Im Zuge der Digitalisierung hat der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen. Die technische Revolution, lässt viele Arbeitsplätze in Zukunft verschwinden, aber schafft gleichzeitig nicht genügend neue Arbeitsplätze. Im Gegenteil: Die menschliche Arbeitskraft wird vollständig und meistens sogar noch besser durch sie ersetzt.
Unsere Gesellschaft sieht sich permanent konfrontiert, mit einem Mangel an Zeit, Ressourcen und Arbeitsplätzen zu leben und zu wirtschaften. Trotz knapper Produktionsmittel werden immer mehr Konsumgüter produziert, die keine Verwendung finden. Gleichzeitig leben viele Menschen in dieser Überflussgesellschaft in Existenzangst, da die Schere zwischen Arm und Reich stetig wächst. In Deutschland waren 2016 laut Statistischem Bundesamt 16 Millionen Menschen von Armut betroffen, das entspricht 19,7 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Der demografische Wandel führt zu einer Unterversorgung an Arbeitskräften im Bereich der Pflege. Zudem muss bedacht werden, nicht jeder Bürger hat die finanziellen Mittel oder sieht aus persönlichen Gründen von der Inanspruchnahme einer professionellen Pflegekraft ab. Die Sozialstrukturen stehen vor einem Härtetest. Die sozial-ökologischen Implikationen dieser Entwicklung sind noch zu wenig erforscht.
Aufgrund dieser Problematik beschäftigen sich immer mehr Personen aus den unterschiedlichsten Branchen mit der Frage, wie wir auch in Zukunft in einer Wohlstandsgesellschaft leben können und der Spaltung der Gesellschaft vorbeugen. Um Bismarcks Sozialstaat fit für die digitalisierte Zukunft zu machen, wird das bedingungslose Grundeinkommen als Lösung vorgeschlagen. Es wird als grundlegende Alternative zur Politik des Druckausübens auf Erwerbslose und Sozialhilfebezieher und zur zunehmenden Prekarisierung gesehen. In der ganzen Welt schließen sich mehr und mehr Menschen in Netzwerken zusammen, um das Grundeinkommen durchzusetzen. Es gilt nun zu experimentieren, wie die Sozialsysteme möglicherweise reformiert werden können, um besser auf das offenere und wechselhaftere Arbeitsleben zugeschnitten zu sein.
Die Arbeit ist eine Fallstudie in dem Modul "Unternehmensfinanzierung". Die dort erlernten Instrumente zur Finanzierung werden an einem reellen Beispiel angewandt um einen Bezug zwischen Theorie und Praxis zu schaffen.
1. Einleitung
1.1. Die Problemstellung
1.2. Ziel der Fallstudie
1.3. Vorgehensweise
2. Das bedingungslose Grundeinkommen
2.1. Modelle
2.1.1. Emanzipatorisches Grundeinkommen
2.1.2. Götz W. Werner
2.2. Die öffentliche Diskussion
2.2.1. Pro
2.2.2. Contra
2.3. Pilotprojekte
2.3.1. Staatliche
2.3.2. Private
3. Crowdfunding als Finanzierungsinstrument nicht-kommerzieller Vereine
4. Die Finanzierung eines NGO-Start-Ups
4.1. Mein Grundeinkommen
4.1.1.Leitbild, Unternehmensstrategie & -ziel
4.1.2.Kapitalstruktur & -bedarf
4.1.3.Einblick in die Unternehmensorganisation & das Personalwesen
4.2.Finanzierungsinstrumente
4.2.1 Donation-Crowdfunding
4.2.2. konsumbasierte Finanzierung
4.2.3. Finanzierung durch B2B-Kooperationen
4.3. Non-Profit Marketingmix
4.3.1. Nutzer werben Nutzer
4.3.2. Social-Media Marketing
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens und analysiert anhand der Case Study "Mein Grundeinkommen e.V.", wie moderne Finanzierungsmodelle und Crowdfunding als Instrumente zur Realisierung gesellschaftspolitischer Experimente durch nicht-kommerzielle Organisationen genutzt werden können.
- Grundlagen und Modelle des bedingungslosen Grundeinkommens
- Öffentlicher Diskurs und empirische Pilotprojekte weltweit
- Finanzierungsstrategien für Non-Profit-Organisationen
- Anwendung von Crowdfunding und konsumbasierten Finanzierungsmethoden
- Einsatz von Non-Profit Marketing-Mix zur Reichweitensteigerung
Auszug aus dem Buch
4.1.3.Einblick in die Unternehmensorganisation & das Personalwesen
Mein Grundeinkommen e.V. definiert sich als private, reine Non-Profit Organisation mit dem Partizipationsgrad der Fremdorganisation. Das Team besteht aus 23 Mitarbeitern. Ein Grundwert des Vereins ist es, Machtstrukturen kritisch zu hinterfragen. In der Gesellschaft, wie innerhalb der Organisation.
Die Aufbauorganisation des Unternehmens ist ein an Holacrazy angelehntes System, mit dem Mein Grundeinkommen e.V. ein „New Work“-Modell testet. Bisherige Organisationssysteme sind demnach obsolet.
Der Neologismus Holacrazy ist abgeleitet von dem griechischen Wort Holon und bedeutet übersetzt „das Teil eines Ganzen seiende“. Die Organisationsform verfolgt den Ansatz, Klarheit und Transparenz über die Arbeit in einem Team oder einer Organisation zu gewinnen und Entscheidungsprozesse schlank und effektiv zu halten. Holacracy verteilt die Autorität, die sonst bei Führungspersonen liegt, auf sogenannte Kreise, welche aus Rollen zusammengesetzt sind. Teammitglieder übernehmen eine oder mehrere Rollen. Über verbindliche Kooperationsregeln und Meetingprozesse wird demokratisch abgestimmt. Zentraler Koordinationsaufwand wird stark reduziert. Managementfunktionen werden entlastet. Holacracy betont die Eigenverantwortung der Mitarbeiter in ihren Rollen und die Selbstorganisation von Teams.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen des Arbeitsmarktes durch die Digitalisierung und führt das bedingungslose Grundeinkommen als potenziellen Lösungsansatz ein.
2. Das bedingungslose Grundeinkommen: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Modelle des Grundeinkommens, den gesellschaftlichen Diskurs sowie den Stand aktueller Pilotprojekte.
3. Crowdfunding als Finanzierungsinstrument nicht-kommerzieller Vereine: Es wird die Verbindung zwischen dem gesellschaftspolitischen Ziel des Grundeinkommens und den Möglichkeiten der privaten Finanzierung durch Crowdfunding hergestellt.
4. Die Finanzierung eines NGO-Start-Ups: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Struktur, Finanzierungsmethoden und das Marketing des Vereins "Mein Grundeinkommen".
5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel resümiert die Projekterfolge und beleuchtet das Potenzial für zukünftige Entwicklungen und Kooperationen.
Schlüsselwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen, Crowdfunding, Non-Profit Organisation, Finanzmarketing, Holacracy, Spendenmodell, Sozialpolitik, Digitalisierung, Mein Grundeinkommen, Startnext, Soziale Innovation, Pilotprojekte, Crowdhörnchen, Gemeinnützigkeit, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens und zeigt auf, wie ein Verein dieses durch moderne Finanzierungsmodelle wie Crowdfunding praktisch erprobt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das bedingungslose Grundeinkommen, moderne Finanzierungsstrategien für NGOs, Non-Profit Marketing und neue Organisationsformen wie Holacracy.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie mittels privater Finanzierungsmodelle evidenzbasierte Erkenntnisse über die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens gewonnen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Fallstudienmethodik (Case Study) am Beispiel der Organisation "Mein Grundeinkommen e.V.", ergänzt durch eine Literaturanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die strategische Aufstellung des Vereins, seine Finanzierungsquellen (Donation-Crowdfunding, konsumbasierte Finanzierung) und seinen Marketingmix.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören "Crowdfunding", "Bedingungsloses Grundeinkommen", "Non-Profit" und "Finanzmarketing".
Was versteht der Verein unter "Crowdhörnchen"?
Es handelt sich um eine Finanzierungsform, bei der Spender monatlich kleine Teilbeträge spenden, um dem Verein einen stetigen Cashflow und langfristige Planungssicherheit zu ermöglichen.
Wie unterscheidet sich die "Crowdcard" vom herkömmlichen Spenden?
Die Crowdcard nutzt das Prinzip von Bonuskarten (wie Payback), bei denen durch den täglichen Konsum Spenden generiert werden, die gebündelt dem Verein zugutekommen.
Welche Rolle spielt "Holacracy" innerhalb des Vereins?
Holacracy ist die angewandte Organisationsform, die flache Hierarchien und Eigenverantwortung fördert, indem Entscheidungsautorität auf Rollen und Kreise verteilt wird.
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- Lalka Panthera Uncia (Author), 2018, Crowdfunding. Das bedingungslose Grundeinkommen auf dem Prüfstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450873