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Soziale Wirklichkeitskonstruktion - die Auswirkungen des Internets auf die Realitätswahrnehmung des Menschen

Title: Soziale Wirklichkeitskonstruktion - die Auswirkungen des Internets auf die Realitätswahrnehmung des Menschen

Seminar Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Oliver Schill (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Das 21. Jahrhundert ist, wie kein anderes Jahrhundert zuvor, geprägt von Medien, Information und Kommunikation. Was Menschen früher noch mit körperlicher Arbeit leisten mussten, wird zunehmend durch Maschinen bewerkstelligt. Die Beschäftigungsfelder sind heute, zumindest in den Industriestaaten, mehr und mehr im so genannten Dienstleistungssektor zu finden. Eine der wichtigsten Dienstleistungen ist die Beschaffung, Verarbeitung und Weitergabe von Informationen. Diese werden allgemein durch Prozesse der Kommunikation transportiert und vermittelt.
Die entscheidende technische Errungenschaft, die diese Entwicklung sozusagen einleitete und erst möglich machte wird allgemein in der Erfindung des Buchdrucks gesehen - also mit dem Druck Gutenbergs berühmter Bibel von 1452 bis 1455 in Mainz. Mit der Möglichkeit Bücher in Massen zu (re)produzieren und zu publizieren, war der Startschuss der massenmedialen Kommunikation gefallen. Als sich dann im 20. Jahrhundert noch Radio, Film und schließlich Fernsehen als Massenmedien etablierten, war der Sprung von der landwirtschaftlich und industriell geprägten Arbeitergesellschaft hin zur Informations- und Kommunikationsgesellschaft geschafft. Der Buchdruck markiert deshalb den entscheidenden Meilenstein dieses Reformationsprozesses, welcher sich analog auch im Modell des demographischen Übergangs der Industriestaaten widerspiegelt.
Ein vergleichbares Phänomen könnte nun ebenfalls die Etablierung des Internets bewirken. Mit Hilfe dieses Mediums, kann in der Kommunikation nicht nur die Zeitlichkeit, sondern erstmals auch die räumliche Determiniertheit des Menschen überwunden werden.

[…] „Dabei findet neben der virtuellen Realität, […] die erweiterte Realität (auf Neudeutsch "Augmented Reality") zunehmend Aufmerksamkeit. Das Ziel: Der Nutzer soll neben der natürlichen Umgebung auch bestimmte extra in sein Gesichtsfeld projizierte Informationen sehen […] - am besten über das Internet.“ […]
(Marsiske Hans-Arthur: Die Geister, die ich rief, Der Spiegel, Juni 2001)

In der folgenden Arbeit soll in einem kurzen Abriss versucht werden, die Art und Weise darzustellen, welche Auswirkungen das Internet auf die Realitätswahrnehmung des Menschen hat, wie sich diese Wahrnehmung verändert, bzw. wie das Internet Wirklichkeit(en) konstruiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wirklichkeitskonstruktion im soziologisch-wissenschaftlichen Sinn

2.1 Der Begriff Konstruktion

2.2 Beobachten und Wirklichkeit

2.3 Wirklichkeitskonstruktion in den Massenmedien

2.4 Wirklichkeitserzeugung – ein langwieriger Prozess

3. Soziale Wirklichkeitskonstruktion durch das Internet

3.1 Das Internet – Ein personalisiertes Massenmedium?

3.2 Konkrete Wirklichkeitskonstruktionen im Internet

3.2.1 Soziale Kognition

3.2.2 Soziale Emotion

3.2.3 Soziale Motivation

3.2.4 Einstellungen

3.2.5 Soziale Repräsentationen

4. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Internets auf die Realitätswahrnehmung des Menschen und analysiert, wie dieses Medium soziale Wirklichkeiten konstruiert.

  • Vergleich der Wirklichkeitskonstruktion zwischen Massenmedien und dem Internet
  • Analyse des Internets als Hybridmedium zwischen interpersonalen Prozessen und Massenkommunikation
  • Untersuchung der Mechanismen der sozialen Kognition und Emotion in computervermittelten Umgebungen
  • Diskussion der Bedeutung von computervermittelter Kommunikation für Identitätsbildung und Einstellungsänderungen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Soziale Kognition

Mit sozialer Kognition meint Döring „Erwerb, Organisation und Anwendung von Wissen über soziale Umwelt“. (ebenda, S.247) Sie basiert dabei auf den grundlegenden Phänomenen der Wahrnehmung, dem Gedächtnis, der Sprache sowie dem Denken. Im Begriff Kognition sind sowohl die Prozesse als auch die Produkte von Informationsverarbeitung enthalten. Mit anderen Worten, mit sozialer Kognition sind die Prozesse gemeint, mit denen jedes Indi- viduum in eine Gesellschaft integriert wird, bzw. sich darin selbst integriert. Der Schwerpunkt der sozialen Kognitionsforschung liegt aber auf dem Individuum, also der „Selbstreflexion bzw. Meta-Kognition, […] wie man [das Individuum] zu sozialem Wissen gelangt, wie zutreffend oder unsicher es ist.“ (ebenda, S. 247)

Zunächst einmal soll die kognitive Verarbeitung von sozialer Information dargestellt werden. Dies geschieht vereinfacht mit Hilfe eines analytischen „Stufenmodell sozialer Informationsverarbeitung“ (ebenda, S. 247) Wobei es nicht allgemeingültig sein kann, da jede Aufnahme von Information eine andere persönliche Gewichtung bekommt und demzufolge manchmal auch mit viel weniger Aufmerksamkeit abläuft. Doch für eine allgemeine Veranschaulichung soll das folgende Modell ausreichend sein:

Um Information verarbeiten zu können, muss zunächst überhaupt eine solche gegeben sein. Sie wird in unserem Modell als Stimulus oder Ereignis bezeichnet. Bei einem Ereignis mit ausreichendem Interesse wird dann mit dem folgendem Stufenmodell reagiert:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft und die Fragestellung nach der Internet-induzierten Realitätskonstruktion.

2. Wirklichkeitskonstruktion im soziologisch-wissenschaftlichen Sinn: Theoretische Herleitung des Konstruktivismus als Beobachtung zweiter Ordnung und Analyse der Wirklichkeitserzeugung in klassischen Massenmedien.

3. Soziale Wirklichkeitskonstruktion durch das Internet: Untersuchung der spezifischen Hybridnatur des Internets und der psychologischen Prozesse wie Kognition, Emotion und Motivation im Netzkontext.

4. Ausblick: Reflexion über den Begriff der virtuellen Realität und die Auswirkungen der zunehmenden kommunikativen Subjektivität auf die Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Soziale Wirklichkeitskonstruktion, Internet, Massenmedien, Konstruktivismus, Soziale Kognition, Soziale Emotion, computervermittelte Kommunikation, Hybridmedium, Simulakren, Identität, Interaktivität, Netzsoziologie, Realitätswahrnehmung, Motivation, soziale Repräsentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie das Internet als modernes Medium unsere Wahrnehmung von Realität beeinflusst und wie soziale Wirklichkeiten durch digitale Kommunikationsprozesse konstruiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der soziologische Konstruktivismus, der Wandel von massenmedialer hin zu computervermittelter Kommunikation sowie sozialpsychologische Prozesse des Online-Verhaltens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Auswirkungen des Internets auf die Realitätswahrnehmung aufzuzeigen und zu analysieren, wie Individuen ihre soziale Welt im digitalen Raum konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und verknüpft dabei mediensoziologische Ansätze (wie Luhmann) mit sozialpsychologischen Erkenntnissen zur Online-Forschung (wie Döring).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Internet als Hybridmedium und detailliert spezifische Teilbereiche wie soziale Kognition, emotionale Verarbeitung, Motivation und Einstellungsbildung unter den Bedingungen digitaler Vernetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziale Wirklichkeitskonstruktion, Konstruktivismus, computervermittelte Kommunikation, Hybridmedium und digitale Identität.

Was bedeutet der Begriff „Hybridmedium“ im Kontext der Arbeit?

Das Internet wird als Hybridmedium bezeichnet, da es personalisierte, interaktive Kommunikationsmöglichkeiten mit den strukturellen Aspekten der klassischen Massenkommunikation verschmilzt.

Wie unterscheidet sich die Online-Kommunikation in Bezug auf soziale Emotionen?

Obwohl Online-Interaktionen oft als emotionsverflachend wahrgenommen werden können, betont die Arbeit, dass das Netz eine Fülle von schnell verfügbaren Emotionsauslösern bietet und soziale Emotionen wie Einsamkeit oder Selbstwertschätzung hier eine neue, mediengeprägte Dynamik erhalten.

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Details

Title
Soziale Wirklichkeitskonstruktion - die Auswirkungen des Internets auf die Realitätswahrnehmung des Menschen
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Christliche Publizistik)
Course
Proseminar: Allwissend und Allgegenwärtig: Das Internet
Grade
2,2
Author
Oliver Schill (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V45072
ISBN (eBook)
9783638425445
ISBN (Book)
9783638860727
Language
German
Tags
Soziale Wirklichkeitskonstruktion Auswirkungen Internets Realitätswahrnehmung Menschen Proseminar Allwissend Allgegenwärtig Internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Schill (Author), 2005, Soziale Wirklichkeitskonstruktion - die Auswirkungen des Internets auf die Realitätswahrnehmung des Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45072
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