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Stadtentwicklung und funktionale Zentralität in Südwestdeutschland

Title: Stadtentwicklung und funktionale Zentralität in Südwestdeutschland

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Kerstin Remshard (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Fast drei Viertel aller Städte in Südwestdeutschland sind Gründungen, die zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert entstanden. Es lassen sich hierbei mehrere verschiedene Gründungstypen unterscheiden: Bei dem ältesten Gründungstyp handelt es sich um die Römer- oder alten Bischofsstädte,wozu beispielsweise Speyer und Worms zu zählen sind. Bei diesen spätantiken Siedlungen lässt sich nicht nur eine ununterbrochene Siedlungskontinuität feststellen, sondern auch ein Fortbestehen zentraler Funktionen.
Der zweite, wesentlich bedeutendere Entwicklungstyp sind die frühen Märkte,die als eigentliche Vorläufer und Schrittmacher des südwestdeutschen Städtewesens gelten. Seit der Zeit der Karolinger wurden Marktprivilegien sowohl an weltliche als auch geistliche Herrschaften verliehen. Die Marktsiedlungen entstanden aus Sicherheitsgründen fast immer in unmittelbarer Nachbarschaft des jeweiligen Herrschaftssitzes. So erwuchsen Marktgründungen bei königlichen Pfalzen, wie z.B. in Ulm, Rottweil, Pforzheim und Hall und ebenso bei Bischofssitzen wie in Marbach am Neckar oder in Ladenburg. Weitere frühe Marktorte sind Esslingen (siehe Abb.1), Herbrechtingen und Gmünd. Die meisten der frühen Märkte konnten dann im Laufe des 12. Jahrhunderts ihr Stadtrecht erwerben. Der dritte Typus der südwestdeutschen Städteentwicklung setzte im frühen 12. Jahrhundert ein, mit den ersten „planmäßigen Neugründungen aus wilder Wurzel“(Kullen 1983, S.135). Hier leitete die Gründung Freiburgs im Breisgau (siehe Abb.2) durch die Herzöge von Zähringen den „Boom“ der mittelalterlichen Städtegründungen ein, da alle größeren Territorialherren nun diese strategische Wichtigkeit erkannten. Weitere Zähringer Gründungen sind Villingen, Offenburg, Neuenburg und Rottweil. Das besondere an diesen Städten ist, dass sie meisterlich in Lage, Grundriss und Struktur angelegt sind und damit eigentlich ihrer Zeit voraus. Auffällig sind hierbei ihre Größe, das geplante rechtwinklige Straßennetz mit den beiden breiten Mittelachsen die in vier Toren enden und nicht zuletzt die Kanalisation.

Excerpt


Gliederung

1. Ursprünge und Entwicklung des südwestdeutschen Städtewesens

1.1. Die Städte des Mittelalters

1.2. Die Städte der Neuzeit

1.3. Wandlungen der Städte im Industriezeitalter

1.4. Stadtentwicklungen der Nachkriegszeit und Gegenwart

2. Die Städte Südwestdeutschlands als Zentrale Orte

3. Freiburg: Metropole des südlichen Oberrheingebiets

3.1. Historische Entwicklung

3.2. Stadtexkursion durch Freiburg mit Besichtigung der wichtigsten Elemente

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die städtebauliche Entwicklung und die funktionale Zentralität in Südwestdeutschland. Dabei wird der historische Wandel vom Mittelalter bis zur Gegenwart analysiert, um zu verstehen, wie sich Siedlungsstrukturen unter dem Einfluss von Industrialisierung, Kriegszerstörung und funktionaler Planung verändert haben.

  • Ursprünge und Typologien mittelalterlicher und neuzeitlicher Städte
  • Auswirkungen der Industrialisierung auf Stadtbild und demografisches Wachstum
  • Städtebau in der Nachkriegszeit und Tendenzen der funktionalen Entflechtung
  • Bedeutung von Verdichtungsräumen und zentralen Orten für die Landesplanung
  • Detaillierte Analyse der Stadtentwicklung am Beispiel von Freiburg im Breisgau

Auszug aus dem Buch

1.1. Die Städte des Mittelalters

Fast drei Viertel aller Städte in Südwestdeutschland sind Gründungen, die zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert entstanden. Es lassen sich hierbei mehrere verschiedene Gründungstypen unterscheiden: Bei dem ältesten Gründungstyp handelt es sich um die Römer- oder alten Bischofsstädte, wozu beispielsweise Speyer und Worms zu zählen sind. Bei diesen spätantiken Siedlungen lässt sich nicht nur eine ununterbrochene Siedlungskontinuität feststellen, sondern auch ein Fortbestehen zentraler Funktionen.

Der zweite, wesentlich bedeutendere Entwicklungstyp sind die frühen Märkte, die als eigentliche Vorläufer und Schrittmacher des südwestdeutschen Städtewesens gelten. Seit der Zeit der Karolinger wurden Marktprivilegien sowohl an weltliche als auch geistliche Herrschaften verliehen. Die Marktsiedlungen entstanden aus Sicherheitsgründen fast immer in unmittelbarer Nachbarschaft des jeweiligen Herrschaftssitzes. So erwuchsen Marktgründungen bei königlichen Pfalzen, wie z.B. in Ulm, Rottweil, Pforzheim und Hall und ebenso bei Bischofssitzen wie in Marbach am Neckar oder in Ladenburg. Weitere frühe Marktorte sind Esslingen, Herbrechtingen und Gmünd. Die meisten der frühen Märkte konnten dann im Laufe des 12. Jahrhunderts ihr Stadtrecht erwerben.

Der dritte Typus der südwestdeutschen Städteentwicklung setzte im frühen 12. Jahrhundert ein, mit den ersten „planmäßigen Neugründungen aus wilder Wurzel“. Hier leitete die Gründung Freiburgs im Breisgau durch die Herzöge von Zähringen den „Boom“ der mittelalterlichen Städtegründungen ein, da alle größeren Territorialherren nun diese strategische Wichtigkeit erkannten. Weitere Zähringer Gründungen sind Villingen, Offenburg, Neuenburg und Rottweil.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ursprünge und Entwicklung des südwestdeutschen Städtewesens: Dieses Kapitel zeichnet die historische Evolution der Städte von den mittelalterlichen Gründungen über den Festungsbau der Neuzeit bis hin zu den industriellen Transformationsprozessen und Nachkriegsentwicklungen nach.

2. Die Städte Südwestdeutschlands als Zentrale Orte: Der Abschnitt erläutert die dezentrale Wirtschafts- und Siedlungsstruktur Baden-Württembergs und die raumordnerischen Strategien zur Entwicklung zentraler Orte.

3. Freiburg: Metropole des südlichen Oberrheingebiets: Anhand einer historischen Analyse und einer virtuellen Stadtexkursion wird die Entwicklung Freiburgs als bedeutendes regionales Zentrum sowie die Umgestaltung der Innenstadt beleuchtet.

Schlüsselwörter

Stadtentwicklung, Südwestdeutschland, Städtewesen, Industrialisierung, Zähringerstadt, Residenzstädte, Zentrale Orte, Landesplanung, Freiburg im Breisgau, Stadtumbau, Funktionale Entflechtung, Siedlungsstruktur, Denkmalpflege, Stadtgestaltung, Städtebau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der städtebaulichen Historie sowie den funktionalen Strukturen von Städten in Südwestdeutschland unter besonderer Berücksichtigung des Raums Baden-Württemberg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen historische Stadtgründungstypen, den Einfluss der Industrialisierung, städtebauliche Maßnahmen der Nachkriegszeit sowie Konzepte der Raumordnung und zentralen Orte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Darstellung und Analyse der städtebaulichen Entwicklung und der funktionalen Vernetzung in der Region, illustriert durch die historische Genese und aktuelle Stadtplanung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse historischer und geografischer Quellen sowie auf eine fallstudienartige Stadtexkursion durch Freiburg im Breisgau.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Epochen der Stadtentwicklung, die Raumplanung im ländlichen Raum sowie die spezifischen Standort- und Sanierungsprozesse innerhalb Freiburgs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Stadtentwicklung, Zentrale Orte, Industrialisierung, Zähringerstadt, Raumordnung und funktionale Entflechtung.

Welche Rolle spielt die Zähringerstadt in der Untersuchung?

Die Zähringerstadt fungiert als Modell für planmäßige mittelalterliche Neugründungen, die maßgeblich zur strategischen Entwicklung des südwestdeutschen Raums beigetragen haben.

Warum wird Freiburg als Fallbeispiel gewählt?

Freiburg dient als Exempel für die Entwicklung zur Metropole des südlichen Oberrheingebiets, wobei sowohl historische Aspekte als auch moderne stadtplanerische Eingriffe wie die Citybildung oder Sanierungen detailliert aufgezeigt werden.

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Details

Title
Stadtentwicklung und funktionale Zentralität in Südwestdeutschland
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Geographie)
Course
Große Exkursion Südwestdeutschland
Grade
2
Author
Kerstin Remshard (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V45097
ISBN (eBook)
9783638425650
Language
German
Tags
Stadtentwicklung Zentralität Südwestdeutschland Große Exkursion Südwestdeutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerstin Remshard (Author), 2004, Stadtentwicklung und funktionale Zentralität in Südwestdeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45097
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