Aktuelle Entwicklungen im Bereich E-Health. Digitalisierung in der Gesundheits- und Fitnessbranche


Fachbuch, 2019
64 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Executive Summary

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Digitalisierung erreicht Gesundheits‐ und Fitnessbranche

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Einflussfaktoren auf voranschreitende Digitalisierung in der Gesundheits- und Fitnessbranche
2.2 Fitness und Gesundheit
2.3 E-Health
2.4 Beweggründe
2.5 Ausgewählte Krankheitsbilder

3 Methodik

4 Ergebnisse und Ist-Zustand E-Health
4.1 Sport- und Fitnessapps
4.2 Wearables
4.3 Telemedizin
4.4 E-Health-Lösungen für die ausgewählten Krankheitsbilder

5 Diskussion

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Executive Summary

Innerhalb der Gesundheits- und Fitnessbranche vollzieht sich ein digitaler Wandel, der vor allem durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien geprägt wird. Fitness-Apps und Wearables beherrschen in Zukunft den Fitnessmarkt und werden in den nächsten Jahren für hohe Umsätze und Kostenreduktionen im Gesundheitssektor beitragen können, sofern richtige Vorgehensweisen seitens Kostenträgern und Bundesregierung definiert werden. Die hohen Umsatzgenerierungen sind nicht nur im Blickpunkt der Kostenträger, auch die weltweit führenden Sportartikelhersteller haben das große Potential von Sport- und Fitness-Apps entdeckt und versuchen ihrerseits wirtschaftliche Vorteile daraus zu ziehen.

Diese großen Umsatzzahlen lassen sich auch in der Gesundheitsbranche wieder finden und sind insbesondere auf die zunehmende Bereitschaft zurückzuführen, telemedizinische Services zu nutzen. Durch die wachsenden technologischen Möglichkeiten ergeben sich neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Somit wird die Überwachung und Behandlung von chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus effizienter gestaltet werden können. Die steigenden Nutzerzahlen in beiden Sektoren, Fitness und Gesundheit, resultieren in hohe Umsatzbeträge, die dazu beitragen können, das Gesundheitswesen zu entlasten. In Zukunft werden auch Subsegmente wie intelligente Bekleidung und Schuhwerk an Zustimmung gewinnen. Somit steigt der Absatz in diesen Kategorien und wenn der technologische Fortschritt weiterhin anhält werden diese Segmente für den medizinischen Sektor ebenfalls große Vorteile mit sich bringen.

Bei all den offensichtlichen Vorteilen muss verstärkt der Datenschutz in den Vordergrund der Anbieter rücken um den Nutzer zu schützen und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Sportriesen investieren in Fitness-Apps

Abbildung 2: Käufer- und Nutzergruppen für Sport- und Fitness-Apps

Abbildung 3: Umsatz Fitness-Apps in Mio. US-Dollar

Abbildung 4: Apple ist neuer Wearables-Marktführer

Abbildung 5: Umsatz Wearables in Mrd. US-Dollar

Abbildung 6: Prognose zur Entwicklung des weltweiten Sportbekleidungsmarkts

Abbildung 7: Milliardenmarkt Sportschuh

Abbildung 8: Zahlende Nutzer für Diabetes Smart Devices

1 Digitalisierung erreicht Gesundheits- und Fitnessbranche

Die Digitalisierung schreitet voran und betrifft mittlerweile nahezu alle Lebensbereiche. Diese Veränderungen sind im E-Commerce, in der Kommunikation, durch Social Media wie „Whatsapp“ oder Facebook, aber auch in der Arbeitswelt erkennbar. Die zunehmende Digitalisierung und der Einsatz intelligenter Computer und Systeme lassen den Menschen in seiner Rolle als treibende Kraft in der Arbeitswelt immer unwichtiger wirken.

Digitalisierung kann mehrere Bedeutungen haben: zum einen wird darunter die digitale Umwandlung und Darstellung von Informationen und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen verstanden. Ebenso kann mit diesem Begriff die digitale Revolution gemeint sein.

„Während im 20. Jahrhundert die Informationstechnologie (IT) vor allem der Automatisie-rung und Optimierung diente, Privathaushalt und Arbeitsplatz modernisiert, Computer- netze geschaffen und Softwareprodukte wie Office-Programme und Enterprise-Resource-Planning-Systeme eingeführt wurden, stehen seit Anfang des 21. Jahrhunderts disruptive Technologien und innovative Geschäftsmodelle sowie Autonomisierung, Flexibilisierung und Individualisierung in der Digitalisierung im Vordergrund“ (Bendel o. J.).

Mittlerweile hat die Digitalisierung die Sport-, Gesundheits-, und Fitnessbranche erreicht. Neueste Technologien, Software und Innovationen ermöglichen den Athleten aus dem Leistungssport sowie dem Hobbysportler aus Fitnessstudio und Sportverein optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen. Neben diesen rein leistungsorientierten Faktoren steigt unter anderem der Drang zur Selbstüberwachung oder zur sogenannten Self Optimization und Digital Health. Dieser Trend ist auch im Gesundheitswesen zu erkennen. Die digitale Überwachung und Steuerung über Smartphone-Apps oder Wearable Computing nimmt zu. Selbstvermessungstechnologien ermöglichen ein Mehr an Autonomie und Kontrolle.

Die Sportler, aber auch die breite Masse, möchten mehr Daten einsehen können, Vitalfunktionen wie zum Beispiel Herzfrequenz, Atmung, verbrannte Kalorien, Schrittzahlen oder die Überwachung des Schlafes. Die Überwachung des Trainings, Ernährung, Regeneration und Gesundheit nimmt einen immer höheren Stellenwert im Bereich der Leistungsoptimierung- und Anpassung sowie in der Überwachung des Gesundheitszustandes ein. Damit kommt es zu einer gleichzeitigen Anpassung innerhalb der Sport- und Fitnessindustrie. Die steigende Nachfrage und das zunehmende Interesse verlangen Innovationen und Neuheiten in diesen Sektoren.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich rund um das Thema E-Health. Neben theoretischen Grundlagen wird auch auf den Ist-Zustand eingegangen und welche Technologien heute und in Zukunft das Gesundheitswesen prägen werden. Unter Beachtung der Gesundheitsausgaben, die in einzelnen Segmenten geschildert werden, sollen die Marktsituation und das Marktpotential, vor allem in Deutschland, einzelner Bereiche geschildert werden und somit eine Aussicht über den heutigen und zukünftigen Stand liefern. Zudem sollen Käufer- und Nutzergruppen in den einzelnen Segmenten ermittelt werden.

Die Betrachtung fällt zum einen auf die Fitnessbranche, rund um die Fitness-Apps und Wearables. Zum anderen soll auf die Gesundheitsbranche eingegangen und dabei die drei großen chronischen Krankheiten aufgegriffen werden. Dabei wird herausgefunden, wie E-Health diese Bereiche beeinflusst und in Zukunft beeinflussen kann.

2 Theoretische Grundlagen

Im Vorfeld dieser Arbeit gilt es die Grundlagen bezüglich Einflussfaktoren, E-Health allgemein zu klären und zudem werden die ausgewählten Krankheitsbilder vorgestellt, auf die im weiteren Verlauf der Arbeit eingegangen wird. Der theoretische Teil dient zur Aufklärung und Vorbereitung für den Hauptteil.

2.1 Einflussfaktoren auf voranschreitende Digitalisierung in der Gesundheits- und Fitnessbranche

Die Digitalisierung besitzt ein weiteres Merkmal, das von Bedeutung ist. Die Nutzung von digitalen Netzwerken, Medien und digitalen Gerätschaften ist in der heutigen Zeit kaum wegzudenken. Ein mobiler Internetzugang, soziale Netzwerke, neueste technologische Errungenschaften, Applikationen und Smartphones unterstützen den Prozess der Digitalisierung in diesem Segment.

Der Trend zeigt, dass die absolute Zahl an Nutzer in den sozialen Netzwerken in Milliarden steigt und macht deutlich, dass sich diese Anzahl bis 2021 auf geschätzte drei Milliarden erhöhen wird. Facebook stellt mit ca. 2 Mrd. monatlich aktiven Nutzern (MAU) das größte soziale Netzwerk dar, davon sind ca. 30 Mio. deutsche User registriert. Das Online-Videoportal Youtube befindet sich direkt dahinter mit 1,5 Mrd. monatlichen aktiven Nutzern auf Rang zwei (Statista 2018).

Die sozialen Netzwerke bieten Unternehmen einen optimalen Ort für Werbung, dem sogenannten Social Media Marketing, und um den potentiellen Kunden schnell erreichen zu können. Unternehmen können somit mehr Aufmerksamkeit erzielen. Aufgrund einer hohen Vernetzung wird erreicht, dass viele Kunden innerhalb kürzester Zeit, zielgruppenorientiert angesprochen werden können.

Aus dieser hohen Anzahl an Nutzer kann weiterhin geschlussfolgert werden, dass auch viele Menschen über Smartphones und einen mobilen Internetzugang verfügen. Genauer genommen wurden im Jahre 2017 2,32 Mrd. Smartphones weltweit erfasst und die erwartete Anzahl für 2020 an Smartphones steigt auf 2,87 Mrd. laut dem Statistik-Portal Statista.

Somit liegt die Smartphone-Penetration bei 71,5 % und wird bis 2021 auf 78 % ansteigen. Zeitgleich wird die Internet-Penetration auf 83 % anwachsen (Buss 2017: S. 15).

Schlussfolgernd kann behauptet werden, dass die Menschen durch die digitalen Medien oder Geräte flexibler, autonomer und schneller auf Apps zugreifen können, die beispielsweise die Körperfunktionen über den Tag hinweg erfassen. Es können durch die Schrittzählerfunktion in Handys oder Apps jederzeit Tagesziele überprüft werden und das sorgt für eine zusätzliche Motivation sich körperlich zu betätigen. Es lässt sich deuten, dass der Zugriff auf Gesundheits- und Sportangebote deutlich bequemer und leichter über die mobilen Geräte abläuft. Diese ermöglichen dem Nutzer jederzeit und überall auf die Anwendungen zuzugreifen.

Da sich diese Arbeit hauptsächlich um die großen Gebiete Gesundheit und Fitness dreht, stellt sich die Frage was diese Begriffe wirklich bedeuten und wie diese definiert werden. Im nächsten Abschnitt wird auf die Bedeutung dieser zwei Begriffe eingegangen.

2.2 Fitness und Gesundheit

Die Fitnessbranche verzeichnet seit Jahren ein kontinuierliches Wachstum und ein Ende ist kaum abzusehen. Der weltweite Umsatz der Fitness-Industrie, die Fitness-Clubs mit einbezogen, beträgt 83,1 Mrd. US-Dollar. Davon entfallen 5,6 Mrd. auf den deutschen Markt (Statista Fitness 2018). Wenn in dieser Arbeit über Sport und Fitness geredet wird, womit auch das Thema Gesundheit einhergeht, dann müssen im Vorfeld diese Begrifflichkeiten definiert sein.

„Der Begriff Fitness (engl. fit: tauglich, fähig) beschreibt den aktuellen Zustand der kör-perlichen Leistungsfähigkeit in den Bereichen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination. Während eines Fitnesstrainings geht es vor allem darum, motorische Fähigkeiten zu erhalten oder die aktuellen Fähigkeiten weiter auszubauen“ (Soulplus o.J.).

Auf dieser Definition aufbauend kann gesagt werden, dass versucht wird durch die Verbesserung der fünf motorischen Hauptbeanspruchungsformen (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Koordination), die eigene Fitness zu verbessern. Dies stellt einen wichtigen Faktor innerhalb der Prävention von Krankheiten dar, sei es nun beabsichtigt oder unterbewusst. Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining stellt dabei eine solide Grundlage für die Prävention von chronischen Krankheiten dar.

Es existieren unzählige Definitionen und Meinungen über Gesundheit, doch die der World Health Organization (WHO) ist die weitläufig bekannteste. Die WHO definiert Gesundheit wie folgt:

„Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefin-dens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Ge-sundheitszustandes zu erfreuen ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied derRasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung“ (Antwerpes et al. o.J., zit. n. WHO).

Fitness und Gesundheit hängen eng miteinander zusammen. Menschen mit einem hohen Gesundheitsbewusstsein wollen Gesundheit und Wohlbefinden durch Trainingsmaßnahmen aufrechterhalten. Der Wunsch nach einer längeren und gesünderen Lebenszeit wird immer größer. Ihnen stehen viele Möglichkeiten offen um dies zu erreichen. Diese reichen von einer Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, dem „Downloaden“ verschiedener digitaler Angebote, die die Bereiche Training und Ernährung abdecken, bis hin zum Anschaffen von Fitnessarmbändern, die beim Sport zusätzliche Daten liefern und interessante Informationen über Körperwerte liefern. Des Weiteren erhöhen sich die medizinischen Angebote im digitalen Raum, die Telehealthcare, mHealth und Applikationen beinhalten.

Im kommenden Abschnitt wird die Begrifflichkeit „E-Health“ definiert.

2.3 E-Health

Sobald digitale Anwendungen im Gesundheitssektor im Vordergrund stehen und die Digitalisierung nicht außer Acht gelassen wird, fällt zwangsläufig der Begriff E-Health oder Digital Health. Telemedizin, eHealth und mHealth sind nur einige Begriffe, die sich auf ein modernes und digitales Gesundheitswesen beziehen. Die Definition gemäß WHO lautet:

„E-Health bezeichnet den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen einschließlich Dienstleistungen und Prozessen im Gesundheitsbereich,Prävention, Gesundheitsüberwachung, Behandlung, Literatur und Bildung, Wissen und For-schung. E-Health kann zur Kostensenkung beitragen und birgt ein hohes Absatz-Potenzial“(Buss 2017: S.3, zit. n. WHO).

So könnte dieser digitale Wandel innerhalb des Gesundheitssektors als Digitalisierung im Feld der Medizin bezeichnet werden. In erster Linie wachsen, mit dem voranschreitenden Fortschritt der Technik, die Erwartungen und Hoffnungen, dank moderner digitaler Assistenten eine generelle Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erreichen. Digital Health birgt weitere Vorteile wie etwa präzisere Diagnosen auf Basis digitaler Patientenakten, verbesserte Früherkennung oder die Überwachung einer chronischen Erkrankung, welche durch die neue Technik begünstigt werden. Möglich wird das durch die zusammengeführten Daten, die aus den einzelnen Subsegmenten erfolgt. Schließlich bilden sie die Grundlage für Big Data-Analysen, die der Gewinnung entscheidungsrelevanter Informationen dienen. Im Zuge dieses Prozesses verspricht sich die Pharmaindustrie durch die gesammelten Daten eine deutliche Aufgabenreduktion bei den klinischen Arzneimittelentwicklungen. Die Digitalisierung eröffnet auch den Software, IT- und Medizintechnikunternehmen die Chance zur Entwicklung und zum Absatz einer Vielzahl an neuen Diensten und Produkten (Statista Digital Health 2018).

Im nächsten Teil wird das E-Health Gesetz in Deutschland, die Anwendungsgebiete im klinischen Bereich und E-Health weltweit beleuchtet.

2.3.1 E-Health Gesetz

Im Jahre 2016 wurde das deutsche E-Health Gesetz verabschiedet.

„Mit dem sogenannten E-Health-Gesetz will die Bundesregierung die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen vorantreiben und dadurch die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung verbessern. TelemedizinischeLeistungen sollen erweitert und mit Zuschlägen gefördert werden können. Das Gesetz be-inhaltet konkrete Fristen und Sanktionen für den Fall des Nichteinhaltens. Die Krankenkassen haben insbesondere kritisiert, dass Ärzte und Krankenhäuser zusätzliches Geld für elektronische Kommunikation erhalten sollen, die im Internet-Zeitalter selbstverständlich sein müsse“ (AOK Bundesverband 2016).

Die telematische Infrastruktur soll bis 2020 alle Praxen, Krankenhäuser und Apotheken beinhalten. Die Patienten müssen die Angebote zwar nicht wahrnehmen, jedoch wird vorgegeben, dass alle Ärzte mit den Anwendungen der elektronischen Krankenversichertenkarte und der Infrastruktur vertraut sein sollen. Die Bundesregierung legt darauf großen Wert, denn das Gesetz sieht Prämien vor, aber genauso sind Sanktionen bei Nichteinhalten der Einführungs-Deadlines vorgesehen (Buss 2017: S. 8).

Anwendungsbereiche des Gesetzes sind unter anderem, dass Ärzte Prämien für die elektronische Übermittlung von medizinischen Berichten erhalten. Das steigert die Motivation, aus der Sicht der Ärzte, sich mit den technologischen Anwendungen vertraut zu machen und sie auch zu nutzen. Es sollen weiterhin Videosprechstunden (Telehealthcare) integriert werden, die den Austausch zwischen Patient und Arzt deutlich erleichtern sollen. Das heißt, dass den Patienten, die älter sind oder mit einer stark eingeschränkten Mobilität zu kämpfen haben, ein bequemerer Zugang zur Sprechstunde ermöglicht werden soll (ebd.).

Weitere Inhalte des Gesetzes sind die Einführung von Versicherungsnachweisen und elektronischer Aktualisierung von Kundenstammdaten. Dazu sollen alle wesentlichen Unterlagen in elektronischen Patientenakten mit dem Zugang für Patient und dem befugten Arzt vorliegen. Durch Datenspiegelung, also einer exakten Kopie des Datensatzes, muss ein ständiger Zugang für den Patienten ermöglicht werden. Die Forcierung den Technologieeinsatz im Gesundheitswesen zu erhöhen, dient zur Ökonomisierung sowie der Maximierung der Effizienz der Arbeitsabläufe und zur Entlastung der Ärzte (ebd.).

2.3.2 E-Health-Anwendungen in klinischen Bereichen

E-Health-Daten dienen der Forschung, Arzneimittelentwicklung und Risikoanalyse. Es können in allen klinischen Bereichen Anwendungen gefunden oder integriert werden, die sich technologischer Anwendungen bedienen. Dabei bilden E-Health in Kombination mit dem Segment Fitness, die Fitnessapps und Wearables beinhalten, eine große Rolle im Bereich Prävention, also dem Vermeiden und Vorbeugung von Erkrankungen.

Im Jahr 2015 stellten in Deutschland Herzkrankheiten die häufigste Todesursache dar und unter den sechs häufigsten Todesursachen befinden sich weitere chronische Erkrankungen (Buss 2017: S.12).

Erwähnenswert dabei ist, dass Herzerkrankungen und andere Erkrankungen oft vermeidbar sein können und meist einem ungesunden Lebensstil geschuldet sind, sofern genetische Prädispositionen nicht vorliegen.

Laut Bassuk/Manson und Gaesser senkt regelmäßiges körperliches Training das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko um bis zu 50 %. Eine Vielzahl von Studien und Metaanalysen zeigen, dass ein signifikanter Effekt auf Symptomatik und dadurch auf die Lebensqualität Betroffener erzielt wird (Karanikas 2016: S. 497).

Folglich bedeutet somit E-Health auch Aufklärung über die Prävention von Krankheiten. Dies kann beispielsweise über digitale Medien erfolgen und innerhalb kürzester Zeit werden hierdurch viele Menschen erreicht.

An genau diesem Punkt können die digitalen Angebote ansetzen. Im klinischen Bereich sind in der Prävention eine Menge an E-Health Anwendungen im Einsatz. Darunter fallen smarte Kleidung, Fitnessarmbänder, Smart-Watches, portable Asthmasensoren, Fitness-Apps, Ernährungs-Apps, Gesundheitswebsites und Online Fitnesscenter. In diesem Bereich sollte das Hauptaugenmerk von Patienten und Nicht-Patienten liegen um Krankheiten nicht aufkommen zu lassen oder Folgeerkrankungen zu verhindern. Darauf aufbauend können die Kosten minimiert werden, wenn die Zahl an Erkrankungen und Erkrankten präventiv reduziert werden (Buss 2017: S. 4).

Ein Schritt weiter im Bereich der Diagnose finden sich Tele-EEG, vernetzte Blutdruckmessgeräte, Ultraschall, digitale Mikroskope, Diagnoseapps und Online-Expertenplattformen wieder.

Gefolgt von Prävention und Diagnose kommt das Segment rund um die Therapie und Chirurgie. Einige Beispiele aus diesem Bereich wären Implantat-Chips, Robotic Surgery, Smart Glasses, digitale Sprechstunden und Ärzte-Websites. Im letzten klinischen Bereich, der Behandlung und Genesung beinhaltet, kommen vernetzte Ultraschall-Einheiten, vernetzte Blutzucker-Messgeräte, vernetzte Atemfrequenzmesser, Tele-EKG, Onlineapotheken und Telemonitoring Software zum Einsatz (ebd.).

Trotz einem Umfrageergebnis in dem nur 40 % angaben, dass sie schon von E-Health gehört haben und diesen Begriff erklären können (Buss 2017: S. 6), wird für die Bevölkerung das Gesundheitsbewusstsein immer wichtiger und mit steigender Smartphone- und Internetnutzung entwickelt sich E-Health zu einem wichtigen Trend. Es stellt für den IKT-Sektor (Informations- und Kommunikationstechnologie) einen der Top-Ten-Technologietrends im deutschen IKT-Markt 2017 dar (Buss 2017: S. 5).

Ein wesentlicher Vorteil von IKT-gestützten Anwendungen sind die Kosteneinsparungen im Gesundheitsbereich, die entstehen könnten. Da die Bevölkerung in Deutschland sich im demografischen Wandel befindet und älter wird, einer geringeren Geburtenrate geschuldet, steigt dementsprechend auch die Prävalenzrate für chronische Erkrankungen. Dies würde bedeuten, dass mehr Menschen eine medizinische Versorgung benötigen. Die Gesundheitsausgaben werden somit zwangsläufig weiter ansteigen.

Um diesem Trend entgegen zu steuern muss nach Möglichkeiten gesucht werden, die pro Kopf Gesundheitsausgaben zu verringern. Laut einer Prognose von Statista werden diese, in einem Zeitraum von 2016 bis 2021, von ca. 4.500 Euro auf geschätzte 5.300 Euro anwachsen. Des Weiteren stiegen zugleich die absoluten Gesundheitsausgaben um 3,2 % jährlich, so dass für 2016 Werte in Höhe von 360 Mrd. Euro vorliegen (Buss 2017: S.9f.).

Aufgrund der steigenden jährlichen Gesundheitsausgaben erhoffen sich die Krankenkassen, durch die Digitalisierung im medizinischen Sektor, finanzielle Entlastungen, die mittels geförderter Prävention und effizienterer Therapie erreicht werden kann.

Um diesen Sachverhalt zu verdeutlichen zeigt der Markreport von Statista auf, wie die ersten Krankenversicherungen seit geraumer Zeit ihren Kunden E-Health-Fitnessprogramme anbieten. Ein Beispiel wäre die AOK Nordost, die eine Förderung von 20€ für Sport-Apps, Fitnessportale und Onlinkekurse anbieten. Für Selftracking- und andere Fitnessgeräte erhalten die Versicherten eine Förderung von 50 €. Zudem bieten einige Krankenversicherungen neuerdings für ihre Kunden eigene Fitness-Apps an (Buss 2017: S. 14).

Es wird deutlich, dass die Krankenkassen selbst aktiv werden um die Prävention von Krankheiten durch eigene Programme voranzutreiben um somit die Anzahl an Neuerkrankungen zu minimieren. Da innerhalb der E-Health-Branche ein positiver Trend erwartet wird, kann davon ausgegangen werden, dass die Kostenentlastungen eines Tages realisiert werden.

2.4 Beweggründe

Warum Fitness-Apps oder Wearables so beliebt sind erklärt sich einerseits daraus, dass sie die Motivation sich körperlich zu betätigen steigern. Durch motivierende Sprüche, Belohnungen und Trophäen, die nach absolvierten Einheiten verteilt werden, wird die Motivation aufrecht gehalten (extrinsische Motivation). Weiterhin werden Schrittzahl, Lauftempo, Art der Aktivität und durchschnittlich verbrannte Kalorienzahl angezeigt sowie Trainingsmethoden vorgeschlagen, die den Trainingserfolg steigern, wodurch der eigene Antrieb der Nutzer geweckt werden soll (intrinsische Motivation). Je nach Version oder Upgrade stehen dem Benutzer mal mehr oder weniger Funktionen zur Verfügung. Somit hat der Trainierende schnell und direkt das „Handwerkszeug“ vor sich liegen und kann seinen Erfolg stetig überprüfen, was zusätzlich motiviert (Hasse 2017).

Laut einer Forsa-Umfrage, die unter Nutzern von digitalen Trainingsbegleitern erfolgte, gaben 65 % an mit ihren Trainingsbegleiter Fortschritte und Trainingserfolge zu beobachten und zu dokumentieren (TK 2016).

Andererseits sieht sich der Nutzer als ein Teil der digitalen „Sport-Community“ an und kann in eingerichteten Plattformen innerhalb der App, sich mit anderen Usern austauschen. Das heißt niemand ist auf sich alleine gestellt und alle gehen durch die gleichen Übungen, Trainingseinheiten, Ernährungsumstellungen oder Diäten. Es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, obwohl sich die Leute nicht persönlich kennen oder je gesehen haben. Gefahr einer solchen Community könnte das Intensivieren der Aktivitäten und das Übertrumpfen anderer sein, das ins Negative übergeht. Bei diesem Szenario würde eher die Jagd nach Trophäen und besseren Leistungen im Vordergrund stehen, als der Spaß am Sport. In diesem Falle sollten App-Nutzer sich bewusst werden, dass das eigene Ich wichtiger ist, als der zwanghafte Vergleich (ebd).

Weitere Gründe für die Nutzung von digitalen Anwendungen, die von Wearables-Besitzern genannt werden, sind die Beschäftigung mit neuartiger Technik oder dass sie den Alltag erleichtern sollen. Es können aber auch eher oberflächliche Gründe sein wie beispielsweise, dass nicht so oft nach dem Smartphone in der Hosentasche gekramt werden soll oder dass eine Smartwatch rein aus Prestigegründen getragen wird (Statista Wearables Dossier 2017: S. 57).

Es wird deutlich, dass es viele mögliche Beweggründe gibt, die Menschen dazu bringt sich mit neuartigen Technologien zu beschäftigen, die ihre Lebensqualität steigern könnten.

2.5 Ausgewählte Krankheitsbilder

In diesem Teil der Arbeit soll auf ausgewählte Erkrankungen eingegangen werden, die in Deutschland und weltweit im Vordergrund stehen. Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Herzinsuffizienzen stehen im Hauptaugenmerk der Betrachtung. Theoretische Grundlagen zu Ätiologie, Pathogenese und Epidemiologie, die diese Erkrankungen kennzeichnet, werden auch behandelt. Dadurch soll die heutige und künftige Prägnanz dieser Krankheitsbilder deutlich werden und warum es sich um Zivilisationskrankheiten handelt.

Die Ätiologie beschäftigt sich mit den Ursachen einer Erkrankung und ihren auslösenden Faktoren (Antwerpes et al. o. J.). Das heißt dieser Bereich befasst sich mit der Beschreibung der Ursache einer Krankheit. In diesem Kontext wird in der Praxis oft sinngemäß der Begriff Pathogenese verwendet. Die Pathogenese hingegen beschreibt die Entstehung einer Erkrankung oder den Verlauf eines krankhaften Prozesses bis hin zur Erkrankung (Antwerpes et al. o. J.).

Epidemiologie beschäftigt sich mit der Verteilung von Krankheiten innerhalb einer Bevölkerung und mit den Variablen, die damit zusammenhängen. Somit können Aussagen über Häufigkeiten oder Seltenheiten von Erkrankung in einer Bevölkerungsgruppe getroffen werden (Nicolay et al. o. J.)

All diese Kriterien dienen zur Einschätzung der jetzigen Situation innerhalb der Bevölkerung und zur Projektion auf deren zukünftigen Entwicklung.

2.5.1 Diabetes Mellitus

Unter dem Begriff Diabetes mellitus können verschiedene Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels verstanden werden. Die Ursache ist ein Insulinmangel oder eine verminderte Insulinwirksamkeit, was zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte führt. Hier wird zwischen den zwei häufigsten Diabetestypen unterschieden, nämlich dem Typ 1 und Typ 2.5 - 10 % der Diabetes betroffenen Menschen leiden am Typ 1 Diabetes. Es handelt sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer Bildung von Antikörpern gegen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) kommt. Die Inselzellen der Pankreas bilden Insulin. Insulin besitzt die Aufgabe die Aufnahme von Glukose in die Körperzellen zu regulieren. Das bewirkt, dass der Blutzuckerspiegel gesenkt wird. Durch die Zerstörung der Inselzellen, die Insulin produzieren, kommt es zu einem absoluten Insulinmangel. Diese Patienten sind auf eine Insulintherapie angewiesen (Karanikas 2016: S. 469).

Die restlichen 90 % der Erkrankten kann dem Typ-2-Diabetes zugeordnet werden. Bei dieser Variante liegt nicht ein Insulinmangel, sondern eine Insulinresistenz vor. Ursachen sind meist Adipositas, arterielle Hypertonie und erhöhte Blutfettwerte. „Dieses sogenannte metabolische Syndrom führt zu einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin. Daraus resultiert eine Zunahme der Glukosekonzentration im Blut und somit auch ein Anstieg des Insulinspiegels“ (Karanikas 2016: S. 470). Die Folge ist, dass die Anzahl an Insulinrezeptoren an den Körperzellen sinkt, sodass sie zunehmend resistenter werden.

Es wurde früher vom Erwachsenen- bzw. von Altersdiabetes gesprochen, jedoch trifft diese Bezeichnung in der heutigen Zeit mit Fast Food im Überfluss sowie Bewegungsmangel bereits im jungen Alter, nicht mehr zu. Die Zahl an jungen Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, nimmt zu und stellt einen der Hauptgründe dar, weshalb immer mehr junge Leute mit dieser Krankheit zu kämpfen haben. Im Jahre 2014 betrug der Anteil an übergewichtigen Mädchen, im Alter von 11 bis 15 Jahren, in Deutschland 7,7 %. Bei den Jungen betrug der Anteil 10,1 % (WHO 2016).

Diabetes ist weltweit auf dem Vormarsch und kann bereits als Volkskrankheit bezeichnet werden. Die IDF (International Diabetes Federation) geht von rund 425 Millionen Betroffenen, bzw. von 8,8 Prozent der Weltbevölkerung, aus. Der IDF kann zugestimmt werden, wenn sie die Erkrankung als „globale Epidemie“ bezeichnet, denn die Anzahl an Diabetespatienten und die damit verbundene Prävalenz wird weiter steigen. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2045 um die 630 Millionen Menschen weltweit an der Stoffwechselerkrankungen erkrankt sein (IDF 2017).

Schätzungsweise liegt die weltweite Dunkelziffer um einiges höher. Es wird von weiteren 179 Mio. nicht-diagnostizierten Diabetes-Fällen ausgegangen (IDF 2014).

Dieser negative Trend wird sich auch in der Zahl der Todesfälle bemerkbar machen. Diabetes ist in den meisten Fällen mit Begleit- oder Folgeerkrankungen verbunden. Es kann zu Makroangiopathien (Schädigung der größeren Blutgefäße) bzw. Mikroangiopathien kommen, die zu arteriosklerotischen Veränderungen führen können und die das Schlaganfallrisiko erhöhen. Weitere mögliche Folgeerkrankungen sind die Nephropathie (Durchblutungsstörung der Nierengefäße), die zur Niereninsuffizienz führt und die Neuropathie. Dies sind nur einige Beispiele des sogenannten diabetischen Spätsyndroms. Die Anzahl der Todesfälle, die auf Diabeteserkrankungen zurückzuführen waren, lag im Jahr 2014 bei 4,9 Mio. Menschen (Karanikas 2016). Wenn die Diabeteserkrankungen weiter zunehmen, wie die IDF es prognostiziert, wird auch die Zahl der Todesfälle steigen.

Des Weiteren ist die Gesellschaftsschicht von Bedeutung. Es erkranken öfter Menschen, die aus sozial schwachen Verhältnissen kommen. Mit rund 77 % machen sie den Großteil der Erkrankten aus (IDF 2014). China hat mit 115 Mio. Diabeteserkrankten momentan die meisten Fälle der neuen Zivilisationskrankheit. Es wird hier jedoch kaum ein signifikanter Anstieg in den nächsten Jahren zu verzeichnen sein. Indien hingegen wird einen Anstieg von 73 Mio. auf 135 Mio. Erkrankten erleben und damit im Jahre 2045 in dieser Kategorie an oberster Position stehen (IDF 2017).

2.5.2 Bluthochdruck

Bluthochdruck, auch als Hypertonie bezeichnet, meint die Erhöhung eines Drucks oder einer Gewebespannung, die über die normalen physiologischen Eigenschaften hinausgeht. Zumeist wird hierbei der erhöhte Druck in den Blutgefäßen gemeint.

Es gibt drei unterschiedliche Formen der Hypertonie: die arterielle Hypertonie (hoher Blutdruck im Körperkreislauf), pulmonale Hypertonie (hoher Blutdruck im Lungenkreislauf) und die portale Hypertonie (Pfortaderhochdruck) (Antwerpes et al. o. J.).

Da es im medizinischen Sektor meist um den arteriellen Bluthochdruck geht, wird auf diesen explizit im Laufe dieses Abschnittes eingegangen werden.

Der Blutdruck setzt sich aus zwei Größen zusammen. Die obere Zahl zeigt den systolischen Wert und die untere zeigt den diastolischen Wert an. Unter der Systole wird die Kontraktionsphase des Herzmuskels verstanden, in der das Blut in die Peripherie oder ausgeworfen wird (Antwerpes et al. o. J.). Die Diastole bezeichnet die Entspannung- und Erschlaffungsphase des Herzmuskels. In dieser Phase füllt sich das Herz mit Blut, das mit der nächsten Systole wieder in den Kreislauf befördert wird (ebd.).

Ein optimaler Blutdruck wird bei unter 120 mmHg systolisch und unter 80 mmHg diastolisch gesehen. Von Hypertonie ist die Rede, wenn der Blutdruck Werte ab und über 140/90 mmHg erreicht (WHO).

Laut der deutschen Hochdruckliga haben 20 bis 30 Mio. Bundesbürger Bluthochdruck und vier von fünf Menschen wissen bereits von der Erkrankung. Von den Personen, die es wissen, lassen sich ca. 88 % behandeln (Deutsche Hochdruckliga 2017).

Bluthochdruck ist aus diversen Gründen nicht zu vernachlässigen. Da die Hypertonie meist keine Schmerzen verursacht, bleibt diese den Betroffenen lange Zeit unerkannt. Es ist insofern tückisch, da die Nicht-Behandlung dieser Erkrankung gefährliche Folge- und Begleiterkrankungen verursachen könnte. So kann der Krankheitsverlauf (Pathogenese) mehrere Formen annehmen.

Die WHO teilt die arterielle Hypertonie nach Organschädigung in drei Grade ein. Grad I bezeichnet die Hypertonie ohne Endorganschäden. Grad II wird als Hypertonie mit Endorganschäden bezeichnet, z. B. Plaquebildung in größeren Gefäßen. Der dritte Grad ist die Hypertonie mit manifesten kardiovaskulären Folgeerkrankungen wie beispielsweise Angina pectoris, Herzinfarkt, Apoplex oder pAVK (Antwerpes et al. o. J.).

Weitere Organschäden die durch Bluthochdruck auftreten können, wären die Schädigung der Netzhaut und Gefäßschädigungen im Nierenbereich, die zur chronischen Nierenschwäche und Nierenversagen führen können. Auch Durchblutungsstörungen im Bereich des Gehirns begünstigen weiterhin eine chronische Minderversorgung wichtiger Nährstoffe und des Sauerstoffs. Einschränkungen in der Hirnleistung und verfrühte Demenz sind mögliche Folgen (Huber und Feichter 2018).

Risikofaktoren für die Entstehung von Hypertonie sind vielfältig. Genetische Faktoren, Rauchen, Adipositas, Bewegungsmangel, Stress und hoher Alkoholkonsum können mögliche Risikofaktoren darstellen. Meist sind keine ersichtlichen Ursachen zu erkennen.

Schlägt eine Lifestyle Veränderung, also gesunde Ernährung, Nikotinverzicht und regelmäßige Bewegung nicht an, muss auf eine medikamentöse Therapie zurückgegriffen werden. Diese beinhalten häufig ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika oder Kalziumantagonisten (IGWiG 2012).

Damit stellt Hypertonie einen großen Bereich dar, der Gesundheitssystem sowie Wirtschaftszweige betrifft. Prävalenz, Folgeerkrankungen und medikamentöse Therapie machen Bluthochdruck zu einem wichtigen Markt um künftige Kostenausgaben zu reduzieren, z. B. durch E-Health-Anwendungen.

2.5.3 Herzinsuffizienz

Unter Herzinsuffizienz ist die verminderte Pumpfunktion des Herzens zu verstehen und dadurch eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. Laut der deutschen Herzstiftung leben ca. 1,8 Millionen Menschen mit einer Herzinsuffizienz in Deutschland (Becker o. J.).

Ursachen für eine chronische Herzinsuffizienz sind meist kardiovaskuläre Erkrankungen, wie die KHK (koronare Herzkrankheit) oder Ischämie, aber auch Hypertonie und Vorhofflimmern (Stolze et al. o. J.).

Die Herzinsuffizienz wird nach der New York Heart Association (NYHA) in bestimmte Stadien eingeteilt. In Stadium I treten noch keine Einschränkungen in der Belastbarkeit auf und Symptome bleiben aus, trotz diagnostizierter Herzkrankheit. Stadium II zeigt leichte Einschränkungen der Belastbarkeit. Es treten nur Symptome bei stärkerer Belastung auf. In Stadium III weisen die Betroffenen starke Einschränkungen der Belastbarkeit auf. In Ruhe herrscht Beschwerdefreiheit, jedoch treten die ersten Symptome bei leichter Belastung auf. Stadium IV äußert sich mit starken Einschränkungen in allen körperlichen Aktivitäten sowie in Ruhe. Die Symptome beinhalten Atemnot, allgemeine Schwäche und Müdigkeit, Angina pectoris, häufiges nächtliches Wasserlassen und Ödeme (Nicolay et al. o.J.). Durch diese Einschränkungen in der Belastbarkeit geht ein Stück Lebensqualität verloren und belastet die Betroffenen sehr stark im Alltag. Herzinsuffizienz ist zwar nicht heilbar, jedoch meist gut behandelbar. Im Idealfall werden die ersten Symptome frühzeitig erkannt, bevor sich eine chronische Herzinsuffizienz einstellt und die medikamentöse Therapie von Nöten wird.

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Details

Titel
Aktuelle Entwicklungen im Bereich E-Health. Digitalisierung in der Gesundheits- und Fitnessbranche
Autor
Jahr
2019
Seiten
64
Katalognummer
V450744
ISBN (eBook)
9783956877391
ISBN (Buch)
9783956877414
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sport, Fitness-Apps, Wearables, Digital Health, Telemedizin, Diabetes
Arbeit zitieren
Daniel Hochhalter (Autor), 2019, Aktuelle Entwicklungen im Bereich E-Health. Digitalisierung in der Gesundheits- und Fitnessbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450744

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