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Sportunterricht auf Englisch. Chancen und Probleme und eine exemplarische Unterrichtskonzeption zum Thema Tchoukball

Theoretische Analyse

Titel: Sportunterricht auf Englisch. Chancen und Probleme und eine exemplarische Unterrichtskonzeption zum Thema Tchoukball

Examensarbeit , 2015 , 80 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marcus Wenzel (Autor:in)

Didaktik - Sport, Sportpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verständigung aller Menschen liegt in der Sprache. Je mehr Menschen man durch sie erreichen kann, desto mehr Erfahrungen lassen sich sammeln. Worte wie diese machen deutlich, was viele schon wissen: das Bestreben mehrere Sprachen zu sprechen, wird in der heutigen postmodernen Gesellschaft immer grundlegender. Der Erwerb dieser Sprachen fällt dabei zunehmend in das Aufgabenfeld der Schule. Antithetisch zu den Unterhaltungsmedien, bildet sie den Ort für das planvolle, gesteuerte Fremdsprachenlernen. Die englische Sprache, als ‚lingua franca‘, dominiert dabei das Geschehen und ist im Aufbau fremdsprachlicher Diskursfähigkeit von zentraler Bedeutung. Nicht nur Wirtschaft und Wissenschaft, sondern auch die Politik versuchen deshalb vermehrt Einfluss auf das Schulgeschehen zu nehmen. Eine der zentralen Ambitionen der letzten Jahrzehnte war es hierbei, den zunehmenden sprachlichen Austausch in Europa voranzutreiben. Durch sprachliches und interkulturelles Lernen versucht man ein tieferes Verständnis für Fremdheit, Differenzen aber auch Gemeinsamkeiten der Kulturen innerhalb Europas zu entwickeln. Ein Ziel der europäischen Sprachpolitik ist hierbei, einen „plurilingualen Europa-Bürger für ein multilinguales und plurikulturelles Europa“ (Thaler, 2012, S.15) zu formen.

Auch der moderne Sport stellt in gewissem Sinne eine Weltsprache dar. Kaum etwas birgt so hohes Potential Menschen miteinander zu verbinden, wie die geteilte Freude am Bewegen. Während des Spielens und innerhalb freudvoller Bewegung kann man die Sorgen und Ängste des Alltages für einen kurzen Moment hinter sich lassen. Diese Spielfreude wird von allen Menschen weltweit, zumindest im Kindesalter, geteilt. Nicht umsonst erkannte schon Friedrich von Schiller (1801/2000, S. 57) den Wert des Spielens mit den Worten: „der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“. Der Sport und insbesondere das Spielen bieten somit eine einmalige Möglichkeit zur Verständigung und einheitsstiftenden Kommunikation der Menschheit, welche weit über sprachliche, kulturelle oder religiöse Grenzen hinwegreicht.

Auf Grund dieser enorm anmutenden Potentiale stellt sich nun die Frage, ob sich diese beiden Sprachen sogar in einen harmonischen Einklang bringen lassen. Kann deren Zusammenschluss gar gewinnbringend in Schule und Unterricht genutzt werden? Die nun folgende Arbeit sucht und findet Antworten auf diesen Fragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Fremdsprachenerwerb

2.1 Spracherwerbstheorien

2.2 Krashens Hypothesen zum Zweitspracherwerb

3 Bildungsstandards, Kompetenzorientierung und die resultierende Umformulierung deutscher Bildungsziele

3.1 Ziele des Sportunterrichts

3.2 Ziele des Englischunterricht

4 Integration der englischen Sprache in den Sportunterricht

4.1 Kompetenzmodell des bilingualen Unterrichts

4.2 Kompetenzmodell des Sportunterrichts

4.3 Das Kompetenzmodell für bilingualen Sportunterricht

5 Erstes Zwischenfazit zur theoretischen Legitimation englischsprachigen Sportunterrichts

6 Analyse der Unterrichtskommunikation

6.1 Organisation des Unterrichts

6.2 Anweisungen,Mitteilungen, Korrekturen

6.3 Die kognitive Phase

6.4 Zweites Zwischenfazit, die Kommunikation im fremdsprachlichen Sportunterricht

7 Die Einführung des Tchoukball als idealer Lerngegenstand

7.1 Sachanalyse

7.2 Verschiedene Betrachtungsweisen des Lerngegenstandes

7.2.1 Didaktische Analyse

7.2.2 Pädagogische Analyse

7.2.3 Methodische Überlegung – Teaching Games for Understanding

8 Planung einer Unterrichtsreihe zum Tchoukball

8.1 Erste Stunde

8.2 Zweite Stunde

8.3 Dritte Stunde

8.4 Vierte Stunde

8.5 Fünfte Stunde

8.6 Sechste Stunde

8.7. Siebte, achte, neunte Stunde

9 Abschließendes Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial einer fächerübergreifenden Unterrichtskonzeption, die den Sportunterricht mit der englischen Sprache verbindet, wobei Tchoukball als praxisnaher Lerngegenstand dient, um durch authentische Sprechanlässe sowohl die Bewegungskompetenz als auch die fremdsprachliche Diskursfähigkeit der Schüler zu fördern.

  • Verbindung von Sportdidaktik und Fremdsprachenerwerbstheorien
  • Etablierung eines Kompetenzmodells für bilingualen Sportunterricht
  • Analyse der unterrichtskommunikativen Möglichkeiten im Sport
  • Pädagogische Legitimation von Tchoukball als kooperative Sportart
  • Entwicklung einer konkreten, fremdsprachlichen Unterrichtssequenz

Auszug aus dem Buch

6.3 Die kognitive Phase

Neben der Organisation und den Aufforderungen, Mitteilungen und Korrekturen, bietet noch eine weitere Phase Grund zur Kommunikation. Es handelt sich dabei um die kognitive Phase. Sie ist sowohl für den Sport als auch für die Kommunikation in der Fremdsprache von fundamentaler Bedeutung. Um diese Phase in ihrer Ganzheit und Zielsetzung zu verstehen, bedarf es vorab einer kurzen Erläuterung.

Im Sport ist es oftmals so, dass Schüler auf verbale Aufforderungen mit motorischen Bewegungen antworten. Dies ist eine Besonderheit, die bis jetzt nur das Fach Sport mit sich bringt. Eine solche motorische Antwort allein genügt jedoch nicht für das ganzheitliche Erlernen einer Bewegung. Ganzheitlichkeit beschränkt sich nicht auf den kognitiven, affektiven oder psychomotorischen Lernbereich, sondern verbindet die drei miteinander.

Die Reflexion wird im Sportunterricht als kognitive Phase bezeichnet. Relevant für diese Arbeit ist die kognitive Phase, jedoch nicht nur auf Grund ihres Bildungsgehaltes, sondern speziell auch durch die entstehenden Kommunikationsanlässe. In dieser Phase kommt es sowohl zur Verwendung von allgemeiner als auch Fachsprache. Dadurch eignet sie sich nicht nur für Vokabelarbeit von sportspezifischen Fachtermini in der Fremdsprache, sondern kann zur allgemeinen Verbesserung des Sprachgefühls und des Niveaus beitragen. Schüler lernen hierbei Erlebtes zu verbalisieren und Prozesse für Mitmenschen verständlich zu beschreiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Fremdsprachenerwerbs und des Sports als verbindendes Element und stellt die Forschungsfrage nach einem pädagogischen Mehrwert der Fächerkombination Englisch und Sport.

2 Fremdsprachenerwerb: Dieses Kapitel gibt einen theoretischen Überblick über verschiedene Spracherwerbstheorien sowie die Hypothesen von Krashen, die als Basis für den fremdsprachlichen Unterricht dienen.

3 Bildungsstandards, Kompetenzorientierung und die resultierende Umformulierung deutscher Bildungsziele: Es wird der Wandel zur Kompetenzorientierung analysiert und die spezifischen Bildungsziele von Sport- und Englischunterricht dargelegt.

4 Integration der englischen Sprache in den Sportunterricht: Hier wird das Kompetenzmodell für bilinguale Sportkontexte nach Rottmann eingeführt, welches Fach- und Sprachkompetenz synergetisch verknüpft.

5 Erstes Zwischenfazit zur theoretischen Legitimation englischsprachigen Sportunterrichts: Das Kapitel bestätigt die theoretische Vereinbarkeit der beiden Fachziele und unterstreicht das hohe Potenzial des Modells für die Unterrichtspraxis.

6 Analyse der Unterrichtskommunikation: Es werden die verschiedenen Kommunikationsphasen im Sportunterricht – Organisation, Anweisungen, Mitteilungen, Korrekturen und kognitive Phase – detailliert auf ihre Eignung als Sprechanlässe untersucht.

7 Die Einführung des Tchoukball als idealer Lerngegenstand: Tchoukball wird aufgrund seiner kooperativen Philosophie und geringen Bekanntheit als optimaler Gegenstand für fächerübergreifende Ansätze legitimiert und methodisch fundiert.

8 Planung einer Unterrichtsreihe zum Tchoukball: Dieses Kapitel übersetzt die Theorie in eine konkrete Unterrichtsplanung von der ersten bis zur neunten Stunde, wobei der Fokus auf schülerzentrierten Lernprozessen liegt.

9 Abschließendes Fazit: Das Fazit fasst die theoretische und praktische Eignung des bilingualen Sportunterrichts zusammen und plädiert für einen interdisziplinären Dialog der Fachdidaktiken.

Schlüsselwörter

Tchoukball, Sportunterricht, Englisch, Bilingualer Unterricht, Kompetenzmodell, Spracherwerb, Unterrichtskommunikation, Didaktik, Pädagogik, Kooperation, Sprachlernprozess, Handlungskompetenz, Fachtermini, Methodik, Affektiver Filter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Chancen und praktischen Möglichkeiten, das Schulfach Sport und das Fach Englisch fächerübergreifend zu verbinden, um Sprachkompetenz im Sportunterricht zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Verbindung von Sportdidaktik und Fremdsprachendidaktik, die Analyse von Kommunikationsprozessen im Sportunterricht und die praktische Anwendung durch ein kooperatives Sportspiel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob ein englischsprachiger Sportunterricht, speziell am Beispiel von Tchoukball, einen pädagogischen Mehrwert bietet, der über herkömmliche Unterrichtsformen hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu fremdsprachlichen Erwerbstheorien und Sportdidaktik sowie der Anwendung eines existierenden Kompetenzmodells für bilingualen Unterricht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretische Legitimation bilingualen Sportunterrichts, untersucht die verschiedenen Sprechanlässe im Sport (Organisation, Anweisungen, Korrekturen) und erarbeitet eine detaillierte Unterrichtsreihe zu Tchoukball.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernthema „Tchoukball“ sind „Bilingualer Unterricht“, „Kompetenzorientierung“, „Handlungskompetenz“ und „Affektiver Filter“ die zentralen Fachbegriffe.

Warum wurde Tchoukball als Beispiel für das Projekt gewählt?

Tchoukball eignet sich besonders, da es eine non-aggressive, kooperative Philosophie verfolgt und aufgrund seiner relativen Unbekanntheit in Deutschland eine kreative, schülerzentrierte Erarbeitung ermöglicht.

Inwiefern spielt der „Affective Filter“ nach Krashen eine Rolle?

Der affektive Filter beschreibt Faktoren, die das Lernen behindern können. Das Projekt nutzt die Freude am Sport und die Kooperation im Tchoukball, um diesen Filter zu senken und die Sprachproduktion zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 80 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sportunterricht auf Englisch. Chancen und Probleme und eine exemplarische Unterrichtskonzeption zum Thema Tchoukball
Untertitel
Theoretische Analyse
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,0
Autor
Marcus Wenzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
80
Katalognummer
V450714
ISBN (eBook)
9783668840539
ISBN (Buch)
9783668840546
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport auf Englisch Didaktik Tchoukball Unterricht Chancen und Probleme Unterrichtskonzeption
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Wenzel (Autor:in), 2015, Sportunterricht auf Englisch. Chancen und Probleme und eine exemplarische Unterrichtskonzeption zum Thema Tchoukball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450714
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Leseprobe aus  80  Seiten
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