Laut Artikel 19 der UN-Menschenrechtskonvention von 1948, ist die Freiheit auf Information und Kommunikation ein Menschenrecht: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen, Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Dies gesteht jedem Menschen zu, Informations- und Kommunikationsmedien uneingeschränkt zu nutzen. Jedoch ist die Freiheit der Medien und der Mediennutzung nicht überall gegeben und vor allem die Länder des Nahen Osten, mit ihren, in unterschiedlichem Maße ausgeprägten autoritären Regime, werden in diesem Zusammenhang als restriktiv wahrgenommen.
Umso mehr verband man große Erwartungen mit der Einführung des Internets, da es Möglichkeiten der Kommunikation und der Information revolutionierte, vereint es doch„eine Vielzahl von Medien, Anwendungen und Arten der Kommunikation.“ Als ein vielfältiges und sehr flexibles Medium also, wurde und wird es als ein Hoffnungsträger zur Auslösung bzw. Förderung von Demokratisierungsprozessen in der Nahost-Region angesehen.
„[Der]demokratische Bürgerstaat ist die Voraussetzung, um Medien- und Meinungsfreiheit umzusetzen(BILLOWS 2000).“ Das Internet vermag es neue Räume zu eröffnen sowie die Medienfreiheit zu erweitern und leistet damit letztlich einen Beitrag, hin zu einem solchen demokratischen Bürgerstaat.
KEDZIE zeigt auf, dass die demokratischen Länder der Welt, eine wesentlich höhere Vernetzungsdichte aufweisen als Länder mit repressiven Regime und versucht so den Zusammenhang von Internet und Demokratie zu verdeutlichen, wobei er nach „Ursache und Wirkung“ fragt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Internetnutzung in der Region des Nahen Osten und berührt, ausgehend vom Menschenrecht auf Information und Kommunikation, die Frage nach dem Demokratisierungspotential des Internets.
Das Menschenrecht auf Information und Kommunikation und das Demokratisierungspotential bilden dabei eher den übergeordneten Rahmen, in den das Hauptthema, Internetnutzung im Nahen Osten, eingebettet ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Internet im Nahen Osten
- Allgemeine Möglichkeiten und Chancen des Internets
- Verteilung des Internets
- Nutzung des Internets
- Nutzungsmöglichkeiten
- Nutzungsarten
- Nutzung durch oppositionelle Gruppen
- Probleme und Hindernisse
- Infrastruktur und Technik
- Bildung
- Zensur und Kontrolle
- Nutzung
- Missbrauch und Propaganda
- Zusammenfassung und Bewertung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Nutzung des Internets im Nahen Osten und untersucht dabei, inwiefern das Internet als Instrument der Demokratisierung in der Region wirken kann. Ausgehend vom Menschenrecht auf Information und Kommunikation, welches die freie Meinungsäußerung und den Zugang zu Informationen garantiert, analysiert die Arbeit, ob und wie das Internet die Verbreitung von Informationen und den Dialog zwischen verschiedenen Akteuren im Nahen Osten fördert.
- Das Internet als Medium zur Förderung von Kommunikation und Information im Nahen Osten
- Verteilung und Nutzung des Internets in der Region, einschließlich der verschiedenen Nutzungsarten und Herausforderungen
- Das Potenzial des Internets zur Unterstützung oppositioneller Gruppen und zur Förderung von politischem Wandel
- Die Rolle von Zensur und Kontrolle sowie die damit verbundenen Probleme und Hindernisse für eine freie Internetnutzung
- Die Bewertung des tatsächlichen Demokratisierungspotenzials des Internets im Nahen Osten
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung betont das Menschenrecht auf Information und Kommunikation und stellt die Rolle des Internets als Medium der Informationsrevolution dar. Sie erklärt, dass das Internet neue Möglichkeiten für traditionelle Informations- und Kommunikationsformen eröffnet und als Hoffnungsträger für Demokratisierungsprozesse angesehen wird.
- Das Kapitel „Das Internet im Nahen Osten“ beschäftigt sich mit den allgemeinen Möglichkeiten und Chancen des Internets und untersucht die Verteilung des Internets in der Region. Es beschreibt verschiedene Nutzungsmöglichkeiten und -arten sowie die Nutzung des Internets durch oppositionelle Gruppen.
- Im Anschluss werden Probleme und Hindernisse der Internetnutzung im Nahen Osten beleuchtet, einschließlich der Themen Infrastruktur und Technik, Bildung, Zensur und Kontrolle, Nutzung und Missbrauch und Propaganda.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Themen Internet, Naher Osten, Demokratisierungspotenzial, Menschenrecht auf Information und Kommunikation, Informationsrevolution, Verteilung, Nutzung, Oppositionelle Gruppen, Zensur, Kontrolle, Probleme und Hindernisse.
Häufig gestellte Fragen
Hat das Internet im Nahen Osten ein Demokratisierungspotential?
Ja, es gilt als Hoffnungsträger, da es neue Räume für Information und Kommunikation eröffnet, die in autoritären Regimen oft eingeschränkt sind.
Wie nutzen oppositionelle Gruppen das Internet?
Oppositionelle nutzen digitale Plattformen zur Vernetzung, zur Verbreitung von Informationen außerhalb staatlicher Kontrolle und zur Mobilisierung für politischen Wandel.
Welche Hindernisse gibt es für die Internetnutzung in der Region?
Wesentliche Hindernisse sind staatliche Zensur, technische Infrastrukturmängel, geringe Bildungsgrade in Teilen der Bevölkerung und Überwachung.
Was sagt die UN-Menschenrechtskonvention zum Internetzugang?
Artikel 19 garantiert das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit über Medien jeder Art, was den uneingeschränkten Zugang zum Internet einschließt.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Vernetzungsdichte und Demokratie?
Studien zeigen, dass demokratische Länder oft eine höhere Vernetzungsdichte aufweisen, wobei umstritten ist, ob das Internet Ursache oder Wirkung von Demokratie ist.
- Quote paper
- Doreen Kubek (Author), 2005, Das Internet im Nahen Osten. Verteilung, Nutzung und Demokratisierungspotential, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44967