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Habermas und die Studentenbewegung der 60er Jahre

Title: Habermas und die Studentenbewegung der 60er Jahre

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Lena Dittmer (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die „Kritische Theorie“ hatte einen Einfluss auf die ideellen Grundlagen der Studentenbewegung. Die in ihr enthaltenen marxistischen und psychoanalytischen Begriffe lieferten die Sprache der Bewegung. Die Tatsache, dass die in der „Kritischen Theorie“ angeregten antiautoritären Ideen und Aktionen keinen massenmobilisierenden Effekt hatten führte dazu, dass sich die Studenten immer mehr dem „reinen“ Marxismus zuwandten. Auch die Stellungen der Repräsentanten der Kritischen Theorie zur Studentenbewegung waren nicht einheitlich. So war Habermas, der akademische Lehrer in „ständigem Kontakt und enger Verbundenheit“ mit den Studenten. Trotzdem oder gerade deshalb stand er mit der Studentenbewegung in einem Spannungsverhältnis. Habermas unterstellt den Studenten eine „Scheinrevolution“. Indem er aber „die Meinung vertrat, die Bewegung könne durch Abstreifen ihres falschen Bewusstseins gerettet werden, ließ er erkennen wie sehr seine Analyse selbst vom Geist der reinen Bewegung geprägt“ war. Fellmann schreibt über Habermas „Seine Art die Protestbewegung zu interpretieren, entspricht seiner Art, aus der Protestbewegung heraus z u philosophieren.“ Hinzu kommt, dass die Studentenbewegung sich seiner Schriften als Denkformen bedient hat. Dieses Spannungsverhältnis ist Thema der vorliegenden Arbeit. Es soll die Frage geklärt werden: Wie Habermas das Politikverständnis der tragenden Hauptströme der Studentenbewegung bewertet hat?
In einem ersten Teil wird das verfolgte Politikverständnis der Studentenbewegung dargestellt. Die Studentenbewegung war keinesfalls eine homogene Gruppe von Gleichgesinnten, die gemeinsam in eine Richtung arbeiteten deshalb sind wenn von „der Studentenbewegung“ die Sprache ist immer die tragenden Hauptströme dieser gemeint.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politikverständnis der Studentenbewegung

2.1. Ursachen und Ideologien der Proteste

2.2. Eckpunkte des Weges den die Studentenbewegung beschritt

Nach dem gewaltsamen Tod Benno Ohnesorgs

2.2.3. Hochschulreform

2.2.1. Demonstrationen

2.2.2. Vietnamkrieg

2.2.5. Sozialistischer Deutscher Studentenbund (SDS)

2.2.6. Notstandsgesetze

3. Habermas Aussagen zur Studentenbewegung

3.1. Erfolge und richtige Schritte der Proteste

3.2. Kritik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Jürgen Habermas und der Studentenbewegung der 1960er Jahre. Das Hauptziel besteht darin zu klären, wie Habermas das Politikverständnis der tragenden Hauptströme dieser Bewegung bewertet hat, wobei sowohl seine Unterstützung für die Politisierung als auch seine scharfe Kritik an revolutionären Tendenzen und Gewaltanwendung analysiert werden.

  • Analyse des Politikverständnisses der Studentenbewegung
  • Untersuchung der Habermaschen Kritik an der "Scheinrevolution"
  • Bewertung von Erfolgen wie der Hochschulreform und der Politisierung der Öffentlichkeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit Gewalt als Mittel des politischen Kampfes
  • Reflektion über die Rolle von Ideologien innerhalb der Bewegung

Auszug aus dem Buch

3.1. Erfolge und richtige Schritte der Proteste

Habermas spricht der Studentenbewegung Erfolge im Bereich der Politisierung der Öffentlichkeit zu. „Sie (die Studentenproteste) haben die innenpolitische Lage der Bundesrepublik verändert. Sie haben (...) dazu beigetragen Fragen zu politisieren, die bisher der Diskussion entzogen waren. Das Demokratische Potential an den Hochschulen ist „stärker als je seit dem Ende des Krieges.“

Diese Politisierung versteht sich vor dem Hintergrund einer Gesellschaft ohne „politische Öffentlichkeit, die demokratische Willensbildungsprozesse im strengen Sinne zulässt.“ Politisierung ist nach Habermas mit den „verfassungsmäßigen Grundsätzen einer demokratischen Willensbildung nicht nur vereinbar, sie wird von diesen Prinzipien gefordert.“ Das wird auch in Habermas Analyse der „Verfassung sozialstaatlicher Massendemokratien im Zusammenhang mit der Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft“ klar. Er zieht aus seiner Analyse eine politische Folgerung; „die Tendenz zur Aushöhlung der formal rechtsstaatlichen Demokratie, die dem autoritären Wohlfahrtsstaat innewohnen, sind nur aufzufangen, wenn die geschichtliche Transformation des liberalen Rechtsstaates in eine sozialstaatliche Demokratie auf der Grundlage und unter Ausschöpfung geltender Verfassungsnormen mit Willen und Bewusstsein fortgesetzt wird. Diesem Ziel dienen Anstrengungen, die einer strukturell gestützten Entpolitisierung der Öffentlichkeit Entgegenwirken.“ So „waren Vorstöße (der Studentenbewegung) in die unbetretenen Zonen brüchig gewordener Legitimation erfolgreich. Die Appelle an geltende Legitimationen haben dort einen folgenreichen Legitimationszwang geschaffen, wo sich Institutionen noch rühren lassen durch eine Konfrontation von Idee und Wirklichkeit.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Spannungsverhältnis zwischen Habermas und der Studentenbewegung ein und definiert die Fragestellung nach Habermas' Bewertung des Politikverständnisses der Proteste.

2. Politikverständnis der Studentenbewegung: Hier werden die ideellen Grundlagen, die Entstehungsursachen und die verschiedenen Phasen der Protestbewegung sowie zentrale Akteure wie der SDS beleuchtet.

3. Habermas Aussagen zur Studentenbewegung: Dieser Hauptteil wertet Habermas' Schriften aus, wobei er sowohl die gesellschaftspolitischen Erfolge der Studentenbewegung anerkennt als auch deren Methoden und Zielsetzungen scharf kritisiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Habermas die Politisierung begrüßte, die radikaleren, revolutionären Tendenzen und den Einsatz von Gewalt jedoch entschieden ablehnte.

Schlüsselwörter

Jürgen Habermas, Studentenbewegung, 1968, Kritische Theorie, Politisierung, Hochschulreform, Notstandsgesetze, SDS, Gewaltfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Scheinrevolution, Vietnamkrieg, politische Öffentlichkeit, Gesellschaftskritik, Studentenproteste.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Einstellung des Philosophen Jürgen Habermas zur Studentenbewegung der 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Politisierung der Öffentlichkeit, die Rolle der Hochschulreform, das Politikverständnis der Studenten und die Debatte um Gewalt im politischen Widerstand.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, wie Habermas das Politikverständnis der Hauptströmungen der Studentenbewegung bewertet hat, insbesondere wo er zustimmte und wo er Kritik übte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse der Schriften von Jürgen Habermas sowie weiterer begleitender historischer und politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Studentenbewegung (Ursachen/Eckpunkte) und eine detaillierte Auswertung von Habermas' Aussagen zu Erfolgen und Kritikpunkten der Proteste.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Habermas, Studentenbewegung, Politisierung, Kritische Theorie, Rechtsstaatlichkeit und Hochschulreform charakterisiert.

Wie bewertet Habermas den Einsatz von Gewalt durch Studenten?

Habermas kritisiert Gewalt scharf; er betrachtet den Versuch, Ziele durch Gewalt zu erzwingen, als einen Rückfall in den "Infantilismus" und als eine Überschätzung der eigenen Machtposition.

Was versteht Habermas unter der "Scheinrevolution"?

Habermas bezeichnete das Vorgehen der Studenten als Scheinrevolution, da er keinen Nährboden für eine tatsächliche marxistische Revolution sah und die Methoden der Studenten als nicht vereinbar mit den Prinzipien der Rechtsordnung einstufte.

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Details

Title
Habermas und die Studentenbewegung der 60er Jahre
College
University of Hamburg  (Politische Wissenschaften)
Grade
2,0
Author
Lena Dittmer (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V45181
ISBN (eBook)
9783638426244
Language
German
Tags
Habermas Studentenbewegung Jahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Dittmer (Author), 2005, Habermas und die Studentenbewegung der 60er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45181
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