In dieser Exegese werden zwei Texte der Nachkommenschaft Abrahams aufgeführt, ausgelegt und miteinander verglichen. Zum einen geht es um die Geburt Ismaels (Gen 16) der ein Konflikt zwischen Hagar und Sarai vorausgeht und zum anderen um die Verstoßung Hagars und Ismaels, mit der anschließenden Niederlassung Ismaels im Süden (Gen 21).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Arbeitsübersetzung
2.1 Eigene Erörterung verschiedener Übersetzungen
2.1.1 Erörterung Genesis 16, 1-16
2.1.2 Erörterung Genesis 21,8-21
2.2 Erstellung einer Textdarstellung, gegliedert und strukturiert
2.2.1 Textdarstellung Genesis 16,1-16
2.2.2 Textdarstellung Genesis 21,8-21
3. Textbeschreibung
3.1 Kontext der zu bearbeitenden Texte
3.1.1 Aufbau des Buches Genesis
3.1.2 Aufbau der Erzelterngeschichte
3.1.3 Positionierung von Gen 16 und Gen 21 in der Vätergeschichte
3.1.3.1 Vorkontext
3.1.3.2 Zwischenkontext
3.1.3.3 Nachkontext
3.2. Gliederung der Texte und Vergleich
3.3 Thema und Aussage der Texte mit Vergleich
3.3.1 Konflikt der Frauen
3.3.2 Abraham als Stammvater zweier Völker
4. Begriffe und Motive – Traditionskritik
4.1 Begriffe
4.2 Das Motiv der Notlösung Sarais
5. Gattungskritik
5.1 Sitz im Leben
6. Literarkritik
6.1 Literarkritik Genesis 12-25 – Entstehung der Texte
6.1.1 Literarkritik Genesis 16
6.1.2 Literarkritik Genesis 21,8-21
7. Historischer Ort
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die alttestamentlichen Erzählungen von Hagar und Ismael (Gen 16:1–15 und Gen 21:8–21) einer detaillierten exegetischen Auslegung und einem vergleichenden Studium zu unterziehen, um die Dynamik familiärer Konflikte und deren theologische Bedeutung für die Nachkommenschaft Abrahams zu ergründen.
- Exegetische Analyse und Vergleich der Textabschnitte in Gen 16 und Gen 21.
- Untersuchung familiärer Konfliktmuster und der Rolle der Erzmütter.
- Traditionskritische Einordnung der Motive wie der Kinderlosigkeit und der Notlösung Sarais.
- Gattungsbestimmung der Texte als Familien-Erzählungen bzw. Sagen.
- Literarkritische Untersuchung zur Entstehung der Texte und Quellenabhängigkeiten.
- Reflektion über die Rolle Abrahams als Stammvater zweier Völker und die Bedeutung der Verheißungen Gottes.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Konflikt der Frauen
Hauptprotagonisten stellen in den beiden Erzählungen Frauen dar. Über Sara(i) und Hagar, ihre Beziehung zueinander und ihr Stellung innerhalb der Gemeinschaft Abrahams, wird vieles innerhalb der Textpassagen in Erfahrung gebracht. Hauptthema ist jeweils der familiäre Konflikt bzw. der Konflikt innerhalb der Gemeinschaft, oder man könnte auch sagen ‚der Konflikt der Frauen‘. Konflikte in einer Gemeinschaft tauchen in den Erzelterngeschichten ständig auf, wie z.B. zwischen den Hirten Abrahams und Lots (Gen 13,7f.), Esau und Jakob (Gen 25f.) und zwischen Jakob und Laban (Gen 29f.). „Gegenstand des Streites [/Konfliktes] ist bei den Männern der Lebensraum und die Lebensmittel […], bei den Frauen ist es die Stellung in der Gemeinschaft.“23 Der Konflikt, der in Gen 16 aufkommt, ist mit der, von Sarai so gewollten Verbindung von Abram und Hagar, eigentlich bereits zu erwarten, denn der Brauch, eine Sklavin als Leihnmutter zu nehmen, führte oft zu genau diesem Konflikt, zwischen der Gattin und der Magd.24 Hier ist es schließlich Hagar, die durch ihr Verhalten zu Spannungen führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Exegese ein und skizziert den geplanten Vergleich der beiden Erzählungen zu Hagar und Ismael.
2. Arbeitsübersetzung: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Bibelübersetzungen und wissenschaftliche Kommentare hinsichtlich auffälliger Abweichungen in den Textpassagen Gen 16 und 21.
3. Textbeschreibung: Hier wird der inhaltliche und kontextuelle Rahmen der Vätergeschichte untersucht, einschließlich einer Gliederung und thematischen Gegenüberstellung der Texte.
4. Begriffe und Motive – Traditionskritik: Dieser Teil analysiert zentrale Begriffe wie die Entwöhnung und beleuchtet das soziokulturelle Motiv der Notlösung Sarais durch ihre Magd.
5. Gattungskritik: Die Arbeit ordnet die Texte als Familien-Erzählungen ein und analysiert deren Spannungsaufbau, Funktion und den spezifischen Sitz im Leben.
6. Literarkritik: Dieses Kapitel diskutiert die Quellenfrage und die redaktionelle Entstehung der Erzählungen in Genesis 16 und 21 sowie deren theologische Ergänzungsfunktion.
7. Historischer Ort: Eine Einordnung in die Epoche der wandernden Familien und die Datierung der verschiedenen Quellenschriften erfolgt in diesem Abschnitt.
8. Fazit: Die Zusammenfassung betont die bleibende Aktualität der dargestellten zwischenmenschlichen Konflikte und die Bedeutung der gemeinsamen Abstammung von Abraham.
Schlüsselwörter
Genesis, Hagar, Ismael, Abraham, Sarai, Exegese, Erzelterngeschichte, Familiärer Konflikt, Gottesverheißung, Traditionskritik, Gattungskritik, Literarkritik, Theologie, Vätergeschichte, Pentateuch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Auslegung und dem Vergleich der beiden alttestamentlichen Texte in Gen 16:1–15 und Gen 21:8–21, die das Schicksal Hagars und Ismaels behandeln.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen familiäre Konflikte innerhalb der Gemeinschaft Abrahams, die Rolle der Frauen in der Erzelterngeschichte, die Thematik der Kinderlosigkeit sowie die Erfüllung göttlicher Verheißungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Ziel ist es, die Parallelen und Unterschiede zwischen den beiden Erzählungen herauszuarbeiten, um zu verstehen, wie diese Texte die Geschichte der Nachkommenschaft Abrahams und die Entstehung der Völker Israel und Ismael theologisch reflektieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Autorin nutzt exegetische Methoden wie die Textbeschreibung, traditionsgeschichtliche Motivanalyse, gattungskritische Untersuchung und literarkritische Quellenanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Arbeitsübersetzung, die kontextuelle Einbettung in die Vätergeschichte, die Analyse der Konflikte zwischen den Frauen, die traditionskritische Einordnung von Motiven und die literarkritische Quellenforschung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Genesis, Hagar, Ismael, Abraham, Sarai, Familiärer Konflikt, Gottesverheißung, Gattungskritik und Literarkritik.
Wie unterscheidet sich die Darstellung Ismaels zwischen Genesis und dem Koran?
Während Ismael im Pentateuch aktiv in eine erzählte Geschichte eingebunden ist, erscheint er im Koran an verschiedenen Stellen nur listenartig, wobei ihm dort als treuem Mann und Bogenschütze eine andere religiöse Bedeutung zugeschrieben wird.
Warum wird die Kinderlosigkeit in der damaligen Zeit als so gravierendes Problem angesehen?
Kinderlosigkeit wurde als existenzielles Leid für Frau und Mann empfunden, da die Fortführung des Geschlechts und der gesellschaftliche Status eines Gliedes der Familie untrennbar mit dem Erben verbunden waren.
Wie wird das Entwöhnungsfest in Gen 21 kontextualisiert?
Das Entwöhnungsfest wird als Meilenstein gefeiert, da das Überleben des Kindes in einer Zeit hoher Kindersterblichkeit nicht selbstverständlich war, wobei es gleichzeitig den Übergang des Kindes in die Erziehung durch die Männer markiert.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2017, Auslegung und Vergleich der Hagar/Ismael-Erzählungen (Gen 16:1–15 und Gen 21:8–21), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451361