Hans Schwarz van Berk -Journalist und Nationalsozialist


Hausarbeit, 2003

25 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wochenzeitung „Das Reich“

3. Der Journalist Hans Schwarz van Berk

4. Textanalyse

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis
6.1. Primärquelle
6.2. Sekundärliteratur
6.3. Internetquellen

1. Einleitung

Ein Faktor, wenn auch sicher nicht der alles entscheidende, für die gelungene Machtergreifung und den langjährigen Machterhalt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) war, dass allen voran Adolf Hitler und sein Propagandaminister Joseph Goebbels es verstanden, die Sprache als Waffe für ihre Zwecke zu missbrauchen und mittels der Macht des Wortes das deut­sche Volk zu verführen. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll es aber nicht um die Führer der nationalsozialistischen Bewegung gehen, sondern um die deut­schen Journalisten, die sich - sofern sie nicht von den Nationalsozialisten mit­tels Berufsverbot an der Ausübung ihres Berufes gehindert wurden, geflohen oder interniert waren oder noch schlimmer ermordet worden waren - mehr oder weniger freiwillig zu Mittätern machten. Der Tatbestand der Mittäterschaft ist dabei meiner Meinung nach dadurch gegeben, dass sie sich der Gleichschal­tung der Presse durch die Nationalsozialisten nicht widersetzten und deshalb der ureigensten Aufgabe des Journalisten dem Hinterfragen der Angemessen­heit und Richtigkeit einer Politik nicht mehr nachkommen konnten. Nicht ver­schwiegen werden darf, dass es auch Ausnahmen unter den Journalisten gab. Diese Journalisten brachten den Mut auf, zumindest zwischen den Zeilen die Nationalsozialisten zu kritisieren und setzten damit nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern auch ihr Leben aufs Spiel. Zu dieser Sorte mutiger Journalisten ge­hörte Hans Schwarz van Berk, auf den ich mich in Rahmen dieser Hausarbeit konzentrieren werde, allerdings nicht. Dieser war überzeugter Nationalsozialist und setzte darum in seinen Artikeln sein fraglos vorhandenes journalistisches Talent dafür ein, die Heimatfront, als Hauptrezipient seiner Pamphlete, gegen die angeblich so schrecklichen Feinde des deutschen Volkes aufzuwiegeln, sie zum Durchhalten bis zum Endsieg zu ermuntern, aufkommenden Zweifel an der Richtigkeit des Zweiten Weltkrieges geschickt zu zerstreuen und um Ver­trauen für Adolf Hitler zu werben. Dass Schwarz van Berk genau das zuvor geschilderte in seinen Artikeln tat, möchte ich im Rahmen dieser Hausarbeit anhand einer Textanalyse des Artikels „Feuerflamme Stalingrad“ darstellen. Bevor ich allerdings im vierten Kapitel zu dieser Textanalyse komme, werde ich zuerst im zweiten Kapitel die Zeitung „Das Reich“ vorstellen, in der der zu ana­lysierende Artikel erschien. Im Anschluss daran folgt im dritten Kapitel die Vor­stellung des Autors Hans Schwarz van Berk. Das abschließende fünfte Kapitel wird dann aus einem Endfazit der Arbeit bestehen.

2. Die Wochenzeitung „Das Reich“

Die Wochenzeitung „Das Reich“[1] aus dem der zu analysierende Artikel „Feuer­zeichen Stalingrad“ stammt, erschien erstmalig im Mai 1940 im „Deutschen Verlag“.

Die Gründungsidee für die Zeitung stammte von Rolf Rienhardt, Stabsleiter im Verwaltungsamt der NS-Presse und damit Mitarbeiter von Max Amann, dem Reichsleiter für die Presse der NSDAP und Präsident der Reichspressekam­mer. Mit der Gründung der Zeitung wollte Rienhardt der Langeweile im deut­schen Pressewesen, die durch die von den Nationalsozialisten durchgeführte Gleichschaltung und durch die Vereinheitlichung der Sprache der Presse her­vorgerufen wurde, entgegenwirken. Um dieses Ziel zu erreichen, wünschte sich Rienhardt, dass die Journalisten die Möglichkeit zur freien selbstständigen Arbeit haben und sich dabei nicht überwacht fühlen sollten. Freilich sollten sie sich ihrer „Verantwortung“ als Journalisten bewusst sein. Indes wirklich frei waren letzen Endes auch die Autoren des „Reichs“ nicht, denn auch gegen „Reich“-Mitarbeiter wurden Verfahren angestrengt. Allerdings kam es dabei nur zu Rügen, aber nicht zu Ausschlüssen aus der Reichs-Pressekammer, was einem Berufsverbot gleichgekommen wäre.

Die weitere Zielsetzung der Zeitung wurde von Max Amann wie folgt beschrie­ben:

„Die Zeitung soll nicht eine unter vielen Zeitungen und Zeitschriften, sondern sie soll die führende große politische deutsche Wochenzeitung sein, die das deutsche Reich für In-und Ausland gleich wirksam und publizistisch repräsen­tiert.“[2]

Um dieses ehrgeizige Ziel erreichen zu können, erfolgte die Wahl der Mitar­beiter ausschließlich nach Qualitätsmaßstäben. Es war daher auch nicht Vor­aussetzung, Mitglied der NSDAP zu sein, denn wer nur nationalsozialistische Gesinnung besaß, aber nicht schreiben konnte, hatte im „Reich“ nichts verlo­ren. Da die Voraussetzung des Schreibenkönnens weitestgehend nur Journa­listen aus dem bürgerlichen Milieu erfüllten, handelte es sich beim „Reich“ um eine nationalsozialistische Zeitung bürgerlicher Prägung.

Der erste Hauptschriftleiter (in etwa: Chefredakteur) war Dr. Eugen Mündler, der zuvor das „Berliner Tagblatt“ geleitet hatte. Mündler, obwohl NSDAP-Mit­glied, war von seiner Gesinnung her eher ein Bürgerlich-Nationaler. Auf ihn folgte 1943 Rudolf Sparing, der sich mangels eigenen überragenden Profils sehr an Goebbels anlehnte. Die Mitarbeiterliste des „Reichs“ liest sich wie das Who is Who des deutschen Journalismus beziehungsweise der deutschen geistigen Elite der damaligen sowie der Nachkriegszeit. Neben Hans Schwarz van Berk, auf den ich im folgenden Kapitel näher eingehen werde, schrieb bei­spielsweise Werner Höfer („ARD-Frühschoppen“) und zeitweise auch Rudolf Augstein („ Der Spiegel“) für „Das Reich“. Der erste Chef vom Dienst war Erich Peter Neumann und auch seine Frau Elisabeth Noelle-Naumann(„Allensbacher Institut für Demoskopie“) waren beim „Reich“ beschäftigt. Das „Reich“-Feuille­ton leitete der spätere Mitbegründer und langjähriger Feuilletonchef der Frank­furter Allgemeinen Zeitung Karl Korn. Ebenso waren das spätere Mitglied der Gruppe 47[3], Wolfgang Weyrauch und sogar der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (BRD), Theodor Heuß, Mitarbeiter von „Das Reich“. Aber auch Gelehrte wurden herangezogen, wie zum Beispiel Max Planck, Otto Hahn oder der Mathematiker Max Bense. Kriegsberichte für „Das Reich“ schrieb unter anderen Lothar-Günther Buchheim ("Das Boot"). Die Kari­katuren stammten von Erich Ohser, der unter dem Pseudonym "E.O. Plauen" auch noch heute durch seine „Vater und Sohn“-Geschichten bekannt ist. Der prominenteste Mitarbeiter des „Reichs“ war aber der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Leiter der Reichskulturkammer Joseph Goebbels. Dieser verfasste, mit großer Sorgfalt, die Leitartikel von „Das Reich“. Seine Artikel wurden zudem von Hans Fritzsche im Rundfunk verlesen und fanden sowohl Deutschland wie auch im Ausland eine sehr hohe Beachtung.

Auch verfügte „Das Reich“ über ein außergewöhnlich dichtes Netz von Aus­landskorrespondenten. So wurde nicht nur direkt aus den deutschen Kampfge­bieten berichtet, sondern beispielsweise auch direkt aus Japan und China.

Die Mehrheit der „Reich“-Mitarbeiter war davon überzeugt, kein nationalsozia­listisches Gedankengut zu verbreiten. Dies ist allerdings auch nicht weiter über­raschend, da das Denken des bürgerlichen Milieus, aus dem die meisten Mit­arbeiter, wie oben schon erwähnt, stammten, in vielen Fragen mit dem Gedan­kengut der Nationalsozialisten übereinstimmte. So ging die damalige bürger­liche Schicht auch von einer Vorrangstellung des Deutschen Reichs gegenüber anderen vor allem östlichen Staaten aus. Ebenso war man sich mit den Natio­nalsozialisten darüber einig, dass der Bolschewismus bekämpft werden müsse.

Von Vorteil war für „Das Reich“, dass es oftmals als erste an wichtige Informa­tionen kam. Dies ist dadurch zu erklären, dass es enge Kontakt zu hohen Par­tei- und Staatsstellen unterhielt, so zum Beispiel zum Rüstungsministerium, zur Partei-Kanzlei oder zum Propagandaministerium an dessen täglichen Minister­konferenzen immer ein „Reich“-Mitarbeiter zugegen war.

Aufgrund des Informationsvorsprungs den „Das Reich“ gegenüber den meisten anderen Zeitungen hatte, aber auch wegen seiner Mitarbeiter, die für qualitativ hochwertigen Journalismus standen, ist es nicht verwunderlich, dass das Pro­jekt einer von der Gründung her nationalsozialistischen, vom Inhalt her aber eher bürgerlich, liberalen Wochenzeitung großen Erfolg hatte. So stieg die Auflage von anfänglich 100 000 auf bis zu 1,4 Millionen Exemplare. Dabei wur­den allein 250 000 Exemplare ins Ausland verschickt.

„Das Reich“ erschien bis zum Kriegsende. Nach dem Krieg verschwand „Das Reich“ dann aus der deutschen Presselandschaft.

Der aus nationalsozialistischer Sicht Erfolg der Zeitung bestand darin, dass sie es erreichte, dass viele am NS-Regime zweifelnde und den Nationalsozialisten kritisch gegenüberstehende Deutsche darüber nachdachten, ob der National­sozialismus wirklich so undiskutabel sei. Um diese Wirkung beim Bildungsbür­ger erzielen zu können, wurde den Journalisten des „Reichs“ sogar zugestan­den, in relativer journalistischer Freiheit zu arbeiten und einen intelligenten und undogmatisch Stil zu pflegen.

Am Besten hat wohl Dr. Hans W. Hagen[4] „Das Reich“ charakterisiert:

„Das Reich überhöhte die öffentliche Meinungsbildung aus den Niederungen des Journalismus in die Region des Geistes. Zu diesem Bemühen waren alle Helfer aufgerufen. Wer damals (oder heute im nachhinein) glaubte, andere Ziele verfolgen zu können, musste ausscheiden.“[5]

3. Der Journalist Hans Schwarz van Berk

Hans Schwarz van Berk[6] wurde am 7. August 1902 in Wermelskirchen bei Düsseldorf geboren. Ab 1920 war er Freikorpskämpfer, später dann Angehöri­ger des "Stahlhelms“. Die Wahl seiner Studienfächer, Zeitungswissenschaften und Geschichte, lässt vermuten, dass Schwarz van Berk schon früh dazu ten­dierte, den Beruf des Journalismus zu ergreifen. Tatsächlich brach er sein Stu­dium 1927 ab, um sich dem praktischen Journalismus zuzuwenden. Schon drei Jahre später wurde er Chefredakteur der „Pommerschen Tagespost“, die sich selbst überparteilich und national bezeichnete. Im selben Jahr trat Schwarz van Berk auch der NSDAP bei, da nach seiner Meinung nur diese die Probleme der Zeit lösen könne. Dabei war ihm vor allem wichtig, dass die NSDAP den Kom­munismus bekämpfte. 1932 gründete er dann das NSDAP-Organ „Pommer­sche Zeitung“. Daneben versuchte er in seinem ersten Buch „Preußentum und Nationalsozialismus“, die Nationalsozialisten als legitime Nachfolger der Preu­ßen darzustellen und auf dies Weise den pommerschen Adel für den National­sozialismus zu gewinnen. 1935 wird Schwarz van Berk Chefredakteur der von Goebbels gegründeten Zeitung „Der Angriff“. Schon zwei Jahre später begab sich Schwarz van Berk auf eine bis zum Kriegsbeginn andauernde Weltreise. Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich freiwillig als Kriegsberichterstatter und informierte in dieser Funktion aus Polen, Frankreich, Griechenland und der Sowjetunion. Ab Herbst 1940 arbeitete Schwarz van Berk beim „Reich“ und leitete zudem die „Sonderredaktion“ im Propagandaministerium, die Artikel in die Auslandspresse lancierte. In den folgenden Jahren gehörte er zu den best informiertesten Journalisten des „Reichs“. Dies ist dadurch begründet, dass er „Das Reich“, sofern er Zeit hatte, in den täglichen im Propagandaministerium stattfindenden Ministerkonferenzen vertrat und als einziger Journalist des „Rei­ches“ überhaupt an den von Albert Speer abgehaltenen Rüstungskonferenzen teilnehmen durfte. 1943 wurde er von Goebbels, zu dem er ein fast schon freundschaftliches Verhältnis pflegte, als Nachfolger Mündlers als Haupt­schriftleiter vorgeschlagen, bekam diesen Posten jedoch nicht.

Kurz vor Ende des Krieges setzte sich Schwarz van Berk aus Berlin ab und arbeitete nach Kriegsende erst als Vertreter und dann in der Werbung.

Als Journalist hob er sich von seinen meisten Kollegen dadurch ab, dass er es verstand, seinen Stil dem jeweiligen Thema anzupassen. Charakteristisch für seinen Stil war, dass er in einer sehr bilderreichen Sprache schrieb, er zumeist klare, kurze und dadurch leicht verständliche Sätzen formulierte und Plattitü­den, pathetische Wendungen und gegen den Gegner gerichtete Hasstiraden mied. Stattdessen gab er vor, Fakten für sich sprechen zu lassen und gab da­mit seinen Artikeln einen scheinbar objektiven und sachlichen Anstrich. Weiter­hin charakteristisch ist, dass er mögliche Einwände oder Kritik an der national­sozialistischen Führung offensiv ansprach, um diese dann anschließend als unbegründet oder kriegsgefährdend darzustellen. Außerdem lässt er in seinen Artikeln oft „Zeugenfiguren“ (Testimonials) auftreten, die durch ihre angeblich getroffenen Aussagen seine Argumentation untermauern. Darüber hinaus verstand er es, in seinen Artikeln einmal als Tröster, ein anderes mal als Beschwörer und ein drittes mal als Antreiber aufzutreten. Betrachtet man diese journalistischen Eigenschaften, so verwundert es nicht, dass Margret Boveri Schwarz van Berk „als den einzigen wirklich begabten Journalisten bezeich­nete den die Nationalsozialisten besaßen“[7]. Dass auch die Leser seine Arbeit schätzten wird dadurch deutlich, dass laut Berichten des Sicherheitsdienstes der Schutzstaffel seine Artikel in der Bevölkerung stets positiv aufgenommen wurden.

Leider verschwendete er sein journalistisches Talent an die Nationalsozialisten, deren Ansichten und Ziele er stets versuchte, vor dem Leser zu legitimieren. Beispielsweise rechtfertigte er noch im Februar 1945 den Krieg. Insgesamt be­wahrte er sich eine gewisse Souveränität, so führte einer seiner letzten Artikel „Iwan im Kettenhemd“ fast zum Verbot von „Das Reich“ und zudem zog er sich durch diesen den Zorn Goebbels zu. Aber gerade weil er in seinen Texten nicht völlig unkritisch mit den Nationalsozialisten umging – ein Privileg, das ein „nor­maler“ Journalist erst gar nicht hatte – und er es zudem verstand, seine Artikel als objektive Berichte erscheinen zu lassen, war er wohl noch gefährlicher als die anderen Journalisten und Propagandisten, deren Botschaften und Hassti­raden für den Leser zu offenkundig nicht der Wahrheit entsprachen.

4. Textanalyse

Bei dem im Folgenden zu analysierenden Text handelt es sich um den von Hans Schwarz van Berk verfassten Zeitungsartikel „Feuerzeichen Stalingrad“, der am 31. Januar 1943, also fast auf den Tag genau zehn Jahre nach der Machtergreifung Hitlers und genau zwei Tage vor der endgültigen Kapitulation der um Stalingrad[8] kämpfenden deutschen Truppen, im „Reich“ erschien.

Im Verlauf dieses Artikels entwirft der Autor ein Endkampfszenario zwischen dem Deutschen Reich auf der einen Seite und der hochgerüsteten Sowjetunion auf der anderen Seite. Um den Leser von der Richtigkeit dieses Szenarios zu überzeugen, stellt Schwarz van Berk die sowjetische Gefahr in stilistisch her­vorragender Weise und in meist sachlichem Ton, also ohne Hasstiraden gegen den Gegner abzugeben, dar. Des Weiteren bedient sich Schwarz van Berk einer sehr bilderreichen und adjektivreichen Sprache, die seinen scheinbar objektiven Bericht, der derzeitigen Lage, packend zu lesen macht. Auch sind in seinen Ausführungen viele detaillierte Informationen enthalten. Ferner spricht er ebenso von den Deutschen begangene taktische Fehler offensiv an. Diese Punkte lassen seinen Artikel objektiv erscheinen und verleihen ihm eine hohe Glaubwürdigkeit.

Nach dieser vorläufigen, recht oberflächlichen Analyse des Artikels im Folgen­den nun eine ausführliche Analyse des Artikels:

Gegliedert ist der Text in sieben Abschnitte. Dabei umfasst der erste Abschnitt die ersten fünf Absätze, der zweite Abschnitt die Absätze sechs bis acht, der dritte Abschnitt lediglich den neunten Absatz, der vierte Abschnitt den zehnten und elften Absatz, der sechste Abschnitt den zwölften und dreizehnten Absatz und der siebte und letzte Abschnitt den vierzehnten Absatz.

Der Inhalt des ersten Textabschnitts, der zum eigentlichen Thema hinführt, ist die Aussage, dass alle bisherigen Erfolge noch einmal auf dem Spiel stehen, da der Sieg gegen die Russen, die allerdings erst namentlich im fünften Absatz angesprochen werden, noch aussteht:

„(...) denn wir wissen. daß um alles, was wir gewollt und was wir erreicht haben, noch einmal gewürfelt wird, und der größte, der gefährlichste Feind unserer Sache noch nicht geschlagen ist“[9].

Die Ernsthaftigkeit der Lage, veranschaulicht er dabei durch ein Stimmungsbild beziehungsweise durch eine Evidentia, der sich nun an der Front befindlichen jungen Männer. Bei diesem Bild ist dabei neben dem parallelen Aufbau der aneinander gereihten Hauptsätze, die fallende Lichtklimax auffällig. So ziehen die jungen Deutschen 1933 noch durch das auf Grund ihrer Fackeln erleuch­tete Brandenburger Tor, dann sind sie zehn Jahre später nur noch bei „dürfti­gem Licht eines Kerzenstumpfes in den Erdlöchern der Ostfront“, darauf folgt die „Düsternis Kareliens[10] “ und schließlich sind sie dann auf den „lichtlosen Flaktürmen“. Das Licht beziehungsweise die Helligkeit nimmt also immer mehr ab und da bekanntlich ohne Licht auch kein menschliches Leben möglich ist, wird dem Leser schon in den ersten Zeilen des Textes die Ernsthaftigkeit der Lage klar gemacht.

[...]


[1] Siehe zu „Das Reich“: Martens, Erika : Das Reich: Ein Beitrag zur Phänomenologie der Presse im totalitären Regime. Köln 1972, S.43-58; Frei , Norbert / Schmitz, Johannes: Journalismus im Dritten Reich. 3. überarbeitet Auflage. München 1999, S. 108-121; http://www.geheimes-deutschland.de/texte/das_reich.html

[2] Frei , Norbert / Schmitz, Johannes: a.a.O., S. 108

[3] Die Gruppe 47, die im September 1947 in München erstmals zusammenkam, war ein lockerer Zusammenschluss linksgerichteter Schriftsteller beziehungsweise Kritiker.

[4] Dr. Hans W. Hagen war ab 1942 kulturpolitischer Berater und Mitglied der Schriftleitung von „Das Reich“.

[5] http://www.geheimes-deutschland.de/texte/das_reich.html

[6] Siehe zu Hans Schwarz van Berk: Martens, Erika : Das Reich: Ein Beitrag zur Phänomenologie der Presse im totalitären Regime. Köln 1972, S.112-119; Frei , Norbert / Schmitz, Johannes: Journalismus im Dritten Reich. 3. überarbeitet Auflage. München 1999, S. 168-173

[7] In: Frei , Norbert / Schmitz, Johannes: a.a.O., S. 169

[8] Die Schlacht um Stalingrad, die von Ende August 1942 bis Anfang Februar 1943 andauerte, gehört zu den wichtigsten Kämpfen im Zweiten Weltkrieg. Allein bei dieser Schlacht starben 150 000 deutsche Soldaten und weitere 90 000 Deutsche gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

[9] Aus Schwarz van Berk, Hans, Feuerzeichen Stalingrad, in: „Das Reich“, Nr. 5, 31.01.1943; wie auch alle weiteren Zitate dieses Kapitels.

[10] Region im Nordwesten Russlands

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Hans Schwarz van Berk -Journalist und Nationalsozialist
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Veranstaltung
Publizistik im Dritten Reich
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
25
Katalognummer
V45135
ISBN (eBook)
9783638425902
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hans, Schwarz, Berk, Nationalsozialist, Publizistik, Dritten, Reich
Arbeit zitieren
Lars Reutter (Autor), 2003, Hans Schwarz van Berk -Journalist und Nationalsozialist, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45135

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