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Welche gesellschaftliche Implikation hat die moderne Reproduktionstechnologie?

Title: Welche gesellschaftliche Implikation hat die moderne Reproduktionstechnologie?

Essay , 2018 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alexandra Blum (Author)

Sociology - Medicine and Health
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Am 28 Februar 1953 gelang James Watson und Francis Chrick ein Durchbruch, denn sie lieferten als Erste ein räumliches Model der DNA. Diese Entdeckung öffnete die Tür der modernen Gentechnik. Diese Gentechnologie trug dazu bei, eine Vielzahl an Krankheiten zu bestimmen und somit neue Heilungschancen zu gewährleisten. Gerade in der Reproduktionsmedizin, können durch biotechnologische Eingriffe Embryonen frühzeitig behandelt werden. Ein großer Bereich hierfür stellt die Präimplantationsdiagnostik (PID) dar.

Die PID gibt es seit der 1990er Jahre und sie beschreibt eine Untersuchung, in der künstlich entstandene Embryos vor der Einpflanzung in den Uterus, auf genetische Defekte untersucht werden. Hierbei werden die Spermazellen nicht im Körper der schwangeren Frau untersucht, sondern In-Vitro, also in einem Reagenzglas außerhalb analysiert. Nur genetisch unauffällige Spermazellen werden in den Uterus gepflanzt. Durch dieses Verfahren erfolgt eine Selektion auffälliger und nicht auffälliger Embryonen.

Das vorliegende Essay beschäftigt sich daher mit der Fragestellung, „welche gesellschaftliche Implikation die moderne Reproduktionstechnik mit sich bringt“.

Durch das Selektieren der Embryonen, erfolgt eine Ungleichbehandlung von Lebewesen, deshalb ist das Hauptziel dieser Arbeit, unter Beachtung des von Thomas Lemke übernommenen Begriffes der genetischen Diskriminierung alle Gesichtspunkte aufzuarbeiten, um anschließend ein Urteil fällen zu können, ob die PID gesellschaftliche Implikationen und zwar in Form einer genetischen Diskriminierung hat. Lemke & Liebsch beschreiben genetische Diskriminierung als eine „ungerechtfertigte Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund vermuteter oder tatsächlicher vorhandener genetisch bedingter Eigenschaften“. Hierbei wird von einer Diskriminierung aufgrund einer Behinderung oder Krankheit differenziert.

Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit wird das Verfahren der Präimplantationsdiagnostik erläutert. Das anschließende Kapitel befasst sich mit dem Begriff der genetischen Diskriminierung und Eugenik, auch unter Betrachtung des Habermaschen Begriffs der Gattungsethik. In der Schlussbetrachtung werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst und dargelegt, ob die These, „dass die PID gesellschaftliche Implikationen in Form einer genetischen Diskriminierung hat“ verifiziert oder falsifiziert werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reproduktionsmedizin

2.1 In-Vitro-Fertilisation

2.2 Intracytoplasmatische Spermieninjektion

2.3 Präimplantationsdiagnostik

2.4 Analysemethoden der PID

2.5 Indikationen einer PID

3. Genetische Diskriminierung

3.1 Eugenik

3.2 Gattungsethik nach Habermas

4. Analyse der genetischen Diskriminierung

4.1 Aspekte die für eine genetische Diskriminierung sprechen

4.2 Aspekte die gegen eine genetische Diskriminierung sprechen

4.3 Zusammenfassung der Analyse

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Arbeit ist es, unter Einbeziehung des Begriffs der genetischen Diskriminierung zu untersuchen, ob die moderne Präimplantationsdiagnostik (PID) gesellschaftliche Implikationen im Sinne einer ungerechtfertigten Ungleichbehandlung von Menschen mit sich bringt. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie biotechnologische Selektionsprozesse und normative Vorstellungen von „lebenswertem Leben“ das soziale Miteinander und das Verständnis von menschlicher Identität beeinflussen.

  • Grundlagen der Reproduktionsmedizin (IVF, ICSI, PID)
  • Theoretische Auseinandersetzung mit Eugenik und Gattungsethik
  • Analyse diskriminierender Effekte durch Selektionskriterien
  • Vergleich rechtlicher Rahmenbedingungen und ethischer Kontroversen
  • Diskussion gesellschaftlicher Erwartungen und Verantwortungskonzepte

Auszug aus dem Buch

3.2 Gattungsethik nach Habermas

Jürgen Habermas versucht hierbei in seinem Buch „Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Weg zu einer liberalen Eugenik?“ (2002) genau diese Frage zu klären, wie die Zukunft der menschlichen Natur aussehen wird und wie sich die Eugenik auf das Leben auswirkt. Hierbei unterscheidet er zwischen einer „positiven“ und „negativen“ Eugenik. Erstere soll „gute“ Gene gewährleisten, letztere „schlechte“ Gene verhindern. Die Grenzen dieser Begrifflichkeiten verlaufen laut Habermas fließend, weshalb er an dieser Stelle scharf kritisiert, dass die Gesetzgebung die Grenzen der genetischen Eingriffe exakt und präzise ziehen wollen, obwohl dies nicht möglich sei. Habermas ist der Meinung, dass eine Grenze zwischen therapeutischen und verbessernden genetischen Eingriffen nicht anerkannt, sondern vielmehr die Auswahl der genetischen Merkmale von individuellen Vorlieben bestimmt sei.

Forscher räumen hierbei ein, dass die Grenzen der genetischen Eingriffe, seit Nutzung der künstlichen Befruchtung und der Gesetzgebung des Schwangerschaftsabbruchs erweitert wurden und diese nicht rückgängig zu machen seien. Eines der größten Sorgen der Gesellschaft stellt die Auffassung dar, dass die PID sowohl rechtlich, als auch moralisch vertretbar sei, solange diese sich auf wenige Fälle schwerwiegender Erbkrankheiten beschränkt. Wichtig sei an diesem Punkt, die Kontrolle der zukünftigen genetischen Entwicklung zu bewahren, um mit auftretenden Problemen besser umgehen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der DNA-Forschung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die gesellschaftlichen Implikationen der Präimplantationsdiagnostik (PID) im Kontext genetischer Diskriminierung zu hinterfragen.

2. Reproduktionsmedizin: Dieses Kapitel erläutert die technischen Verfahren der assistierten Reproduktion, insbesondere IVF, ICSI und die Methoden sowie Indikationen der PID.

3. Genetische Diskriminierung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der genetischen Diskriminierung sowie die Begriffe Eugenik und Gattungsethik nach Habermas erarbeitet.

4. Analyse der genetischen Diskriminierung: Im Hauptteil werden die pro- und kontra-Argumente einer genetischen Diskriminierung beleuchtet, inklusive rechtlicher, ethischer und gesellschaftlicher Perspektiven.

5. Schluss: Das Fazit bestätigt die These, dass die PID gesellschaftliche Implikationen in Form von genetischer Diskriminierung mit sich bringt und mahnt einen bewussten Umgang mit zukünftigen biotechnologischen Entwicklungen an.

Schlüsselwörter

Reproduktionsmedizin, Präimplantationsdiagnostik, Genetische Diskriminierung, Eugenik, Gattungsethik, Jürgen Habermas, Selektion, Embryonen, Bioethik, Menschenwürde, Embryonenschutzgesetz, Biotechnologie, Soziale Stigmatisierung, Gentechnik, Reproduktionsverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Implikationen, die durch den Einsatz moderner Reproduktionstechnologien, insbesondere der Präimplantationsdiagnostik, entstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Selektionsprozessen bei Embryonen, der ethischen Bewertung durch Theorien zur Eugenik und Gattungsethik sowie der Frage nach einer drohenden genetischen Diskriminierung.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu prüfen, ob die Anwendung der PID zu einer ungerechtfertigten Ungleichbehandlung von Menschen führt, basierend auf deren genetischen Anlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die bestehende wissenschaftliche Literatur, Studien sowie ethische und rechtliche Diskurse zusammenführt und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der reproduktionsmedizinischen Verfahren, eine theoretische Einbettung in Begriffe der Diskriminierung und eine detaillierte Analyse unterschiedlicher Aspekte, die für oder gegen eine genetische Diskriminierung sprechen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Präimplantationsdiagnostik, genetische Diskriminierung, Gattungsethik, Selektion und Menschenwürde.

Inwiefern spielt der Habermas'sche Begriff der Gattungsethik eine Rolle?

Habermas dient als theoretischer Rahmen, um die Gefahr der Entfremdung des Menschen durch die vorsätzliche Manipulation genetischer Merkmale durch Dritte zu verdeutlichen.

Warum wird der Vergleich zwischen PID und Schutzimpfungen als kritisch betrachtet?

Die Arbeit kritisiert diesen Vergleich, da eine Impfung lediglich Krankheitserreger bekämpft, während die PID über die Selektion und das Verwerfen von Embryonen selbst entscheidet.

Welche Rolle spielt die Kosten-Nutzen-Abwägung bei der Diskriminierung?

Sie wird als kritischer Punkt aufgeführt, da ökonomische Modelle dazu führen könnten, dass Versicherungs- oder Behandlungskosten für als "vermeidbar" geltende Krankheiten in Frage gestellt werden, was die Stigmatisierung von Behinderten verstärkt.

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Details

Title
Welche gesellschaftliche Implikation hat die moderne Reproduktionstechnologie?
College
Technical University of Munich  (Tum School of Goverment)
Course
Soziologie in der Biotechnologie
Grade
1,3
Author
Alexandra Blum (Author)
Publication Year
2018
Pages
24
Catalog Number
V449775
ISBN (eBook)
9783668836884
ISBN (Book)
9783668836891
Language
German
Tags
Biotechnologie Reproduktionstechnologie ART Künstliche Befruchtung Genetische Diskriminierung Implikation PID In-Vitro-Fertilisation Präimplantationsdiagnostik Intracytoplasmatische Spermieninjektion Gattungsethik Habermas Eugenik Gentechnologie Thomas Lemke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Blum (Author), 2018, Welche gesellschaftliche Implikation hat die moderne Reproduktionstechnologie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449775
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