Diese Arbeit beschäftigt sich mit Westpapua wobei versucht werden soll, einen generellen Überblick über die Geschichte und die Folgen der Indonesischen Zugehörigkeit zu schaffen. Die Transmigrationspolitik Indonesiens und die wirtschaftliche Ausbeutung der reichen Rohstoffvorkommen Westpapuas hat zu ethnischen, politischen, religiösen und Umweltproblemen geführt, die im Einzelnen genauer dargestellt werden sollen.
Daraus resultieren die Aktionen der Widerstandsbewegungen, u.a. auch der militanten OPM. Zahlreiche Menschenrechtsverletzungen wurden von beiden Seiten verübt, vor allem aber durch die repressive Politik Indonesiens. Durch die wirtschaftlich und politisch vernetzte Welt gibt es wenig internationalen Druck auf Indonesien. Seit die Allianz gegen den Terror, als Folge des 11. Septembers, Indonesien als Partner so wichtig macht, noch weniger. Das Schicksal der melanesischen Urbevölkerung stößt auf nur geringes Interesse in der Welt. Westpapua ist ein schwelender Konfliktherd der weiter eskalieren kann.
Die verwendeten Quellen sind hauptsächlich offizielle Pro- Westpapua Webseiten. Durch Miteinbeziehung von Informationen neutraler und offizieller indonesischer Quellen soll das Bild objektiviert werden.
Inhaltsverzeichnis
I: Einleitung
II: Geschichte
III: Indonesische Transmigrationspolitik
IV: Umwelt: Bodenschätze, Verschmutzung und Abholzung
V: Tourismus
VI: The Free West Papua Movement. OPM (Organisesi Papua Merdeka)
VII: Menschenrechte und Flüchtlinge
VIII: Zusammenfassende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die historische Entwicklung Westpapuas unter indonesischer Herrschaft und untersucht die sozio-ökonomischen sowie ökologischen Folgen der staatlichen Transmigrationspolitik. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der prekären Situation der melanesischen Urbevölkerung, die durch wirtschaftliche Ausbeutung und staatliche Repression an den Rand gedrängt wird, während gleichzeitig die Widerstandsbewegungen im Kontext globaler machtpolitischer Interessen beleuchtet werden.
- Historische Genese des Westpapua-Konflikts
- Auswirkungen der indonesischen Transmigrationspolitik
- Ökologische Folgen durch Rohstoffausbeutung und Abholzung
- Menschenrechtssituation und Flüchtlingsproblematik
- Rolle internationaler Akteure und Widerstandsbewegungen
Auszug aus dem Buch
IV: Umwelt: Bodenschätze, Verschmutzung und Abholzung
Westpapua ist sehr reich an Bodenschätzen, fast alle großen Ölfirmen beuten die Öl- und Mineralresourcen aus. In den Regionen in denen besonders reiche Vorkommen sind, ist die Folge für die Urbevölkerung meist Umsiedlung oder militärische Repression. In den seltensten Fällen profitieren die Einheimischen von „ihrem“ Reichtum. Die weltweit zweitgrößte Kupfermiene, sowie das größte bekannte Goldvorkommen liegen in den Bergen Papuas. Solche große Mienen verschmutzen die Umgebung, sowie die Flüsse, die als natürlicher Mülleimer benutzt werden, in großem Ausmaß. Die Flüsse die in so unwirtlichen Gegenden wie dem Bergland Papuas als natürliche Straßen und Handelswege dienen, und Heimat (Lebensgrundlage) für viele Dörfer sind, sind die Lebensadern des Landes. Der Freeportkonzern hat sogar schon Wassertonnen verteilen müssen, da es kein sauberes Trinkwasser in der Umgebung der Miene gab. Eine Vergiftung bzw. Verschmutzung des Wassers hat besonders dramatische Auswirkungen. Der Kommentar eines Einheimischen: "We don't grow healthy crops anymore, our traditional customs and values have been disrupted and we have become mere spectators as our earth is being dug up, taken away and sold for millions."
Dadurch das hier Millionen Dollar gemacht werden, ohne das die eigentlichen Besitzer davon etwas bekommen, steigt natürlich der Hass und Widerstandsbewegungen, auch gewaltbereite, erstarken. Das Indonesische Forum für die Umwelt (WALHI) hat den Freeportkonzern mittlerweile wegen Umweltverschmutzung verklagt.
Zusammenfassung der Kapitel
I: Einleitung: Diese Arbeit gibt einen Überblick über die Geschichte Westpapuas sowie die negativen Folgen der indonesischen Zugehörigkeit, insbesondere in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt.
II: Geschichte: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der Kolonialzeit, den Zweiten Weltkrieg und die machtpolitischen Entscheidungen, die Westpapua unter indonesische Kontrolle brachten.
III: Indonesische Transmigrationspolitik: Es wird die staatliche Ansiedlungspolitik beschrieben, die durch den Transfer von Millionen Menschen die ethnische und soziale Struktur der Region grundlegend verändert.
IV: Umwelt: Bodenschätze, Verschmutzung und Abholzung: Dieses Kapitel thematisiert die Zerstörung des Regenwaldes und die massive Verschmutzung durch Bergbaukonzerne, welche die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung zerstört.
V: Tourismus: Die Auswirkungen des Tourismus auf die Kultur der Bewohner im Baliem Valley werden dargestellt, wobei kritisch auf die kommerzielle Inszenierung indigener Identität eingegangen wird.
VI: The Free West Papua Movement. OPM (Organisesi Papua Merdeka): Hier werden die Ziele und Strategien der Widerstandsbewegung sowie deren schwierige Positionierung im globalen politischen Kontext analysiert.
VII: Menschenrechte und Flüchtlinge: Das Kapitel dokumentiert die Menschenrechtsverletzungen, die schwierige Lage der Flüchtlinge und das Fehlen effektiver internationaler Unterstützung.
VIII: Zusammenfassende Betrachtung: Abschließend wird konstatiert, dass die verschiedenen Problemfelder miteinander verwoben sind und eine Lösung nur durch eine ernsthafte Vermittlung der UNO und ein Umdenken der Weltgemeinschaft möglich ist.
Schlüsselwörter
Westpapua, Irian Jaya, Indonesien, Transmigration, OPM, Menschenrechte, Rohstoffausbeutung, Freeportkonzern, Umweltschutz, indigene Bevölkerung, Widerstandsbewegung, UN, Kolonialismus, Regenwald, Geopolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die politische und soziale Lage Westpapuas seit der Angliederung an Indonesien unter Berücksichtigung historischer und wirtschaftlicher Faktoren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die indonesische Transmigrationspolitik, die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, die Menschenrechtslage sowie der Widerstand der OPM.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, einen objektiven Überblick über die Folgen der indonesischen Zugehörigkeit für die melanesische Urbevölkerung zu geben und die daraus resultierenden ethnischen und sozialen Spannungen zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine deskriptive Analyse auf Basis offizieller Quellen, Berichte von Menschenrechtsorganisationen und Pro-Westpapua-Webseiten, um die Situation multidimensional zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Machtinteressen, die ökologischen Schäden durch Minenbetriebe und die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Umsiedlungsprogramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Westpapua, Transmigration, Menschenrechte, Rohstoffausbeutung und indigene Bevölkerung definiert.
Welche Rolle spielt der Freeportkonzern?
Der Konzern ist ein wesentlicher Akteur bei der Rohstoffausbeutung und wird für die damit einhergehende Umweltverschmutzung und soziale Verdrängung der lokalen Bevölkerung kritisiert.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der UNO?
Die Autorin sieht die UNO in der Pflicht, als legitimer Vermittler zwischen den Widerstandsbewegungen und der indonesischen Regierung zu agieren, bemängelt jedoch das bisherige Ausbleiben effektiver Schritte.
- Quote paper
- Dominque Buchmann (Author), 2002, Westpapua vs. Irian-Jaya - Geschichte Westpapuas und die Folgen der indonesischen Zugehörigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45081