Leasing als Alternative zum kreditfinanzierten Kauf?


Hausarbeit, 2018
24 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodische Vorgehensweise

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition Leasing
2.2 Begriffsdefinition Kreditfinanzierung
2.3 Unterschiede zwischen Leasing und Miete

3. Varianten des Leasings
3.1 Operate Leasing
3.2 Finanzierungsleasing
3.3 Mobilienleasing
3.4 Immobilienleasing
3.5 Vollamortisationsleasing
3.6 Teilamortisationsleasing
3.7 Direktes Leasing
3.8 Indirektes Leasing
3.9 Sale-and-Lease-Back-Leasing

4. Vergleich Leasing – Kreditfinanzierung
4.1 Steuerliche Aspekte
4.2 Bilanzielle Aspekte
4.3 Betriebswirtschaftliche Aspekte
4.4 Fallbeispiel

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eigene Darstellung „Grundstruktur des Leasings“

Abbildung 2: Eigene Darstellung „Einteilung der Leasingarten“

Abbildung 3: Eigene Darstellung „Indirektes Leasingmodell“

Abbildung 4: Eigene Darstellung „Sale-and-Lease-Back-Modell“

Abbildung 5: Finanzierungsbeispiel „Mercedes-AMG A45“

Abbildung 6: Leasingbeispiel „Mercedes-AMG A45“

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Heutzutage haben sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte diverse Möglichkeiten eine Anschaffung zu finanzieren. Durch den schnellen technischen Fortschritt sind besonders die Unternehmen unter Zugzwang mit der Zeit zu gehen, und ihre technische Ausrüstung im Alltagsbetrieb möglichst aktuell zu halten um konkurrenzfähig zu bleiben. Eine Entscheidung zu treffen, welche Art der Finanzierung gewählt werden soll ist oftmals schwer, da einige Aspekte im Zielkonflikt zu einander stehen (Pape, 2009, S. 14ff.). Da die eigenen finanziellen Mittel oftmals begrenzt sind, werden Alternativen der Fremdfinanzierung immer attraktiver.

1.2 Zielsetzung

Die Zielsetzung dieser Hausarbeit besteht darin einen Vergleich zwischen der klassischen Kreditfinanzierung und dem Leasing herzustellen. Hierbei wird die Frage betrachtet, ob das Leasing eine attraktive Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung darstellen kann. Darauffolgend werden Kreditfinanzierung und Leasing unter Berücksichtigung von steuerlichen, bilanziellen und betriebswirtschaftlichen Aspekten verglichen. Im Anschluss werden die vorigen Erkenntnisse anhand eines Fallbeispiels in Bezug auf die Entscheidung zwischen der Kreditfinanzierung oder des Leasings eines Mercedes-AMG A45 verdeutlicht. Abschließend wird in einem Fazit Stellung zur anfänglich genannten Fragestellung bezogen.

1.3 Methodische Vorgehensweise

Zu Beginn dieser Hausarbeit werden die Begriffe des Leasings sowie der Kreditfinanzierung definiert. Anschließend werden die Unterschiede zwischen dem Leasing und der Miete aufgezeigt. Der Kern dieser Ausarbeitung behandelt die beiden Grundformen des Leasings, das Operate Leasing und das Finanzierungsleasing, sowie weitere Leasingvarianten welche nach unterschiedlichen Kriterien kategorisiert werden.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Begriffsdefinition Leasing

Der Begriff des Leasings beschreibt im Allgemeinem ein Dauernutzungsrecht an einem Investitions- oder Konsumgut, bei welchem jedoch ein klarer Unterschied zu den Eigenschaften eines herkömmlichen Miet- oder Pachtvertrags besteht. Das Wort Leasing stammt aus der englischen Sprache und bedeutet übersetzt „mieten“ oder „pachten“ (Feinen, 2012, S. 1f.). Es gibt diverse verschiedene Formen des Leasings, wodurch deutlich wird, wie unterschiedlich ein Leasingvertrag gestaltet werden kann. Bei einem Leasingvertrag wird dem Leasingnehmer ein Wirtschaftsgut von einem Leasinggeber für einen bestimmten Zeitraum überlassen. Die beiden Vertragspartner schließen einen Leasingvertrag ab in welchem die Nutzungsdauer, die Höhe der monatlichen Leasingrate sowie der Leasinggegenstand vereinbart werden. Der Leasingnehmer muss demzufolge keine Anschaffungskosten für den Leasinggegenstand aufwenden, sondern lediglich eine monatliche Miete für die Nutzung des Leasinggegenstandes entrichten (Jung, 2010, S. 774). Hierbei wird zwischen Mobilienleasing und Immobilienleasing differenziert, was sich auf die Beweglichkeit des Leasingobjekts bezieht (Goeke, 2008, S. 145). Leasing besteht aus Bestandteilen des Darlehens, der Miete und des klassischen Kaufgeschäfts und ist eine Sonderform der Fremdfinanzierung (Beigler, 2011, S. 15f). In Abhängigkeit davon, welche Variante des Leasingvertrags abgeschlossen wurde, hat der Leasingnehmer nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Mietdauer diverse Möglichkeiten zu entscheiden was mit dem Leasinggegenstand passiert. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit das Leasingobjekt zu erwerben oder an den Leasinggeber zurück zu geben. Auch eine Verlängerung des Leasingzeitraums für die weitere Nutzung des Gegenstands ist eine mögliche Alternative (Siebert, 2001, S. 17f.). Die zu entrichtende monatliche Leasingrate wird aufgrund der Höhe des Anschaffungspreises des Leasinggegenstands, dem Risiko des Leasinggebers und der Deckung der Kosten des Leasinggebers sowie der Verzinsung des eingesetzten Kapitals ermittelt (Siebert, 2001, S. 18). Folgekosten, welche durch die Nutzung entstehen, trägt der Leasingnehmer. Hierzu zählen Kosten wir Instandhaltung- und Unterhaltskosten (Bordewin, Tonner, 2003, S. 1f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Eigene Darstellung „Grundstruktur des Leasings“

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Jung (2010): S.774

2.2 Begriffsdefinition Kreditfinanzierung

Der Begriff Kredit stammt aus der lateinischen Sprache und ist auf den Wortstamm des Wortes „credere“ zurückzuführen, welches mit „vertrauen“ oder „glauben“ übersetzt wird (Schäfer, 1998, S. 187). In der Finanzwirtschaft wird unter dem Wort Kredit verstanden, dass eine Person oder eine Unternehmung gewillt und fähig ist eine versprochene Zahlungszusage vertraglich korrekt zu erfüllen. In diesem Zusammenhang wird der Begriff Kredit als Kreditwürdigkeit verstanden. Eine Kreditfinanzierung endet durch die vollständige und termingerechte Zahlung der Kreditsumme sowie der angefallenen Zinsen an den Kreditgeber (Schäfer, 1998, S. 188). Die Kreditfinanzierung ist eine klassische Art der Außen- und Fremdfinanzierung. Hierbei stellt der Kreditgeber, dem Kreditnehmer eine festgelegte Summe an Fremdkapital für seine Unternehmung zur Verfügung (Becker, 2013, S. 183). Dem Kreditnehmer werden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, wodurch der Kreditgeber Gläubigerrechte erwirbt (Pape, 2009, S. 131f.). Bei einer Kreditfinanzierung verpflichtet sich der Kreditnehmer die Zins- und Tilgungszahlungen bis zum Ende der Laufzeit zu erfüllen. Die Höhe des zu entrichtenden Zinses ist dabei an einige Faktoren geknüpft. Wesentliche Kriterien sind die Kapitalmarktsituation, die Laufzeit des Darlehens, vorhandene Sicherheiten des Kreditnehmers sowie dessen Bonität (Wöhe, 2008, S. 595f.).

2.3 Unterschiede zwischen Leasing und Miete

Anhand der bereits dargestellten Definition des Leasings wird deutlich, dass es sehr viele Ähnlichkeiten zwischen dem Leasing und der Miete gibt. Trotz der vielen Überschneidungen gibt es jedoch auch einige gravierende Unterschiede. Beim Leasing steht die Finanzierung im Fokus. Die Frage, welche bei diesem Ansatz der Finanzierung beantwortet wird, ist ob das Wirtschaftsgut aus Eigenmitteln, Kreditmitteln oder mit Hilfe von Leasing angeschafft werden soll. Wohingegen sich bei der Miete, einem Investitionsansatz, hauptsächlich mit der Frage beschäftigt wird ob ein Wirtschaftsgut gekauft oder gemietet werden soll (Kuhnle, 2005, S. 21f.). Des Weiteren wird bei der Auswahl des zu erstehenden Gutes differenziert. Bei einem Leasingvertrag kann der Leasingnehmer sein Gut meistens selber konfigurieren, wobei hingegen bei einem Mietvertrag ein bereits vorhandenes Objekt gemietet wird. Demnach hat der Vermieter in diesem Zusammenhang die Auswahlmöglichkeit, zu entscheiden an welche Partei das zu vermietende Objekt vermietet wird. Ihm obliegt hierbei die Entscheidungsgewalt. Anders ist dies bei einem Leasingvertrag. Hierbei werden sowohl der Hersteller als auch die Güte des Produktes, welches getestet werden soll, vom Leasingnehmer individuell durch die eigenständige Auswahl bestimmt. Im Anschluss an die im Vertrag festgelegte Nutzungsdauer des Leasingobjektes besitzt der Leasingnehmer verschiedene Optionsrechte um zu entscheiden was mit dem Leasingobjekt geschieht. Optionsmöglichkeiten sind unter anderem der Kauf des Leasingobjekts oder die Verlängerung der Nutzungsdauer durch einen weiteren Leasingvertrag, welche zumeist im Vorwege des Leasingvertragsabschlusses geregelt werden (Siebert, 2001, S. 17f.). Im Gegensatz hierzu sind in einem Mietvertrag solche Optionen kein Bestandteil. Beim Leasing trägt der Leasingnehmer das Haftungsrisiko, wohingegen beim Mietvertrag der Vermieter das Haftungsrisiko im Schadensfall trägt (Kuhnle, 2005, S. 22). Aufgrund der vertraglich festgelegten Nutzungsdauer im Leasing, besteht zudem eine hohe Planungssicherheit für den Leasinggeber.

3. Varianten des Leasings

Es sind verschiedene Varianten des Leasings zu unterscheiden. Die nachfolgend dargestellten Varianten des Leasings lassen sich in unterschiedliche Kategorien nach Vertragslaufzeit und Kündbarkeit, Art des Leasingobjektes, Leasingvertragsmodellen, Stellung des Leasinggebers sowie in verschiedene Sonderformen einordnen (Kuhnle, 2005, S. 29). Die einzuordnenden Leasingformen sind das Operate Leasing, das Finanzierungsleasing, das Vollamortisationsleasing, das Teilamortisationsleasing, das direkte Leasing, das indirekte Leasing sowie das Mobilien- und Immobilienleasing. Eine Sonderform des Leasings ist das Sale-and-Lease-Back-Leasing. Grundsätzlich eignen sich alle Arten von Wirtschaftsgütern für das Leasing.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Eigene Darstellung „Einteilung der Leasingarten“

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Kuhnle (2005): S. 29

3.1 Operate Leasing

Das Operate Leasing ist eine der beiden Grundformen des Leasings und ist unter dem Aspekt der Vertragslaufzeit und Kündbarkeit zu betrachten. Diese Form des Leasings wird häufig mit einem herkömmlichen Mietvertrag verglichen. Die Mietobjekte im Operate Leasing sind zumeist Leasinggegenstände, welche aufgrund des technischen Fortschritts regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Besonders geeignet ist das Operate Leasing für Unternehmen, welche aufgrund von saisonalen Schwankungen einen ebenfalls schwankenden Bedarf an den benötigten Arbeitsmitteln haben, sowie für Unternehmen, welche kurzfristig bestimmte Arbeitsmittel ausschließlich für ein bestimmtes Projekt benötigen (Kuhnle, 2005, S. 30f.). Ein Hauptcharakteristikum des Operate Leasing ist die kurze bis mittelfristige Laufzeit der Verträge, sowie das beidseitige Kündigungsrecht. Diese Variante des Leasings ist, unter Einhaltung der vertraglich festgelegten Fristen, jederzeit kündbar. Im Fokus dieser Leasingform steht die Nutzungsfunktion eines Leasingobjektes und weniger die Finanzierungsfunktion (Becker, 2013, S. 218). Das Investitionsrisiko sowie die Kosten für die Instandhaltung, Wartung und Reparatur des Leasinggegenstandes trägt hierbei der Leasinggeber (Kroll, 2008, S. 18). Typisch für das Operate Leasing sind die wechselnden Leasingnehmer. Das Leasingobjekt des Leasinggebers wird mehrfach an unterschiedliche Leasingnehmer verleast, damit sich die Anschaffungskosten komplett refinanzieren. Durch die flexible Kündigungsmöglichkeit besteht keine Planungssicherheit für den Leasinggeber womit deutlich wird, dass bei dem Operate Leasing ein einziger Leasingvertrag nicht für die komplette Amortisierung des Leasinggegenstands ausreicht. (Kroll, 2008, S. 20). Der Leasinggeber tritt beim Operate Leasing als Investor auf, weshalb das Operate Leasing als Investitionsansatz verstanden wird (Goeke, 2008, S. 147).

3.2 Finanzierungsleasing

Die zweite Grundform des Leasings ist das Finanzierungsleasing, welches sich mit der Frage befasst, wie eine zukünftige Investition finanziert werden soll. Diese Art des Leasings ist die meist genutzte Art des Leasings (Kroll, 2008, S. 19). Ebenso wie das Operate Leasing ist dieser Ansatz nach der Vertragslaufzeit und der Kündbarkeit einzuordnen. Das Finanzierungsleasing ist, im Gegensatz zum Operate Leasing, ein Finanzierungsansatz. Finanzierlungsleasing steht im unmittelbaren Wettbewerb zu der klassischen Kreditfinanzierung. Zudem handelt es sich hierbei, ebenso wie bei dem Operate Leasing, um eine Sonderform der Außenfinanzierung (Goeke, 2008, S. 147). Im Kontrast zum Operate Leasing unterscheidet sich das Finanzierungsleasing unter anderem durch die mittel- bis langfristigen Vertragslaufzeiten sowie durch die festgelegte Grundmietzeit. Zudem kann der Leasingvertrag weder vom Leasinggeber, noch vom Leasingnehmer gekündigt werden (Kroll, 2008, S. 19). Des Weiteren trägt das Finanzierungsleasing zum Großteil zur Amortisation des Leasingobjektes durch den Leasingnehmer bei (Goeke, 2008, S. 154). Konträr zum Operate Leasing trägt der Leasingnehmer das Investitionsrisiko sowie die Pflicht, die Wartungen und Instandhaltungsintervalle für das Leasingobjekt auf eigene Kosten durchführen zu lassen (Becker, 2013, S. 218). Da der Leasingnehmer das Investitionsrisiko trägt, ist dieser ebenfalls im Schadensfall dazu verpflichtet die vertraglich vereinbarten Leasingraten an den Leasinggeber zu zahlen. Es kann der Fall eintreten, dass der Leasingnehmer unter bestimmten Voraussetzungen eine Leasingrate für ein Leasingobjekt zahlen muss, obwohl es ihm möglicherweise nicht mehr zur Nutzung zur Verfügung steht. Hierbei ist es irrelevant ob der Leasingnehmer oder eine andere Partei für den Schaden verantwortlich ist (Beigler, 2011, S. 17f.). Im Vordergrund des Finanzierungsleasings steht die langfristige Finanzierung von Anlagegütern.

3.3 Mobilienleasing

Beim Begriff des Mobilienleasings wird nach der Art des Leasingobjekts differenziert. Das Mobilienleasing umfasst in diesem Zusammenhang alle beweglichen oder transportablen Wirtschaftsgüter. Die Auswahl an Leasingobjekten ist hierbei sehr weit gefächert und reicht von Büro- und Geschäftsausstattung über Kraftfahrzeuge bis hin zu Produktionsmaschinen (Becker, 2013, S. 219). Der bekannteste Teilmarkt für das Mobilienleasing ist der Markt der Kraftfahrzeuge (Kuhnle, 2005, S. 32). Es besteht sowohl die Möglichkeit ein gebrauchtes als auch eine neues Wirtschaftsgut zu leasen. In der Regel sind Leasinggegenstände im Mobilienleasing marktgängige Konsum- oder Investitionsgüter. Charakteristisch für diese Leasingvariante sind eine kurze Vertragslaufzeit sowie vertraglich vereinbarte Anschlussoptionen an den Leasingvertrag (Deutsche Leasing, 2009, S. 44f.).

3.4 Immobilienleasing

Unbewegliche Wirtschaftsgüter werden unter dem Begriff des Immobilienleasings eingeteilt. Ebenso wie beim Mobilienleasing wird bei dieser Art des Leasings nach der Art des Leasingobjekts differenziert. Bei Leasingobjekten im Immobilienleasing handelt es sich um Grundstücke, Gebäude und fest verbaute Anlagen (Wandt, 2006, S. 28). Ähnlich wie beim Mobilienleasing ist es möglich sowohl neue als auch gebrauchte Wirtschaftsgüter zu leasen. Voraussetzung für ein Immobilienleasing ist das juristische Eigentum des Leasinggebers an dem Leasingobjekt (Kuhnle, 2005, S. 33). Im Vergleich zum Mobilienleasing unterscheidet sich das Immobilienleasing unter anderem durch zusätzliche Dienstleistungen des Leasinggebers. Diese zusätzlichen Dienstleistungen umfassen oftmals Elemente wie die Planung, Beratung oder den Bau des Leasingobjekts. Ein weiterer Bestandteil der zusätzlichen Dienstleistung besteht in der Instandhaltung des Leasinggegenstands (Wandt, 2006, S. 29). Eines der wichtigsten Charakteristika des Immobilienleasings ist die hohe Laufzeit des Vertrags, welche oftmals bis zu 20 Jahre läuft. Zudem wird im Anschluss an den Leasingvertrag oftmals eine Kaufoption über das Leasingobjekt gezogen (Deutsche Leasing, 2009, S.44f.).

3.5 Vollamortisationsleasing

Das Vollamortisationsleasing ist in der Finanzwirtschaft auch unter dem Begriff Full-Pay-Out-Leasing bekannt. Bei diesem Leasingansatz wird nach der Art des Vertragsmodells kategorisiert. Die vertraglich vereinbarten Leasingraten des Leasingnehmers decken bei dieser Art des Leasings mindestens die Herstellungs- und Anschaffungskosten, Service-, Riskio-, Vertrieb- und Verwaltungskosten, sowie die Refinanzierungskosten des Leasinggebers (Becker, 2013, S. 218). Außerdem wird hierbei ein Gewinn für die Leasinggeber erwirtschaftet. Da in dieser Variante des Leasings die oben genannten Kosten vollständig gedeckt werden, wird von einer Vollamortisation des Leasingobjektes gesprochen (Kratzer, 2005, S. 40). Im Anschluss an die Vertragslaufzeit kann der Leasingnehmer eine der vorher vertraglich vereinbarten Optionen auswählen. Die möglichen Optionen nach dem Ende des Leasingvertrags sind die Rückgabe des Leasingobjektes, der Kauf des Leasingobjektes zum Restwert oder die Laufzeitverlängerung des Leasingvertrags (Kroll, 2008, S. 37). Diese Variante des Leasings wird häufig beim Mobilienleasing und Finanzierungsleasing genutzt. Anders ist dies beim Immobilienleasing. Aufgrund der kalkulierten und sehr hohen Leasingraten wird dieser Ansatz hierfür selten bis gar nicht genutzt (Bordewinn, Tonner, 2003, S. 12).

3.6 Teilamortisationsleasing

Das Teilamortisationsleasing ist eine Art des Leasings, bei welcher durch die fälligen Leasingraten nicht die kompletten Kosten des Leasinggebers gedeckt werden. Aus diesem Grund wird das Teilamortisationsleasing in der Finanzwirtschaft auch als Non-Pay-Out-Leasing bekannt (Kratzer, 2005, S. 40). Wie auch das Vollamortisationsleasing, ist das Teilamortisationsleasing in die gleiche Kategorie, die auf der Differenzierung nach der Art des Vertragsmodells basiert, einzuordnen. Da bei dieser Leasingvariante die Kosten des Leasingobjekts lediglich zum Teil amortisiert werden, sind die zu zahlenden Leasingraten im Vergleich zum Vollamortisationsleasing, deutlich geringer. Der Restwert des Leasingobjekts entspricht oftmals dem Zeitwert nach Ablauf der vereinbarten Mietdauer. Durch die Vereinbarung von Anschlussoptionen in dieser Leasingvariante sichert sich der Leasinggeber gegenüber dem Leasingnehmer ab. Übliche Anschlussoptionen sind ein verbindlicher Kauf des Leasingobjektes oder eine feste Verlängerung des Leasingvertrags (Kuhnle, 2005, S. 38). Ebenfalls ist eine vertraglich vereinbarte Abschlusszahlung zum Ende des Leasingzeitraums eine gängige Verfahrensweise. Teilamortisationsleasingverträge werden in der Praxis häufiger genutzt als die Leasingvariante der Vollamortisation (Becker, 2013, S. 218).

3.7 Direktes Leasing

Die Variante des direkten Leasings ist nach der Stellung des Leasinggebers einzuordnen. Sobald der Leasinggeber in einem Leasingvertrag der Produzent, der Händler oder eine Tochtergesellschaft als Leasinggesellschaft eines dieser beiden ist, wird diese Form des Leasings als ein direktes Leasing bezeichnet (Goeke, 2008, S. 145). Daher wird bei dem direkten Leasing von einem Herstellerleasing gesprochen (Becker, 2013, S. 219). Im Fokus dieser Leasingvariante steht der unmittelbare Kontakt zu dem Kunden sowie die Platzierung der Leasinggegenstände am Markt. Des Weiteren wird diese Form des Leasings oftmals genutzt um die Produktpalette des Produzenten zu vervollständigen. Zudem nutzen die Leasinggeber häufig die Möglichkeit weitere Dienstleistungen in Bezug auf das Leasingobjekt anzubieten. Diese zusätzlichen Dienstleistungen umfassen unter anderem die Pflege und Wartung des Leasinggegenstands, welche neben dem Leasingvertrag als Optionen für den Leasingnehmer angeboten werden (Deutsche Leasing, 2009, S. 44).

3.8 Indirektes Leasing

Das indirekte Leasing ist, ebenso wie das direkte Leasing, nach der Stellung des Leasinggebers einzuordnen. Ein wichtiger Unterschied zu dem direkten Leasing besteht hinsichtlich der Teilnehmer in diesem Leasingprozess. Neben dem Leasinggeber und dem Leasingnehmer wird hierbei der Produzent oder Hersteller mit in diese Konstellation einbezogen (Goeke, 2008, S.145). Diese Variante des Leasings ist in verschiedene Prozessschritte zu unterteilen. Der Leasingnehmer schließt mit dem Leasinggeber einen Leasingvertrag ab. Der Leasinggeber ist demnach nicht der Hersteller. Der zweite Vertrag beim indirekten Leasing findet zwischen dem Leasinggeber und dem Hersteller statt. Hierbei handelt es sich um einen Kaufvertrag. Somit kauft der Leasinggeber das Leasingobjekt beim Hersteller, um dieses im Anschluss an den Leasingnehmer verleasen zu können. Oftmals wird das Leasingobjekt direkt vom Hersteller an den Leasingnehmer übergeben (Deutsche Leasing, 2009, S. 44). Die Leasinggeber nehmen zumeist große Mengen an Leasinggegenständen von dem Hersteller ab, wodurch sie oftmals Mengenrabatte bekommen. Diese werden teilweise an den Leasingnehmer weitergegeben um eine niedrige monatliche Leasingrate zu kalkulieren (Wandt, 2006, S. 7).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Leasing als Alternative zum kreditfinanzierten Kauf?
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V450132
ISBN (eBook)
9783668846050
ISBN (Buch)
9783668846067
Sprache
Deutsch
Schlagworte
leasing, alternative, kauf
Arbeit zitieren
Robin Lange (Autor), 2018, Leasing als Alternative zum kreditfinanzierten Kauf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450132

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