Gerade im schulischen Kontext wird die Bedeutung des Fehlers für den Lernprozess von zahlreichen Autoren unterstrichen. Insbesondere im Mathematikunterricht ist die Auffassung verbreitet, dass Fehler etwas Negatives darstellen, verbunden mit der Vorstellung, Schüler sofort korrigieren zu müssen, damit sie sich nichts Falsches einprägen. Auf jeden Fall ist es bedeutsam, sie zu berichtigen, aber damit wirklich ein nachhaltiges Lernen erfolgen kann muss sich Fehlern auf eine bewusste Art und Weise angenähert werden. Auch in dieser Arbeit werden Fehler im Mathematikunterricht thematisiert. Es wird der Frage nachgegangen, welche Schwierigkeiten im Mathematikunterricht bei den DaZ-Lernerinnen und Lernern auftreten können und wie im Mathematikunterricht damit umgegangen werden sollte. Für die Bearbeitung dieser Fragestellung wurde vor allem das Werke von Susanne Prediger als theoretischer Grundstock herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kompetenzen im Mathematikunterricht
3. Gründe und Fehlerarten im Mathematikunterricht
3.1. Flüchtigkeits – und Leichtsinnsfehler
3.2. Leseleistungen
3.3. Sprachliche Fähigkeiten für das Mathematiklernen
3.4. Fehlende mentale Vorstellung
3.5. Kommunikationsbarrieren zwischen Lernerinnen und Lerner und der Lehrkraft
4. Didaktische Leitideen für eine Förderung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentralen Schwierigkeiten, denen Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) im Mathematikunterricht begegnen, und identifiziert Ansätze für einen förderorientierten Umgang mit Fehlern.
- Bedeutung der Fehlerkultur im Lernprozess
- Einfluss von Sprachbarrieren auf das mathematische Verständnis
- Analyse von Flüchtigkeits- versus konzeptuellen Fehlern
- Kommunikationsbarrieren zwischen Lehrkräften und Lernenden
- Didaktische Strategien zur gezielten Förderung im Mathematikunterricht
Auszug aus dem Buch
3.1. Flüchtigkeits – und Leichtsinnsfehler
Bei der Fehlerklassifikation wählen viele Autoren aus der Mathematikdidaktik „einen kognitionspsychologischen Ansatz“ (Schoy-Lutz 2005: 35), um zwischen Fehlern konzeptueller bzw. systematischer Art und Flüchtigkeits- bzw. Leichtsinnsfehlern zu unterscheiden. Bei ersteren handelt es sich um solche Fehler, die auf einem fehlenden mathematischen Verständnis beruhen, während Leichtsinnsfehler nicht systematischer Art sind, sondern auf Gründen, wie mangelnde Achtsamkeit, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Lustlosigkeit, geringe Anstrengungsbereitschaft, Versprecher oder Ähnliches zurückzuführen sind. „Flüchtigkeitsfehler werden dadurch charakterisiert, das die Schülerin oder der Schüler diese unmittelbar selbst korrigieren kann. Systematische Fehler sind Fehler, bei denen das Verständnis noch nicht hinreichend beschaffen ist. Daher treten diese Fehler bei Aufgaben eines bestimmten Typs wiederholt auf. (vgl. Steuer 2014: 30).
Untersuchungen belegen jedoch, dass die Ursachen für Schülerfehler nur in den seltensten Fällen Leichtsinnsfehler darstellen. So stellt Radatz (1980) fest, dass „Fehllösungen […] durchweg auf individuelle und für die Schüler sinnerfüllende Regeln und Lösungsstrategien mit jeweils sehr sensiblen Ursprüngen beruhen.“ (Schoy-Lutz 2005: 35). Weiß und Büscher (1993) schätzen bspw. für den Bereich der Arithmetik den Anteil an Fehlern systematischer Art auf rund 80% (vgl. Steuer 2014: 30).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die positive Rolle von Fehlern im Lernprozess und definiert das Ziel der Arbeit, Schwierigkeiten von DaZ-Lernenden im Mathematikunterricht zu untersuchen.
2. Kompetenzen im Mathematikunterricht: Dieses Kapitel beschreibt den Beitrag mathematischer Bildung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gemäß dem aktuellen LehrplanPlus.
3. Gründe und Fehlerarten im Mathematikunterricht: Hier werden verschiedene Fehlertypen klassifiziert sowie Hürden wie Leseleistungen, mangelnde Sprachkenntnisse, fehlende mentale Vorstellungskraft und Kommunikationsbarrieren analysiert.
4. Didaktische Leitideen für eine Förderung: Das Kapitel stellt Ansätze vor, wie Lehrkräfte durch gezielte Texterschließungsstrategien, Kommunikation und ein förderliches Unterrichtsklima auf die Bedürfnisse der Lernenden eingehen können.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Verständnisprobleme bei mathematischen Fachtermini das Hauptproblem darstellen und plädiert für einen bewussten, förderorientierten Umgang mit Fehlern.
Schlüsselwörter
Mathematikunterricht, DaZ-Lernende, Fehlerkultur, Sprachförderung, Fachsprache, Verständnisprobleme, Mathematische Kompetenzen, Fehlertypen, Kommunikationsbarrieren, Inklusion, Lernprozess, Didaktik, Migrationshintergrund, Textaufgaben, Systematische Fehler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den spezifischen Schwierigkeiten, auf die Lernende mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) im Mathematikunterricht stoßen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Fehleranalyse, der Einfluss von Sprachkenntnissen auf mathematische Leistungen und die Gestaltung einer förderorientierten Lernumgebung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, warum DaZ-Lernende im Mathematikunterricht oft scheitern und wie Lehrkräfte durch didaktische Ansätze und einen veränderten Umgang mit Fehlern unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit fachdidaktischer Literatur, insbesondere auf die Konzepte von Susanne Prediger.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Fehlerarten, die Bedeutung von Lese- und Sprachfähigkeiten sowie Kommunikationshürden im interkulturellen Unterrichtskontext.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mathematikunterricht, DaZ-Lernende, Fehlerkultur, Fachsprache, Sprachbarrieren und Didaktik.
Warum sind Textaufgaben für DaZ-Lernende besonders schwierig?
Textaufgaben erfordern sowohl mathematisches Verständnis als auch eine hohe sprachliche Kompetenz, da sie oft komplexe semantische Strukturen und fachspezifisches Vokabular enthalten.
Was bedeutet der Begriff "systematischer Fehler" im Vergleich zum "Leichtsinnsfehler"?
Während Leichtsinnsfehler oft auf Konzentration oder Müdigkeit zurückzuführen sind, beruhen systematische Fehler auf einem unzureichenden konzeptuellen Verständnis des mathematischen Stoffs.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Fehlerdiagnose?
Die Lehrkraft fungiert als Diagnostikerin, die Fehlern nicht nur mit Korrektur, sondern mit einem Verständnis für die individuellen Lernwege des Kindes begegnen sollte.
- Arbeit zitieren
- Tolga Akyol (Autor:in), 2017, Welche Schwierigkeiten treten im Mathematikunterricht bei den DaZ-Lernerinnen und Lernern auf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450056