Zwölf Grundformen des Lehrens nach Aebli


Hausarbeit, 2002

12 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Hans Aebli und seine zentralen Werke
1.1. Über Hans Aebli
1.2. Die kognitive Entwicklung nach Aebli

2. Das System der zwölf Grundformen und die drei Dimensionen didaktischer Kompetenz
2.1. Drei Dimensionen des Lehrens und Lernens
2.2. Drei Dimensionen der didaktischen Kompetenz

3. PADUA - Konzept

4. Grundform 1: Erzählen und Referieren
4.1. Psychologischer Teil
4.2. Didaktischer Teil

Literaturhinweise

1. Hans Aebli und seine zentralen Werke

1.1. Über Hans Aebli

Hans Aebli wurde 1923 in Zürich geboren. Er absolvierte das Studium der Psychologie, der Philosophie und der Pädagogik an den Universitäten Genf und Minnesota/USA. Von 1962 bis 1966 war er Professor der Psychologie an der Freien Universität Berlin. Von 1966 bis 1971 hatte Aebli die Stellung eines ordentlichen Professors der Psychologie und war Leiter der Abteilung Psychologie des Zentrums für Bildungsforschung an der Universität Konstanz und wurde schließlich Direktor der Abteilung pädagogische Psychologie der Universität Bern. Bis zu seinem Tod im Juli 1990 lebte Aebli in Burgdorf bei Bern. Seine Forschungen betreffen die Entwicklungspsychologie, die Psychologie des Denkens und Handelns und deren Anwendung auf das Lehren und Erziehen.

1.2. Die kognitive Entwicklung nach Aebli

Der Anfang der wissenschaftlichen Tätigkeit von Hans Aebli wurde durch seine Dissertation „Didactigue psychologigue“ im Jahre 1951 geleistet, die eine didaktische Übertragung der Psychologie von Jean Piaget darstellt, denn Aebli selbst verstand sich als „Piagetianer“. Er entwickelte einen kognitiven didaktischen Ansatz, in dem Lernen als individueller Entwicklungsprozess bestimmt wird. In den fünfziger Jahren arbeitete Aebli an einem seiner Hauptwerke: einer allgemeinen Didaktik auf kognitionspsychologischer Grundlage. „Das 1961 veröffentlichte Buch „Grundformen des Lehrens“, das 1983 in einer Neuausgabe als „Zwölf Grundformen des Lehrens“ erschien und 1998 seine 10. Auflage erfuhr, erlangte in der Form in der Lehrerausbildung den Status eines Klassikers.“ (Berner 1999, 88). Es wurden in diesem Buch traditionelle didaktische Ansätze mit modernen psychologischen Theorien verbunden.

In den sechziger Jahren beschäftigte sich Aebli mit der Frage, wie Entwicklung zustande kommt. Darauf lautete seine Antwort: Durch Sozialisation, Erziehung und Anleitung. „Nach Piaget wird die Welt von den einzelnen Individuen konstruiert, repräsentiert und im Handeln zur Gestalt gebracht oder in Szene gesetzt.“ (ebenda, 88). Diesen Gedanke der Konstruktion übernahm Aebli für seine Überlegungen über kognitive Entwicklung, die unter Anleitung erfolgt und die eigene geistige Leistung des Kindes präsentiert. Das Kind konstruiert sich dementsprechend sein Wissen selbst, aufgrund seiner Erfahrung werden vermittelte Daten zu neuen Strukturen seines Wissens und Denkens. In der Schule geschieht dieser Aufbau auf eine systematische Art und Weise, doch dafür müssen die Lehrpersonen eine hohe psychologische und didaktische Kompetenz aufweisen.

Für Aebli bedeutet Lehren folgendes: „ Überall sind es Operationen, welche die Begriffe definieren, und der Unterricht muss daher den Schüler dazu bringen, diese Operationen zu vollziehen, zuerst tatsächlich und dann in „verinnerlichten“ oder stellvertretenden Form. Bevor der Lehrer also die Aufgabe der praktischen Verwirklichung einer Unterrichtseinheit beginnt, muss er sich darüber klar werden, welche Operationen den Begriffen zugrunde liegen, die er die Schüler erwerben lassen will. Nehmen wir an, er will ihnen den Begriff „Winkel“ fassbar machen. Somit wird er sich fragen: Welche Operation definiert diesen Begriff?“ (Aebli 1976, 87; zitiert nach Berner 1999, 89). Bei Lehroperationen geht es nach Aebli nicht primär um Vermittlung von Inhalten, sondern um Handlungssituationen, in denen die Kinder versetzt werden, um Beziehungen zwischen den Dingen und Problemen herzustellen. Die Lehrer sollen ihren Schülern Lernprozesse ermöglichen, in denen kognitive Strukturen von Kindern entwickelt, differenziert und integriert werden. „Die Aufgabe des Lehrers besteht folglich darin, für das Kind psychologische Situationen zu schaffen, in denen es die Operationen aufbauen kann, die es sich aneignen soll. Der Lehrer muss die früheren Schema aufgreifen, über die das Kind bereits verfügt, und von diesen aus die neue Operation entwickeln. Er muss das dieser geistigen Aktivität angepasste Material liefern und darüber wachen, dass die neue Operation in der erstrebten Richtung gesucht wird.“ (Aebli 1976, 88; zitiert nach Berber 1999, 89)

2. Das System der zwölf Grundformen und die drei Dimensionen didaktischer Kompetenz

Nach Aebli bringt jeder Mensch aus seiner Alltagserfahrung die Fähigkeiten und Fertigkeiten mit, die er zu den Fähigkeiten und Fertigkeiten des Lehrens, also zur „Lehrbefähigung“, erweitern und vertiefen kann. Lehrbegabung ist weder eine geheimnisvolle Naturanlage noch eine Wissenschaft, die man im Menschen aus dem Nichts aufbauen kann. Lehrbefähigung baut sich aus elementaren alltäglichen Verhaltensweisen auf und differenziert sich aus den sozialen Tätigkeiten heraus. Schulisches Lehren setzt natürliche Verhaltensweisen fort, die jedermann im Alltag entwickelt. Auf der Grundlage dieser Überlegungen wurden die Grundformen des Lehrens und Lernens herausgearbeitet, die im Folgenden präsentiert werden sollen.

2.1. Drei Dimensionen des Lehrens und Lernens

In dem Grundlagenwerk „Zwölf Grundformen des Lehrens“ –einer allgemeinen Didaktik auf kognitionspsychologischer Grundlage- legte Aebli ein dreidimensionales System der Lehrgrundlagen vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die erste Dimension „Varianten der medialen Vermittlung“ enthält die ersten fünf Grundformen des Lehrens: Erzählen und Referieren, Vorzeigen und Nachmachen, Objekt- und Bildbetrachtung, Lesen und Schreiben. Diese Grundformen unterscheiden sich gemäß dem Medium, in dem der Schüler seine Erfahrung bildet und der Lehrer ihm diese gibt. Die Form „Erzählen und Referieren“ gibt wieder, wie dem Schüler das Geschehen einer Geschichte und ihr situativer Rahmen im Medium der gesprochenen Sprache nahe zu bringen ist. Der Schüler soll Einsicht in die Unterscheidung von Zeichen und Bedeutung und in den Vorgang der sprachlichen Kommunikation gewinnen. Bei der zweiten Form „Vorzeigen und Nachmachen“ geht es darum, den Schülern eine Tätigkeit als Verhaltensmodell vorzuführen. Durch Nachahmung wird eine solche Tätigkeit geübt. Es findet der Erwerb einer Erfahrung im Bereich des enaktiven Mediums statt, der durch Beobachtungslernen vermittelt wird. Der dritten Form des Lehrens „Objekt-, Bildbetrachtung“ liegt ein anschauliches Medium zugrunde. Die vierte und die fünfte Form „Lesen“ und „Schreiben“ haben das Medium der geschriebenen Sprache.

Ein Lehrer hat nach Aebli als Ziel „die Chancen und die Probleme der Kommunikation in den drei elementaren Medien und in denjenigen des Lesens und Schreibens [zu] erfahren“ (Aebli 1997, 23). Der Lehrer muss lernen, seine Sprache so zu gestalten, dass der Schüler ihm mit Interesse folgt. Der Lehrer muss so vorführen, dass dem Schüler diese Tätigkeit in seinen späteren praktischen Handlungen auch gelingt. Er muss ein Bild mit der Klasse so betrachten, dass von den Schülern der Gegenstand verstanden und von diesem ein inneres gebildet wird.

Der Lehrer muss einen Text mit der Klasse zusammen so verarbeiten, dass dieser sich den Schülern erschließt. Er muss eine Aufgabe zur Textproduktion mit der Klasse so in Angriff nehmen, dass den Schülern eine richtige Aussage gelingt. Die Zielsetzung werdender Lehrer heißt also, „ihre kommunikative Kompetenz so [zu] entwickeln, dass sie nicht nur mit einzelnen Schülern, sondern mit einer ganzen Schulklasse und mit Kindern verschiedenen Alters und verschiedener Begabung in Kontakt treten und ihnen neue und attraktive Erfahrungen zu vermitteln vermögen.“

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Zwölf Grundformen des Lehrens nach Aebli
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Pädagogik)
Veranstaltung
Grundlagen des Lernens
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V4506
ISBN (eBook)
9783638127769
ISBN (Buch)
9783638770897
Dateigröße
421 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das ist eine Hausarbeit, in der es um Grundformen des Lehrens nach Aebli geht. Es werden außer seiner Biographie auch seine Auffassung vom kognitiven Lernen dargestellt. Das PADUA-Konzept, drei Dimensionen, in welche sich der Unterricht teilt, eine von denen - Varianten der medialen Vermittlung - stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Ausführlicher wird die erste Form, Erzählen, präsentiert. 126 KB
Schlagworte
Zwölf, Grundformen, Lehrens, Aebli, Grundlagen, Lernens
Arbeit zitieren
Natalia Schlichter (Autor), 2002, Zwölf Grundformen des Lehrens nach Aebli, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4506

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