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Chancengleichheit im Bildungssystem. Die gesellschaftlichen Bedingungen von Bildungsprozessen

Titel: Chancengleichheit im Bildungssystem. Die gesellschaftlichen Bedingungen von Bildungsprozessen

Seminararbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1

Autor:in: Caroline Pichler (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit behandelt die Frage, ob für jedes Kind im Bildungssystem wirklich Chancengleichheit besteht oder ob Bildung nach wie vor vererbt wird. Ist Chancengleichheit im Bildungssystem etwa eine Illusion? Diese Frage konnten Pierre Bourdieu und Jean-Claude Passeron bereits in den siebziger Jahren bejahen. Dies wurde aufgrund der Ergebnisse bestätigt, welche sie durch die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen in Frankreich erhielten. Verschiedene Untersuchungen konnten belegen, dass Bildungschancen nicht nur von den Leistungen und Fähigkeiten der Kinder abhängen, sondern eher durch den sozialen Status bestimmt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Chancengleichheit

3. Bourdieu theoretische Ansätze

3.1. Habitus

3.2. Kapital

4. Soziale Ungleichheit im Unterricht

4.1. Schichtspezifische Bildungsungleichheit

4.2. Geschlechterspezifische Bildungsungleichheit

5. Ganztagsschulen als Ausweg für Chancengleichheit und Bildungsgleichheit

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die kritische Frage, ob im modernen Bildungssystem tatsächliche Chancengleichheit herrscht oder ob Bildungserfolge weiterhin stark von der sozialen Herkunft und dem familiären Hintergrund determiniert werden. Dabei wird analysiert, inwieweit das System soziale Ungleichheiten eher reproduziert als abzubaut.

  • Theoretische Fundierung durch Pierre Bourdieus Konzepte von Habitus und Kapital
  • Analyse schichtspezifischer Disparitäten im Bildungserfolg
  • Untersuchung geschlechterspezifischer Benachteiligungen im Schulalltag
  • Evaluation der Ganztagsschule als pädagogisches Instrument zur Förderung von Chancengleichheit
  • Reflektion der Rolle von Lehrpersonen bei der unbewussten Reproduktion sozialer Vorurteile

Auszug aus dem Buch

3.1. Habitus

In Bourdieus Soziologie ist der Habitus ein zentraler Begriff. Der Begriff Habitus umfasst die Verhaltensweise der einzelnen Personen in der sozialen Umwelt sowie ihre Wahrnehmung, Denkweisen und Bewertungsweisen, Einstellungen und Wertvorstellungen. Der Habitus erzeugt gewisse Wahrnehmungsmuster und Bewertungsmuster, welche wiederum die soziale Wirklichkeit abbilden, ordnen und interpretieren. Dieser ist an eine spezifische soziale Lage gebunden und bildet die jeweiligen sozialen Merkmale der beteiligten Personen sichtbar nach außen hin ab.

Die zentrale Bedeutung des Habitus besteht in seiner Zuweisung zu einer bestimmten Klassenposition. Hierbei ist zu beachten, dass die Handlungsmöglichkeiten und Wahrnehmungsmöglichkeiten der jeweiligen Person durch die familiären, kulturellen und materiellen Dispositionen einer Familie bestimmt werden. Diese Ressourcen können sich zwar im Laufe des Lebens verändern, aber sie sind durch die ursprünglichen Anlagen festgelegt.

Aus dem Gesagten kann abgeleitet werden, dass die soziale Lage, Klasse oder das Milieu sich auf das Verhalten des Menschen auswirkt und daher als Ergänzung des Habitus wirken kann. Das soziale Milieu gibt der einzelnen Person nämlich den Handlungsraum und auch den Möglichkeitsraum. Bourdieu definiert die soziale Welt über Relationen und nicht über Interaktionen oder intersubjektive Beziehungen. Das bedeutet, dass Relationen ein Netz von Verbindungen zwischen verschiedenen Positionen bilden. Diese Positionen sind wiederum durch ihre Verteilungsstruktur von Macht oder Kapital definiert. Somit wird die soziale Stellung des Einzelnen eigentlich aufgrund seiner Position in der Gesellschaft und seines verfügbaren Kapitals bestimmt. Daher haben diejenigen, die direkt in das passende Feld hineingeboren werden, erhebliche Vorteile und Erleichterungen, da ihnen die Spielregeln und die Gesetze von Geburt an bekannt sind. Andere wiederum, die nicht direkt in dieses Feld hineingeboren wurden, haben erhebliche Nachteile.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Illusion der Chancengleichheit im Bildungswesen vor und führt in die Relevanz des sozialen Status ein.

2. Was ist Chancengleichheit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Chancengleichheit vor dem Hintergrund rechtlicher Rahmenbedingungen und reflektiert das Leistungsprinzip kritisch.

3. Bourdieu theoretische Ansätze: Das Kapitel führt in die zentralen soziologischen Konzepte Habitus und Kapital ein, um soziale Herkunft als prägenden Faktor für Bildungschancen zu erklären.

3.1. Habitus: Hier wird der Habitus als System von Wahrnehmungs- und Handlungsmustern definiert, das eng an die soziale Herkunft gebunden ist.

3.2. Kapital: Das Kapitel differenziert zwischen ökonomischem, sozialem und kulturellem Kapital und erläutert deren Einfluss auf den individuellen Bildungsweg.

4. Soziale Ungleichheit im Unterricht: Dieses Kapitel thematisiert, wie gesellschaftliche Ungleichheiten in das schulische Umfeld einfließen und dort als Benachteiligung wirksam werden.

4.1. Schichtspezifische Bildungsungleichheit: Hierbei wird untersucht, wie der sozioökonomische Hintergrund der Eltern den schulischen Erfolg und die Bildungsentscheidungen nachhaltig beeinflusst.

4.2. Geschlechterspezifische Bildungsungleichheit: Dieses Kapitel analysiert die unterschiedliche Behandlung und Wahrnehmung von Mädchen und Buben durch Lehrkräfte sowie daraus resultierende Interessen- und Karrieremuster.

5. Ganztagsschulen als Ausweg für Chancengleichheit und Bildungsgleichheit: Dieses Kapitel evaluiert das Potenzial von Ganztagsschulen, durch individuelle Förderung und Entlastung der Eltern mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen.

6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Erkenntnisse und plädiert für eine vorurteilsfreie Haltung der Lehrkräfte, um das Potenzial jedes Kindes unabhängig von seiner Herkunft zu fördern.

Schlüsselwörter

Chancengleichheit, Bildungssystem, Bourdieu, Habitus, Kulturelles Kapital, Soziale Ungleichheit, Schichtspezifische Bildungsungleichheit, Geschlechterspezifische Bildungsungleichheit, Ganztagsschule, Bildungsherkunft, Sozialer Aufstieg, Diskriminierung, Bildungsreform, Leistungsprinzip, Sozialindex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob das Bildungssystem Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gleiche Entwicklungschancen bietet oder ob es soziale Ungleichheiten eher festigt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf soziologische Theorien zur Bildung, die Wirkung des Elternhauses, Unterschiede in der Schichtzugehörigkeit, Geschlechterrollen im Unterricht sowie die Wirksamkeit von Ganztagsschulen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Bildungserfolge in der Realität stark vererbt werden und der Wunsch nach echter Chancengleichheit im derzeitigen System oft eine Illusion bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische Ansätze von Pierre Bourdieu sowie empirische Erkenntnisse aus Studien wie der PISA-Studie und OECD-Berichten nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des Habitus und Kapitals, die Untersuchung von Ungleichheitsmechanismen im Unterricht sowie die Diskussion der Ganztagsschule als Lösungsansatz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen soziale Herkunft, Habitus, kulturelles Kapital, Bildungschancen, Schichtspezifität und Geschlechterungleichheit.

Wie beeinflusst der Habitus nach Bourdieu den Bildungserfolg?

Der Habitus prägt die Denk- und Verhaltensweisen eines Kindes schon frühzeitig durch das familiäre Umfeld, was zu unterschiedlichen Startvoraussetzungen im schulischen Wettbewerb führt.

Warum wird die Ganztagsschule als potenzieller Ausweg diskutiert?

Die Ganztagsschule soll durch längere gemeinsame Lernzeiten, pädagogische Unterstützung und die Entlastung des Elternhauses versuchen, die Abhängigkeit des Lernerfolgs vom privaten Hintergrund der Familie zu reduzieren.

Welche Rolle spielen Lehrkräfte bei der Reproduktion von Ungleichheit?

Lehrkräfte können unbewusst durch Vorurteile oder unterschiedliche Erwartungshaltungen gegenüber Buben und Mädchen oder Kindern aus verschiedenen sozialen Schichten bestehende Benachteiligungen verstärken.

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Details

Titel
Chancengleichheit im Bildungssystem. Die gesellschaftlichen Bedingungen von Bildungsprozessen
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1
Autor
Caroline Pichler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V451353
ISBN (eBook)
9783668844483
ISBN (Buch)
9783668844490
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chancengleichheit bildungssystem bedingungen bildungsprozessen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Pichler (Autor:in), 2018, Chancengleichheit im Bildungssystem. Die gesellschaftlichen Bedingungen von Bildungsprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451353
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Leseprobe aus  17  Seiten
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