Diese Arbeit soll die aktuelle Situation der öffentlichen Kulturförderung in Deutschland aufzeigen und reflektieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf die durch Länder und Städte geförderten Schauspielhäuser. Die Frage, die sich als zentral herausstellen wird, ist inwiefern Kunst- und Kulturförderung in Deutschland als staatliche Pflicht empfunden werden und vor allem was ein Staatstheater erfüllen muss um den Geldgeber zufrieden zu stellen. Im Zuge dessen wird ein Bild der deutschen Theaterlandschaft sowohl historisch als auch in aktueller Form erstellt. Die Probleme, die Bühnen zurzeit überwinden müssen, sind ein ebenso wichtiger Aspekt wie die Erklärung von Begriffen wie ‚Bildungsauftrag‘ oder die Beleuchtung der deutschen Kulturpolitik.
Inhaltsverzeichnis
1 ‚Brotlose Kunst‘ und ihr Ansehen
2 Kulturförderung in Deutschland
2.1 Definition des Begriffs ‚Kulturförderung‘
3 Geschichte der Kulturförderung
4 Kulurförderung heute
4.1 Private Kulturförderung
4.2 Öffentliche Kulturförderung
5 Theater in der Krise
5.1 Kultur als Staatsziel? – Juristische Hintergründe
5.2 Eine Legitimationskrise deutscher Bühnen
6 Kulturpolitik
7 Bildungsauftrag
8 Spielplanbetrachtung
8.1 Residenztheater München
8.2 Münchner Kammerspiele
8.3 Deutsches Theater Berlin
8.4 Thalia Theater Hamburg
9 Exkurs – Kulturförderung und Theaterlandschaft in den USA
10 Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation der öffentlichen Kulturförderung in Deutschland, wobei der Schwerpunkt auf den staatlich geförderten Schauspielhäusern liegt. Ziel ist es, die Legitimation dieser Institutionen im Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit, staatlichem Bildungsauftrag und wirtschaftlichen Notwendigkeiten zu hinterfragen und zu reflektieren.
- Struktur und Wandel der deutschen Theaterlandschaft.
- Die Rolle der öffentlichen Kulturförderung und deren juristische Verankerung.
- Herausforderungen der Legitimationskrise und Möglichkeiten der Krisenbewältigung.
- Vergleich mit dem US-amerikanischen System der Kulturförderung.
- Analyse beispielhafter Spielplangestaltungen deutscher Bühnen.
Auszug aus dem Buch
Die Legitimationskrise deutscher Bühnen
Legitimation von Kulturinstitutionen entsteht durch Funktionalität, also Nützlichkeit, Qualität und Ausstrahlungskraft der Arbeit und ererbtes Existenzrecht. Letzteres verknüpft mit einer Tradition des Theaters, das es seit Jahrhunderten in Deutschland gibt, das mit der Entstehung der Nation und ihrer Identität eng verbunden ist und das hierfür herausragende kulturelle Leistungen vollbracht hat.
Versucht man die Existenz der deutschen Bühnen, wie Thomas Schmidt, zu legitimieren, stößt man sogleich auf Widerstand, da immer wieder von Politik und Medien die Leistungsfähigkeit sowie die Qualität des deutschen Stadttheaters in Frage gestellt wird. Für einen vernünftigen Ansatz zur Legitimation bedarf es vor allem einiger Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen; wie folgende Graphik veranschaulicht:
Zusammenfassung der Kapitel
1 ‚Brotlose Kunst‘ und ihr Ansehen: Einleitung in die Problematik künstlerischer Arbeit und Darstellung der Forschungsfrage zur Situation der Kulturförderung in Deutschland.
2 Kulturförderung in Deutschland: Definition des Begriffs Kulturförderung und Einordnung der staatlichen Verantwortung im Kontext der Demokratie.
3 Geschichte der Kulturförderung: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Theaterförderung, beginnend im antiken Griechenland bis hin zur Entwicklung des deutschen Stadttheatersystems.
4 Kulurförderung heute: Analyse aktueller Formen der privaten und öffentlichen Kulturförderung sowie deren ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen.
5 Theater in der Krise: Erörterung der juristischen Hintergründe des Kulturbegriffs und Untersuchung der Legitimationskrise deutscher Bühnen durch externe und interne Faktoren.
6 Kulturpolitik: Diskussion über den Stellenwert der Kulturpolitik und die Herausforderungen einer nachhaltigen Finanzierung und Zukunftsfähigkeit der Theater.
7 Bildungsauftrag: Untersuchung der Aufgabe staatlicher Institutionen zur Vermittlung von Kunst und Werten sowie der Rolle des Theaters als meritorisches Gut.
8 Spielplanbetrachtung: Exemplarische Analyse der Spielpläne von vier deutschen Theatern und deren Umgang mit dem Spagat zwischen Tradition und Innovation.
9 Exkurs – Kulturförderung und Theaterlandschaft in den USA: Vergleich der staatlich geprägten deutschen Kulturlandschaft mit dem privatwirtschaftlich orientierten US-amerikanischen System.
10 Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität: Fazit zur Notwendigkeit einer aktiven Neudefinition der Rolle des Theaters für den Kulturstaat Deutschland.
Schlüsselwörter
Kulturförderung, Stadttheater, Bildungsauftrag, Kunstfreiheit, Theaterpolitik, Spielplangestaltung, Legitimationskrise, Kultursponsoring, Deutschland, Kulturstaat, Theatermanagement, Kulturpolitik, USA, Theaterlandschaft, Kulturfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation der öffentlichen Kulturförderung in Deutschland und beleuchtet kritisch, wie Theater ihren Bildungsauftrag und ihre künstlerische Freiheit unter wirtschaftlichem Druck legitimieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen gehören die Geschichte der Kulturförderung, der juristische Status von Kultur als Staatsziel, die Legitimationskrise deutscher Bühnen sowie ein Vergleich mit den USA.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das komplexe Geflecht aus politischen, ökonomischen und künstlerischen Anforderungen zu entwickeln, denen deutsche Theaterbetriebe heute ausgesetzt sind.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Untersuchung kulturpolitischer Dokumente und Rechtsgrundlagen sowie einer praxisorientierten Spielplanbetrachtung ausgewählter deutscher Bühnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Analyse der Förderstrukturen (privat vs. öffentlich) sowie eine detaillierte Untersuchung der Legitimationskrisen und Spielplangestaltungen an ausgewählten Theatern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Kulturförderung, Bildungsauftrag, Kunstfreiheit, Stadttheatersystem und Legitimationskrise.
Warum wird das Stadttheater Ingolstadt als Beispiel angeführt?
Es dient als positives Fallbeispiel dafür, wie ein Theater durch neue Formate und eine aktive Einbindung in das städtische Leben Auslastungszahlen und Popularität signifikant steigern kann.
Wie unterscheiden sich die deutschen Theater von denen in den USA?
Während in Deutschland ein staatlich hoch subventioniertes System besteht, das als Bildungsstätte fungiert, dominieren in den USA privatwirtschaftliche Ansätze und Mäzenatentum bei deutlich weniger öffentlichen Mitteln.
- Arbeit zitieren
- Alexandros Ioannidis (Autor:in), 2017, Zwischen Wirtschaftlichkeit und Bildungsauftrag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449706