International agierende Unternehmen tätigen heutzutage immer mehr Geschäfte in Fremdwährungen. Vor allem US-Dollar sind eine häufig verwendete Währung. Doch hohe Schwankungen bei den Wechselkursen bergen ein erhebliches Risiko für Unternehmen. Das sogenannte Währungstransaktionsrisiko zählt schon lange zu den größten Herausforderungen im Risikomanagement.
Sollten international aufgestellte Unternehmen deshalb ein eigenes Risikomanagement für Währungsrisiken einrichten? Wie könnte ein solches System aussehen? Kann es auch zur Steigerung des Unternehmenswerts beitragen? In seiner Publikation beantwortet Daniel Stern die zentralen Fragen rund um das Währungstransaktionsrisiko. Dabei geht er nicht nur auf Großkonzerne, sondern auch auf mittelständische Unternehmen ein.
Anschaulich und praxisnah erklärt Stern alle wichtigen Grundlagen des Wechselkursrisikomanagements. Er zeigt, wie Unternehmen bestehende Risiken identifizieren, analysieren und bewerten können und welche Verfahren und Instrumente zur Risikobehandlung es gibt. Daniel Stern konzentriert sich hierbei nicht nur auf allgemeine Forschungsergebnisse, sondern zeigt praxisbezogene Beispiele und bezieht auch die Erkenntnisse der Behavioral Finance mit ein. So entwickelt Stern konkrete Handlungsempfehlungen für international agierende Unternehmen.
Aus dem Inhalt:
- Wechselkursrisiko;
- Risikoidentifikation;
- Risikoanalyse;
- Risikobewertung;
- Risikobehandlung;
- Wechselkursprognose
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Fragestellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
Teil I. Risiken im Währungsumfeld und Notwendigkeit derer Behandlung
2 Grundlagen: Welthandel, Währungen
2.1 Entwicklung des Welthandels, und Partizipation der Deutschen Unternehmen
2.2 Wechselkurssysteme
2.3 Devisenmarkt und Entwicklung der Währungskurse im Free Floating System
3 Notwendigkeit eines Systems zum Management der Währungsrisiken
3.1 Sicherheit, Risiken, Chancen
3.2 Exogene und Endogene Risiken, die aus der Unsicherheit der zukünftigen Wechselkurse und deren Missmanagement entstehen
3.3 Fallbeispiel 1
3.4 Fallbeispiel 2
3.5 Warum ein System?
3.6 Gesetzliche Vorschriften
Teil II. System des Währungstransaktionsrisikomanagements, Prozesse und Instrumente
4 System des Währungstransaktionsrisikomanagements
4.1 Entwicklungsstufen des Risikomanagements nach Gleißner
4.2 Anforderungen an Risikomanagement
4.3 ISO 31000 als Basiskonzept
4.4 System und Prozesse des Währungstransaktionsrisikomanagements
5 Beurteilung des Risikos: Risikoidentifikation
5.1 Währungsrisiko
5.2 Exposure
5.3 Transaktionsexposure und Contractual Exposure
6 Risikobeurteilung: Analyse durch Modellierung der Wechselkursentwicklung
6.1 Fundamentale Prognoseverfahren: Volkswirtschaftliche Modelle – Internationale Paritätsbeziehungen
6.2 Rolle der Behavioral Finance in Wechselkursprognoseverfahren
6.3 Technische Prognoseverfahren
6.4 Künstliche Neuronale Netze (KNN)
6.5 Big Data Analyse
6.6 Anwendung der Prognoseverfahren
7 Risikobeurteilung: Analyse mithilfe der Risikomessung
7.1 Szenariotechnik
7.2 Sensitivitätsanalyse
7.3 Statistische Verfahren
7.4 Value-at-Risk
7.5 Cashflow at Risk (CFaR)
7.6 Beurteilung der Risikomessungsmethoden
7.7 Risikobewertung
8 Risikobehandlung
8.1 Risikopolitische Handlungsalternativen
8.2 Methoden und Instrumente
9 Unternehmensinterne Methoden der Risikobehandlung
9.1 Vertragliche Absicherungsinstrumente
9.2 Cash-Pooling
9.3 Netting und Matching
9.4 Leading and Lagging
10 Unternehmensexterne Methoden
10.1 Selektive Entscheidungsstrategien
10.2 Regelgebundene Entscheidungsstrategien
10.3 Derivative Instrumente zum Hedging der Währungsrisiken
10.4 Selektiver Einsatz der Optionen
10.5 Kritische Würdigung des Hedgings als Instrument der Risikenbehandlung
11 Management des Risikomanagements
11.1 Problemfelder
11.2 Begrenzte kognitive Fähigkeiten und begrenzte Rationalität
11.3 Rationalitätssicherung und „Agency“ Faktoren
12 Organisation und Kommunikation
Teil III. Einfluss auf Unternehmenswert
13 Unternehmenswert
13.1 Insolvenzkosten
13.2 Agency-Probleme und Managementverhalten
13.3 Investitionsplanungsentscheidungen
13.4 Empirische Befunde zu Beweggründen Hedging
14 Conclusio und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Konzeption eines systematischen Risikomanagements für Währungstransaktionsrisiken in international agierenden Unternehmen. Das zentrale Forschungsziel besteht darin, aufzuzeigen, wie durch ein strukturiertes Risikomanagementsystem unter Einbeziehung des Controllings eine Unternehmenswertsteigerung realisiert werden kann, indem die aus Wechselkursschwankungen resultierenden Unsicherheiten rational gesteuert werden.
- Systematische Analyse von exogenen und endogenen Währungsrisiken
- Entwicklung eines Risikomanagementprozesses auf Basis der Norm ISO 31000
- Evaluation quantitativer Methoden zur Modellierung und Messung von Wechselkursrisiken
- Untersuchung von internen und externen Risikobehandlungsinstrumenten (Hedging)
- Rolle des Controllings bei der Sicherung der Entscheidungsrationalität
Auszug aus dem Buch
1 Einführung
International agierende Unternehmen tätigen ihre Geschäfte öfters in unterschiedlichen Währungen. Die Bewertung der auf Fremdwährung lautenden Unternehmensvermögenswerte und Zahlungsströme hängt von der Entwicklung des Wechselkurses ab. Diese Entwicklung kann positiv oder negativ vom Plan abweichen und ist wegen der hohen Volatilität mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Das führt zu beachtlichen Risiken für die Unternehmen.
„Währungsrisiken werden im Schrifttum der Betriebswirtschaftslehre zu den bedeutsamsten Einflussfaktoren gezählt, denen international tätige Unternehmungen ausgesetzt sind.“ Diese Aussage wurde bereits vor 25 Jahren gemacht. Seitdem nahmen sowohl die Volumina des Welthandels als auch der auf dem Devisenmarkt gehandelten Währungen zu. Die Anzahl der akademischen Abhandlungen über Währungen, mit denen verbunden Risiken und deren Management ebenfalls drastisch gestiegen. Es existieren verschiedene Instrumente und Strategien zur Identifikation, Analyse und Mitigation des Risikos, die ein international agierendes Unternehmen in Abhängigkeit von seiner Größe, Strategie, Risikoprofil, dem Grad der Integration des Risikomanagementsystems in Management- und Entscheidungsprozesse, sowie einer Reihe anderer Faktoren erfolgreich anwenden kann. In der Praxis erfolgt die Anwendung dieser oft unsystematisch, nicht selten anhand primitiver Regeln ohne Bezug zur gesamtunternehmerischen Zielsetzung oder unter dem wegweisenden Parameter der Unternehmenswertsteigerung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Währungsrisikomanagements durch die hohe Volatilität auf internationalen Märkten und definiert die Fragestellungen der Arbeit.
2 Grundlagen: Welthandel, Währungen: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über das Wachstum des Welthandels sowie die Mechanismen der Wechselkursbildung und die Bedeutung verschiedener Währungen.
3 Notwendigkeit eines Systems zum Management der Währungsrisiken: Es wird erörtert, warum eine systematische Herangehensweise zur Risikosteuerung unerlässlich ist, gestützt durch praxisnahe Fallbeispiele und regulatorische Anforderungen.
4 System des Währungstransaktionsrisikomanagements: Hier werden die Entwicklungsstufen des Risikomanagements analysiert und ein Basiskonzept nach ISO 31000 vorgestellt.
5 Beurteilung des Risikos: Risikoidentifikation: Dieses Kapitel widmet sich der Identifikation und Kategorisierung von Währungsrisiken sowie der Definition von Exposure.
6 Risikobeurteilung: Analyse durch Modellierung der Wechselkursentwicklung: Es werden verschiedene fundamentale und technische Prognoseverfahren sowie Ansätze der Behavioral Finance diskutiert.
7 Risikobeurteilung: Analyse mithilfe der Risikomessung: Der Fokus liegt auf quantitativen Messmethoden wie der Szenariotechnik, Sensitivitätsanalyse und dem Value-at-Risk.
8 Risikobehandlung: Dieses Kapitel führt in die risikopolitischen Handlungsalternativen und Instrumente zur Risikosteuerung ein.
9 Unternehmensinterne Methoden der Risikobehandlung: Detaillierte Betrachtung von Methoden wie Fakturierung, Cash-Pooling und Netting innerhalb eines Konzerns.
10 Unternehmensexterne Methoden: Untersuchung von Hedging-Strategien, derivativen Finanzinstrumenten wie Forwards, Futures und Optionen.
11 Management des Risikomanagements: Analyse von Problemfeldern wie Agency-Problemen und begrenzter Rationalität bei der Entscheidungsfindung.
12 Organisation und Kommunikation: Behandlung organisatorischer Aspekte der Implementierung und der internen Kommunikation im Risikomanagement.
13 Unternehmenswert: Untersuchung des Einflusses von Währungsrisikomanagement auf Insolvenzkosten, Investitionsentscheidungen und den Gesamtwert des Unternehmens.
14 Conclusio und Ausblick: Zusammenfassendes Fazit und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen wie disruptive Faktoren.
Schlüsselwörter
Währungstransaktionsrisiko, Risikomanagement, Risikobehandlung, Controlling, Wechselkursvolatilität, Hedging, Financial Derivatives, Exposure, Unternehmenswert, Behavioral Finance, ISO 31000, Agency-Theorie, Risikomessung, Finanzplanung, Devisenmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Steuerung von Währungsrisiken in international agierenden Unternehmen und zeigt auf, wie diese Prozesse professionell organisiert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Risikoidentifikation, Modellierung von Wechselkursen, Risikomessung, diverse Hedging-Instrumente sowie die Rolle der Unternehmensführung und des Controllings.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein strukturiertes Risikomanagementsystem zu konzipieren, das die negativen Auswirkungen von Wechselkursschwankungen minimiert und somit zur Unternehmenswertsteigerung beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus betriebswirtschaftlicher Theorie, empirischer Auswertung aktueller Studien, der Analyse internationaler Standards (ISO 31000) sowie praxisnaher Fallstudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Identifikation und Messung von Risiken insbesondere die konkreten internen und externen Absicherungsmethoden, wie z.B. Derivate, ausführlich dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Währungsrisikomanagement, Exposure, Hedging, Wechselkursvolatilität und Unternehmenswert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen exogenen und endogenen Risiken so wichtig?
Die Unterscheidung verdeutlicht, dass das Management nicht nur externen Marktgegebenheiten gegenübersteht, sondern durch eigene interne Prozesse (endogene Risiken) das Ausmaß der Gefährdung aktiv beeinflussen oder durch Fehlentscheidungen verschlimmern kann.
Welche Rolle spielt das Controlling in diesem System?
Das Controlling agiert als Garant für Rationalität, indem es Entscheidungsprozesse kritisch begleitet, Kosten-Nutzen-Analysen für Sicherungsinstrumente durchführt und Fehlentwicklungen durch Agency-Probleme oder kognitive Biases verhindert.
- Arbeit zitieren
- Daniel Stern (Autor:in), 2018, Das Währungstransaktionsrisiko in international agierenden Unternehmen. Leitfaden für Finanzen, Treasury und Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451708