Der Drogenkrieg in Mexiko ist ein seit 2006 andauernder Konflikt, der vor allem durch den Handel mit illegalen Drogen und seine gewaltbereiten Konfliktparteien geprägt wird. Er wurde vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung im Jahre 2010 als innerstaatlicher Krieg eingestuft.
Diese Arbeit nimmt die Strukturen und Ursachen des Konflikts genauer in den Blick. Ebenso behandelt wird die internationale Beteiligung, unter anderem auch die Bedeutung des Völkerrechts. Mögliche Folgen und Folgeszenarien werden zusätzlich aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausführung des Drogenkrieges
1.1 Geschichte des Konflikts
1.2 Am Konflikt beteiligte Parteien
1.2.1 Strukturen im Konflikt
1.2.2 Konfliktgegenstand
1.2.3 Ziele der Konfliktparteien
2. Ursachen des Konflikts
3. Internationale Beteiligung
3.1 Die internationale Handelskette
3.2 Die Bedeutung des Völkerrechts
3.3 Bedeutung des Konflikts für die beteiligten Staaten
4. Folgen des Drogenkrieges
4.1 Todesopfer des Konflikts
4.1.1 Mordopfer in Mexiko in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität
4.1.2 Drogentote in den USA
4.2 Mögliche Folgeszenarien
4.2.1 Mögliches Szenario bei Gewinn der Regierung
4.2.2 Mögliches Szenario bei Gewinn der Drogenkartelle
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den seit 2006 andauernden Drogenkrieg in Mexiko unter Berücksichtigung historischer, sozialer und machtpolitischer Ursachen sowie der internationalen Verflechtungen. Ziel ist es, die Dynamik dieses innerstaatlichen Konflikts, seine verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung und die Zukunftsszenarien für den mexikanischen Staat wissenschaftlich einzuordnen.
- Historische Entwicklung des Drogenhandels in Mexiko
- Strukturen und Akteure des Konflikts
- Soziale Ursachen und Perspektivlosigkeit als Nährboden für Kartelle
- Internationale Handelskette und Rolle der USA
- Statistische Auswertung der Mordraten und Drogentoten
Auszug aus dem Buch
1.1 Geschichte des Konflikts
Bereits in den sechziger Jahren existierte illegaler Drogenhandel zwischen dem US-Bundesstaat Kalifornien und Mexiko, jedoch beschränkte sich die Nachfrage hauptsächlich auf Cannabis. Dies änderte sich, als 1971 der Opiumanbau in der Türkei untersagt wurde und somit die Drogenmafia in New York und Marseille eine neue Bezugsquelle für ihren Handel mit Heroin benötigte. Ab diesem Moment wurde Mexiko zur wichtigen Anlaufstelle für den Ankauf und Schmuggel illegaler Drogen in die Vereinigten Staaten von Amerika, was durch das Wachstum des Marktanteils von mexikanischem Heroin verdeutlicht wird: Von 1972 bis 1975 wuchs der Anteil des Mexican mud am amerikanischen Markt von ca. 15 auf fast 90 Prozent. Nachdem die Drogenbehörden der USA bemerkt hatten, dass vermehrt Drogen aus dem Süden importiert wurden, übten sie Druck auf den mexikanischen Staat aus, welcher sich schließlich 1975 auf das Kooperationsprojekt Condor einließ. Dabei wurden bis 1977 etwa 20.000 Quadratkilometer Grundfläche von Cannabisanbaufeldern zerstört, wodurch kurzzeitig eine Verminderung des illegalen Anbaus erreicht werden konnte.
Besonders den kleineren Zwischenhändlern hatte der Erfolg der Operation Condor zugesetzt, da sie nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügten, um das Militär und die Polizei zu bestechen und so von einer Zerstörung ihrer Felder verschont zu bleiben. Zudem ergab sich gegen Ende der siebziger Jahre ein weiterer vielversprechender Geschäftszweig für die Drogenhändler: man schmuggelte Kokain aus Kolumbien nun nicht mehr über die Karibik, sondern über Mexiko in die USA, was sich als äußerst lukrativer Verdienst erwies. Aufgrund der Errungenschaften der Operation Condor und der Korruption des Militärs sowie der Polizisten in diesem Projekt, konnten sich in den achtziger Jahren nur noch die größten Akteure im Drogenhandel halten. Dies führte dazu, dass „[a]us einem offenen Drogenmarkt mit vielen dezentralen Akteuren [...] ein hierarchischer [wurde], in dem einzelne mächtige Organisationen mit Geld und Gewalt ihre Marktanteile gegen Konkurrenten verteidigten“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausführung des Drogenkrieges: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Drogenhandels in Mexiko seit den 1960er Jahren und definiert die am Konflikt beteiligten Akteure sowie deren Strukturen.
2. Ursachen des Konflikts: Hier werden die historischen, sozialen und machtpolitischen Hintergründe analysiert, wobei insbesondere der Mangel an Lebensperspektiven für die Jugend als Nährboden für die Rekrutierung durch Kartelle beleuchtet wird.
3. Internationale Beteiligung: Das Kapitel betrachtet die globale Einbettung des Konflikts, die internationale Handelskette zwischen Kolumbien, Mexiko und den USA sowie die völkerrechtliche Relevanz.
4. Folgen des Drogenkrieges: Der Fokus liegt auf der statistischen Aufarbeitung der Todesopfer in Mexiko und Drogentoten in den USA sowie einer Prognose über mögliche Zukunftsszenarien je nach Ausgang des Konflikts.
Schlüsselwörter
Drogenkrieg, Mexiko, Drogenkartelle, Organisierte Kriminalität, Heroin, Kokain, Operation Condor, Bürgermilizen, USA, Mordrate, Failed State, Drogenhandel, Gewalt, soziale Perspektivlosigkeit, internationale Handelskette.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Drogenkrieg in Mexiko als komplexen innerstaatlichen Konflikt, der durch den Handel mit Rauschgiften, Gewalt und den Kampf rivalisierender Kartelle geprägt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern zählen die historische Entwicklung seit den 1970er Jahren, die sozialen und machtpolitischen Ursachen des Erfolgs der Kartelle sowie die internationalen Verflechtungen mit den USA und Kolumbien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Konfliktanalyse, die aufzeigt, warum der Drogenkrieg in Mexiko zu einem derart langwierigen und gewaltvollen Phänomen geworden ist und welche Konsequenzen dies für die Zukunft des Landes hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise, basierend auf der Auswertung bestehender Quellen, Medienberichte, Statistiken und historischer Dokumente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ursachen, die Analyse der internationalen Dimension und die Dokumentation der Folgen anhand von Daten zu Todesfällen sowie eine Szenarien-Analyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselbegriffe sind Drogenkartelle, organisierte Kriminalität, Drogentote, soziale Perspektivlosigkeit und der "Failed State"-Status.
Wie beeinflussen die USA den Verlauf des mexikanischen Drogenkrieges?
Die USA fungieren primär als Zielland des Drogenexports, sind jedoch durch Waffenexporte nach Mexiko und finanzielle Unterstützung für den Staat Mexiko massiv in das Konfliktgeschehen involviert.
Welche Rolle spielen die "grupos de autodefensas"?
Bürgermilizen sind Akteure, die sich in Gebieten mit staatlichem Versagen formieren, um sich gegen die Unterdrückung und Erpressung durch Drogenkartelle zu wehren, wobei sie oft selbst in den gewaltsamen Konflikt eingreifen.
Was besagt die Prognose für den Fall eines Sieges der Drogenkartelle?
Ein Sieg der Kartelle würde laut der Analyse dazu führen, dass Mexiko als Staat versagt ("Failed State"), das staatliche Gewaltmonopol vollständig erodiert und es zu massiven Flüchtlingsströmen in die USA kommt.
- Arbeit zitieren
- Benedikt Glück (Autor:in), 2018, Der Drogenkrieg in Mexiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449715