Der hier aufgeführte Unterrichtsentwurf wird für Schülerinnen und Schüler (kurz: SuS) konzipiert, die die Klasse 6c des XY-Gymnasiums besuchen. Das Thema des Entwurfs stellt das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg aus Mt. 20, 1-16 dar.
Im Bildungsplan wird für die Klassen 5/6 unter der Überschrift Gott die Kompetenz „Die SuS können Gottesvorstellungen in biblischen Texten […] zu menschlichen Fragen und Erfahrungen in Beziehung setzen“ aufgeführt. Die Unterrichtsstunde soll dazu beitragen, diese Kompetenz der SuS zu fördern und das Wesen Gottes, wie es in diesem Gleichnis beschrieben wird zu verstehen.
Das Thema ist insofern relevant, da die sehr menschliche Gottesvorstellung der Kinder oft nicht mit dem Wesen Gottes, wie es die Bibel beschreibt, im Einklang steht. Die Güte und Gerechtigkeit Gottes ist für sie nicht so einfach zu verstehen und sollte daher unbedingt Teil des Religionsunterrichts sein, der Fragen klären und Diskussionen zulassen sollte.
Der Unterrichtsentwurf (kurz: UE) ist so aufgebaut, dass zunächst eine Sachanalyse bezüglich der Lehr- und Lernbedingungen aufgeführt wird, bevor im Hauptteil eine fachdidaktische Analyse folgt. Lernziel und Lernform des Unterrichts werden erst danach dargelegt. Am Ende des Entwurfs steht dann schließlich der synoptische Verlaufsplan des Unterrichts in tabellarischer Form. Dieser wird von Materialien, die sich im Anhang befinden ergänzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse der Lehr- und Lernbedingungen
2.1 Bedingungen im Schulkontext
2.2 Bedingungen der Lerngruppe einer sechsten Klasse allgemein
2.2.1 Bedingungen der Lerngruppe 6c des XY-Gymnasiums
3. Fachdidaktische Analyse
3.1 Didaktischer Zusammenhang
3.2 Elementarisierende Erschließung
3.2.1 Elementare Strukturen
3.2.2 Elementare Erfahrungen
3.2.3 Elementare Zugänge
3.2.4 Elementare Wahrheiten
4. Formulierung der Lernziele
5. Elementare Lernformen – Begründung und Diskussion des Lernwegs
5.1 Elementare Lernformen
5.2 Begründung und Diskussion des Lernwegs
6. Synoptischer Verlaufsplan des Unterrichts
7. Anhang
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit entwickelt einen religionspädagogischen Unterrichtsentwurf zum Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20, 1-16) für eine sechste Klasse an einem Gymnasium. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern das theologische Verständnis von Gottes Güte und Gerechtigkeit, die über menschliche Vorstellungen hinausgehen, methodisch fundiert zu vermitteln.
- Religionspädagogische Analyse der Zielgruppe (Adoleszenz und kognitive Entwicklung)
- Fachdidaktische Erschließung des Gleichnisses mittels Elementarisierung
- Entwicklung kompetenzorientierter Lernziele im Kontext der Gottesvorstellung
- Konzeption eines handlungsorientierten Rollenspiels zur Identifikation mit den biblischen Rollen
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Einordnung in den Kontext
Dieser Textabschnitt im Matthäus-Evangelium gilt als „der einzige größere Abschnitt, den Matthäus in den Kapiteln 19 und 20 in die Markusvorlage einfügt“. Er stammt aus einem Sondergut und ist deshalb in keinem anderen Evangelium zu finden. Die Einfügung an genau dieser Stelle ist auf die enge Verknüpfung zu dem vorausgegangenen Text Der Lohn der Nachfolge zurückzuführen. In diesem Abschnitt aus Mt 19, 27-30 stellt Petrus die Frage nach eben diesem Lohn für seine Nachfolge und die der Jünger. Jesus antwortet ihm daraufhin, dass sie auf zwölf Thronen sitzen und über die zwölf Stämme Israels richten werden. Außerdem wird jeder, der seinen Besitz für die Nachfolge Jesu aufgibt einmal hundertfach belohnt. Er schließt seine Antwort mit den Worten „Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein“.
Diese Passage, die in Mt 20,16 fast gleich wiederholt wird, zeigt die Verbundenheit der beiden Texte und begründet den Anschluss dieses Gleichnisses im Matthäus-Evangelium an die im Markus-Evangelium hier endende Passage. Durch das eingefügte Gleichnis wird dieser Satz und seine Bedeutung genauer erläutert. Außerdem steht in beiden Texten der Lohn als Auszahlung für Arbeit bzw. Opfer bringen im Mittelpunkt. Das Gleichnis an sich ist jedoch noch viel beziehungsreicher. Nach Luck geht es außerdem um das Verhältnis von Gerechtigkeit, Güte und darum, „wie diese Güte beim Menschen ankommt“. Unmittelbar nach der Perikope folgt Matthäus wieder der Markusvorlage, in der ein Einschnitt durch die dritte Leidensankündigung Jesu folgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Bildungsplan und begründet die Relevanz der Auseinandersetzung mit Gottesbildern für Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse.
2 Analyse der Lehr- und Lernbedingungen: Dieses Kapitel untersucht sowohl den institutionellen Rahmen der Schule als auch die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Zielgruppe hinsichtlich kognitiver Fähigkeiten und Glaubensentwicklung.
3. Fachdidaktische Analyse: Hier wird das Gleichnis exegetisch und im Kontext der Elementarisierung analysiert, um es für den Unterricht aufzubereiten.
4. Formulierung der Lernziele: Dieses Kapitel definiert angestrebte Kompetenzen und Teillernziele für die Unterrichtseinheit.
5. Elementare Lernformen – Begründung und Diskussion des Lernwegs: Es wird der methodische Aufbau des Unterrichts, insbesondere die Wahl des Rollenspiels, didaktisch begründet und der Verlauf skizziert.
6. Synoptischer Verlaufsplan des Unterrichts: Dies ist die tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen mit Zeitplanung, Inhalten und Sozialformen.
7. Anhang: Der Anhang enthält die Arbeitsmaterialien, insbesondere die Kärtchen für das Rollenspiel und den Bibeltext.
8. Literaturverzeichnis: Hier sind alle verwendeten Quellen und didaktischen Hilfen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Matthäus-Evangelium, Gleichnis, Arbeiter im Weinberg, Religionsunterricht, Elementarisierung, Gottesbild, Gerechtigkeit, Gnade, Rollenspiel, Adoleszenz, Bibeldidaktik, Unterrichtsentwurf, Reich Gottes, Jesus Christus, Kompetenzorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit erstellt einen konkreten Unterrichtsentwurf für den Religionsunterricht an einem Gymnasium zum Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die fachdidaktische Analyse biblischer Gleichnisse, das Gottesbild (insbesondere Güte und Gerechtigkeit) sowie die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen von Sechstklässlern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern ein Verständnis für Gottes Gnade zu vermitteln, die jenseits menschlicher Leistungslogik und Gerechtigkeitsvorstellungen steht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf das Modell der „Elementarisierenden Erschließung“ nach dem Tübinger Modell, um den biblischen Stoff für die Zielgruppe aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Analyse der Lehr- und Lernbedingungen, eine exegetische und didaktische Erschließung des Textes, die Formulierung von Lernzielen sowie eine detaillierte Verlaufsplanung eines Rollenspiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Religionspädagogik, Elementarisierung, Gottesbild, Gerechtigkeitsverständnis und schülerorientierte Methoden aus.
Warum wird ein Rollenspiel als Einstieg gewählt?
Das Rollenspiel soll es den Schülern ermöglichen, die Situation der Arbeiter körperlich und emotional nachzuempfinden, um das subjektive Empfinden von Ungerechtigkeit direkt zu erfahren.
Wie geht die Arbeit mit der Problematik von "Leistung" und "Gnade" um?
Durch die Konfrontation mit der Lohnauszahlung im Rollenspiel wird der Widerspruch zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach leistungsgerechter Entlohnung und der göttlichen, gütigen Gnade für die Schüler erfahrbar gemacht.
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- Anonym (Autor:in), 2017, Die Arbeiter im Weinberg. Ein Unterrichtsentwurf zu Mt 20, 1-16, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451359