Das Ziel dieser Projektarbeit ist, zunächst das ältere Ricardo-Modell (Anfang 19. Jahrhundert) und dem jüngeren Krugman-Modell (Ende 1970er Jahre) voneinander abzugrenzen. Des Weiteren sollen beide Modelle – ausführlich dargestellt – anhand der Handelsdaten ausgewertet und ihre Relevanz auf die Weltwirtschaft zum Ausdruck gebracht werden. Das Ergebnis dieser Arbeit soll zeigen, dass die Bedeutung des Handels intraindustrieller Art immer mehr eine signifikante Rolle spielt, auch wenn es nicht unter dem Punkt der komparativen Vorteile fällt.
Um diese Arbeit sorgfältig und chronologisch darzustellen, wird zunächst der Fokus an das Ricardo-Modell/dem interindustriellen Handel gelegt. In diesem Abschnitt werden die Definition sowie die Rahmenbedingungen innerhalb des Modells erläutert sowie die Unterschiede zwischen den absoluten- und den komparativen Vorteilen mit einem Beispiel vor die Augen geführt. Anschließend wird auf die Grundlagen bzw. auf die Treiber des interindustriellen Handels und auf die Folgen dieser Art vom Handel auf die Wohlfahrt verschiedener Länder eingegangen. Zum Schluss werden die Probleme, Kritiken und die Grenzen des Modells dargestellt, damit ein Bild von dem gemacht werden kann, wann und unter welchen Bedingungen das Modell funktioniert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Ricardo-Modell / Interindustrieller Handel
2.1 Definition und Rahmenbedingungen
2.2 Unterschied absolute- und komparative Vorteile mit Beispiel
2.3 Handelsgewinne am Weltmarkt
2.4 Kritik, Probleme und Grenzen des Ricardo-Modells
3 Intraindustrieller Handel
3.1 Entwicklung, Ursachen und Gründe des intraindustriellen Handels
3.2 Krugman- vs. Melitz-Modell im intraindustriellen Handel
4 Inter- vs. Intraindustrieller Handel
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit untersucht die Bedeutung und Unterschiede von inter- und intraindustriellem Handel, indem sie die klassischen Modelle von David Ricardo und Paul Krugman analysiert und ihre Relevanz für die moderne Weltwirtschaft anhand aktueller Handelsdaten von Deutschland validiert.
- Grundlagen des Ricardo-Modells und komparativer Vorteile
- Mechanismen des intraindustriellen Handels nach Krugman
- Unterschiede zwischen Krugman- und Melitz-Modell
- Analyse der deutschen Handelsstruktur im Jahr 2015
- Empirische Verifikation der theoretischen Modelle
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition und Rahmenbedingungen
Das Ricardianische-Modell – Ricardo-Modell –, welches den Namen des Begründers David Ricardo (1772-1823) trägt, ist eines der wichtigsten Gründe, dass Handel zwischen Ländern auf interindustrieller Ebene stattfindet (Vgl. Kempa, 2012, S.20). Ricardos Modell ist eine Erweiterung des vom Adam Smith im Jahre 1776 entwickelten Modells mit den absoluten Kostenvorteilen, in welchem es sich um den Kerngedanken dreht, dass Länder sich in der Produktion solcher Güter spezialisieren, die sie am kostengünstigsten herstellen können (Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung). Das Ricardo-Modell basiert auf unterschiedlichen technologischen Kompetenzen der Länder. Somit gibt es beispielsweise Länder, die in unterschiedlichen Sparten einen technologischen Vorsprung gegenüber anderen Ländern haben und diese dann auch ausnutzen können. Dabei spiegeln sich die technologischen Unterschiede in den Faktoreinsatzmengen für die Herstellung der Güter in den jeweiligen Ländern wider (Vgl. Kempa, 2012, S.21). Nach Ricardo können auch solche Länder am Handel teilnehmen – und einen Nutzen daraus ziehen –, die alle Produkte mit einem höheren Aufwand produzieren als andere Länder (Vgl. Kempa, 2012, S.20). Diese Beobachtung lässt sich in den komparativen Vorteilen erkennen, welche im nächsten Unterkapitel genauer beobachtet werden. Wie in jedem entwickelten Modell gibt es auch bei dem von Ricardo eine ganze Reihe von Rahmenbedingungen. Ricardo untersucht eine Ökonomie, die nur aus zwei Ländern besteht, und jedes dieser Länder zwei Güter produziert. Dabei wird angenommen, dass diese beiden Güter nur mit dem Produktionsfaktor Arbeit produziert werden. Hinsichtlich des Produktionsfaktors Arbeit gilt, dass sie innerhalb einer Volkswirtschaft zwischen den beiden Sektoren ausgetauscht werden kann, jedoch eine Mobilität zwischen zwei Volkswirtschaften ausgeschlossen wird. Damit will Ricardo Migrationseffekte, die durch den Transport von Arbeit zwischen zwei Ländern verursacht werden könnten, aus seinem Modell herausnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik des internationalen Handels und die Notwendigkeit der Abgrenzung von Ricardos interindustriellem Ansatz und Krugmans Modellen zum intraindustriellen Handel.
2 Das Ricardo-Modell / Interindustrieller Handel: Theoretische Darstellung der absoluten und komparativen Kostenvorteile als Treiber für den Handel zwischen Ländern mit unterschiedlichen technologischen Kompetenzen.
3 Intraindustrieller Handel: Untersuchung der Gründe für den Handel innerhalb ähnlicher Gütergruppen, basierend auf Produkt-Differenzierung und den Modellen von Krugman und Melitz.
4 Inter- vs. Intraindustrieller Handel: Praktische Anwendung und Validierung der theoretischen Modelle anhand der deutschen Außenhandelsdaten des Jahres 2015.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Modelle und Erkenntnisgewinn über die komplementäre Bedeutung der verschiedenen Handelsansätze für die moderne Weltwirtschaft.
Schlüsselwörter
Ricardo-Modell, Krugman-Modell, Melitz-Modell, interindustrieller Handel, intraindustrieller Handel, komparativer Vorteil, Außenhandel, Weltwirtschaft, Globalisierung, Produktivitätsniveau, Spezialisierung, Deutschland, Handelsdaten, monopolistischer Wettbewerb, Außenhandelsüberschuss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des internationalen Handels durch den Vergleich von interindustriellem und intraindustriellem Handel sowie deren empirische Überprüfung anhand deutscher Handelsdaten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die klassische Theorie der komparativen Vorteile nach Ricardo sowie moderne Ansätze wie das Krugman- und das Melitz-Modell, welche den Handel mit ähnlichen Gütern erklären.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Abgrenzung von Ricardo- und Krugman-Modell sowie der Nachweis, dass der intraindustrielle Handel eine signifikante Rolle in der heutigen Weltwirtschaft einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse ökonomischer Standardmodelle mit einer deskriptiven Auswertung aktueller Handelsdaten des Statistischen Bundesamtes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Definitionen und Grenzen des Ricardo-Modells, analysiert die Mechanismen der monopolistischen Konkurrenz bei Krugman und untersucht die Firmenheterogenität bei Melitz, bevor die Ergebnisse mit der Realwirtschaft verknüpft werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Ricardo-Modell, Krugman-Modell, inter- und intraindustrieller Handel sowie komparative Vorteile.
Welche Rolle spielen die Transportkosten im Melitz-Modell?
Transportkosten werden im Melitz-Modell als "Eisbergkosten" modelliert, die den Gewinn des Exportgeschäfts verringern und somit nur den produktivsten Unternehmen den Marktzutritt im Ausland ermöglichen.
Warum handeln entwickelte Länder verstärkt untereinander?
Basierend auf dem Krugman-Modell handeln entwickelte Länder, da Konsumenten eine hohe Produktvielfalt ("love of variety") schätzen und diese Länder ähnliche Wirtschaftsstrukturen aufweisen.
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- Anil Mengüs (Author), 2017, Signifikanz des Inter- vs. Intraindustriellen Handels für die Weltwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450269