„Jede Frau kann bei uns machen, was sie will. Bei uns sind die meisten berufstätig, und ich studiere. (...) Ich möchte auch nicht, wenn ich mit meinem Studium fertig bin, (...) die Hausfrau spielen, die zu Hause am Herd steht und den ganzen Tag kocht. Ich werde danach selbstverständlich arbeiten gehen.“
Junge, selbstbewusste Frauen mit modernen Lebensentwürfen - so lassen sich diese beiden Aussagen einordnen. Das ist an und für sich nichts Ungewöhnliches in unserer Zeit. Interessant werden die Zitate aber, wenn man den rechtsextremen Hintergrund beider Frauen einbezieht. Annett Moeck, NPD-Mitglied aus Schwedt, hat sich bundesweit als „Nationale Liedermacherin“ in der Szene einen Namen gemacht.
Die Betriebswirtschaftstudentin Sabine Münch, von der das zweite Zitat stammt, ist Mitglied der „Deutschen Liga für Volk und Heimat", einer NPD- nahen Organisation, in Köln. Sowohl in den Medien als auch in den meisten Köpfen der Bürger existiert ein völlig anderes Bild von rechtsextremen Frauen.
Rechtsextremismus wird in der Öffentlichkeit meist als ein „männliches“ Phänomen wahrgenommen. Egal, ob es sich um Bilder von grölenden Skinheads oder des geschniegelten NPD-Abgeordneten handelt, die Akteure sind fast immer männlich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Ausführung

I. Zum Frauenbild der Rechten

1. Traditionelles Rollenverständnis

2. Renees

3. Die Kameradin und Weggefährtin

4. Modernisierung des Frauenbildes?

II. Zum Selbstverständnis rechtsextremer Frauen

1. Ansätze mit einem polaren Geschlechterverständnis

2. Ansätze mit einem egalitären Geschlechterverständnis

III. Zwischen theoretischer Grundlegung und tatsächlicher Lebensgestaltung

1. Gespräch mit dem Brandenburger Verfassungsschutz

2. Gespräch mit dem Bildungsreferenten des APABIZ

C. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Position von Frauen innerhalb der rechtsextremen Szene, beleuchtet deren widersprüchliches Frauenbild sowie ihr Selbstverständnis und analysiert, inwieweit eine vermeintliche Modernisierung tatsächlich stattfindet oder lediglich pragmatischen Zwecken dient.

  • Analyse des Frauenbildes im rechtsextremen Diskurs
  • Untersuchung des Selbstverständnisses rechtsextremer Frauen
  • Gegenüberstellung von theoretischer Ideologie und tatsächlicher Lebensgestaltung
  • Auswertung von Expertengesprächen mit dem Verfassungsschutz und dem APABIZ
  • Diskussion über Entwicklungstendenzen und die Rolle von Frauenorganisationen

Auszug aus dem Buch

1. Das traditionelle Frauenbild: Vom „sanften Naturwesen“ und Mutter des Volkes

„Ganz offensichtlich ist die Frau in erster Linie Naturwesen: Ihre eigentliche Aufgabe für die Gemeinschaft ist und bleibt Geburt und Aufzucht von Kindern, und da mindestens drei Kinder pro Familie zur Volkserhaltung überlebensnotwendig sind, und das Kind die Mutter zur gesunden Lebenserhaltung in den ersten sechs Lebensjahren dringend braucht, ist der Lebensmittelpunkt der Frau die Familie. (...) Die Männer hingegen, die ja durch ihre rein biologischen Aufgaben nicht entfernt vergleichbar beansprucht und gefordert werden, sind eher Kultur- als Naturwesen – ihre natürliche Aufgabe liegt im Aufbau und in der Ausgestaltung der kulturellen Gemeinschaften! Grob schematisch und als Anhaltspunkt kann man das so ausdrücken: Unsere Frauenbewegung wird von Frauen für Frauen geführt mit dem Ziel des Aufbaus einer gesunden Volksgemeinschaft. Unsere männliche Front wird von Männern für Männer geführt mit dem Ziel der Schaffung eines Staates, der der Volksgemeinschaft die machtpolitischen Instrumente zur Selbstbehauptung und Entfaltung in die Hände gibt(…)Statt Gleichberechtigung und Emanzipation fordern wir von unseren Frauen Dienst an der Volksgemeinschaft und Selbstverwirklichung des weiblichen Wesens."(Michael Kühnen 1985)3

Die Worte von Michael Kühnen lassen an Klarheit nichts vermissen: Ganz eindeutig werden hier die Rollen der Geschlechter festgeschrieben, abgeleitet von der kruden Vorstellung, diese seien praktisch von Natur aus vorgegeben – die Frau als Natur-, der Mann als Kulturwesen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht den Kontrast zwischen dem öffentlichen Bild rechtsextremer Frauen als "Anhängsel" und deren moderneren, selbstbewussten Lebensentwürfen.

B. Ausführung: Dieser Teil analysiert die verschiedenen Strömungen des Frauenbildes, das Selbstverständnis der Frauen sowie die Diskrepanz zwischen Ideologie und gelebter Praxis anhand von Experteninterviews.

I. Zum Frauenbild der Rechten: Untersuchung verschiedener Hauptströmungen, wie der Frau als Mutter, als Sexobjekt oder als Kameradin, sowie der Frage nach einer tatsächlichen Modernisierung.

1. Traditionelles Rollenverständnis: Analyse des eng am Nationalsozialismus orientierten Bildes der Frau als Mutter und Hüterin des Volkes.

2. Renees: Beschreibung des subkulturellen, oft durch Sexismus und Männlichkeitswahn geprägten Bildes der sogenannten "Skingirls".

3. Die Kameradin und Weggefährtin: Untersuchung der Rolle der politisch aktiven Frau, die den Mann unterstützt, jedoch einem strengen Verhaltenskodex unterliegt.

4. Modernisierung des Frauenbildes?: Kritische Prüfung, ob aktuelle Parteiprogramme eine echte Modernisierung vollziehen oder lediglich pragmatische Zugeständnisse machen.

II. Zum Selbstverständnis rechtsextremer Frauen: Darstellung der verschiedenen Ansätze, wie sich Frauen in der rechten Szene selbst positionieren und legitimieren.

1. Ansätze mit einem polaren Geschlechterverständnis: Analyse von Frauen, die an einer komplementären Rollenverteilung festhalten und ihre Rolle als Dienst am Volk definieren.

2. Ansätze mit einem egalitären Geschlechterverständnis: Beleuchtung modernerer Selbstbilder, die Frauen als eigenständige Wesen betrachten, ohne jedoch die rechtsextreme Grundideologie zu hinterfragen.

III. Zwischen theoretischer Grundlegung und tatsächlicher Lebensgestaltung: Empirische Überprüfung der theoretischen Positionen durch Gespräche mit Experten.

1. Gespräch mit dem Brandenburger Verfassungsschutz: Darstellung der Erkenntnisse des Verfassungsschutzes über die Rolle und Aktivität von Frauen in der Szene.

2. Gespräch mit dem Bildungsreferenten des APABIZ: Analyse der Berliner Szene, insbesondere am Beispiel der Mädelgruppe Tor.

C. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, insbesondere der Erkenntnis, dass das Festhalten an der rechtsextremen Ideologie für Frauen trotz moderner Lebensentwürfe bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Frauenbild, Selbstverständnis, Nationalsozialismus, Geschlechterrolle, Kameradin, Volkserhaltung, Moderne Lebensentwürfe, Politische Aktivität, Mädelgruppe Tor, Verfassungsschutz, Ideologie, Frauenorganisationen, Gleichwertigkeit, Subkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Frauenbild und das Selbstverständnis von Frauen in der rechtsextremen Szene und hinterfragt, wie diese Frauen ihre Rolle zwischen traditioneller Ideologie und moderner Lebensführung gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören das traditionelle versus das modernere Frauenbild in rechten Parteien und subkulturellen Szenen, die Rolle der Frau als Mutter, Kameradin oder politische Aktivistin sowie die Frage der ideologischen Festigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie rechtsextreme Frauen ihre Identität konstruieren, welche Widersprüche dabei auftreten und ob eine tatsächliche Modernisierung des Frauenbildes stattfindet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse von Programmschriften und Szene-Publikationen mit der Auswertung von Experteninterviews, die mit Mitarbeitern des Verfassungsschutzes und dem APABIZ geführt wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der verschiedenen Frauenbilder, eine Untersuchung des Selbstverständnisses rechtsextremer Frauen und den Vergleich dieser Theorien mit der tatsächlichen Lebensgestaltung durch die Experteninterviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rechtsextremismus, Frauenbild, Geschlechterrollen, Ideologie, Kameradschaft, Volkgemeinschaft und Modernisierung sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.

Welche Rolle spielt die „Mädelgruppe Tor“ in der Analyse?

Die Gruppe dient als Fallbeispiel für junge, selbstbewusste Frauen in der Berliner Szene, deren Auftreten die Diskrepanz zwischen modernem Lebensstil und rechtsextremer Ideologie beispielhaft verdeutlicht.

Warum ist das Thema "Gleichberechtigung" in der rechten Szene problematisch?

In der rechten Szene wird "Gleichberechtigung" oft als "Unwort" abgelehnt, da die Ideologie von festen, oft naturgegebenen Geschlechterrollen ausgeht. Viele Frauen bevorzugen stattdessen den Begriff der "Gleichwertigkeit".

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen sanftem Naturwesen und Flintenweib - Zum Frauenbild der Rechten und dem Selbstverständnis rechtsextremer Frauen
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,3
Autor
Katrin Möbius (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
41
Katalognummer
V44923
ISBN (eBook)
9783638424257
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwischen Naturwesen Flintenweib Frauenbild Rechten Selbstverständnis Frauen Hauptseminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin Möbius (Autor:in), 2005, Zwischen sanftem Naturwesen und Flintenweib - Zum Frauenbild der Rechten und dem Selbstverständnis rechtsextremer Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44923
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  41  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum