Stationenlernen als Unterrichtsmethode


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
14 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begriffsdefinition: Was ist „Lernen an Stationen“?
1.2 Historie
1.3 Argumente für und gegen das „Lernen an Stationen“
1.4 Ziele
1.5 Organisation
1.6 Arten von Stationen
1.7 Praktische Tipps

Literatur

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der Unterrichtsmethode des Stationenlernens näher beschäftigen. In der pädagogischen Literatur findet man immer häufiger eine Arbeitsform, die mit den Begriffen wie Lern- und Übungszirkel, Lernparcours oder Stationenbetrieb belegt ist. Alle angeführten Begrifflichkeiten meinen ein und das Selbe: Stationenlernen. Diese Arbeitsform fand vor ungefähr 50 Jahren im Sportunterricht durch das bekannte Zirkeltraining ihren Ursprung. Aber auch die Reformpädagogen, wie Montessori oder Key haben diese Arbeitsform angesprochen und dienten als Anregung für die Grundschulpädagogik. In den letzten fünfzehn Jahren wurde das Stationenlernen im Grundschulbereich intensiviert und neben dem Fach Sport auch auf andere Fächer übertragen. Die Lebenswelt der Kinder in der heutigen Zeit hat sich gravierend verändert und verändert sich durch die ständig zunehmenden technischen Neuerungen immer weiter. Es ist möglich, dass Kinder eher mit technischen Geräten umgehen können als ihre Eltern oder Lehrer, da sie mit dem Medienkonsum aufwachsen. Von den Menschen wird erwartet, dass sie im Berufsleben selbständig und kompetent arbeiten können.

Von daher muss die Schule es sich zur Aufgabe machen, die richtige Vorbereitung der Kinder auf ihr späteres Leben mit all den gesellschaftlichen Anforderungen zu treffen, wobei die Menschlichkeit nicht außer Acht gelassen werden darf. „Die sich schnell wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse mit ihrer vielschichtigen Einwirkungen auf Erwachsene und Kindern fordern neue Bildungs- und Erziehungsansätze“ (Wilken, in Hempel, 157).

„In den letzten Jahrzehnten wurden eine Reihe handlungsorientierter Unterrichtsformen, vorwiegend aus der Zeit der Reformpädagogik, wieder entdeckt und weiterentwickelt. Neben Freie Arbeit, Wochenplan, entdeckendes Lernen, projekt-orientierter Unterricht, Lernstationen, praktischem Lernen“ (Popp in Dunker/Popp, 74).

Das Lernen an Stationen ist eine Form des offenen Unterrichts, welche neue Möglichkeiten bietet, den Unterricht der Schüler in Bezug auf ihre Lernbedingungen und Lerneingangskanäle gerecht zu werden. Im Folgenden sollen eine Begriffsdefinition und die historische Entwicklung des Lernens an Stationen stattfinden. Im weiteren Verlauf werden Argumente genannt, die für den Einsatz dieser Unterrichtsmethode sprechen. Anschließend werde ich mich zu der Organisation des Stationenlernens äußern.

1.1 Begriffsdefinition: Was ist „Lernen an Stationen“?

Aber zunächst soll erst einmal der Begriff des Stationenlernens geklärt werden. Stationenlernen ist eine Form der Freiarbeit und somit des offenen Unterrichts, wobei die Schüler in differenzierter Form „Selbständig, in beliebiger Abfolge meist auch in frei gewählter Sozialform arbeiten“ (Bauer, 1997, 27).

Um eine effiziente Freiarbeit stärker als nur durch Materialien abzusichern, werden die vorbereiteten Aufgaben und Materialien zu einzelnen Stationen zusammengestellt, die im Klassenraum und/oder außerhalb des Klassenraums verteilt werden. Diese Stationen werden von den Schülern in beliebiger Reihenfolge durchlaufen. Lernen an Stationen ist in einem hohen Maß schülerorientiert, sodass sich die Schüler ihr Lernen selber organisieren und deshalb zur Selbstständigkeit befähigt werden. Speziell das selbständige Arbeiten bei der die Schüler mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, sowie Lern- und Arbeitstempi berücksichtigt werden, kommt bei dieser Arbeitsform zum Tragen. Die Schüler sollen bei dieser Arbeitsform möglichst selbständig arbeiten können, wobei das Aussuchen der Aufgaben, der Abfolge, sowie der Organisationsform in ihrer Hand liegt. Insbesondere die Schulung der Kompetenzen der Schüler steht hierbei im Vordergrund, wodurch ein optimales Lernen du Üben ermöglicht werden kann.

Des Weiteren bieten sich viele Möglichkeiten an, soziale Erfahrungen zu machen, da Sozialformen wie Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit eingesetzt werden kann. Insbesondere die Methodenkompetenz wird gefördert, da die Anzahl der verschiedenen Stationen und ihrer Anforderungen unterschiedlich und vielfältig sind. Aber auch das „sich Zeit lassen“ kann anhand von lernen an Stationen ermöglicht werden, da es keine Zeitvorschriften geben muss. Durch diese offene Form kann eine Differenzierung stattfinden, weil die Angebote an den Stationen differenziert werden können und müssen. Bei der Differenzierung muss besonders darauf geachtet werden, dass alle Lerneingangskanäle und verschiedene Schwierigkeiten berücksichtigt werden sollten.

Eine treffende Definition wäre hierzu, dass Lernen an Stationen „(…) beschreibt jeweils das zusammengesetzte Angebot mehrerer Lernstationen, dass die Kinder im Rahmen einer übergeordneten Thematik bearbeiten und unter Umständen teilweise selbst mitgestaltet haben.“ (aus Bauer 1997, 27)

1.2 Historie

In der pädagogischen Literatur findet man insbesondere bei den Reform-pädagogen Ansätze für Freiarbeit, wobei die Schüler selbständig arbeiten sollen. Schon um 1900 berichtete Ellen Key: „Der Schule der Jetztzeit ist etwas gelungen, das nach den Naturgesetzten unmöglich sein soll: die Vernichtung eines einmal vorhanden gewesenen Stoffes. Der Kenntnisdrang, die Selbständigkeit und die Beobachtungsgabe, die die Kinder dorthin mitbringen, sind nach Schluss der Schulzeit in der Regel verschwunden, ohne sich in Kenntnisse und Interessen umgesetzt zu haben. Das ist das Resultat, wenn die Kinder ungefähr im sechsten bis zum achtzehnten Jahre ihr Leben auf Schulbänken damit zugebracht haben, Stunde für Stunde, Monat für Monat, Semester für Semester Kenntnisse zuerst in Teelöffel-, dann in Dessertlöffel- und schließlich in Esslöffelportionen einzunehmen…“ (Key 1992, 144).

Ein anderes Beispiel ist Maria Montessori die in ihrem Werk „Kinder sind anders“ von ihren pädagogischen Ideen berichtete. Diese beinhalten, dass eine geordnete Lernumgebung und ausgewähltes didaktisches Material dafür sorgen, dass sich soziale Lernprozesse bei den Schülern entwickeln. Des Weiteren beschreibt sie, dass der Lehrer eine passive Aufgabe hat und nur Hilfestellungen leistet. Der Lehrer würde sich, so Montessori, im Hintergrund halten und den Schüler somit ermöglichen, dass diese von sich aus tätig werden. Dabei wird der Lehrer gemeint, der erst dann zufrieden ist, wenn er sieht, wie die Schüler ganz aus sich heraus handeln und Fortschritte machen (vgl. Montessori, 1961, 155).

Diese Arbeitsform des Stationenlernens fand vor ungefähr 50 Jahren im Sportunterricht durch das bekannte Zirkeltraining ihren Ursprung. Die Engländer Morgan und Adamson war der ursprüngliche Sportunterricht zu langweilig und sie entwickelten ein Trainingssystem, dass in Zirkelform zu erledigen war (vgl. Wallaschek in Lehmann, 1996, 86).

Anfang der 80er Jahre entstand der Begriff des „Zirkeltrainings“ durch Ilona Gnoth, einer Lehrerin der Schallenberg-Grundschule in Aidlingen, in Folge eines Lehrgangs unter Leitung von Arno Piechorowski. Dort wurden Materialien für einen vielfältigen Leseunterricht vorgestellt (vgl. Bauer, 1997, 26).

Heute ist Stationenlernen eine sehr angewandte Form unter den geöffneten Lernformen geworden. Diese Beliebtheit lässt sich wohl auf die einfache Struktur, die vielseitige Verwendbarkeit und der klaren Orientierung an reform-pädagogischen Prinzipien zurückführen (Hegele 1998, S.7f.).

Das Stationenlernen nimmt eine vermittelnde Position zwischen offenem und geschlossenem Unterricht ein, da es eine Vorform des offenen Unterrichts ist. Das Lernen an Stationen ist eine Lernform, die Lernen als individuellen und kooperativen Prozess fördert und somit zu Eigenständigkeit und Selbständigkeit erzieht. Die Aufgabe des Lehrers ist es hierbei, dass er dem Kind nicht die Aufgaben abnehmen soll, aber das Kind sich selbst nicht überlässt. Der Lehrer muss lernen, dem Kind in einem angemessenen Maß zu helfen. Außerdem sollte der Lehrer die Voraussetzungen der Schüler erkennen und dem Kind so viel Freiraum und Hilfe wie nötig angeboten wird, damit im Sinne von Maria Montessori „Hilf mir, es selbst zu tun“ gearbeitet werden kann (vgl. Montessori 1961)

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Stationenlernen als Unterrichtsmethode
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut fürMathematik und Sachunterricht)
Veranstaltung
Lehren und lernen im Sachunterricht
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V44982
ISBN (eBook)
9783638424714
ISBN (Buch)
9783638597180
Dateigröße
4170 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsmethode, Stationenlernens, Lehren, Sachunterricht
Arbeit zitieren
Simone Hummert (Autor), 2005, Stationenlernen als Unterrichtsmethode, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44982

Kommentare

  • Bastian Hefendehl am 9.5.2009

    Zahlreiche Rechtschreibfehler.

    Einmaliges (erstmaliges?) Korrekturlesen hätte hier sicherlich geholfen. Inhaltlich eine Paraphrasierung der Fachliteratur.

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