Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: USA

"Manifest Destiny" und die Außenpolitik der USA

Eine Ideologie, die Politik macht(e)

Title: "Manifest Destiny" und die Außenpolitik der USA

Term Paper , 2015 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Torben Arndt (Author)

Politics - Region: USA
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit der Gründung der Vereinigten Staaten prägte die besondere Selbstwahrnehmung der eigenen Stellung in der Welt die politischen Ereignisse dieses Staates. Es gibt eine Vielzahl von Mythen und Symboliken, auf die sich die besondere Ideologie und der Nimbus des amerikanischen Volks zurück führen lassen.

Das „Manifest Destiny“, also zu Deutsch das „offenkundige Schicksal“, ist ein Grundgedanke in der amerikanischen Geschichte, welcher durch den New Yorker Journalisten und Mitglied der Demokratischen Partei John L. O’Sullivan geprägt wurde. Es lässt sich als Kernaussage feststellen, dass der Begriff „Manifest Destiny“ dem amerikanischen Volk und Staat eine besondere Bestimmung auf der Erde zu spricht. Welche Bestimmung das genau ist und aus welchen Dimensionen sie sich zusammensetzt, soll im Hauptteil dieser Seminararbeit detaillierter dargestellt.

Im Laufe der Historie haben viele Politiker und Wissenschaftler auf diesen Grundgedanken Bezug genommen und damit verschiedene außenpolitische Entscheidungen ideologisch begründet. Dies wirft die Frage auf, in wie fern der Gedanke des „Manifest Destiny“ ein Einflussfaktor der Außenpolitik der USA in der Geschichte war und auch noch heutzutage ist und in wie weit das Gedankengut in verschiedenen außenpolitischen Ansätzen zu erkennen ist.

Um diese Fragestellung zu beleuchten, soll in dieser Arbeit in drei Schritten vorgegangen werden: Als Erstes werden die Aspekte und Dimensionen des „Manifest Destiny“ erläutert und danach im nächsten Schritt in ausgewählten politischen Theorien und außenpolitischen Entscheidungen herausgefiltert. Es soll in diesem Schritt deutlich werden, in wie weit die Aspekte des „Manifest Destiny“ Einfluss auf die Beweggründe und Motive amerikanischer Außenpolitik hatten. Des Weiteren soll heraus gearbeitet werden, ob das „Manifest Destiny“ eher die Legitimation imperialistischer Strömungen beeinflusst hat oder ob es den USA vielleicht auf Grund dieses Gedankens darum ging, die Welt „a safer and more peaceful place“ zu machen. Im abschließenden Schritt soll diese Seminararbeit einen kurzen Ausblick darauf geben, in wie fern man das „Manifest Destiny“ und dessen Implikationen nicht nur in betrachteten außenpolitischen Theorien und Entscheidungen wiederfindet, sondern auch heutzutage noch in der Außenpolitik der USA erkennen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff „Manifest Destiny“

2.1. Autor und historische Einordnung

2.2. Die Bedeutung des „Manifest Destiny“

3. Elemente des „Manifest Destiny“ in der amerikanischen Außenpolitik

3.1. „Manifest Destiny“ und die Monroe Doktrin

3.2. Woodrow Wilson und der Gedanke der „Manifest Destiny“

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das ideologische Konzept des „Manifest Destiny“ als prägender Einflussfaktor auf die amerikanische Außenpolitik fungierte und inwiefern sich dieses Gedankengut in historischen sowie modernen außenpolitischen Ansätzen der USA widerspiegelt.

  • Historische Herleitung und Definition des Begriffs „Manifest Destiny“ durch John L. O’Sullivan.
  • Analyse der konstituierenden Elemente: Auserwähltheit, territoriale Expansion und religiöse Sendungsbewusstsein.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen „Manifest Destiny“ und der Monroe Doktrin.
  • Kritische Beleuchtung des Wilsonianismus im Kontext idealistischer Werte und imperialistischer Tendenzen.

Auszug aus dem Buch

2.2. Die Bedeutung des „Manifest Destiny“

John L. O’Sullivan verwendet den Begriff der „Manifest Destiny“ zwei Mal kurz hintereinander. Im Folgenden werden die beiden wichtigsten Zitate genannt und anschließend versucht die Hauptbestandteile von O’Sullivans Idee zu erläutern. In seiner Schrift „Annexation“ schreibt er zunächst: „Our manifest destiny to overspread the continent allotted by Providence for the free development of our yearly multiplying millions.“ (John L. O’Sullivan, 1845). Ein halbes Jahr später druckt die Zeitung „Morning Star“:

„The right of our manifest destiny to overspread and possess the whole continent which providence has given us for the development of the great experiment of liberty and federated self government.“ (Stephanson, 1995, S. 42)

Betrachtet man diesen Satz Stück für Stück, so lassen sich nach dem Historiker William E. Weeks drei Hauptbestandteile der „Manifest Destiny“ identifizieren (Vgl. Weeks, 1996, S.6 ff).

Zunächst attestiert O’Sullivan dem amerikanischen Volk eine besondere Tugendhaftigkeit, welche den Amerikanern eine Art übergeordnete Stellung in der Welt zuschreibe (Vgl. Weeks, 1996, S.6; Vgl. Stephanson, 1995, S.27). Diese Idee, eine Art auserwähltes Volk zu sein, ist nicht alleinig von O’Sullivan erwähnt worden. Dieser puritanische Auserwähltseins-Gedanke lässt sich noch weiter zurück führen: So schreibt John Winthrop im Jahr 1630 beispielsweise über die amerikanischen Kolonien, dass diese eine „city upon a hill“ bilden sollen (Vgl. Parker, 2014) und als Vorbild für die restliche Weltbevölkerung und vor allem Europa dienen würden, sodass diese zu den amerikanischen Siedlern aufblicken und sich an ihnen orientieren (Vgl. Parker, 2014). Auch Herman Melville schreibt: „Die Amerikaner sind das einzig auserwählte Volk, das Israel der Gegenwart; wir tragen die Bundeslade mit den Freiheiten der Welt.“ (Melville, 1948, S.263 ff.). Es lassen sich etliche solcher Beispiele finden, in denen Autoren dem amerikanischen Volk diese besondere Bestimmung und dessen Auserwähltsein zusprechen. Auf Grund dieser übergeordneten Stellung spricht Melville dem amerikanischen Volk eine Messias-Funktion zu, welche den Auftrag hat, „der Welt eine Wohltat zu erweisen“ (Melville, 1948, S.263 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des „Manifest Destiny“ als zentralen Mythenkomplex der amerikanischen Selbstwahrnehmung ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses auf die US-Außenpolitik.

2. Der Begriff „Manifest Destiny“: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Begriffs durch John L. O’Sullivan im historischen Kontext der territorialen Expansion des 19. Jahrhunderts und analysiert die ideologischen Kernelemente.

3. Elemente des „Manifest Destiny“ in der amerikanischen Außenpolitik: Der Hauptteil untersucht die praktische Anwendung der Ideologie anhand der Monroe Doktrin sowie der außenpolitischen Doktrin Woodrow Wilsons.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Beständigkeit der ideologischen Motive der USA und reflektiert deren fortwährende Rolle jenseits rein wirtschaftlicher oder sicherheitspolitischer Interessen.

Schlüsselwörter

Manifest Destiny, Außenpolitik, USA, John L. O’Sullivan, Monroe Doktrin, Woodrow Wilson, Sendungsbewusstsein, Expansionismus, Idealismus, Amerikanisches Selbstverständnis, Auserwähltheit, Liberaler Imperialismus, Demokratieförderung, Territoriale Expansion, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ideologie des „Manifest Destiny“ („offenkundiges Schicksal“) und deren Rolle als prägender Faktor im amerikanischen außenpolitischen Denken und Handeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Begriffs, der Auserwähltheitsideologie, der Monroe Doktrin sowie dem idealistisch geprägten „Wilsonianismus“.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Einfluss des „Manifest Destiny“ als ideologisches Fundament für US-Interventionen und Expansionsbestrebungen in der Geschichte und bis in die Moderne zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung historischer Dokumente und außenpolitischer Schriften.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die Begriffsdefinition geklärt, bevor die Umsetzung in der Monroe Doktrin und Wilsons Politik zur Demokratieförderung einer kritischen Prüfung unterzogen wird.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Manifest Destiny, amerikanischer Exzeptionalismus, Sendungsbewusstsein, Außenpolitik und historischer Imperialismus.

Wie bewertet die Autorin bzw. der Autor Wilsons Politik?

Der Text stellt Wilsons Politik als zweischneidig dar: Sie verbindet das idealistische Ziel einer friedlichen Weltordnung mit problematischen, imperialistischen Zügen des „Liberalen Interventionismus“.

In welchem Zusammenhang steht die Monroe Doktrin zum „Manifest Destiny“?

Die Arbeit zeigt, dass die Monroe Doktrin trotz ihrer isolationistischen Grundausrichtung als ideologisches Instrument zur Begründung einer regionalen Hegemonie genutzt wurde, was mit dem Streben nach Expansion korrespondierte.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
"Manifest Destiny" und die Außenpolitik der USA
Subtitle
Eine Ideologie, die Politik macht(e)
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
2,0
Author
Torben Arndt (Author)
Publication Year
2015
Pages
14
Catalog Number
V451175
ISBN (eBook)
9783668842595
ISBN (Book)
9783668842601
Language
German
Tags
manifest destiny aussenpolitik eine ideologie politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torben Arndt (Author), 2015, "Manifest Destiny" und die Außenpolitik der USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451175
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint