Erfolgsfaktoren in agilen IT-Projekten


Seminararbeit, 2017

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Vorgehensweise

2 Theoretische Grundlagen des agilen Projektmanagements
2.1 Agile Proj ektmanagementmethoden
2.2 Nutzen agiler Methoden gegenüber traditionellen Ansätzen

3 Analyse zur Identifikation von Erfolgsfaktoren in agilen IT-Projekten
3.1 Theoretisches Rahmenkonzept der Erfolgsfaktoren
3.1.1 Besondere Aspekte des Faktors ״Mensch“
3.1.2 Besondere Aspekte des Faktors ״Organisation“
3.2 Erweiterung des Frameworks

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Iteratives Vorgehen auf allen Ebenen 3

Abbildung 2: Theoretisches Rahmenwerk für Erfolgsfaktoren in agilen Projekten 7

Abbildung 3 : Übersicht über die Komplexität der Kommunikationskanäle 11

Abbildung 4: Erweiterung des Frameworks - Erfolgsfaktoren in agilen Projekten 12

1 Einführung

1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

Die Fähigkeit, Projekte zielgerichtet, effizient umzusetzen und erfolgreich zu managen, gehört in der heutigen Geschäftswelt mit einer immer größeren Bedeutung zu den Schlüs­selkompetenzen eines erfolgreichen Unternehmens. Gerade im ״Zeitalter der Digitalisie­rung“ wird eine pragmatische, wertori enti erte Unterstützung der Konzeption und Durch­führung komplexer IT-Projekte als nötiger denn je bewertet.

Um in der heutigen dynamischen Geschäftswelt wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen aus diesem Grund kontinuierlich an neue Strukturen, Strategien, An­forderungen und Richtlinien anpassen (Vithana, Fernando und Kapurubandara, 2015, s. 10). Damit die Unternehmen den heutigen neuen Technologien und Anforderungen gerecht werden können, werden neue Organisationsformen vorausgesetzt. Diese zeichnen sich insbesondere durch enge Planungs- und Umsetzungszyklen, kurze Entscheidungs­wege, schnelle Ergebnisse und unmittelbare Anpassung an die neuen Technologien und Anforderungen aus. Aus diesem Grund setzen immer mehr Unternehmen heutzutage agile Methoden in ihrer Organisation ein (Kirchhof und Kraft, 2012, s. 1). Denn in vielen Fällen können agile Vorgehensmodelle wie SCRUM oder Extreme Programming (XP) zu einer erhöhten Effizienz in der Softwareentwicklung verhelfen und somit die Zufrie­denheit der Kunden und Mitarbeiter steigern. Auch zahlreiche Studien belegen, dass die Durchführung agiler Projekte in der Regel von größerem Erfolg geprägt ist als traditio­nelle Vorgehensweisen, wie bspw. das Wasserfallmodell (Cockburn und Highsmith, 2001, s. 133). Dennoch stellen agile IT-Projekte sowohl an die Beteiligten als auch an die Software hohe Anforderungen und setzen zudem ein gutes Management voraus, da sonst die Projekte zum Scheitern verurteilt sind.

Im Nachfolgenden wird dargelegt, warum das vorliegende Thema wichtig, zentral sowie interessant ist und eine hohe praktische Relevanz besitzt. Allgemein betrachtet definieren sich IT-Projekte durch die Komplexität ihres Gesamtaufwandes, das benötigte Know­how und die möglichen Risiken, die mit dem Projekt in Verbindung Stehen. Daher stellen sich viele Unternehmen die Frage, wie sich komplexe IT-Projekte zum Erfolg führen las­sen. Die Qualität eines Projektes lässt sich grundsätzlich anhand von Erfolgsfaktoren messen, die unterschiedliche Ausprägungen annehmen können. Mit dieser Arbeit sollen die Erfolgsfaktoren in agilen IT-Projekten erörtert und veranschaulicht dargelegt wird.

Ziel ist es, anhand der vorliegenden Literatur in systematischer Art und Weise eine ein­gehende Betrachtung und explizite Ergebnisse zu den Erfolgsfaktoren in IT-Proj ekten im Umfeld agiler Methoden zu erhalten. Um eine gewisse Anzahl von Erfolgsfaktoren ver­ständlicher und transparenter darzustellen, werden allerdings lediglich die Haupterfolgs­faktoren erörtert, die mittels der Analyse eines Frameworks (vgl. Abbildung 2) in Kapitel 3 ermittelt wurden. Die Verfasserin dieser Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage­Stellung, welche Erfolgsfaktoren zum Erfolg eines agilen Projektes beitragen bzw. welche Erfolgsfaktoren eine Schlüsselrolle in einem agilen Projekt spielen. Neben der Identifi­kation der Erfolgsfaktoren in agilen Projekten wird durch die Analyse herausgearbeitet, welche Voraussetzungen agile Methoden schaffen müssen, damit ein Projekt erfolgreich realisiert werden kann. Dabei muss allerdings in der vorliegenden Untersuchung explizit daraufhingewiesen werden, dass zwischen IT-Projekten und Softwareentwicklungspro­jekten keine klare Differenzierung stattfmdet, da IT-Proj ekte eng mit Software bzw. In­formation Engineering verzahnt sind.

1.2 Vorgehensweise

Die geschilderte Thematik muss zunächst aus Sicht der Theorie erforscht werden. Um den gegenwärtigen Forschungsstand darzulegen und die theoretischen Grundlagen besser herauszuarbeiten, werden in Kapitel 2.1 der vorliegenden Arbeit zunächst die agilen Me­thoden quantitativ in Form einer Literaturrecherche analysiert.

In Anbetracht der Tatsache, dass heutzutage eine Vielzahl von verschiedenen Organisa­tionsformen existent ist und diese sich nur im Detaillierungsgrad unterscheiden, be­schränkt sich in der vorliegenden Arbeit der Fokus auf den Oberbegriff des agilen Pro­jektmanagements. Dies ermöglicht es, die grundlegenden Eigenschaften von agilen An­Sätzen besser zu veranschaulichen, ohne auf die Besonderheiten einzelner Ansätze einge­hen zu müssen. Bei der Beschreibung von agilen Methoden wird in Kapitel 2.2 insbeson­dere der Nutzen von agilen Methoden gegenüber traditionellen Methoden herausgearbei­tet. Kapitel 3 beschäftigt sich unter Berücksichtigung der vorliegenden Literatur und eines Frameworks explizit mit den Erfolgsfaktoren, die in einem agilen Projekt eine wesentli­che Bedeutung darstellen. Für diese Analyse werden die Erkenntnisse aus den vorherge­henden Teilen herangezogen, sodass auch an dieser Stelle der Einfluss agiler Methoden auf den Erfolg eines IT-Proj ektes nochmals verdeutlicht wird. Die Ergebnisse, die durch den theoretischen und den analytischen Teil gewonnen wurden, liefern Erklärungsansätze für die Fragestellungen. Ein Fazit und Ausblick für die Zukunft schließen die Arbeit ab.

2 Theoretische Grundlagen des agilen Projektmanagements

Wenn es um die Zukunft der Proj ektarbeit geht, gehört das agile Proj ektmanagement (AP) im ״Zeitalter der Digitalisierung“ zu den beliebtesten Themen (Kirchhof und Kraft, 2012, s. 1). Um den aktuellen Forschungsstand darzulegen, führt dieses Kapitel in die Grund­lagen des agilen Projektmanagements ein.

2.1 Agile Projektmanagementmethoden

Grundlegend lassen sich AP in die Kategorie der leichtgewichtigen Entwicklungsmetho­den einstufen (El Hameed, Latif und Kholief, 2012, s. 84). Ihren Ursprung finden AP in der Softwareentwicklung. Im Jahr 2001 wurde das ״Agile Manifest“ von insgesamt 17 bekannten Softwareentwicklern unterzeichnet. Die Leitsätze und Prinzipien des agilen

Manifests stellen den zentralen Anknüp­fungspunkt für die theoretische Grundlage aller agilen Methoden dar. Um effizient kundengerechte Software zu entwickeln und ebenso das Rückgrat für agile Ent­Wicklungsmethoden zu bilden, werden in diesem Manifest vier zentrale Werte und 12 Prinzipien niedergeschrieben, auf die sich ein Entwicklungsvorgehen fokussie­ren soll (Chow und Cao, 2007, s. 962). Ziel dieses Kapitels ist es, die Grundlagen der Modelle verständlich darzustellen. Grundsätzlich zeichnet sich das AP durch ein iterati­ves, inkrementeiles Vorgehen auf allen Ebenen aus (bei der Programmierung, im Team und beim Management), das basierend auf Abbildung 1 veranschaulicht dargestellt wird.

Agile Projekte werden in zeitliche Etappen unterteilt und nicht genau durchgeplant. Denn häufig ändern sich die Anforderungen des Kunden noch während der Projektlaufzeit oder sind sogar zu Beginn des Projektes noch nicht eindeutig definiert worden (Kirchhof und Kraft, 2012, s. 7). Ferner wechseln sich beim agilen Vorgehen kurze Planungs- und Ent­Wicklungsphasen miteinander ab (Wolf und Bleek, 2017, s. 3). Im ersten Schritt werden die Ziele, die mit der Software erreicht werden sollen, festgelegt. Anschließend wird ein Plan für eine erste Version ausgearbeitet und die Entwicklung kann starten. Mit diesem Prinzip kann nach jeder Entwicklungsetappe dem Kunden ein funktionsfähiges System zur Kontrolle vorgelegt werden. Mithilfe des Feedbacks vom Kunden, wird das Anwen­dung dem Kundenwunsch entsprechend weiter entwickelt, ein neuer Zyklus beginnt und notwendige Anpassungen können vorgenommen werden (Wolf und Bleek, 2017, s. 28). Dadurch kann sichergestellt werden, dass zum einen nur das entwickelt wird, was tat­sächlich benötigt wird, und zum anderen können veränderte Marktsituationen noch wäh­rend der Entwicklung in Betracht gezogen werden. Falls bestimmte Entwicklungstätig­keiten innerhalb einer Iteration nicht erledigt wurden, werden die Aufgaben auf die nächste Iteration verschoben. Daraus ergibt sich am Ende eine klare Priorisierung der zu erledigenden Tätigkeiten.

Gerade weil sich bei agilen Ansätzen eine Anpassung an eine neue Anforderung und sich ändernde Rahmenbedingungen während der Projektzeit als problemlos darstellt, eignen sich die Methoden besonders gut, um Projekte effizienter zu Steuern und flexibler auf die Anforderungen des Kunden reagieren zu können (Kirchhof und Kraft, 2012, s. 1). Jedoch sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass agile Vorgehensmodelle in der Praxis zwar für kleinere IT-Projekte eine ideale Methode darstellen, für agile Großprojekte aber mit Vorsicht zu betrachten sind. Denn durchschnittlich arbeiten in einem agilen Projekt nur neun Personen (Cockburn und Highsmith, 2001, s. 133) (vgl. Kapitel 3 - Teamgröße).

Ferner wird bei einem agilen Vorgehen auf eine umfangreiche Dokumentation während des Entwicklungsprozesses verzichtet. Stattdessen steht in einem agilen Umfeld eine in­tensive Kundenkooperation im Vordergrund (Vithana et ab, 2015, s. 11). Ziel ist es, auf Veränderungen aller Art während des ganzen Projektes vorbereitet zu sein und sich von einem Starren Projektplan zu distanzieren (Damisti und Rizk, 2015, s. 23). Außerdem stehen weder Prozesse noch Werkzeuge im Vordergrund, vielmehr wird der Fokus auf die Individuen und deren Interaktion gelegt (Cockburn und Highsmith, 2001, s. 131). Dennoch müssen auch in agilen Methoden klare Regeln und Abläufe eingesetzt werden. Zwar sind es vergleichsweise nur wenige, dennoch ist es für eine erfolgreiche Umsetzung umso wichtiger, die Regeln und die festgelegten Abläufe diszipliniert einzuhalten. Nichtsdestotrotz sind Projektmanagementansätze von diversen Vorteilen und Risiken ge­kennzeichnet. In vielen Fällen bringt der Einsatz von agilen Vorgehensmodellen aller­dings zahlreiche Vorteile mit sich, die nachfolgend veranschaulicht werden (Darwish und Rizk, 2015, s. 23).

2.2 Nutzen agiler Methoden gegenüber traditionellen Ansätzen

Da die Projektumgebung heutzutage zunehmend dynamischer wird, greifen Unternehmen immer verstärkter auf agile Projektmanagementmethoden zurück. Denn diese beruhen auf der Theorie, dass insbesondere IT-Projekte zu komplex und vielschichtig sind, um diese im Sinne des klassischen Projektmanagementansatzes im vollen Umfang durchzu­planen.

Während klassische bzw. traditionelle Ansätze zu Beginn eines Entwicklungsprozesses eine exakte Formulierung der Projektziele und eine umfassende Dokumentation voraus­setzen, zeichnen sich agile Methoden durch Veränderungen im Projektablauf aus (Dar- wish und Rizk, 2015, s. 23). In Anbetracht dessen kann durch den Einsatz von traditio­nellen Ansätzen erst in relativ späten Phasen des Projektablaufs mit vorangegangenen Erkenntnissen und Teilergebnissen weitergeplant werden, was zu einer Erhöhung des all­gemeinen Projektrisikos beiträgt.

Agile Methoden hingegen zeichnen sich durch die Aufteilung der Entwicklungsprozesse in Iterationen aus, die konstant neue und funktionsfähige Teilergebnisse abliefern. Eine bessere Kommunikation mit dem Kunden kann dadurch sichergestellt werden, denn durch den Einsatz von agilen Methoden wird es dem Kunden regelmäßig und frühzeitig ermöglicht, konkrete Projektergebnisse zu begutachten (Vithana et ab, 2015, s. 11). Dar­über hinaus werden die Teilergebnisse in sich immer wiederholenden Testabläufen kon­trolliert und gemeinsam mit dem Kunden ausführlich evaluiert und verbessert. Dadurch werden mögliche Fehler und Qualitätseinbußen nicht nur frühzeitig erkannt und behoben, auch neue Funktionen oder Anforderungen können durch den Einsatz von agilen Metho­den leichter integriert werden (Wolf und Bleek, 2017, s. 29).

Außerdem sind agile Methoden dafür bekannt, dass sie im Gegensatz zu traditionellen Modellen eher den Fokus auf den Menschen legen (Laising, Kishnah und Pudaruth, 2012, s. 118). Dadurch werden veränderte Rahmenbedingungen für das Projekt geschaffen. Durch agile Ansätze werden Teamkooperation, Feedbackmechanismen und ein ständiger Lernprozess in den Vordergrund gestellt, die durch informelle Kommunikationswege und Selbstorganisation einer Entwicklungsumgebung geschaffen werden (Cockburn und Highsmith, 2001, s. 132).

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Erfolgsfaktoren in agilen IT-Projekten
Hochschule
Provadis School of International Management and Technology AG
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V450118
ISBN (eBook)
9783668854055
ISBN (Buch)
9783668854062
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erfolgsfaktoren, it-projekten
Arbeit zitieren
B.Sc. Anh Trinh (Autor), 2017, Erfolgsfaktoren in agilen IT-Projekten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450118

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