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Das Internet im Nahen Osten. Verteilung, Nutzung und Demokratisierungspotential

Title: Das Internet im Nahen Osten. Verteilung, Nutzung und Demokratisierungspotential

Term Paper , 2005 , 33 Pages , Grade: 2

Autor:in: Doreen Kubek (Author)

Politics - Topic: Public International Law and Human Rights
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Laut Artikel 19 der UN-Menschenrechtskonvention von 1948, ist die Freiheit auf Information und Kommunikation ein Menschenrecht: „Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen, Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“ Dies gesteht jedem Menschen zu, Informations- und Kommunikationsmedien uneingeschränkt zu nutzen. Jedoch ist die Freiheit der Medien und der Mediennutzung nicht überall gegeben und vor allem die Länder des Nahen Osten, mit ihren, in unterschiedlichem Maße ausgeprägten autoritären Regime, werden in diesem Zusammenhang als restriktiv wahrgenommen.
Umso mehr verband man große Erwartungen mit der Einführung des Internets, da es Möglichkeiten der Kommunikation und der Information revolutionierte, vereint es doch„eine Vielzahl von Medien, Anwendungen und Arten der Kommunikation.“ Als ein vielfältiges und sehr flexibles Medium also, wurde und wird es als ein Hoffnungsträger zur Auslösung bzw. Förderung von Demokratisierungsprozessen in der Nahost-Region angesehen.
„[Der]demokratische Bürgerstaat ist die Voraussetzung, um Medien- und Meinungsfreiheit umzusetzen(BILLOWS 2000).“ Das Internet vermag es neue Räume zu eröffnen sowie die Medienfreiheit zu erweitern und leistet damit letztlich einen Beitrag, hin zu einem solchen demokratischen Bürgerstaat.
KEDZIE zeigt auf, dass die demokratischen Länder der Welt, eine wesentlich höhere Vernetzungsdichte aufweisen als Länder mit repressiven Regime und versucht so den Zusammenhang von Internet und Demokratie zu verdeutlichen, wobei er nach „Ursache und Wirkung“ fragt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Internetnutzung in der Region des Nahen Osten und berührt, ausgehend vom Menschenrecht auf Information und Kommunikation, die Frage nach dem Demokratisierungspotential des Internets.
Das Menschenrecht auf Information und Kommunikation und das Demokratisierungspotential bilden dabei eher den übergeordneten Rahmen, in den das Hauptthema, Internetnutzung im Nahen Osten, eingebettet ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Internet im Nahen Osten

2.1 Allgemeine Möglichkeiten und Chancen des Internets

2.2 Verteilung des Internets

2.3 Nutzung des Internets

2.3.1 Nutzungsmöglichkeiten

2.3.2 Nutzungsarten

2.3.3 Nutzung durch oppositionelle Gruppen

2.4. Probleme und Hindernisse

2.4.1 Infrastruktur und Technik

2.4.2 Bildung

2.4.3 Zensur und Kontrolle

2.4.4 Nutzung

2.4.5 Missbrauch und Propaganda

3 Zusammenfassung und Bewertung

Anhang I – Internetgesetze Saudi Arabien

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Internetnutzung in der Region des Nahen Ostens, ausgehend vom grundlegenden Menschenrecht auf Information und Kommunikation, und analysiert kritisch das tatsächliche Demokratisierungspotential dieses Mediums vor dem Hintergrund autoritärer Regierungsstrukturen.

  • Verbreitung und technische Infrastruktur des Internets in der Nahost-Region.
  • Nutzungsmuster der Bevölkerung sowie die Rolle von Internetcafés.
  • Politische Instrumentalisierung durch oppositionelle Gruppierungen.
  • Barrieren durch Zensur, mangelnde Bildung und sprachliche Hürden.
  • Phänomene von Propaganda und Cyberkonflikten im digitalen Raum.

Auszug aus dem Buch

2.3.3 NUTZUNG DURCH OPPOSITIONELLE GRUPPEN

Eine politisch relevante Internetnutzung geht eher von oppositionellen Gruppierungen aus, die meist aus dem Untergrund oder Exil agieren und versuchen, sich durch die Informations- und Kommunikationschancen des Mediums Internet hörbar zu machen. Diese sollen nun näher betrachtet werden.

Innerhalb der Region des Nahen Osten können verschiedene Gruppen als oppositionell kategorisiert werden und der Begriff „Opposition“ kann generell sehr weit gefasst werden. Die Verschiedenheit oppositioneller Akteure schlägt sich in unterschiedlichen Zielsetzungen, an denen sich die jeweilige Oppositionsbewegung ausrichtet, nieder. Dies wiederum ist beeinflusst durch vielfältige Faktoren. Beispielsweise können Oppositionen loyal, also geduldet oder illoyal und damit verboten sein, woraus sich entsprechende Funktions- und Aktionsgrundlagen ergeben, die vom Ziel allgemeiner Reformen innerhalb eines bestehenden Systems bis hin zur Propagierung des Umsturzes eines gesamten Systems reichen.

Trotzdem können prinzipiell bestimmte oppositionelle Akteure, die sich als Gruppe formieren, innerhalb des Nahen Osten, ausgemacht werden. David HABERLAH versteht hierunter:

- Militär und Sicherheitskräfte

- Islamistische Gruppen

- Studenten

- Gewerkschaften und Berufsverbände

- NGOs und zivilgesellschaftliche Gruppen

- Ethnisch oder linguistisch motivierte Gruppen

- Parteien (vgl. HABERLAH 2002, S. 6)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Recht auf Information als Menschenrecht und führt die Erwartung ein, dass das Internet als flexibles Medium Demokratisierungsprozesse im Nahen Osten fördern könne.

2 Das Internet im Nahen Osten: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Verbreitung, die demografischen Nutzerprofile sowie die vielfältigen Nutzungsarten, inklusive der Rolle von Internetcafés als soziale Treffpunkte.

2.1 Allgemeine Möglichkeiten und Chancen des Internets: Hier werden die technischen und kommunikativen Potenziale des Internets als Informationsmedium und Dialogplattform theoretisch beleuchtet.

2.2 Verteilung des Internets: Dieser Abschnitt bietet einen statistischen Überblick über die Internetverbreitung in der Region, wobei insbesondere auf die wirtschaftliche Motivation der Einführung eingegangen wird.

2.3 Nutzung des Internets: Es wird untersucht, welche realen Bevölkerungsgruppen das Internet nutzen und welche Funktionen dabei im Vordergrund stehen.

2.3.1 Nutzungsmöglichkeiten: Dieses Unterkapitel analysiert den prozentualen Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung der verschiedenen Länder.

2.3.2 Nutzungsarten: Es wird dargestellt, dass das Internet primär für Unterhaltung, soziale Kontakte und E-Commerce genutzt wird, wobei Internetcafés eine zentrale Rolle einnehmen.

2.3.3 Nutzung durch oppositionelle Gruppen: Dieser Teil beleuchtet, wie politische Akteure das Internet zur Mobilisierung und zur Umgehung staatlicher Informationskontrolle einsetzen.

2.4. Probleme und Hindernisse: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Faktoren, die eine effektive Internetnutzung und das politische Potenzial einschränken.

2.4.1 Infrastruktur und Technik: Fokus auf die quantitativen und qualitativen Defizite der technischen Netzinfrastruktur in der Region.

2.4.2 Bildung: Analyse der Barrieren durch Analphabetismus und der sprachlichen Dominanz des Englischen im Netz.

2.4.3 Zensur und Kontrolle: Untersuchung der staatlichen Maßnahmen zur Überwachung und Blockierung von Inhalten.

2.4.4 Nutzung: Zusammenfassende Betrachtung der oft unpolitischen Nutzung im Gegensatz zum erhofften Demokratisierungspotenzial.

2.4.5 Missbrauch und Propaganda: Analyse von Phänomenen wie Cyberkriegen und subtiler Beeinflussung durch propagandistische Webpräsenzen.

3 Zusammenfassung und Bewertung: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ambivalenz des Internets als demokratisches Hoffnungswerkzeug gegenüber der Realität von Zensur und unpolitischer Nutzung.

Schlüsselwörter

Naher Osten, Internet, Demokratisierung, Zensur, Opposition, Informationsfreiheit, Digitale Kluft, Internetcafés, Politische Kommunikation, Propaganda, Cyberintifada, Infrastruktur, Nahost-Region, Internetnutzung, Medienfreiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Internets in den Ländern des Nahen Ostens, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen den demokratisierenden Hoffnungen, die in das Medium gesetzt wurden, und der realen Situation durch staatliche Zensur und begrenzte Nutzungsmöglichkeiten liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die technische Verbreitung des Internets, das Nutzerverhalten der Bevölkerung, die strategische Nutzung durch oppositionelle Gruppen sowie die vielfältigen Hindernisse wie staatliche Zensur und sozioökonomische Barrieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob das Internet tatsächlich einen substantielle Beitrag zur Öffnung autoritärer Regime im Nahen Osten leisten kann oder ob es primär anderen Zwecken dient.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung statistischer Daten zur Internetverbreitung und der Untersuchung von Fallbeispielen zu politischer Oppositionsarbeit im digitalen Raum.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Internetnutzung, eine Analyse der sozialen und politischen Nutzungsmuster sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Hindernissen wie Technikmangel, Bildungsproblemen und Zensur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratisierungspotenzial, Internetzensur, digitale Teilhabe, oppositionelle Netzwerke und Informationsgesellschaft charakterisiert.

Welche Rolle spielen Internetcafés in der Region?

Internetcafés erfüllen eine kritische soziale Funktion, da sie einen kostengünstigen Zugang für die "Normalbevölkerung" ermöglichen, die sich selten private Anschlüsse leisten kann, und dienen zudem als Treffpunkt für den sozialen Austausch.

Wie gehen oppositionelle Gruppen mit der Internetzensur um?

Oppositionelle Gruppen versuchen, die Zensur durch technisches Know-how zu umgehen, beispielsweise durch verschlüsselte Kommunikation, Spiegelung blockierter Seiten unter neuen Adressen oder die Nutzung von Netzwerken außerhalb der nationalen Kontrolle.

Was besagt die „Cyberintifada“ im Kontext dieser Arbeit?

Der Begriff beschreibt den Missbrauch des Internets als Kriegsschauplatz, bei dem konkurrierende Gruppen (wie Israelis und Palästinenser) durch Hacking, Verbreitung von Propaganda und Viren versuchen, die gegnerischen Meinungen zu blockieren und die Gegenseite zu diskreditieren.

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Details

Title
Das Internet im Nahen Osten. Verteilung, Nutzung und Demokratisierungspotential
College
University of Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Grade
2
Author
Doreen Kubek (Author)
Publication Year
2005
Pages
33
Catalog Number
V44967
ISBN (eBook)
9783638424578
Language
German
Tags
Internet Nahen Osten Verteilung Nutzung Demokratisierungspotential
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doreen Kubek (Author), 2005, Das Internet im Nahen Osten. Verteilung, Nutzung und Demokratisierungspotential, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44967
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