Gerichtsshows. Unschuldige und Schuldige vor Gericht.


Seminararbeit, 2005

12 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einführung
1.1. Die Serie „Das Jugendgericht“
1.2. Die Akteure
1.3. Die Unterschiede zu anderen Gerichtsshows

2. Hypothese

3. Hinweise auf das spätere Urteil
3.1. Die Anmoderation
3.2. Das Profil der Angeklagten
3.3. Das Profil der anderen Schuldigen

4. Schlussfolgerungen

Unschuldige und Schuldige vor Gericht

1. Einführung

1.1. Die Serie „Das Jugendgericht“

„Das Jugendgericht" befasst sich ausschließlich mit Fällen jugendlicher Straftäter (Alter: 14 bis 21 Jahre). Laut eigener Aussage des Senders RTL sieht sich die Serie als Möglichkeit, „einen realistischen Einblick in die nicht öffentlichen Verhandlungen vor einem Jugendgericht“ zu gewinnen. Schon aber die Präsenz des Publikums im Saal macht dieses Ziel unmöglich, da die gerichtlichen Strafverhandlungen von Minderjährigen von der Öffentlichkeit ausgeschlossen sind. Vor dem Jugendgericht werden klassische Straftaten verhandelt: von Diebstahl über Drogendelikte bis zu Raub, Erpressung und Körperverletzung. Es geht selten um Bagatelldelikte, der Schwerpunkt der Show liegt eben in der Dramaturgie und in der Aufdeckung der Geschickte, die hinter der Tat steckt.

Die Serie läuft montags bis freitags um 16 Uhr auf dem privaten Sender RTL. Um die Zuschauer zum Dranbleiben zu überreden, fängt die Serie direkt, ohne Werbeunterbrechung oder dem 30-Sekunden-bleiben-Sie-dran-Spot nach dem „Familiengericht", also schon um 5 vor, an. Die 5-vor-Taktik hatte sich auch bei anderen privaten Sendern, wie dem Hit-Radio FFH in Bad Vilbel, die die Nachrichten nicht bei voller Stunde, sondern um 5 vor senden, ausgezahlt. So wird die Werbezeit der anderen Sender durch die Einführung in ein neues Programm getoppt und dem Zielpublikum fällt es schwerer umzuschalten, wenn fünf Minuten voll Spannung schon abgelaufen sind.

In der 44-minütigen Sendung werden maximal zwei Fälle verhandelt, mittlerweile hat sich das Format mit einem Fall etabliert, der durch die Verzwickung der Hintergrundgeschichte mehr Spannung und mehr Drama erzeugen kann.

1.2. Die Akteure

Die Produzenten dieser Sendungen bedienen sich bei der Besetzung der Wechseldarsteller Laienschauspieler, allerdings sind die Repräsentanten der Justiz echte Juristen, d.h. Richter, Anwälte, im Bemühen der Sendung mehr Authentizität zu verleihen.

Die 25 Jahre Erfahrung als Jugendrichterin garantieren Dr. Ruth Herz „eine glaubwürdige Rechtssprechung. Sie führt die Verhandlungen objektiv, souverän und einfühlsam. Sie deckt die Geschichte hinter der Tat auf und versucht, mit ihren Urteilen den Jugendlichen eine Chance zu geben." Die Aussage des Senders RTL kann man nur teilweise zustimmen, denn nach dem Urteilsspruch gibt es keine anderen Einblicke in den Werdegang der Verurteilten: über Resozialisierung, Reintegrierung in die Gesellschaft, Zukunftsaussichten oder sogar die Einlegung einer Revision vor einer höheren Instanz ist leider nie die Rede. Zwar begründen im Urteilsspruch schwere Lebensumstände eine mildere Strafe, dennoch endet die Geschichte abrupt mit der Verkündung des Urteils und dem Hinweis, alle Fälle seien frei erfunden.

Der Staatsanwalt Dirk Küchmeister „vertritt auch in den neuen Folgen die Anklage. Er konfrontiert die Jugendlichen mit unangenehmen Tatsachen und bohrenden Fragen, um ihre Schuld zu beweisen.“

1.3. Die Unterschiede zu anderen Gerichtsshows

„Das Jugendgericht“ verhandelt ausschließlich Strafsachen, im Gegensatz zu Familienauseinandersetzungen, die während des „Familiengerichts“ gelöst werden. Zum Zeitpunkt der Tat waren die Verdächtigen alle Jugendliche; alle anderen Sendungen decken Straftaten von Erwachsenen auf („Das Strafgericht“ – RTL, „Richterin Barbara Salesch“, „Richter Alexander Hold“ – SAT1).

Schauplatz, also Bühne der juristischen Inszenierung ist nicht nur der Gerichtssaal, sondern häufig auch der Flur oder sogar die Toilette. „Das Jugendgericht“ ist die einzige Sendung, wo im Vorspann spätere Szenen aus dem Verfahren mit eingebaut sind.

2. Hypothese

Es wird untersucht, ob es Hinweise und Anhaltspunkte für den späteren Ausgang des Verfahrens, also vor dem Erscheinen des Tricksters oder dem Verplappern des Angeklagten, gibt. Es wird versucht, anhand des Vorspanns, der soziodemografischen, der psychologischen Merkmale der Angeklagten und deren Verhalten während des Prozesses die Schuld oder Unschuld im Voraus zu bestimmen.

Weiterhin wurde nicht nur das Verhalten der Angeklagten analysiert, sonder auch das der anderen Schuldigen, die sich im Laufe der Gerichtsshow als schuldig entpuppt haben, um zu sehen, ob dieselben Muster und Modelle auch auf sie übertragen werden können.

Um dies zu erreichen, wurden „Jugendgericht“-Sendungen aus dem Zeitraumraum 4.-11. April 2005 aufgezeichnet und untersucht. Leitmotiv dieser Woche waren Liebe, Sex, Beziehungen und die negativen Seiten, die damit verknüpft werden können: Eifersucht, Besessenheit, Betrug, Ehebruch, Verrat, Habgier, Ehe aus Interesse usw. Straftaten, die ermittelt wurden, waren: Mord, versuchter Mord, Totschlag, schwere Körperverletzung, Brandstiftung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Gerichtsshows. Unschuldige und Schuldige vor Gericht.
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Seminar Gerichtsshows
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V44980
ISBN (eBook)
9783638424691
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Analyse ohne Sekundärliteratur
Schlagworte
Gerichtsshows, Unschuldige, Schuldige, Gericht, Seminar, Gerichtsshows
Arbeit zitieren
Anca Klein (Autor), 2005, Gerichtsshows. Unschuldige und Schuldige vor Gericht., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44980

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