Betrachtet man Bildung in der Bundesrepublik Deutschland, ist diese dezentral reguliert und fällt primär in den Zuständigkeitsbereich der Länder, sodass in vielerlei Hinsicht Differenzen, beispielsweise bezüglich der Lehrpläne, bestehen. Unabhängig all dieser Unterschiede ist den Fächern, Schulen und Klassen jedoch eines gemein: Deutsch fungiert als zentrales Kommunikationsmittel für den Wissenstransfer sämtlicher Lehr- und Lernsituationen. An dieser Stelle wird deutlich, dass die deutsche Sprache die Basis für einen erfolgreichen schulischen Werdegang darstellt. Ferner kann ihr die Funktion als Gatekeeper zugeschrieben werden. Diese Annahme mündet in der Konsequenz, dass ein fächerübergreifender bewusster Umgang mit Sprache notwendig ist. Es ist somit Aufgabe der Lehrkraft alle relevanten sprachlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollte sie einen Lernkontext schaffen, der fach- und sprachdidaktische Ansätze vernetzt, um in sprachheterogenen Klassen zu garantieren, dass alle SuS sprachhandlungsfähig sind. Ziel des Unterrichts ist es folglich die Förderung von Sprache und Fachinhalten zu integrieren und beide Bereiche gemeinsam im Unterricht zu begünstigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unterrichtsplanung
2.1. Lernziele
2.2. Stundenverlaufsplan
2.3. Sachanalyse
2.4. Didaktische Analyse
2.5. Methodische Analyse
3. Materialvorstellung
3.1. Planungsrahmen
3.2. Konkretisierungsraster
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine sprachbewusste Unterrichtsstunde für das Fach Politik und Gesellschaft zu konzipieren, um die Interdependenz von Fach- und Sprachunterricht in der Sekundarstufe I abzubilden und Verständnisbarrieren bei Lernenden zu minimieren.
- Sprachbewusste Planung von Politikunterricht
- Integration von fachlichen und sprachlichen Lernzielen
- Wortschatzarbeit und lexikalische Analyse
- Methoden zur Erschließung komplexer Fachbegriffe
- Handlungsorientierung als didaktische Grundlage
Auszug aus dem Buch
2.4. Didaktische Analyse
Der Lehrplan für Politik und Gesellschaft in Hessen sieht für die Sekundarstufe I den inhaltlichen Schwerpunkt „Jugend und Recht, Rechtswesen“ vor. Hierfür sind 14 Stunden angesetzt. In der Begründung fordert das Hessische Kultusministerium, dass „[d]ie Schülerinnen und Schüler […] erkennen [sollen], dass die Rechtsordnung das friedliche Zusammenleben von Menschen regelt und garantiert“ (Hessisches Kultusministerium 2018: 14). Außerdem soll „[d]er Unterricht […] Orientierungswissen zu den inhaltlichen Kernbereichen „Recht“ und „Rechtsstaatlichkeit“ [vermitteln]“ (ebd.). Die vorliegende Unterrichtsstunde stellt den Einstieg in die Thematik „Recht und Rechtsstaat“ dar. Ziel des Politik- und Wirtschaftsunterrichts ist unter anderem über ein Grundverständnis für politische oder gesellschaftliche Sachverhalte zu verfügen, um verantwortlich im Staat und in der Gesellschaft mitwirken zu können (vgl. ebd.: 2).
Daher sollten die Lernenden einen Überblick über den Rechtsstaat und ihre damit verbundenen Rechte erhalten. Hierzu müssen die SuS im Einstieg zuerst durch den stillen Impuls ihr Wissen zu dem Begriff „Recht“ aktivieren und Assoziationen finden. Dieser Begriff wurde gewählt, da es sich um eine zentrale Bedeutung handelt, welche Voraussetzung für das Behandeln des Schwerpunktes „Jugend und Recht, Rechtswesen“ ist. Außerdem werden auf diese Weise die SuS in ihrer Lebenswelt abgeholt und jeder Einzelne kann seine eigenen Gedanken einbringen. In diesem Unterricht stehen die zentralen Begriffe: Rechtsstaat, Rechtsgleichheit, Rechtsicherheit, Rechtsweggarantie, Richterunabhängigkeit, Öffentliches Recht und Privates Recht im Vordergrund. Die SuS sollen die Merkmale eines Rechtsstaats kennenlernen und die daraus folgenden Rechte (Privates und Öffentliches Recht) für sich selbst erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Sprache als zentrales Kommunikationsmittel für den Bildungserfolg und begründet die Notwendigkeit einer fach- und sprachintegrativen Unterrichtsplanung im Fach Politik und Gesellschaft.
2. Unterrichtsplanung: Dieses Kapitel detailliert die konkrete Unterrichtsplanung, beginnend bei den Lernzielen über den Verlaufsplan bis hin zu einer fundierten Sach-, didaktischen und methodischen Analyse.
3. Materialvorstellung: Hier werden die eingesetzten Unterrichtsmaterialien – wie Karten und Arbeitsblätter – kritisch geprüft und die theoretische Fundierung durch einen spezifischen Planungsrahmen sowie ein Konkretisierungsraster erläutert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und unterstreicht die Wirksamkeit eines sprachbewussten Unterrichts, der Lernstrategien vermittelt, um sprachliche Hürden abzubauen und die fachsprachliche Kompetenz zu fördern.
Schlüsselwörter
Sprachbewusster Unterricht, Politik und Gesellschaft, Wortschatzarbeit, Rechtsstaat, Fachdidaktik, Sprachhandlung, Unterrichtsplanung, Sekundarstufe I, Lernziele, Handlungsorientierung, Methodische Analyse, Didaktische Analyse, Sprachstrukturen, Glossar, Fachbegriffe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer sprachbewussten Unterrichtsstunde im Fach Politik und Gesellschaft, die speziell darauf ausgerichtet ist, die sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler parallel zur fachlichen Wissensvermittlung zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Rechtsstaat, die Merkmale der Rechtsstaatlichkeit, sowie die Unterscheidung zwischen öffentlichem und privatem Recht, eingebettet in eine sprachdidaktische Planung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Minimierung von Verständnisproblemen durch eine gezielte Unterrichtsplanung, die es der Lehrkraft ermöglicht, fachliche Inhalte und sprachliche Anforderungen systematisch miteinander zu vernetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem sprachbewussten Planungsansatz nach Tajmel und Hägi-Mead, ergänzt durch die Analyse von Operatoren und die Anwendung handlungsorientierter Unterrichtsmethoden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Planung der Unterrichtsstunde, einschließlich der Lernziele, der Strukturierung der Arbeitsphasen, der Materialauswahl sowie der tiefgehenden didaktischen und methodischen Begründung der gewählten Vorgehensweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Sprachbewusster Unterricht, Rechtsstaat, Wortschatzarbeit, Fachdidaktik und Unterrichtsplanung definieren.
Warum wird im Unterricht das "Stille Impuls"-Verfahren genutzt?
Dies dient dazu, das Vorwissen der Lernenden zu aktivieren und alle SuS, inklusive ruhigerer Kinder, aktiv und niederschwellig in den Unterrichtsverlauf einzubeziehen.
Welche Funktion hat das Glossar im Unterrichtskontext?
Das Glossar dient als dauerhaftes Nachschlagewerk, in dem die Schülerinnen und Schüler neu erlernte Fachbegriffe samt ihrer lexikalischen Merkmale notieren, um diese nachhaltig zu festigen und für spätere Klassenarbeiten nutzen zu können.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Sprachbewusster Unterricht. Ein Unterrichtsentwurf für das Fach Politik und Wirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451356