Dieser Examensbericht beinhaltet eine ausführliche Beschreibung der ergotherapeutischen Diagnostik, Zielsetzung und Therapieplanung, Behandlungsziele, Aufzeichnung des therapeutischen Weges, Behandlungsverlauf mit Bewertung und Vorschlägen für das weitere therapeutische Vorgehen.
Ein motorisch-funktioneller Behandlungsbericht, der sich insbesondere an angehende Ergotherapeut/-innen, aber auch an Krankenschwestern oder auch pflegende Angehörige richtet.
Zur Autorin:
Ida Krämer ist Ergotherapeutin, Kranken- und Kinderkrankenschwester und arbeitet seit 1998 als Gruppenleiterin in einer Werkstatt für psychisch kranke Menschen und ist in der praktischen Ausbildung von Ergotherapie-Schülern tätig.
Seit 2006 leitet sie die Kreativwerkstatt der BruderhausDiakonie in Reutlingen.
Gliederung
1. Allgemeine Beschreibung des Krankheitsbildes
1.1. Kurze Erklärung
1.2. Allgemeine therapeutische Intervention
2. Beschäftigungstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten
3. Allgemeine Daten des Patienten
3.1. Diagnose
3.2. Soziale Anamnese
3.3. Medizinische Anamnese
4. Ergotherapeutischer Befund und Problemstellung
4.1.1. Ersteindruck
4.1.2. Motorischer Befund
4.1.3. Sensibilitätsbefund
4.1.4. neuropsychologischer / kognitiver Befund
4.1.5. psychischer Befund / Auffälligkeiten
4.1.6. Selbsthilfestatus / Hilfsmittel
4.2. Ergotherapeutische Problemstellung
5. Zielsetzung und therapeutischer Weg
5.1.1. Behandlungsziele und Begründung
5.1.2. Nahziele
5.1.3. Mittelfristige Ziele
5.2. Aufzeichnung des therapeutischen Weges
5.3. Vorschläge für weiteres therapeutisches Vorgehen
6. Sichtstundenplanung
6.1. Zielsetzung mit Begründung
6.2. Durchführung mit Begründung
6.2.1. Verfahren
6.2.2. Grundhaltung
6.2.3. Sozialform
6.2.4. Medien
6.2.5. Arbeitsplatzgestaltung
6.3. Geplanter Verlauf der Sichtstunde mit Zeiteinteilung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel des Berichts ist die detaillierte Darstellung einer ergotherapeutischen Behandlung am Beispiel einer 82-jährigen Patientin nach einem Apoplex mit linksseitiger Hemiparese, um sowohl den therapeutischen Prozess zu dokumentieren als auch Handlungsempfehlungen für Fachpersonal und Angehörige abzuleiten.
- Grundlagen und Therapiemöglichkeiten bei Schlaganfallpatienten
- Ergotherapeutische Befunderhebung und Identifikation von Problemstellungen
- Zielsetzung und Planung des therapeutischen Weges (Nah- und Mittelfristziele)
- Konkrete Umsetzung motorischer und kognitiver Behandlungsverfahren
- Sichtstundenplanung als methodisches Fallbeispiel
Auszug aus dem Buch
2. Beschäftigungstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten
Die Ergotherapie wird mit der Erhebung des ergotherapeutischen Befundes begonnen. Hierbei wird die Art und der Umfang der entstandenen Funktionsausfälle festgestellt.
Ziel der ergotherapeutischen Behandlung ist die größtmögliche Selbständigkeit des Patienten. Er soll unabhängig von Hilfsmitteln und fremder Hilfe in seiner gewohnten Umgebung leben können und nach Möglichkeit seinen alten Arbeitsplatz einnehmen können.
Der Therapibeginn muss möglichst früh angesetzt werden, um zusätzlichen Komplikationen, z.B. von Seiten des vegetativen Nervensystems, einer Thrombosierung des plegischen Beines, der Ausbildung von Kontrakturen und Sehnenverkürzungen oder einer Hospitalisierung im psychologischen Sinne vorzubeugen. Direkt nach der Krankenhauseinlieferung müssen entsprechende Lagerungsmaßnahmen zur Vermeidung von Kontrakturen und Fehlstellungen der Extremitäten getroffen werden: bei schlaffen Lähmungen erfolgt die Lagerung in Mittelstellung (physiologische Stellung) der Gelenke; wird eine Spastik erwartet, ist zusätzlich eine Spastikhemmende Lagerung vorzunehmen.
Das Bobath-Konzept ist ein wesentlicher Bestandteil in der Behandlung der Hemiplegie. Es ist als 24 Stunden-Konzept angelegt, was eine intensive Zusammenarbeit von Pflegepersonal, Krankengymnasten und Ergotherapeuten erfordert. Die richtige Lagerung ist sehr wichtig für die Bemühungen um Mobilisation. Der Patient soll nicht nur auf dem Rücken oder auf der nicht betroffenen Seite liegen, sondern auch auf der plegischen Seite, um die Sensibilität und die Wahrnehmung der betroffenen Seite zu fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
Allgemeine Beschreibung des Krankheitsbildes: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Schlaganfälle, deren Ursachen, Verlaufsformen und die medizinischen sowie therapeutischen Versorgungsansätze.
Beschäftigungstherapeutische Behandlungsmöglichkeiten: Hier werden die ergotherapeutischen Ziele und Methoden, insbesondere das Bobath-Konzept, bei Hemiplegie erläutert.
Allgemeine Daten des Patienten: Detaillierte Darstellung der Anamnese, Diagnose und persönlichen Lebenssituation der Patientin Frau A.
Ergotherapeutischer Befund und Problemstellung: Dieses Kapitel enthält den ausführlichen motorischen, sensorischen und kognitiven Befund sowie die daraus abgeleitete Problemstellung.
Zielsetzung und therapeutischer Weg: Definition von Fern-, Nah- und mittelfristigen Zielen sowie die detaillierte Planung der therapeutischen Interventionen.
Sichtstundenplanung: Ein konkretes Beispiel für die Planung und Durchführung einer therapeutischen Einheit inklusive Zeiteinteilung und Materialauswahl.
Schlüsselwörter
Schlaganfall, Apoplex, Ergotherapie, Hemiplegie, Bobath-Konzept, motorischer Befund, Selbsthilfetraining, motorische Übungsbehandlung, Feinmotorik, Rumpfrotation, kognitive Förderung, sensorisches Training, Alltagsaktivitäten, ADL, neurologische Rehabilitation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Examensbericht im Kern?
Die Arbeit dokumentiert den ergotherapeutischen Behandlungsprozess einer 82-jährigen Patientin nach einem Schlaganfall mit linksseitiger Hemiparese unter Berücksichtigung ihrer spezifischen körperlichen und sozialen Ausgangslage.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Einordnung des Schlaganfalls, der ergotherapeutischen Diagnostik, der Zielsetzung sowie der praktischen Umsetzung von Therapiemethoden zur Förderung der Selbstständigkeit.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Ergotherapie?
Das Ziel ist die größtmögliche Selbstständigkeit der Patientin im Alltag (ADL-Bereich), um ihr ein Leben ohne fremde Hilfe in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt primär zum Einsatz?
Der Bericht stützt sich stark auf das Bobath-Konzept und eine kompetenzzentrierte Übungsbehandlung, ergänzt durch neuropsychologisches Training und motorische Übungen.
Was wird im Hauptteil des Berichts schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Befunderhebung, die Definition von Nah- und Fernzielen sowie die konkrete, methodische Planung und Durchführung einzelner Therapieeinheiten.
Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselwörtern charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Apoplex, Ergotherapie, Hemiplegie, motorischer Befund und Selbsthilfetraining.
Warum spielt die Rumpfrotation eine so wichtige Rolle im Bericht?
Die mangelnde Rumpfrotation der Patientin stellt ein Haupthindernis für ihre Selbstständigkeit beim An- und Auskleiden dar, weshalb deren Verbesserung als zentrales Nahziel definiert wurde.
Welche Bedeutung hat das "Vier gewinnt"-Spiel im Therapieplan?
Es dient als sensomotorische Übung, um gezielt Greiffunktionen zu trainieren, die Oberflächensensibilität zu stimulieren und kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und logisches Denken zu fördern.
Welche Rolle spielt die psychische Stabilisierung für die Patientin?
Da die Patientin unter Stimmungsschwankungen leidet und eine geringe Frustrationstoleranz zeigt, ist die Förderung des Selbstwertgefühls durch Erfolgserlebnisse im Alltag essenziell für ihren Fortschritt.
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- Ida Krämer (Author), 1996, Apoplektischer Insult. Zielsetzung und Ablauf einer Ergotherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44937