Thema der folgenden Abhandlung ist die Geschichte der Frauen im Neuen Süden der USA, das heißt vom Bürgerkrieg bis Anfang der 20er Jahre. Es werden Leben der Frauen im Süden erklaert und entstehende Strömungen in der Gesellschaft betrachtet. Es wird inhaltlich nicht auf die Frauen bzw. die Frauenbewegung im Norden eingegangen, diese wird nur zum Vergleich herangezogen und bildet einen Teil der Grundlage der Fragestellung. Die Fragestellung bezieht sich im Folgenden darauf, warum es im Süden zu dieser Zeit zu kaum einer Frauenrechtsbewegung kam. Dabei laesst sich die Haupthese damit zusammenfassen, daß im Süden der USA in der Gesellschaft ganz andere Voraussetzungen für eine Frauenbewegung vorlagen, wenn man die wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Struktur betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 AUSWIRKUNGEN VON TRADITION UND MYTHOS DES ALTEN SÜDENS
3 VERÄNDERUNGEN UND AUSWIRKUNGEN DES BÜRGERKRIEGES
3.1 DIE GESELLSCHAFTLICHE STIMMUNG UND HALTUNG
3.2 ARBEIT UND BILDUNG
3.3 POLITISCH ORIENTIERTE STRÖMUNGEN
4 ZUSAMMENFASSUNG
5 BIBLIOGRAPHIE
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und die Lebensumstände von Frauen im Süden der USA zwischen dem Bürgerkrieg und den frühen 1920er Jahren. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum sich im Süden in dieser Zeit kaum eine eigenständige Frauenrechtsbewegung etablieren konnte, obwohl sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen durch den Krieg und den wirtschaftlichen Wandel maßgeblich veränderten.
- Der Einfluss traditioneller Gesellschaftsstrukturen und des Mythos der „Southern Lady“.
- Die Auswirkungen des Bürgerkrieges auf die gesellschaftliche Stimmung und den Rassismus.
- Die Veränderung der Lebensrealität durch den Zwang zur Lohnarbeit und Bildungsfortschritte.
- Die Rolle geografischer und demografischer Faktoren bei der Entstehung politischer Organisationen.
- Die Wechselwirkung zwischen privatem Leben, kirchlichem Engagement und dem aufkommenden Suffrage Movement.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die gesellschaftliche Stimmung und Haltung
Wie jeder Krieg brachte der Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten Veränderungen in der Gesellschaft mit sich. Erzwungenermaßen mußte der Süden von seinem bisherigen Stand abrücken und die Forderungen des Nordens berücksichtigen. Dies brachte das Selbstbewußtsein der Bürger im Süden stark ins schwanken. Der Süden war im wahrsten Sinne geschlagen und besiegt. Dies bewirkte auch grundlegende Veränderungen für die betroffenen Frauen. Diese Veränderungen befaßten sich zuerst einmal nicht damit, daß Frauen sich in einer Bewegung zusammen schlossen und für ihre Gleichberechtigung kämpften, sondern sie setzten sich erst mit den allgemeinen Problemen eines geschlagenen Landes auseinander, genauso wie dies die Männer tun mußten. Dies bedeutete im weitesten Sinne die Neuetablierung des Südens und der Wiederaufbau einer Infrastruktur. Dieser Prozeß hatte zum einen praktische Auswirkungen, auf die ich später eingehen werden und zum anderen psychologische Auswirkungen, die zu bestimmten Haltungen in der Gesellschaft führten.
Eine dieser Folgen war die Enttäuschung über den ‘Lost Cause’, die nicht nur unter den Männern als aktive Kämpfer für den Süden verbreitet war, sondern auch von den Frauen empfunden wurde, die im Hintergrund voll hinter der Confederation gestanden hatten und deren Niederlage sie keinesfalls als befreiende Veränderung ihrer selbst betrachteten. Es entstanden sogar daraus Organisationen wie die United Daughter of the Confederacy, die sich mit dem Gedenken an Kriegshelden und den Werten des Alten Südens befaßten. Sie existieren sogar noch heute.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Thema, den zeitlichen Rahmen und die zentrale Forschungsfrage bezüglich des Ausbleibens einer starken Frauenrechtsbewegung im Süden.
2 AUSWIRKUNGEN VON TRADITION UND MYTHOS DES ALTEN SÜDENS: Dieses Kapitel analysiert die starren sozialen Hierarchien und den Mythos der „Southern Lady“ als hemmende Faktoren für eine eigenständige Entwicklung der Frauen.
3 VERÄNDERUNGEN UND AUSWIRKUNGEN DES BÜRGERKRIEGES: Das Kapitel beleuchtet, wie der verlorene Krieg, wirtschaftliche Notwendigkeiten und soziale Spannungen die Frauen zwangen, sich neu zu orientieren, während Rassismus und geografische Distanzen politische Bewegungen erschwerten.
3.1 DIE GESELLSCHAFTLICHE STIMMUNG UND HALTUNG: Hier wird dargelegt, wie die Enttäuschung über den „Lost Cause“ und tief verankerter Rassismus zu einer Abgrenzung gegenüber den als fremd empfundenen Idealen des Nordens führten.
3.2 ARBEIT UND BILDUNG: Dieses Kapitel beschreibt den schwierigen Einstieg der Frauen in die Arbeitswelt und die Bedeutung von Bildung als Motor für den Wandel, trotz anhaltender Widerstände gegen die Frau als Akteurin außerhalb des Haushalts.
3.3 POLITISCH ORIENTIERTE STRÖMUNGEN: Der Fokus liegt auf der langsamen Entstehung politischer Organisationen, beeinflusst durch kirchliches Engagement und die Annäherung an nordstaatliche Werte, jedoch gebremst durch die soziopolitische Komplexität des „negro problem“.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass die Frauen im Süden aufgrund der langen Bindung an patriarchale Strukturen und den gesellschaftlichen Nachwirkungen des Krieges wesentlich mehr Zeit für die eigene Emanzipation benötigten.
5 BIBLIOGRAPHIE: Dieses Kapitel enthält eine Aufstellung der verwendeten Literatur und Quellen zur Untersuchung der Geschlechtergeschichte.
Schlüsselwörter
Frauenbewegung, Southern Womenhood, Neuer Süden, Bürgerkrieg, Southern Lady, Rassismus, Lost Cause, Suffrage Movement, Lohnarbeit, Patriarchat, Geschlechtergeschichte, Emanzipation, soziale Hierarchie, industrielle Entwicklung, USA.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die spezifische Situation der Frauen im Süden der USA nach dem Bürgerkrieg und untersucht die Gründe für ihre verzögerte politische Organisierung.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Abhandlung behandelt?
Die zentralen Themen sind Tradition, der Mythos der „Southern Lady“, der wirtschaftliche Strukturwandel durch Industrialisierung sowie der Einfluss von Rassismus und Krieg auf die Frauenrollen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet, warum sich im Süden der USA trotz veränderter Lebensbedingungen nach dem Bürgerkrieg nur sehr langsam eine Frauenrechtsbewegung entwickeln konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, um soziale, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren zu verknüpfen und durch den Vergleich mit dem Norden den Sonderweg des Südens aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung näher beleuchtet?
Der Hauptteil behandelt die Auswirkungen der Tradition, die psychologischen Folgen des verlorenen Krieges, den Übergang zur Lohnarbeit sowie die schrittweise Politisierung der Frauen durch Bildungszuwachs und kirchliche Netzwerke.
Welche Schlüsselwörter beschreiben den Inhalt am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Frauenbewegung, Southern Womenhood, Geschlechtergeschichte, Rassismus, Industrialisierung und Suffrage Movement.
Warum spielte der Rassismus eine so große Rolle für die Frauenbewegung im Süden?
Rassismus fungierte als Barriere, da die Sorge um die „weiße Vorherrschaft“ die Kooperation mit nordstaatlichen Abolitionisten verhinderte und die Solidarität zwischen weißen und schwarzen Frauen unmöglich machte.
Welche Rolle spielte die Kirche für die politische Entwicklung der Frauen?
Die Kirche fungierte als Brücke zwischen privatem und öffentlichem Raum, förderte den Austausch zu sozialen Problemen und legte damit das Fundament für ein späteres politisches Engagement.
Warum empfanden viele Frauen den Gang in die Arbeitswelt als negativ?
Die Lohnarbeit wurde oft nicht als Befreiung, sondern als demütigender Zwang wahrgenommen, da das traditionelle Gesellschaftsideal die Frau primär als Ehefrau und Mutter im häuslichen Umfeld vorsah.
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- Johanna Avato (Author), 2001, Southern Womenhood: Die Geschlechtergeschichte des neuen Süden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45166