Mobilitätswende. Die Zukunft der Automobilindustrie


Hausarbeit, 2016
30 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

1 Inhaltsverzeichnis

2 Kurze Zusammenfassung

3 Einleitung

4 Verbindung mit dem Nachhaltigkeitskonzept

5 Die Mobilitätswende
5.1 People
5.2 Planet
5.3 Profit
5.4 Fazit und Ziel dieser Arbeit

6 Abgrenzung des Themas
6.1 Abgrenzung nach Bereich und Industrie
6.2 Der Automobilverband

7 Digitalisierung durch Fahrerassistenzsysteme

8 Die Phasen der digitalen Vernetzung
8.1 Die Vernetzung bestehender Systeme
8.2 Der Einzug vom Internet ins Auto
8.3 Die Vernetzung mit anderen Autos
8.4 Die Vernetzung mit der Infrastruktur

9 Von Fahrerassistenzsystemen zum Autonomen Fahren

10 Die Fusion von zwei Branchen: die Automobil- und die IT-Industrie

11 Exkurs: Block-Chain-Anwendung in der Automobilindustrie

12 Zusammenfassung

13 Fazit und kritische Stellungnahme

14 Literaturverzeichnis

2 Kurze Zusammenfassung

In dieser Arbeit geht es um Veränderungen in der Automobilbranche durch die Digi- talisierung als Teilgebiet der Mobilitätswende. Basierend darauf wird analysiert, ob die Mobilitätswende eine Nachhaltigkeitsentwicklung ist.

3 Einleitung

„Verkehrswende jetzt!“ So lautet der Titel einer Initiative, die nachhaltige Verände- rungen in der Mobilität fordert. Verkehr soll „umwelt- und menschenfreundlich“ werden.

In der Vergangenheit konnte jedoch vor allem in der Automobilindustrie ein Rebound-Effekt beobachtet werden: Trotz effizienteren Technologien ist der Gesamtausstoß von umweltschädlichen Stoffen gestiegen, da gleichzeitig mehr Autos auf den Straßen fahren und größere Autos gekauft werden. Außerdem wird diese Entwicklung einem veränderten Nutzerverhalten zugeschrieben: Ein Haushalt nutzt weltweit zunehmend mehr als ein Auto und verwendet es gleichzeitig für sehr kurze und lange Strecken, sodass die Gesamtnutzung von Autos steigt.

Die Mobilitätswende bringt viele verschiedene Veränderungen gleichzeitig mit sich, die sich nicht nur ergänzen, sondern scheinbar auch widersprechen; Doch geht es bei der Mobilitätswende nicht um eine nachhaltige Veränderung? Was ist die Mobili- tätswende eigentlich genau und wie verändert sie unser Leben? Um diese Fragen geht es in dieser Arbeit.

Es sollen die Einflüsse der Digitalisierung auf die Automobilindustrie erforscht werden und inwiefern Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeit der Mobilitätswende daraus geschlossen werden können.

4 Verbindung mit dem Nachhaltigkeitskonzept

Da das Thema im Rahmen der Vertiefung Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement behandelt wird, soll in diesem Abschnitt der Begriff der Nachhaltigkeit kurz erläutert werden.

Der Nachhaltigkeitsbegriff in der Wirtschaft bezeichnet „eine Art des Wirtschaftens, bei welcher derzeitige Bedürfnisse befriedigt werden, ohne jene zukünftiger Genera- tionen zu bedrohen.“ (Springer Verlag, 2017). In vielen etablierten Modellen zur Operationalisierung dieses Themenkomplexes, wie dem Drei-Säulen-Modell, dem Dreiklang-Modell oder dem Nachhaltigkeitsdreieck werden dieselben Dimensionen festgelegt: Ökologie, Ökonomie und Soziales oder, wie sie in dem Modell der „Triple Bottom Line“ aus dem Strategiebereich bezeichnet werden, die „drei P’s“ People, Planet und Profit (Menschen, Planet und Gewinn).

Nach dieser Kategorisierung soll in dieser Arbeit untersucht werden, inwiefern sich der Digitalisierungstrend als Teilgebiet der Mobilitätswende auf die Autohersteller auswirkt und wiederum welchen Einfluss diese Veränderung jeweils auf die Wirtschaft, die Umwelt und Menschen hat.

5 Die Mobilitätswende

Bei der Mobilitätswende handelt es sich um keinen einheitlich verwendeten und definierten Begriff. Vielmehr handelt es sich um eine Idee, die noch nicht ausreichend eingegrenzt und getestet wurde. (Markus Lienkamp, 2013) In den wissenschaftlichen sowie populären Medien findet man auch den verwandten Begriff der „Verkehrswende“, der inhaltlich oft im Zusammenhang mit nachhaltigeren Verkehrsträgern im Personentransport gebracht wird, wie z.B. Elektroautos und öffentlichen Verkehrsmitteln. (Tilman A. Schenk, 2017)

Im Englischen existiert kein derartiger Begriff. Stattdessen ist oft eine Umschreibung wie „transformation of transportation“ (die Transformation des Transports) zu finden, die jedoch über aktuelle Veränderungen hinausgeht. Vielmehr werden hier Mobilitätsentwicklungen über die Geschichte der Menschheit hinweg betrachtet, also von der Erfindung des Rads bis hin zur Weltraumfahrt. (Merja Hoppe & Andreas Christ & Alberto Castro & Martin Winter & Tiina-Maria Seppänen, 2014)

Eine Abgrenzung lässt sich evtl. von der Definition von Mobilität ableiten. In diesem Fall stellt die räumliche Mobilität den relevanten Ausgangspunkt dar: Sie beschreibt die „Bewegung von Personen und Gütern im geografischen Raum“. Diese Bewegung wird durch die Mobilitätswende verändert. ( Helmut Nuhn, Markus Hesse (House of Logistics & Mobility), 2006)

Nun ist zu klären auf welche Art und Weise die Mobilität verändert wird, um eine Definition ableiten zu können. Zu den wesentlichen Einflussfaktoren gehören dabei Trends, die parallel verlaufen, wie z.B. die Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

(Stephan Rammler (Institut für Transportation Design), 2016)

Wie in Abschnitt 4 Verbindung mit dem Nachhaltigkeit dargelegt geht es bei der Nachhaltigkeit um People, Planet und Profit. Eine Unterteilung nach diesen drei Aspekten hilft, die Mobilitätswende genauer zu erfassen und zu prüfen, ob es bei der Mobilitätswende um Nachhaltigkeit geht. Es handelt sich hierbei jedoch um keinen Operationalisierungsversuch.

5.1 People

Die Nachfrage der Menschen nach Mobilität steigt kontinuierlich, da gleichzeitig die Bevölkerung weiter wächst und im Rahmen des Urbanisierungstrends Brennpunkte entstehen. Außerdem steigt die Erwartung der Mobilität von Arbeitnehmern durch die globale Vernetzungen der Wirtschaft. Aber auch privat ist ein gesteigertes Rei- sebedürfnis zu verzeichnen. (J. Bernardino & A. Aggelakakis & M. Reichenbach & J. Vieira & M. Boile & J. Schippl & P. Christidis & A. Papanikolaou & A. Condeco & H. Garcia & M. Krail, 2015)

Neben der Quantität wird aber auch die Qualität der Mobilität neu bewertet. Vor allem die Sicherheit von Verkehrsträgern spielt eine immer größer werdende Rolle. Diese Entwicklung wird unter anderem durch ein gesteigertes Bewusstsein von Risiken aufgrund von Medienberichten sowie durch die Alterung der Gesellschaft und damit verbundene Kompetenzerwartungen an Fahrer verursacht. Darüber hinaus entstehen weitere viele neue Qualitätskriterien wie z.B. das Angebot von WLAN. (acatech Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, 2016)

5.2 Planet

Aufgrund von weltweiten geografisch-klimatischen Veränderungen, wie der globalen Erwärmung und steigender Luftverschmutzung, werden national und international Maßnahmen geplant und implementiert, um den Ausstoß von Schadstoffen zu re- duzieren. Ein Großteil davon wird durch Mobilitätsträgern, wie Autos, Schiffe und Flugzeuge, verursacht. Aus diesem Grund existiert die Motivation, Mobilität umwelt- freundlicher zu gestalten. (J. Bernardino & A. Aggelakakis & M. Reichenbach & J. Vieira & M. Boile & J. Schippl & P. Christidis & A. Papanikolaou & A. Condeco & H. Garcia & M. Krail, 2015)

In Diskussionen um die Mobilitätswende tauchen einige Ideen immer wieder auf: der Einsatz neuer Kraftstoffe, leichtere Bauteile in Verkehrsmitteln und elektrisch betriebene Motorensysteme. Zu diesem Zweck werden auch Mobilitätskonzepte entwickelt, die über technologische Innovationen hinausgehen. Dazu zählen z.B. das Carsharing-Konzept oder der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. (Stephan Rammler (Institut für Transportation Design), 2016)

5.3 Profit

Die veränderten Ansprüche an Mobilität veranlassen deren Anbieter, dazu innovati- ve Technologien und Konzepte zu entwickeln. Dadurch eröffnen sich teilweise neue Geschäftsfelder wie beispielsweise das Angebot von online Carsharing-Plattformen. Alte Geschäftsfelder könnten dahingegen eliminiert werden: In der Automobilindust- rie werden z.B. Visionen diskutiert, bei denen Fahrzeughersteller keine Autos mehr an Privatleute verkaufen, sondern als reiner Carsharing-Anbieter agieren. (Claudia Hille, 2016)

Durch diese Entwicklungen entstehen dann neue Wirtschaftsstrukturen, d.h. neue Lieferanten-, Konkurrenz- und Kundenverhältnisse. (Prof Dr. U. Götze, M. Rehme (Technische Universität ChemnitzJ, 2014)

5.4 Fazit und Ziel dieser Arbeit

Aus dieser Zusammenfassung heraus soll nun eine Definition des Begriffs der Mobilitätswende abgeleitet werden: Die Mobilitätswende beschreibt eine quantitative und qualitative Veränderung der räumlichen Bewegung von Personen und Gütern nach nachhaltigen Gesichtspunkten.

Diese Definition deckt jene der „Verkehrswende“ aus einer Studie von „Agora Ver- kehrswende“ ab: Die Verkehrswende soll eine „qualitative Veränderung des Mobili- tätsverhaltens bringen, insbesondere eine Vermeidung und Verlagerung von Ver- kehr. Eine effiziente Gestaltung der Verkehrssysteme ohne Einschränkung der Mo- bilität soll erreicht werden“.

In Diskussionen um die Mobilitätswende wird häufig impliziert, dass es sich um posi- tive Veränderungen handelt, die mit Attributen wie „nachhaltig“ und „effizient“ be- schrieben werden. Aus diesem Grund wurde die Formulierung „nach nachhaltigen Gesichtspunkten“ an die eigens entwickelte Definition angefügt. Allerdings kommen auch Innovationen auf, deren nachhaltiger Nutzen in Frage gestellt werden kann. Daraus folgt die These: Ist die Mobilitätswende eine Nachhaltigkeitsentwicklung?

Dieser Frage soll in dieser Arbeit nachgegangen werden. Dazu werden ein Teilas- pekt der Mobilitätswende und ein Teilgebiet der Mobilität als Forschungsobjekt her- angezogen, anhand dessen Veränderungen und Innovationen der Mobilitätswende dargestellt werden. Im Verlauf deren Darstellung werden sie wenn möglich einem Aspekt der Nachhaltigkeit zugeordnet. Daraus wiederum soll die Schlussfolgerung entstehen, ob die Mobilitätswende als eine nachhaltige Entwicklung bezeichnet werden kann.

6 Abgrenzung des Themas

6.1 Abgrenzung nach Bereich und Industrie

Aufgrund des Umfangs des Themenbereiches der Mobilitätswende wird hier eine Abgrenzung auf Teilgebiete vorgenommen:

Als erstes erfolgt die Fokussierung auf einen Verkehrsträger: In dieser Arbeit soll hauptsächlich die Automobilindustrie betrachtet werden. Autos sind weltweit das Haupttransportmittel im Personenverkehr und gelten als einer der Hauptverursacher der globalen Erwärmung. (PricewaterhouseCoopers, 2007) Dem Environmental Defense Fund zu Folge werden in den USA 73% aller Treibhausemissionen von den drei Automobilherstellern Daimler, Chrysler, GM und Ford verursacht. (Business Managed Democracy) Aufgrund der Wichtigkeit dieses Verkehrsmittels in Verbin- dung mit Diskussionen um den Themenkomplex Nachhaltigkeit wird es für diese Arbeit ausgewählt.

Als nächstes folgt die Eingrenzung auf einen Trend im Rahmen der Mobilitätswen- de: Hier erfolgt die Betrachtung der Digitalisierung. Der Begriff bezeichnet das elekt- ronische Speichern und Verarbeiten von analogen Daten. Durch diese Entwicklung werden quantitative und qualitative Veränderung der räumlichen Bewegung von Personen besonders deutlich, wie im Verlauf dieser Arbeit zu sehen sein wird. (S. Van Themsche, 2016)

6.2 Der Automobilverband

Bei der Automobilindustrie handelt es sich um einen Marktverband, der verschiedene Märkte in sich vereint:

Abbildung in dieer Leseprobe nicht enthalten

(Diez, Willi, 2006)

Diese Märkte vereinen einen kompletten Produktlebenszyklus und die Wertschöpfungskette eines Fahrzeugs von der Produktentwicklung über die Produktion und den Verkauf bis hin zur Verschrottung. (Diez, Willi, 2006)

In dieser Arbeit wird eine Begrenzung auf die Produktentwicklung und den Neuwagenverkauf getroffen, da in diesen Bereichen die Veränderungen durch die Digitalisierung besonders deutlich werden.

7 Digitalisierung durch Fahrerassistenzsysteme

Fahrerassistenzsysteme oder auch Verkehrsassistenten und Fahrerassistenten genannt sind die Kerninnovationen der Digitalisierung, durch welche dieser Trend realisiert und sichtbar wird.

Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon lassen sich Fahrerassistenzsysteme wie folgt definieren: „Fahrerassistenzsysteme (FAS) unterstützen den Lenker von Kraftfahr- zeugen und übernehmen in bestimmten Fällen seine Aufgaben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Mobilitätswende. Die Zukunft der Automobilindustrie
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
30
Katalognummer
V450809
ISBN (eBook)
9783668844551
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobilitätswende, Zukunft der Automobilindustrie, Fahrerassistenzsysteme, Assistenzsysteme, Nachhaltigkeit, Smart Car, Autonomes Fahren
Arbeit zitieren
Paula Müller (Autor), 2016, Mobilitätswende. Die Zukunft der Automobilindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450809

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