Der Stellenwert des personenzentrierten Ansatzes in der Sozialen Arbeit


Hausarbeit, 2018

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der personenzentrierte Ansatz
2.1 Grundbegriffe
2.1.1 Aktualisierungstendenz
2.1.2 Selbstkonzept
2.1.3 Inkongruenz
2.2 Grundhaltungen
2.2.1 Das bedingungsfreie Akzeptieren
2.2.2 Das emphatische Verstehen
2.2.3 Kongruenz

3. Soziale Arbeit und der personenzentrierte Ansatz
3.1 Grundprinzipien der Sozialen Arbeit und des personenzentrierten Ansatzes
3.2 Grenzen der Methode
3.3 kritische Betrachtung der Autorin

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der nachfolgende Praxisbericht beleuchtet den Stellenwert des personenzentrierten Ansatzes in der Sozialen Arbeit durch Literaturvergleiche und gibt einen Überblick über die relevanten Begriffe und Anwendungsmöglichkeiten. In Kapitel Zwei wird zu nächst der Ansatz des personenzentrierten Ansatzes beleuchtet. Im Anschluss wird im dritten Kapitel über die Grundprinzipien und Grenzen des klientenzentrierten Ansatzes diskutiert. Um die Verwendbarkeit zu verdeutlichen werden hier Grenzen der praktischen Umsetzung des Ansatzes aufgezeigt. Der Praxisbericht schließt mit einem Fazit in Kapitel Vier.

Professionelle Beratung hat eine große Bedeutung in der gegenwärtigen Gesellschaft und wird in vielen sozialen Arbeitsfeldern angewandt. Das beratende Gespräch ist zunehmend Bestandteil professioneller Interaktion und soll den Ratsuchenden zu einer selbstverantwortlichen Bewältigung der Probleme befähigen. Daher ist die Fähigkeit, ein solches Gespräch professionell und lösungsorientiert zu führen, von großer Bedeutung. Laut Carl R. Rogers, ist das Individuum prinzipiell in der Lage, sich selbst zu helfen und diesen Antrieb durch Unterstützung von außen zu aktivieren (vgl. Weinberger 2013, S. 23). Die derzeitige Auffassung von Psychotherapie bezieht das Individuum mit der Absicht ein, dessen größtmögliche psychosoziale Stabilität zu erlangen (vgl. Ro-gers/Rosenberg 2016, S. 55). Detailinformationen zum personenzentrierten Ansatz nach Rogers bietet Stimmer, 2012.

In der Sozialen Arbeit sind die Schwierigkeiten der Adressaten vielschichtiger geworden, sodass sich auch die Bedarfe an die Soziale Arbeit gewandelt haben. So werden die Rufe nach Methodenanwendung präsenter. Der Adressat soll enger in den Hilfeverlauf einbezogen werden, damit mehr Unabhängigkeit, auch von professioneller Seite, erreicht werden kann. Daher ist ein lösungsorientiertes Vorgehen, anregende und fördernde Angebote, sowie das Vorhalten von unterstützenden Hilfeleistungen und wirkungsvollen Methoden wichtig (vgl. Galuske 2013, S. 207).

Zugunsten der Lesbarkeit sind im Folgenden sämtliche Ausdrücke, die männlich beschrieben sind, auch auf die weibliche Form bezogen.

2. Der personenzentrierte Ansatz

Die Basis des personenzentrierten Ansatzes stellen das positive Menschenbild und die Beziehung zwischen Ratgeber und Ratsuchendem dar. Die personenzentrierte Gesprächsführung, mit der geforderten Grundhaltung der Methode, ist zunehmend ausschlaggebend für sozialpädagogisches Handeln (vgl. Stimmer 2012, S. 229). Rogers geht davon aus, dass jedes Individuum Ressourcen in sich trägt, welche in einer Beziehung zu einem anderen Menschen, z. B. Beratern oder Therapeuten, entfaltet werden können, jedoch nur dann, wenn das entsprechende förderliche Klima dafür gegeben ist (vgl. Stimmer 2012, S. 230). Der Fokus liegt demnach vor allem auf der Beziehungsebene und nicht auf den Schwierigkeiten oder den Krankheitsanzeichen des Individuums (vgl. Stimmer 2012, S. 229). Diese Haltung ermöglicht es dem Klienten, Eigeninitiative zu ergreifen und seine Selbstheilungskräfte anzuregen, ohne dass der Therapeut durch Belehrungen und Auslegungen eingreift. Rogers glaubt, dass psychische Probleme erst dann entstehen, wenn die angeborene Neigung zur Selbstverwirklichung und das durch Erfahrung und Wertung ausgestaltete Selbstkonzept nicht mehr stimmig sind (vgl. Weinberger 2013, S. 23). Der personenzentrierte Ansatz ist keine spezielle Methode oder Technik, die von jedermann angewandt werden kann. Er ist ein sich verändernder Prozess, welcher stetig von professionellen Fachkräften, anhand von klinischen Versuchen und Forschungsergebnissen, angeschaut, kontrolliert und umgesetzt wird (vgl. Stimmer 2012, S. 230). Die Grundbegriffe und Grundhaltungen des Ansatzes werden in den folgenden Kapiteln beleuchtet.

2.1 Grundbegriffe

Die Fähigkeit des Menschen, sich im Laufe des Lebens selbst in eine Richtung der Selbstverwirklichung, Einstellungs- und Verhaltensänderung zu entwickeln, ist die Grundannahme von Rogers Persönlichkeitstheorie und bildet die Basis des personenzentrierten Ansatzes (vgl. Weinberger 2013, S. 20). Die Begriffe Aktualisierungstendenz, Selbstkonzept und Kongruenz sind zentrale Grundbegriffe in Rogers personenzentriertem Ansatz. Rogers entwickelte ab 1942 die Grundlagen des personenzentrierten Ansatzes und veröffentlichte dazu in den folgenden Jahrzenten diverse Bücher (vgl. Weinberger 2013, S. 19). Die vielseitigen Erkenntnisse ließen Rogers zu der Überzeugung kommen, dass Authentizität, radikale Wertschätzung und verstehendes Feingefühl in zwischenmenschlichen Beziehungen bedingungslos erforderlich sind und die Grundhaltungen des personenzentrierten Ansatzes ausmachen. Rogers gehörte zu den ersten klinischen Psychologen, die das, was sie taten, auch nachprüften, um die Effekte und die Ergebnisse des Handelns beleuchten und belegen zu können (vgl. Stimmer 2012, S. 230). In den nachfolgenden Kapiteln werden die Grundbegriffe des Ansatzes näher betrachtet.

2.1.1 Aktualisierungstendenz

Die Aktualisierungstendenz ist die wesentliche Fähigkeit des Organismus zur Selbsterhaltung und zur Weiterentwicklung. Mit Organismus ist die psychische und physische Ganzheit des Individuums gemeint, die laut Rogers die stärkste Antriebskraft des Menschen darstellt (vgl. Weinberger 2013, S. 24). Hierbei werden die persönlichen Fähigkeiten zur eigenen Förderung eingesetzt. Die menschliche Psyche und Physis wird durch die Aktualisierungstendenz erhalten und gefördert. Erworbene Erfahrungen werden von der Tendenz als positiv oder negativ beurteilt und in die Individualität eingegliedert. Hier spricht Rogers vom Entwicklungsprinzip, welches das im Menschen liegende Potenzial zu entfalten vermag (vgl. Weinberger 2013, S. 25). Die Ziele der Aktualisierungstendenz sind die Autonomie, Reifung, Selbstverantwortung, Selbstverwirklichung und Kreativität des Individuums. Rogers nennt hier das Beispiel eines Kleinkindes, welches laufen lernt und trotz Hürden und Verletzungen eine dienlichere Art der Fortbewegung erstrebt (vgl. Rogers 2017, S. 41). Durch äußere Beeinflussungen oder negative Erlebnisse kann die Aktualisierungstendenz jedoch gehemmt oder blockiert werden. Dies kann zu einem negativen Selbstkonzept führen und die ursprüngliche Wahrnehmung verzerren.

2.1.2 Selbstkonzept

Nach Rogers ist das „Konzept des Selbst“ die achtende Wahrnehmung eines Individuums von sich selbst (vgl. Rogers 2017, S. 42). Diese wird durch die eigenen Wertvorstellungen und Emotionen, in Bezug auf die Identität, gebildet. Hierzu zählt auch, aus welchem Anlass eine Person Entscheidungen trifft und wie sie sich dabei bestärken lässt (vgl. Rogers 2017, S. 42). Das Selbstkonzept ist in der Lage, sich neu Erlebtem anzupassen. Die Gestalt des Selbstkonzeptes ist fließend und veränderbar, jedoch zu jeder Zeit eine Einheit. Das Selbstkonzept ist nicht zwingend bewusst, aber dem Bewusstsein des Individuums zugänglich. Somit dient es dem Individuum als stetiger Bezugspunkt, nach dem er sein Handeln gestaltet (vgl. Rogers 2017, S. 42). Das Ziel des Konzeptes ist, die Ansicht von sich selbst zu fördern und zu entfalten. Sind die Erfahrungen nicht stimmig mit dem Selbstbild, entsteht ein Zustand der Inkongruenz.

2.1.3 Inkongruenz

Die Abweichung neuer Erfahrungen vom Selbstkonzept definiert Rogers als Inkongruenz (vgl. Rogers 2017, S. 43). Eine starke Inkongruenz entsteht, wenn die Aktualisierungstendenz einen ambivalenten Ausdruck anerkennt. Das bedeutet, die Tendenz überprüft einesteils das positive Selbstkonzept beizubehalten, demgegenüber stehen jedoch Begehren des Lebewesens, die mit den beabsichtigten Wünschen inkompatibel sind (vgl. Rogers 2017, S. 44). Rogers geht davon aus, dass der Mensch in der Lage ist, den Zustand der Inkongruenz zurückzunehmen und grundsätzlich sein Selbstkonzept wiederherzustellen. Bei Bedarf kann das Individuum Rat und Unterstützung mithilfe einer Psychotherapie oder Beratung erhalten.

Die Grundhaltungen, die für eine dienliche Beratung erforderlich sind, werden im folgenden Kapitel beleuchtet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Stellenwert des personenzentrierten Ansatzes in der Sozialen Arbeit
Hochschule
SRH Fachhochschule Hamm
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V450645
ISBN (eBook)
9783668841925
ISBN (Buch)
9783668841932
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stellenwert, ansatzes, sozialen, arbeit
Arbeit zitieren
Eva Kuhn-Sell (Autor:in), 2018, Der Stellenwert des personenzentrierten Ansatzes in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450645

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