Sind die Europäische und Eurasische Union Kooperationspartner oder gar Konkurrenten?
Um diese Problematik zu klären, werde ich zunächst den Aufbau, bzw. den Kern beider Unionen darlegen, eine Entstehungsgeschichte vorzeigen, als auch die Aufgabenbereiche und die Politischen Felder offenlegen. Nach diesem Einblick in die beiden Unionsmodelle werde ich auf die Ehemaligen Staaten der UdSSR eingehen und die Ansichten der einzelnen Staaten im Hinblick auf die Europäische bzw. Eurasische Union und deren Position innerhalb der Eurasischen Union feststellen. Im vorletzten Kapitel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Europäische Union
2.1 Der Aufbau der Europäischen Union
2.2 Politische Felder der Europäischen Union
3. Die Eurasische Union
3.1 Der Aufbau der Eurasischen Union
3.2 Politische Felder der Eurasischen Union
4. Die Rolle postsowjetischer Staaten in der Eurasischen Union und deren Sichtweise auf die Europäische Union
4.1 Russland als Hauptakteur
4.2 Die Rolle der Ukraine
4.3 Belarus und Kasachstan
5. Die Kommunikation zwischen den Wirtschaftsunionen
6. Fazit und Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Union, um zu klären, ob diese als Kooperationspartner oder Konkurrenten einzustufen sind. Dabei wird analysiert, inwieweit die Eurasische Union ein geopolitisches Instrument Russlands darstellt und wie verschiedene postsowjetische Staaten ihre Position zwischen beiden Wirtschaftsräumen definieren.
- Struktureller Aufbau und Kompetenzen der Europäischen Union
- Entstehungsgeschichte und politische Grundausrichtung der Eurasischen Union
- Geopolitische Interessen Russlands im postsowjetischen Raum
- Perspektiven und Reaktionen von Staaten wie der Ukraine, Belarus und Kasachstan
- Diskussion über potenzielle Dialogformate zwischen den beiden Wirtschaftsunionen
Auszug aus dem Buch
3.2 Politische Felder der Eurasischen Union
Der damalige Gründungsvertrag der neuen Union bestand aus zwei Verträgen. Zum einen aus einem institutionellen (konstituierenden) und einem funktionalen (wirtschaftlichen) Teil. Der erste Teil legte die Ziele und Aufgaben der eurasischen Integration dar und bekräftigte den Status der EAWU als eine vollwertige internationale Organisation. Der zweite Teil war hingegen für die Regulation der Mechanismen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zuständig und legte konkrete Verpflichtungen für die Richtung der Integration der einzelnen Bereiche fest. Der zur Gründung der EAWU aufgesetzte Vertrag reguliert vorerst 19 Sphären wirtschaftlicher Tätigkeiten. Darunter fallen Zollvorschriften, Außenhandelspolitik, technische Vorschriften, Handel mit Dienstleistungen und Investitionen, Regulierung der Finanzmärkte, Steuern und Besteuerung, Wettbewerbspolitik, natürliche Monopole, Energie, Transport und andere.
Mit diesen Grundbausteinen schafft sich die EAWU die notwendigen Prämissen für den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeit zwischen den Mitgliedsländern dieser Integrationsvereinigung. Zu diesem Vertrag gibt es zwei weitere Dokumente. Eines davon besagt, dass alle internationalen Aktivitäten der Eurasischen Wirtschaftsunion sowie der Eurasischen Kommission als Hauptregulierungsbehörde der Kontrolle des Obersten Eurasischen Wirtschaftsrates unterliegen würden. Nur mit dessen Zustimmung und dessen Mandat können internationale Abkommen ausgearbeitet und abgeschlossen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel der Untersuchung dar, das Verhältnis von Europäischer und Eurasischer Union auf eine mögliche Kooperation oder Konkurrenz hin zu prüfen.
2. Die Europäische Union: Dieses Kapitel erläutert die historischen Grundsteine, die supranationale Struktur und die Entwicklung der Kompetenzen der Europäischen Union seit 1951.
2.1 Der Aufbau der Europäischen Union: Hier werden die zentralen Organe der EU sowie deren Entscheidungsgefüge und gesetzgeberische Rollenverteilung detailliert beschrieben.
2.2 Politische Felder der Europäischen Union: Dieser Abschnitt definiert die verschiedenen Zuständigkeitsbereiche der EU, unterscheidet zwischen unterstützenden, konkurrierenden und ausschließlichen Kompetenzen.
3. Die Eurasische Union: Es erfolgt eine Analyse der Integrationsversuche im postsowjetischen Raum nach dem Zusammenbruch der UdSSR bis hin zur Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion.
3.1 Der Aufbau der Eurasischen Union: Das Kapitel beschreibt die Machtorgane der Union, wie die Eurasische Kommission, und thematisiert die Finanzierungsstruktur sowie den russischen Einfluss.
3.2 Politische Felder der Eurasischen Union: Der Fokus liegt hier auf dem Gründungsvertrag und den 19 regulierten wirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern, die den freien Verkehr innerhalb der Union ermöglichen sollen.
4. Die Rolle postsowjetischer Staaten in der Eurasischen Union und deren Sichtweise auf die Europäische Union: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Interessenlagen der Mitgliedsstaaten und die geopolitischen Ambitionen Russlands.
4.1 Russland als Hauptakteur: Die Analyse konzentriert sich auf Russland, welches die EAWU als geopolitisches Projekt zur Sicherung seiner Vormachtstellung und als Reaktion auf die EU-Östliche Partnerschaft nutzt.
4.2 Die Rolle der Ukraine: Hier wird die strategische Lage der Ukraine zwischen den Wirtschaftsräumen und ihr schwieriger Entscheidungsprozess beleuchtet.
4.3 Belarus und Kasachstan: Der Abschnitt verdeutlicht die EU-kritische Haltung und die wirtschaftlichen Beweggründe dieser Länder für eine Mitgliedschaft in der Eurasischen Union.
5. Die Kommunikation zwischen den Wirtschaftsunionen: Es wird die Notwendigkeit und die Schwierigkeit eines Dialogs zwischen der EU und der EWU im Kontext politischer Spannungen diskutiert.
6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die EAWU primär als wirtschaftliches Konkurrenzmodell zur EU fungiert und stark geopolitisch motiviert ist.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Eurasische Wirtschaftsunion, EAWU, Russland, Integration, Geopolitik, Wirtschaftskooperation, postsowjetischer Raum, Ukraine, Belarus, Kasachstan, Freihandel, Konkurrenzmodell, Souveränität, Östliche Partnerschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Union und prüft, ob die beiden Organisationen als Partner agieren oder sich in einem Konkurrenzverhältnis befinden.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die strukturellen Unterschiede der beiden Unionsmodelle, die Rolle Russlands als dominanter Akteur im postsowjetischen Raum sowie die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der beteiligten Staaten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Problematik zu klären, ob die Eurasische Union ein ernsthaftes Kooperationsmodell für die EU darstellt oder vielmehr ein geopolitisches Konkurrenzprojekt zur Ausdehnung russischen Einflusses ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Vorgehensweise, wobei sie auf den Vergleich von Unionsstrukturen, Gründungsverträgen und politikwissenschaftlicher Fachliteratur sowie Dokumenten zur Integrationsgeschichte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die EU und die Eurasische Union einzeln in Bezug auf ihren Aufbau und ihre politischen Felder analysiert. Anschließend wird die Rolle spezifischer Staaten (Russland, Ukraine, Belarus, Kasachstan) im Kontext beider Organisationen untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation am besten?
Die Publikation lässt sich am besten mit Begriffen wie Geopolitik, Wirtschaftsintegration, EAWU, EU-Russland-Beziehungen und der Interessenkonflikt im postsowjetischen Raum zusammenfassen.
Welche Rolle spielt die Ukraine bei der Einordnung der beiden Unionen?
Die Ukraine dient in der Arbeit als zentrales Fallbeispiel für einen Staat, der sich in einem geopolitischen Spannungsfeld zwischen der EU und der Eurasischen Union befindet und dessen Regierung zwischen wirtschaftlicher Orientierung nach Westen oder Osten laviert.
Warum lehnen Staaten wie Belarus und Kasachstan eine politische Integration ab?
Diese Staaten fürchten laut der Arbeit um den Verlust ihrer nationalen Souveränität und lehnen daher Vorschläge zur politischen Integration, wie etwa die Schaffung eines eurasischen Parlaments, konsequent ab.
Wie bewertet der Autor die Erfolgsaussichten eines Dialogs zwischen EU und EAWU?
Der Autor sieht einen dauerhaften Dialog zwar als nützlich für wirtschaftliche Belange an, weist jedoch auf das Risiko hin, dass das russische Regime einen solchen Dialog als Legitimierung seines Machtanspruchs im postsowjetischen Raum missbrauchen könnte.
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- Thomas Pilarski (Author), 2017, Die Eurasische und die Europäische Union. Kooperationspartner oder doch Konkurrenten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450242