Naturtourismus am Vulkan Merapi


Forschungsarbeit, 2005

33 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1.Einleitung

2. Begriffe und theoretische Konzepte
2.1. Ethnologische Tourismusforschung
2.2. Ökotourismus - Nachhaltiger Tourismus – Naturtourismus
2.3. Nationaler Binnentourismus
2.4. Community Based Tourism und Nationalparks

3. Reflexion des Forschungsprozesses

4. Naturtourismus am Vulkan Merapi
4.1. Kaliurang
4.1.1. Varianten von „Refreshing“ - Nationale Tagestouristen
4.1.2. Lernen und Gemeinschaft - Nationale Wochenendtouristen
4.1.3. Wanderlust - Internationale Touristen
4.1.4. Ökonomie - Lokale Bevölkerung
4.2. Natur und Kultur – Dorftourismus am Merapi
4.2.1. Das Dorf Sambi
4.2.2. Das Dorf Turgo

5. Merapi: Projekt Nationalpark aus der Sicht:
5.1. von Konservasi Sumber Daya Alam[1] (Naturschutzbehörde)
5.2. von Nichtregierungsorganisationen (NROs)

5.3. der lokalen Bevölkerung
5.4. von Touristen

6. Analyse
6.1. des Tourismus in Kaliurang
6.2. des Dorftourismus
6.3. des Projektes Nationalpark

7. Ausblick und Schluss

8. Bibliographie

1. Einleitung

Die Forschung fand im Rahmen einer Lehrforschung, die von Frau Prof. Dr. Judith Schlehe geleitet wurde, statt. Das Projekt wurde in Kooperation mit der Gadjah Mada Universität in Yogyakarta durchgeführt, wofür jeweils Teams, bestehend aus einem indonesischen und einem deutschen Ethnologiestudenten/in gebildet worden sind. Mein Partner war Setyo Utomo, ohne den die Untersuchung so nicht hätte stattfinden können.

Zunächst wird ein theoretischer Überblick über ethnologische Tourismusforschung, Begriffe nationale Touristen in „Entwicklungsländern“ und den community based tourism Ansatz gegeben. Danach wird der Forschungsprozess reflektiert um dann die eigentliche Forschung zu behandeln.

Die Forschung hat zum Ziel, die verschiedenen Formen des Naturtourismus am Vulkan Merapi auf Java (Indonesien) zu beschreiben und im Hinblick auf deren Nachhaltigkeit zu analysieren. Für die Untersuchung wurde Kaliurang mit sehr ausgeprägten touristischen Strukturen und die Dörfer Sambi und Turgor gewählt. Es wurden verschiedne Kategorien von Touristen entwickelt und diese bezüglich ihrer Motivationen und Wünsche untersucht. Die lokale Bevölkerung der Dörfer wurde zu positiven und negativen Auswirkungen befragt.

Zu internationalen Touristen gibt es bereits zahlreiche Untersuchungen, so dass hier explizit ein Gebiet ausgewählt wurde, in dem nationale Touristen dominieren.

Zurzeit gibt es in der Region einen Konflikt um den geplanten Nationalpark, der schon beschlossen worden war. Inzwischen liegt die Entscheidung darüber beim Gericht in Jakarta. Zu diesem Thema wurden die Touristen, die lokale Bevölkerung, eine der verantwortlichen Behörden und die beteiligten Nichtregierungsorganisationen (NROs) befragt.

Die Übersetzungen in dieser Arbeit sind zum großen Teil von mir angefertigt worden. Nur bei besonders schwierigen Passagen habe ich die Hilfe einer Muttersprachlerin in Anspruch genommen.

2. Begriffe und theoretische Konzepte

Tourismus ist „ „die“ Zukunftsindustrie des 21. Jahrhunderts“ (Opaschowski 1996:26, Anführungszeichen im Original). Seit einigen Jahren hat er die Automobilindustrie als weltweit größten Wirtschaftszweig abgelöst.

2.1. Ethnologische Tourismusforschung

Innerhalb der Ethnologie wurde der Tourismusforschung erst seit den 70er Jahren, also relativ spät, Beachtung geschenkt. Seitdem haben verschiedene Ethnologen sich mit dem Thema befasst (z.B. Smith 1977, Graburn 1983, Nash 1996, Burns 1999, Stronza 2001). In den Anfängen der ethnologischen Beschäftigung mit dem Thema war die Betrachtungsweise manchmal zu einseitig, so kritisiert Buck z.B., dass Nash (1982) Tourismus v.a. im Kontext des interkulturellen Kontaktes sieht und zu wenig Wert auf Tourismus als eine „unique sociocultural reality“ (Buck 1982: 326) legt. Er kritisiert, dass, wenn man eine Betrachtungsweise ins Zentrum rückt, andere dabei unter den Tisch fallen.

Heute wird die ethnologische Tourismusforschung als viel versprechendes Feld angesehen. Für Nash ist sie ein “obviously fertile field of study“ (Nash 1996: 161) und West schreibt: “Two topics that have attracted growing interest in anthropology in the past decade or two are Tourism […] and the environment […].” (West/ Carrier 2004: 483).

Das zunehmende Interesse der Ethnologie ist nicht verwunderlich, spielt der Tourismus doch in vielen Ländern des Südens, dem klassischen Feld der Ethnologie, eine große Rolle. Die vielfältigen soziokulturellen Kontakte und Veränderungen, die er bedingt, sind seit jeher ethnologische Interessensgebiete (vgl. Nash 1996:1ff).

Auch Stronza (2001) sieht im Tourismus einen hervorragenden Kontext, um politische Ökonomie, kulturelle Identität, sozialen Wandel und Ressourcenmanagement zu untersuchen.

2.2. Ökotourismus - Nachhaltiger Tourismus - Naturtourismus

Tourismus bietet für viele Länder einen wichtigen Einkommenssektor, in einigen wirtschaftlich schwach entwickelten Ländern sogar den Haupteinkommenszweig. Viele Regierungen erhoffen sich von einem Ausbau des Tourismus mit verhältnismäßig niedrigen Investitionen hohe Gewinne (vgl. Stronza 2001). Inwieweit das von den Touristen ausgegebene Geld letztendlich im Land bleibt, hängt von der Form des Tourismus ab. Die Hauptausgaben liegen im Transport, der Übernachtung und der Verpflegung. Bei den zunehmenden Tourismusformen wie dem Pauschal-, All-Inclusive- und Kreuzfahrtourismus bleiben die Gewinne allerdings in großem Maße bei den meist globaloperierenden multinationalen Firmen (vgl. Suchaneck 2001).

Die Frage, inwieweit Tourismus zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann, hängt demnach von der Form des Tourismus ab. West/ Carrier (2004) sehen im ecotourism den am stärksten wachsenden Sektor innerhalb des Tourismus; wie groß er ist, hängt von der Art seiner Definition ab. Er bietet für wirtschaftlich schwach entwickelte Länder, die wenig Mittel für Umweltschutz aufbringen können, eine Möglichkeit, Einkommen für ländliche, strukturschwache Gebiete und Umweltschutz zu verbinden.

Verschiedene Begriffe kursieren in der wissenschaftlichen Diskussion, die alle versuchen, das gleiche zu umschreiben: eine Form des Tourismus, die wirtschaftlich rentabel ist, einen Beitrag zum Umweltschutz leistet und Rücksicht auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung nimmt. Manche sprechen hierbei vom sanften Tourismus (z.B. Hasse/ Schumacher 1990, Mose 2001), manche von Ökotourismus bzw. ecotourism (z.B. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Hg.) 1995, West/ Carrier 2004) und andere vom nachhaltigen Tourismus bzw. Tourismus und nachhaltige Entwicklung (z.B. Cater 1995, Egner 2003). Es gibt unzählige weitere Begriffe die entweder Unter- oder Oberbegriffe der anderen sind oder sich überschneiden. Einige wie z.B. jungle tourism beziehen sich auf die Zielgebiete, andere wie z.B: appropriate und sustainable tourism auf Auswirkungen, wieder andere wie ethnic -, adventure - und culture tourism auf die Aktivitäten (vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Hg.)1995:35f ).

Der Brundtland - Report (1987), die Erklärung von Rio de Janeiro (1992) und die UN- Konferenz über Umwelt und Entwicklung (1992) haben den Begriff der Nachhaltigkeit und der nachhaltigen Entwicklung weit verbreitet. Der Brundtland - Bericht definiert nachhaltige Entwicklung so: „Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.” (Nash 1996:125). Ein Vergleich verschiedener Definitionen bietet Bieger (2004:281ff).

Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung kann man als Zieldreieck mit drei gleichberechtigten Seiten betrachten. Die Ziele sind: Wirtschaftswachstum, Sozial- und Umweltverträglichkeit. Das Konzept ist immer zukunftsorientiert (vgl Schloemer 1999:14). Auffallend ist, dass die meisten Autoren trotz der Forderung der Gleichberechtigung der drei Aspekte, das Wirtschaftswachstum an erster Stelle nennen (z.B. Bieger 2004:280, Schloemer 1999: 14).

Nachhaltiger, sanfter Tourismus wird zumeist unter dem Schlagwort Ökotourismus im englischen ecotourism gesammelt. Jede große Tourismusagentur bietet inzwischen solche Reisen an. Auch lokale Anbieter schmücken sich gern mit diesem Label. In den meisten Fällen handelt es sich aber um ein bloßes Lippenbekenntnis. Oft wird jede Reise oder Tour, die irgendetwas mit Natur zu tun hat, auch wenn sie der Natur schadet, so betitelt. Inwiefern kann man von nachhaltigem Tourismus sprechen, bei dem die Kunden quer über die Welt fliegen, was mit erheblicher Umweltverschmutzung verbunden ist, um dann zwei Wochen im Dschungel z.B Orang- Utans zu beobachten?

Ursprünglich meint der Begriff ecotourism das, was man unter sustainable tourism versteht. Das was oft unter ecotourism verstanden wird würden manche eher als Naturtourismus bzw. add-on nature tourism bezeichnen. (vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Hg.) 1995: 34, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (Hg.) 1999: 29). Andere Autoren setzen wiederum den Begriff des nature tourism mit dem des ecotourism gleich.

Die vielen verschiedenen Begriffe und deren unterschiedliche Definitionen machen es schwer, diese international zu verwenden, ohne sie jeweils definieren zu müssen. Vor allem der Begriff ecotourism umfasst eine so große Bandbreite, dass ich ihn ablehne und den relativ eindeutigen Begriff des nachhaltigen Tourismus favorisiere.

Als Naturtouristen werden hier die Menschen bezeichnet, die als Freizeitvergnügen in die Natur gehen. Ob ihr Verhalten positive oder negative Auswirkungen hat, wird dabei ausgeblendet.

Für den Naturtourismus ist Natur die grundlegende Ressource. „Die Landschaft ist somit wahrlich Rohstoff, Existenzgrundlage und Wirtschaftsmotor des Tourismus.“ (Krippendorf in Schloemer 1999: 15)

Tourismus zerstört durch Nutzung bzw. Übernutzung seine Grundlage. Zersiedelung, Hotels, Parkplätze, Verkehr, etc. können das individuelle Profil einer Zielregion zerstören. Unangepasstes, umweltschädigendes Verhalten der Touristen birgt ebenso große Gefahren. Staiff/ Bushel schreiben: „To prevent tourism cannibalizing itself by destroying the very resources upon which its viability depends, there need to be greater efforts to strategically bring it, biodiversity conservation, and local communities together.” (Staiff / Bushel 2004: 725).

Auf Grund verstärkter Nachfrage haben die meisten großen Konzerne heute nachhaltige Reisen im Angebot. Manche nutzen aber lediglich die Zugkraft der Schlagwörter (vgl. Schloemr 1999: 10 ff).

Die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) stellt verschiedene Profile von Naturtouristen gegenüber (Agöt 1995 und Strasdas u.a. 1997 in: Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (Hg.) 1999: 29). Die für diese Untersuchung relevante Gruppe wird als casual nature tourist bezeichnet, die insgesamt die wohl größte Gruppe ist und für die v.a. leichte Erreichbarkeit und offensichtliche Naturattraktionen wichtig sind. Intakte Natur oder Naturschutz spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Hierzu gehört zum großen Teil die Gruppe der nationalen Touristen in „Entwicklungsländern“. Der casual nature tourist kann sensible Ökosysteme belasten, bietet aber aufgrund der Größe der Gruppe auch Chancen: „Indeed, if well managed, this type of tourism could even be a significant potential source of income for nature areas within range of holiday centres.“ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (Hg.) 1999: 29).

2.3. Nationaler Binnentourismus

Betrachtet man die Geschichte des Tourismus (z.B. Opaschowski 1996: 63ff) erkennt man eine Abhängigkeit von Lebensstandard und Tourismusaktivitäten. In Europa beginnt der Tourismusboom einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg, als Reisen auch für die Mittelschicht erschwinglich und populär wird.

In vielen Ländern außerhalb der „westlichen“ Welt hat sich im Zuge einer zunehmenden Industrialisierung ebenfalls eine Mittelschicht gebildet. Die Spanne zwischen arm und reich klafft zwar immer weiter auseinander, aber v.a. in den Städten hat sich die Mittelschicht etablieren können. Dies ist auch in Indonesien, v.a. in Java der Fall, wo während der Ära Suharto ein starkes Wirtschaftswachstum stattgefunden hat. (vgl. Cribb/ Brown 1995). Diese neue Mittelschicht verfügt über zwei wichtige Voraussetzungen für Tourismus: Sie hat die Zeit und die notwenigen finanziellen Mittel. Da diese allerdings begrenzt sind und Ferntourismus nur für die Oberschicht erschwinglich ist, verbringen sie ihren Urlaub im eigenen Land. Über diese riesige Gruppe, die zusammengenommen über ein großes Finanzkapital verfügen, gibt es bisher nur wenige internationale Forschungen (z.B. Bernklau 1991 über Philippinen, Nkambwe 1985 über Nigeria, Tyrakowski 1986 über Mexiko, Ghimire 2001 über Indien, Hampton 2003 über Yogyakarta/ Indonesien). Pearce (1989) bestätigt das Ansteigen des nationalen Tourismus in größeren und stärker industrialisierten „Entwicklungsländern“. Dabei spielt es eine Rolle, inwieweit das Klima touristische Wünsche befriedigt. Regierungen können Einfluss auf das Verhalten der potentiellen Touristen nehmen, indem Sie z.B., wie im Falle Indonesiens, eine beträchtliche Ausreisegebühr ihrer Bürger fordern und damit den Inlandstourismus stärken. Es gibt bisher wenige Studien zu den unterschiedlichen Profilen nationaler und internationaler Touristen und deren Interaktionen. Beide teilen sich aber in bestimmten Fällen die tourist culture. Je nach Kontext kann sich das saisonale Geschäft mit nationalen und internationalen Touristen ergänzen, was zu einer gleichbleibenderen Auslastung führen kann, wenn z.B. die nationalen Touristen im Sommer und die internationalen im Winter kommen. Kommen beide Gruppen z.B. im Sommer, ist der Tourismus nur ein Saisongeschäft (vgl. Pearce 1989).

Der nationale Tourismus hat verschiedene Vorteile gegenüber dem internationalen. So z.B. kürzere Anreisewege, was die Umweltbelastungen reduziert. Er ist außerdem deutlich weniger als der internationale Tourismus von der politischen Stabilität des Landes abhängig. Für die meisten internationalen Touristen sind die Zielländer austauschbar.

Pretes (2004) sieht im nationalen Tourismus auch eine Möglichkeit nationale Identität zu fördern. Die Beschäftigung mit nationalen Symbolen oder Museen fördert die Herausbildung einer imagined community .

Pearce (1989) argumentiert, dass nationale Touristen durch ähnliche Ess- und Lebensgewohnheiten die lokale Gemeinschaft im Zielgebiet ökonomisch stärker unterstützten, da sie, im Gegensatz zu vielen internationalen Touristen, keine Importwaren fordern (vgl. auch Schloemer 1999: 11).

Die Zahl der nationalen und lokalen Naturtouristen wird ansteigen. Verschiedene „Pull- und Pushfaktoren“ (Hahn/ Kagelmann 1993) fördern diese Entwicklung. „Pushfaktoren“ sind zunehmende Luft- und Umweltverschmutzung, Lärm, Überbevölkerung und Müll. „Pullfaktoren“ sind eine zunehmend mobile Gesellschaft, die Wahrnehmung der Natur als ästhetischen Erholungsraum, vorhandene touristische Infrastruktur und Prestige.

Lokaler/nationaler Naturtourismus ist wie oben ausgeführt im Wachstum begriffen. Diese Gruppe unterscheidet sich aber aufgrund der anderen kulturellen Voraussetzungen erheblich von der Gruppe der bereits ausführlich untersuchten westlichen Touristen. Sie bietet ein ungeheures Potenzial, das zur strukturellen Entwicklung und Konservierung der Natur genutzt werden kann.

2.4. Community Based Tourism und Nationalparks

Innerhalb der Debatte über nachhaltigen Tourismus gibt es den community based tourism (CBT) - Ansatz. Dieser stellt die Beziehung der lokalen Gemeinschaft zu den Touristen ins Zentrum. Er fordert eine möglichst weitgehende lokale Kontrolle, eine möglichst hohe lokale Partizipation und wirtschaftliche Profite für die beteiligten Akteure und die betreffende Gemeinschaft. Blackstock (2005) merkt kritisch dazu an, dass CBT missbraucht wird, um Tourismus zu legitimieren und dass verschiedene Annahmen problematisch sind: Eine Gemeinschaft, so Blackstock, ist niemals homogen. Entscheidungen werden oft nicht im Konsens getroffen. Cox meint dazu: „…whose voices are speaking, whose interests are being served.” (Cox in Blackstock 2005: 45). Oft geht es bei CBT - Projekten mehr um Profit als um lokales empowerment . Der CBT bietet aber grundsätzlich gute Möglichkeiten für Entwicklung, wenn community development im Vordergrund steht.

Auch de Beer und Marais (2005) sehen im CBT gute Chancen für die Konservierung der Natur und Entwicklung peripherer Regionen. Sie plädieren für eine kontrollierte Nutzung der Natur, und fordern eine stärkere Einbeziehung der lokalen Bedürfnisse und Chancen. Dabei ist es wichtig, dass die lokale Gemeinschaft zum Partner für Konservierung gemacht und sie eingeschlossen statt ausgegrenzt wird. Funktionierende Tourismusprojekte können so der Gemeinschaft die wirtschaftliche Bedeutung der Erhaltung der Natur verdeutlichen. Erfolgreiche Projekte können Anstoß für weitere Projekte werden. Damit der CBT - Ansatz funktioniert, müssen Regierungen (lokale und nationale), Privatwirtschaft und lokale Gemeinschaften kooperieren.

Die GTZ sieht verschiedene Probleme, bei denen die lokalen Gemeinschaften u.U. Unterstützung brauchen. So etwa beim Management und der Werbung. Im Falle von internationalen Touristen können die Sprache, die unterschiedlichen Kulturen, die Essgewohnheiten etc. zu weiteren Problemen führen (vgl. Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH (Hg.) 1999: 94 ff).

Ein Ziel der Etablierung von Nationalparks ist die Erhaltung der natürlichen Ökosysteme. Die Einrichtung und Unterhaltung der Parks ist mit erheblichen Kosten verbunden. Hierfür kann nachhaltige touristische Nutzung die nötigen finanziellen Mittel bieten. Staiff/ Bushel schreiben dazu: “…that conservation outcomes are better achieved when local populations and their land rights are respected and made an integral part of the management regime.” (Staiff/ Bushel 2004: 724). Des weiteren sehen sie Möglichkeiten zur ländlichen Entwicklung: “...that parks provide benefits for communities: health, poverty alleviation, cultural and spiritual sustenance, education, and so on. The role of tourism is obvious, especially ecotourism and other forms of community or heritage-based tourism.” (Staiff/ Bushel 2004: 723).

[...]


[1] Naturschutz: Kraftquelle für die Natur

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Naturtourismus am Vulkan Merapi
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Völkerkunde)
Autor
Jahr
2005
Seiten
33
Katalognummer
V45048
ISBN (eBook)
9783638425223
ISBN (Buch)
9783638878494
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ausführlichere Darstellung und Analyse wahrscheinlich demnächst in Buchform erhältlich.
Schlagworte
Naturtourismus, Vulkan, Merapi
Arbeit zitieren
Dominque Buchmann (Autor), 2005, Naturtourismus am Vulkan Merapi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45048

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