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Sind ethnische Konflikte "ethnische" Konflikte?

Title: Sind ethnische Konflikte "ethnische" Konflikte?

Seminar Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anke Seifert (Author)

Politics - Miscellaneous
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In den Medien wird die Dritte Welt häufig als ein Kontinent der Stammesrivalitäten und Stammeskämpfe bezeichnet, die sich in den so genannten "ethnischen Konflikten" äußern. Aber was bedeutet die Katalogisierung als "ethnischer" Konflikt nun genau ? Worin liegt der Unterschied zwischen einem "ethnischen" und einem "normalen" Konflikt und ab wann kann, sollte oder muss man sogar von einem ethnischen Konflikt sprechen ? Das sind Fragen, die ein Lexikon oder die Medien kaum adäquat zu beantworten vermögen. Sie bedienen sich oftmals Vorurteile und Klischees, wie die des Tribalismus oder der "Allerweltsformel" der Ethnizität, um das Phänomen des ethnischen Konflikts erklären zu wollen. Dabei entwerten sie jedoch den eigentlichen Sinn. Ob es eine allumfassende Antwort auf die Generalfrage gibt: "Sind ethnische Konflikte ethnische Konflikte?", werde ich versuchen, anhand zahlreicher (Fach-) Literatur zu diesem Thema zu beantworten. Dazu bedarf es jedoch zunächst einer allgemeinen Definition des Untersuchungsgegenstands "Ethnie" bzw. "ethnischer Konflikt", von der aus ich zu den vermeintlichen Charakteristika eines ethnischen Konflikts überleiten werde. Danach widme ich mich der Entstehung ethnischer Identitäten, mit der das Bewusstsein für ethnische Unterschiede geschaffen wird. Als nächstes folgt der Tribalismus, dessen heutzutage unpopulärer Gebrauch oft mit Ethnizität gleichgesetzt wird und als Ursprungscharakter afrikanischer Nationen gilt. Anschließend soll die Instrumentalisierung von Ethnizität im politischen und wirtschaftlichen Sinne näher beleuchtet und im letzten Teil der Arbeit auf die so genannten Gewaltmärkte eingegangen werden, die den Blick auf die Kommerzialisierung ethnischer Auseinandersetzungen lenkt. Zum Abschluss ziehe ich ein Fazit.

Excerpt


Struktur der Seminararbeit

I. Einleitung

II. Definition von „Ethnie“ und „ethnischem Konflikt“

III. Charakteristika eines „ethnischen“ Konflikts

IV. Entstehung von „ethnischen Identitäten“

V. Tribalismus

VI. Instrumentalisierung von Ethnizität (politisch und wirtschaftlich)

VII. Gewaltmärkte

VIII. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist die Untersuchung der kritischen Forschungsfrage, ob Konflikte, die in den Medien als „ethnisch“ bezeichnet werden, tatsächlich einen genuin ethnischen Ursprung haben oder ob es sich vielmehr um Instrumentalisierungen von Identitätsmerkmalen handelt. Dabei steht die Dekonstruktion medialer Klischees und die Analyse ökonomischer Machtinteressen im Vordergrund.

  • Kritische Definition von Ethnizität und ethnischen Konflikten
  • Analyse der Konstruktion ethnischer Identitäten
  • Historische und soziologische Einordnung des Tribalismus
  • Untersuchung der politischen und wirtschaftlichen Instrumentalisierung von Ethnizität
  • Theorie der Gewaltmärkte als Erklärungsmodell für moderne Bürgerkriege

Auszug aus dem Buch

III. Charakteristika eines „ethnischen“ Konflikts

Schmidt hat vier Charakteristika gefunden, anhand derer man einen Konflikt als ethnisch einstufen könne:

1. - Ethnische Konflikte besitzen ein hohes Gewaltpotenzial, das im Extremfall bis zum Genozid reichen kann.

- Ethnische Konflikte werden nicht mit Hightech-Waffen geführt, sondern mit Kleinwaffen und oft auch mit Macheten.

- Von Seiten der Kriegsparteien werden in ethnischen Konflikten keine Unterschiede zwischen Kriegsteilnehmern und Zivilbevölkerung gemacht.

- Grausamkeiten werden als militärpolitische Strategie eingesetzt und entsprechen damit einem rationalen Kalkül.

- Diese Gewaltanwendungen führen leicht zur Eigendynamik und können so irrationale Züge entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die kritische Forschungsfrage nach der Validität der Bezeichnung „ethnischer Konflikt“ und skizziert den Aufbau der Arbeit.

II. Definition von „Ethnie“ und „ethnischem Konflikt“: Das Kapitel beleuchtet die wechselvolle etymologische Geschichte des Ethnie-Begriffs und die Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Abgrenzung.

III. Charakteristika eines „ethnischen“ Konflikts: Hier werden vier zentrale Merkmale analysiert, die typischerweise zur Kategorisierung eines Konflikts als „ethnisch“ herangezogen werden.

IV. Entstehung von „ethnischen Identitäten“: Der Abschnitt diskutiert den Gegensatz zwischen primordialistischen und konstruktivistischen Theorien zur Identitätsbildung.

V. Tribalismus: Es wird untersucht, wie der Begriff Tribalismus als klischeehafte Beschreibung afrikanischer Gesellschaften instrumentalisiert wurde und welche Rolle er in der Kolonialzeit spielte.

VI. Instrumentalisierung von Ethnizität (politisch und wirtschaftlich): Dieses Kapitel zeigt auf, wie Eliten ethnische Identität als politisches und wirtschaftliches Machtinstrument einsetzen.

VII. Gewaltmärkte: Basierend auf Georg Elwerts Theorie wird analysiert, wie ökonomische Interessen und militärische Logistik statt ethnischer Bindungen Konflikte am Leben erhalten.

VIII. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass ethnische Unterschiede allein keine Konflikte erzeugen, sondern diese stets durch ökonomische und machtpolitische Faktoren verschärft werden.

Schlüsselwörter

Ethnische Konflikte, Ethnizität, Tribalismus, Identitätspolitik, Gewaltmärkte, Eliten, Machtinteressen, Bürgerkrieg, Kolonialismus, Ressourcenkonflikte, Konstruktivismus, Primordialismus, Staatszerfall, Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit hinterfragt die mediale und wissenschaftliche Praxis, gewaltsame Auseinandersetzungen in der Dritten Welt vorschnell als „ethnische Konflikte“ zu kategorisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die Identitätskonstruktion, die Rolle von Eliten bei der Konfliktmobilisierung und die ökonomische Analyse moderner Gewaltformen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: „Sind ethnische Konflikte ethnische Konflikte?“ oder handelt es sich um Konflikte, die lediglich einen ethnischen Deckmantel tragen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche basiert und verschiedene politikwissenschaftliche sowie soziologische Erklärungsmodelle synthetisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Begriffs, die Analyse von Identitätstheorien, die Dekonstruktion von Tribalismus und die Anwendung der Theorie der Gewaltmärkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Ethnizität, Instrumentalisierung, Gewaltmärkte und politische Machtinteressen.

Welche Bedeutung hat der Tribalismus-Begriff für die Arbeit?

Die Arbeit zeigt, dass Tribalismus oft als klischeehaftes Konstrukt dient, um afrikanische Staaten als archaisch abzuwerten, während er in Wahrheit eine kolonial beeinflusste Erfindung ist.

Warum spielt die „Theorie der Gewaltmärkte“ eine so große Rolle?

Die Gewaltmärkte-Theorie erklärt, dass in instabilen Staaten ökonomische Interessen (Ressourcenzugang) den eigentlichen Motor für die Fortführung von Kriegen bilden, weitgehend unabhängig von den vordergründigen ethnischen Narrativen.

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Details

Title
Sind ethnische Konflikte "ethnische" Konflikte?
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,3
Author
Anke Seifert (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V45127
ISBN (eBook)
9783638425858
ISBN (Book)
9783638750523
Language
German
Tags
Sind Konflikte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Seifert (Author), 2004, Sind ethnische Konflikte "ethnische" Konflikte?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45127
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