Unterscheidung zwischen typischer und atypischer Stiller Gesellschaft


Hausarbeit, 2018
12 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stille Gesellschaft - Definition
2.1 Die zwei Formen der stillen Gesellschaft
2.2. Gesetzesgrundlage
2.3. Steuerliche Behandlung
a) Typische stille Gesellschaft
b) Atypische stille Gesellschaft
2.4. Haftung
a) Typische stille Gesellschaft
b) Atypische stille Gesellschaft
2.5. Einkunftsart
2.6. Bilanzielle Behandlung

3. Vor- und Nachteile stiller Beteiligungen
3.1. Einsatzmöglichkeiten

4. Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 : Vor- und Nachteile stiller Beteiligungen 6

Abbildung 2: Einsatzmöglichkeiten der stillen Beteiligung 7

1. Einleitung

Aufgrund der zunehmenden Verschließung bekannter Steuerschlupflöcher aus öffentlicher Hand, besteht das stetige Bedürfnis der steuerpflichtigen, diese Steuerbelastung zu minimieren. Dies erfolgt meist mithilfe von wenig bestehenden Schlupflöchern oder Konzepten die dabei unterstützen können.

Aus dieser Bewegung und Motivation heraus, hat sich in den letzten Jahren die stille Gesellschaft als vertrauliche Steuersparoption etabliert. Die in Ihren Ansätzen ertragssteuerlichen Vorteile einer Personengesellschaft werden hier mit den haftungsrechtlichen Vorteilen einer GmbH kombiniert.1

Die stille Gesellschaft an Unternehmen kommt der Eigenkapitalfinanzierung sehr nahe und wird dieser Tage gern als Instrument genutzt und überzeugt mit Diskretion, weitreichender Gestaltungsfreiheit und Formlosigkeit, sodass viele Mittelstandsunternehmen den Nutzen für sich erkennen und oftmals Investoren aus dem direkten Umfeld der Gesellschafter auf die stille Gesellschaft zurückgreifen.2 Beide haben die Gemeinsamkeit der Gewinnbeteiligung, welche zwingend erforderlich ist, hingegen Sie sich bei der Verlustbeteiligung unterscheiden und diese ausgeschlossen werden kann.3

Im Rahmen der Aktualität der stillen Gesellschaft besonders für den Mittelstand, soll diese Arbeit eine klare Definition zur stillen Gesellschaft im Allgemeinen liefern und in dieser noch einmal zwischen typischer und atypischer stiller Beteiligung differenzieren. Das gestellte Ziel ist es aufzuzeigen, in welchen Faktoren sich beide voneinander unterscheiden und welche Konsequenzen dies aus verschiedenen Perspektiven hat (z.B steuerlich, haftungsrechtlich). Am Ende dieser Arbeit sind Vorteile der stillen Gesellschaft benannt und ebenso Nachteile aufgezeigt um ein finales, reflektiertes Fazit ziehen zu können und darüber hinaus den Ursprung und die Inhalte der dazugehörigen Paragraphen zu kennen. Im direkt folgenden Kapitel, geht es um den Einstieg in die Begrifflichkeit der stillen Gesellschaft, sprich ihrer Definition.

2. Stille Gesellschaft - Definition

Bei der stillen Gesellschaft, handelt es sich um eine besondere Form der Gesellschaft. Bei der Grundform, der typischen stillen Gesellschaft, beteiligt sich eine Person (auch juristische Person) in Form des stillen Gesellschafters, an dem Flandelsgewerbe eines anderen. Dies erfolgt in einer Art und Weise, in welcher die Einlage der Person gegen einen Anteil am Gewinn direkt in das Vermögen des Inhabers des Flandelsgeschäfts (auch Einzelkaufmann möglich) übergeht. Die Einlage muss nicht zwangsläufig in Geldleistungen getätigt werden, sondern kann auch in Sach- oder Dienstleistungen eingebracht werden.4 Man müsste Sie also wie folgt definieren: Wenn zwischen einem Gesellschafter und dem Inhaber eines Flandelsgeschäfts ein Gesellschaftsvertrag geschlossen wird, mit dem Ziel einen gemeinsamen Zweck verfolgen zu können und das ohne dass der Gesellschafter ein Gesellschaftsvermögen mit einer Einlage am Unternehmen bildet (seine Einlage fließt direkt in das Vermögen des Inhabers) und auch keine direkte Gewinnbeteiligung erhält, so spricht man von einer stillen Gesellschaft.5 Da kein gemeinsames Gesellschaftsvermögen gebildet wird, gilt die stille Gesellschaft als Innengesellschaft.

Im Rahmen der stillen Gesellschaft, ist eine Abgrenzung zwischen typischer und atypischer Gesellschaft notwendig. Auch wenn beide rechtlich gesehen dieselbe Rechtsform darstellen, unterscheiden sie sich innerhalb der Rechtsform in einigen typischen Merkmalen und Auswirkungen.

2.1. Die zwei Formen der stillen Gesellschaft

Wenn die oben beschriebenen Merkmale eingehalten werden, spricht man üblicherweise von einer typischen stillen Gesellschaft. Bei dieser bleibt der stille Gesellschafter für dritte unerkannt, was durch oben genannten Grund entsteht, dass es kein gemeinschaftliches Gesellschaftsvermögen gibt und auch keine gemeinsame Unternehmung besteht. Darüber hinaus hat der stille Gesellschafter keinerlei Einfluss auf die Geschäftsführung und haftet gegenüber Gläubigern nicht über seine Einlagen hinaus. Hierbei kann es jedoch zu Abweichungen kommen. So spricht man nicht mehr von einer typischen stillen Gesellschaft, wenn dem stillen Gesellschafter eindeutig mehr Rechte als die oben Beschriebenen zugesprochen werden, hierbei ist der Begriff bzw. das Kriterium der Mitunternehmerschaft bzw. Unternehmensinitiative entscheidend welche sich auch im Einkommenssteuergesetzbuch §15 Abs. 1 Nr.2 wiederfindet.6 Man spricht letztendlich von einer atypischen stillen Gesellschaft. Sodass folglich der weitest gehende Unterschied zwischen atypischer und typischer Gesellschaft entsteht, welcher dem stillen Gesellschafter bei der atypischen Gesellschaft ein Mitunternehmerrisiko überträgt und dazu Raum für Mitunternehmerinitiativen schafft. In Folge dieser vertraglichen Regelungen, kommt der Gesellschafter bei der atypischen stillen Gesellschaft, einem persönlich haftenden Gesellschafter näher.7

Dementsprechend spricht man von einer atypischen stillen Gesellschaft, wenn:

- der stille Gesellschafter Mitunternehmer ist und als Gesellschafter angesehen werden kann
- sich am Verlust, stillen Reserven und Geschäftswert beteiligt
- er die Möglichkeit hat Einfluss auf die Geschäftsführung zu nehmen
- wenn die Rechte des stillen Gesellschafters im Minimum denen entsprechen, die nach dem gesetzlichen Leitbild dem Kommanditisten einer KG zu gewähren sind

Hingegen folgende Rahmenbedingungen dazu führen, dass man von einer typischen stillen Gesellschaft spricht:

- es bestehen keine Unternehmerinitiativen, sondern nur Kontrollrechte (z.B jährliche Rechenschaftslegung und Einsichtnahme in Geschäftsbücher)
- es besteht keine Verlustbeteiligung
- oder diese werden nur bis zur Höhe der Einlage geltend gemacht
- beim Ausscheiden bekommt der stille eine Abfindung in Höhe der nominellen Einlage (keine Beteiligung an stillen Reserven oder Unternehmenswert)8

2.2. Gesetzesgrundlage

Die gesetzlichen Grundlagen zur Errichtung einer stillen Gesellschaft finden sich im Handelsgesetzbuch in den §§230-236 wieder. Auch wenn hier keine klare Definition festgehalten wird, findet man einzelne Merkmale und die Rechtsfolgen einer stillen Gesellschaft, aus welcher sich die o.g Definition und Beschreibung ableiten lässt (siehe Kapitel 2 stille Gesellschaft - Definition).9

2.3. Steuerliche Behandlung

Bei der steuerlichen Behandlung beider Formen, gibt es unterschiedliche Regelungen die Anwendung finden.

a) Typische stille Gesellschaft

Der GmbH ist es möglich die an den stillen Gesellschafter ausgezahlte Beteiligung am Gewinn abzusetzen, dies erfolgt dann als Betriebsausgabe. In der Pflicht des stillen Gesellschafters liegt es diese Einkünfte aus Kapitalvermögen zu versteuern. (§20 Abs. 1 Nr. 4 EStg). Grundsätzlich muss die GmbH die Kapitalertragssteuer in Höhe von 25% einbehalten um diese an das Finanzamt abzuführen, womit die Steuerpflicht des stillen Gesellschafters abgegolten ist (§43 Abs. 5 EStG). Sofern es für den Stillen zu einem Verlust kommt, kann der auf ihn fallende Verlustanteil als negative Einnahme steuerlich geltend gemacht werden. Dies kann bis zur Höhe der Einlage nach Maßgabe des $ 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG geregelt werden. Sofern es

[...]


1 Dittmann, к (2001), s.l

2 Heesen, B., Wieser-Linhart, V. (2017), S.92

3 Dittmann, к (2001), S.2

4 Wirtschaftslexikon Gabler (2016)

5 Ebert, T (2009), S.45

6 Gruschka, c. (2014), S.9 ff

7 Verspay,H(2014), S.193

8 Dittmann, к (2001), S.3

9 Ebert, T (2009), s.45

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Unterscheidung zwischen typischer und atypischer Stiller Gesellschaft
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
12
Katalognummer
V450188
ISBN (eBook)
9783668854123
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stille Gesellschaft, Steuern, typisch, atypisch, Unternehemnsrecht, Unterscheidung typisch und atypisch
Arbeit zitieren
Patrick Majunke (Autor), 2018, Unterscheidung zwischen typischer und atypischer Stiller Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450188

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