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Der Geleitsfall des Johannes Hus

Title: Der Geleitsfall des Johannes Hus

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,25

Autor:in: Lars Reutter (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Im Rahmen dieser Hausarbeit werde ich der bereits von vielen (Rechts)historikern diskutierten Frage nachgehen, ob bei der Verhaftung, der anschließenden Verurteilung und der Vollstreckung der Strafe an Johannes Hus im Rahmen des Konstanzer Konzil ein Geleitbruch vorlag. Ausdrücklich betonen will ich an dieser Stelle, dass die Frage, ob der Prozess begründet war, ob er fair ablief und ob die Verurteilung zum Tod durch Verbrennen rechtens war, außer Acht gelassen wird. Kurz die Frage, ob Hus ein Häretiker war oder nicht soll nicht Gegenstand dieser Arbeit sein.
Im Folgenden werde ich die Vorgehensweise innerhalb dieser Arbeit vorstellen: Der erste Abschnitt der Arbeit besteht aus eine r allgemeine n Einführ ung in die Geleitsthematik. Im Anschluss daran wird im zweiten Kapitel, zum besseren Verständnis, kurz das Leben und das Wirken des Johannes Hus skizziert. Im folgenden Kapitel, der den Hauptteil dieser Arbeit darstellt, we nde ich mich dem eigentlichen Thema dieser Arbeit dem „Geleitfall“ des Johannes Hus zu. Dabei werde ich zuerst die mündlichen Versprechungen darstellen, die Sigmund Hus vor der eigentlichen Ausstellung des Geleitbriefs gegeben hat. Im Anschluss daran wird dann der Inhalt des Geleitbriefes vorgestellt. Darauf folgend werde ich zuerst beurteilen, ob Sigmund seine Versprechungen gegenüber Hus gehalten hat. Dies kann allerdings nicht formaljuristisch überprüft werden, da diese Versprechungen nicht schriftlich fixiert wurden und nur rekonstruierbar sind. Nachkommend werde ich auf Grundlage des Geleitbriefs, der die einzige Rechtsgrundlage darstellt, abwägen, ob rechtlich gesehen ein Geleitbuch vorlag oder ein solcher Bruch nicht gegeben war. Zum Abschluss der Arbeit werde ich ein Fazit ziehen und einen Ausblick auf die weitere Entwicklung geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines zum Geleit

3. Die Vorgeschichte des „Geleitfalls“

4. Der „Geleitfall“ des Johannes Hus

4.1. Die Versprechungen Sigmunds

4.2. Inhalt des Geleitbriefs

4.3 Versprechen gehalten?

4.4. Geleitbruch?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtsgeschichtliche und moralische Fragestellung, ob durch die Inhaftierung und Hinrichtung des Reformators Johannes Hus auf dem Konstanzer Konzil ein Geleitbruch seitens König Sigmunds begangen wurde.

  • Allgemeine rechtsgeschichtliche Einführung in die Thematik des Geleits im Mittelalter.
  • Biografischer Abriss des Lebens und Wirkens von Johannes Hus bis zu seiner Reise nach Konstanz.
  • Detaillierte Analyse der mündlichen Versprechungen und des schriftlichen Geleitbriefs von König Sigmund.
  • Kritische Gegenüberstellung historischer Forschungspositionen zur Bewertung des Geleitbruchs.
  • Moralische und formaljuristische Bewertung der Handlungen Sigmunds unter Berücksichtigung des damaligen Rechtskontexts.

Auszug aus dem Buch

4.1. Die Versprechungen Sigmunds

Nun zur Geschichte der Versprechen Sigmunds. Diese Geschichte beginnt im Frühjahr 1414 als Johannes von Chlum und Wenzel von Duba Hus von Sigmund die Nachricht überbrachten, dass er zum Konzil kommen solle. Im Sommer desselben Jahres 1414 verhandelt der Ritter Heinrich Lefl von Laczan im Auftrag von Hus mit Sigmund über die Bedingungen seines Erscheinens vor dem Konzil. Die Ergebnisse dieser Verhandlung sind nicht schriftlich fixiert worden. Jedoch kann man aus späteren Briefen, Aussagen und Handlungen schließen, welche Versprechungen Sigmund Hus gemacht hat, um ihn zum Kommen zu bewegen.

So hat Sigmund Hus wohl zugesagt, dass er vor dem ganzen Konzil seinen Glauben darlegen und disputatorisch verteidigen dürfe. Es sollte ermöglicht werden, dass Hus dem Konzil, als einer Versammlung, der er frei und selbstständig gegenüber stand, Rede und Antwort stehen kann. Um dies zu erreichen, war es nötig, ein Ketzerprozess nach kanonischem Recht von vorn herein zu verhindern, denn bei einem derartigen Prozess, wäre Hus als Angeklagter so gut wie rechts- und verteidigungslos gewesen. Dass Sigmund Hus versprochen hat, sich vor dem Konzil öffentlich zu seinem Glauben zu bekennen und diesen vertreten zu dürfen legt unter anderem ein Brief von Hus an Sigmund nahe, in dem sich Hus genau über diese Möglichkeit, der öffentlichen Disputation, freut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage, ob ein Geleitbruch vorlag, sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise und des inhaltlichen Aufbaus der Arbeit.

2. Allgemeines zum Geleit: Definition und historische Einordnung verschiedener Geleitformen im Mittelalter, insbesondere des Schutzes und der Rechte von Reisenden und Angeklagten.

3. Die Vorgeschichte des „Geleitfalls“: Skizzierung der Biografie von Johannes Hus, seiner reformatorischen Ansätze und der Konflikte mit der Kirche, die zu seiner Reise nach Konstanz führten.

4. Der „Geleitfall“ des Johannes Hus: Zentrale Untersuchung der mündlichen Zusagen Sigmunds, des Geleitbriefs sowie die kritische Debatte über die Frage des Geleitbruchs unter Historikern.

5. Fazit: Zusammenfassende Bilanz der Untersuchung, die Sigmund eine moralische und (eingeschränkt) formaljuristische Verantwortung für den Geleitbruch zuschreibt.

Schlüsselwörter

Johannes Hus, König Sigmund, Konstanzer Konzil, Geleitbruch, Geleitbrief, Mittelalter, Rechtsgeschichte, Kirchengeschichte, Ketzerprozess, Reformbestrebungen, öffentliches Geleit, freies Geleit, John Wyclif, Kirchenschisma.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Kontroverse, ob König Sigmund durch die Verhaftung und Hinrichtung von Johannes Hus den ihm gewährten Schutzstatus (das Geleit) verletzt hat.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzilsgeschichte, das Geleitsrecht des Spätmittelalters sowie das politische Handeln König Sigmunds im Spannungsfeld zwischen kaiserlicher Autorität und kirchlicher Gerichtsbarkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob bezogen auf die damaligen Rechtsgrundlagen und Sigmunds Zusagen ein formaler Geleitbruch vorlag.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie/er zeitgenössische Quellen, Geleitbriefe und verschiedene wissenschaftliche Forschungspositionen kritisch gegenüberstellt und abwägt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Versprechungen Sigmunds, den Inhalt des Geleitbriefs und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Historikermeinungen zum Geleitbruch.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Geleitrecht, Konstanzer Konzil, Johannes Hus, Ketzerprozess und die moralische sowie juristische Bewertung königlicher Schutzgarantien.

Welche Rolle spielt der Geleitbrief von 1414?

Der Geleitbrief bildet die schriftliche Rechtsgrundlage der Untersuchung, wobei die Arbeit analysiert, ob dessen Bestimmungen den Schutz von Hus auch innerhalb des Konzilsgerichts umfassten.

Warum kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass Sigmund moralisch schuldig ist?

Die Autorin/der Autor argumentiert, dass Sigmund Hus durch konkrete Versprechungen (wie die öffentliche Disputation und die freie Rückreise) zum Erscheinen bewegte, diese Zusagen jedoch später zugunsten politischer Umstände brach.

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Details

Title
Der Geleitsfall des Johannes Hus
College
University of Tubingen
Grade
1,25
Author
Lars Reutter (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V45134
ISBN (eBook)
9783638425896
Language
German
Tags
Geleitsfall Johannes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Reutter (Author), 2004, Der Geleitsfall des Johannes Hus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45134
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