Diese Arbeit gibt einen Einblick in die durchaus komplexe Thematik der Glücksspielsucht. Hierbei stehen vor allem die wesentlichen Merkmale der pathologischen Glücksspielsucht, bezogen auf das Automatenspiel. Ziel der Arbeit ist es, die sich aus der unlimitiert erscheinenden Verfügbarkeit von Geldspielautomaten, ihrem extrem hohen Spielanreiz und defizitären Präventions- beziehungsweise Spielerschutzmaßnahmen resultierende Folgen aufzuzeigen, um darüber hinaus einen Ausblick auf eine veränderte Glücksspielpolitik zu geben. Eine Glücksspielpolitik, die mehr als zuvor die Gesundheit der Spieler und somit auch die der Bevölkerung in den Vordergrund stellt. Aufgrund der beschriebenen Problematik lautet die Forschungsfrage dieser Arbeit wie folgt:
Wie müssen staatlich reglementierte Maßnahmen gestaltet sein, damit das Risiko einer pathologischen Glücksspielsucht, durch das Spiel an Glücksspielautomaten, für den Spieler reduziert wird und um bereits pathologische Spieler umgreifender zu schützen?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
Problemstellung
Zielsetzung
Gliederung und Vorgehensweise der Arbeit
2 Geldspielautomaten in Deutschland
2.1 Gesetzliche Grundlage
2.2 Prävention
2.2.1 Beispiele von bereits umgesetzten Maßnahmen zum Spielerschutz
2.3 Ökonomie
3 Pathologische Glücksspielsucht und ihre Folgen
3.1 Phasen einer Spielerkarriere
3.1.1 Positives Anfangsstadium (Gewinnphase)
3.1.2 Kritisches Gewöhnungsstadium (Verlustphase)
3.1.3 Suchtstadium (Verzweiflungsphase)
3.2 Folgen der Glücksspielsucht
3.2.1 Therapie und Rückfälligkeit
3.2.2 Beschaffungskriminalität
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Problematik der Glücksspielsucht durch Geldspielautomaten in Deutschland, analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie Präventionsmaßnahmen und geht der Forschungsfrage nach, wie staatliche Regulierungen gestaltet sein müssen, um das Risiko einer pathologischen Spielsucht zu reduzieren und betroffene Spieler besser zu schützen.
- Analyse der gesetzlichen Grundlagen und Spielverordnungen in Deutschland
- Untersuchung der psychotropen Wirkung und Suchtpotenziale von Geldspielautomaten
- Diskussion der Wirksamkeit von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen
- Bewertung der ökonomischen Aspekte und der sozialen Kosten der Glücksspielsucht
Auszug aus dem Buch
Erklärung des Spielablaufs
Die Merkmale der Geldspielautomaten wurden von der Industrie so gestaltet, dass gesetzliche Vorgaben umgangen, und höhere Spielanreize geschaffen werden konnten. Da sich die Spielmerkmale unmittelbar auf das Spielverhalten des Glücksspielers auswirken, macht es an dieser Stelle Sinn, den Spielablauf an Glücksspielautomaten zu beschreiben. Mangels empirischer Daten zum Spielablauf, basiert die nun folgende Beschreibung auf persönlichen Beobachtungen und auf den vorhandenen Darstellungen aus der wissenschaftlichen Literatur. Es handelt sich hierbei nicht um eine eigens durchgeführte Forschung.
Nach Einwurf der Geldmünzen oder Geldscheine erfolgt die Umbuchung des Geldbetrages vom Geld- auf den Punktespeicher. Ein Geldbetrag bis 2,00 € wird unmittelbar nach Einwurf auf den Punktespeicher übertragen. Bei Einwurf größerer Geldbeträge wird ein Restbetrag alle 5 Sekunden in Schritten von 0,20 € auf den Punktespeicher transferiert. Für die Praxis bedeutet dies, ein Betrag von 10,00 € ist nach ca. 200 Sekunden, also ungefähr 3 Minuten vollständig auf den Punktespeicher übertragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Glücksspielsucht ein, beschreibt die Allgegenwärtigkeit des Spiels in der Gesellschaft und leitet zur Problemstellung sowie Forschungsfrage der Arbeit über.
2 Geldspielautomaten in Deutschland: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen, die technischen Merkmale der Automaten sowie bestehende Präventionsansätze und die ökonomische Bedeutung der Glücksspielindustrie analysiert.
3 Pathologische Glücksspielsucht und ihre Folgen: Das Kapitel beschreibt das Krankheitsbild der Spielsucht anhand von Phasenmodellen, beleuchtet die individuellen Folgen wie Beschaffungskriminalität und diskutiert Therapieansätze.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, kritisiert den unzureichenden Umgang mit dem Spielerschutz und fordert eine grundlegende Neuausrichtung der staatlichen Glücksspielpolitik.
Schlüsselwörter
Glücksspielsucht, Geldspielautomaten, Prävention, Spielerschutz, pathologisches Spielverhalten, Spielverordnung, Glücksspielstaatsvertrag, Beschaffungskriminalität, Suchtprävention, Verfügbarkeit, Sozialkonzept, Spielabfolge, Risikoleiter, Spielerkarriere, Suchtpotenzial
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Glücksspielsucht durch Geldspielautomaten im deutschen Kontext und hinterfragt kritisch die Rolle des Staates beim Spielerschutz.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Regelungen, die psychologischen Auswirkungen des Automatenspiels, Möglichkeiten der Prävention sowie die ökonomischen Aspekte und sozialen Kosten.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, wie staatlich reglementierte Maßnahmen gestaltet sein müssen, um das Risiko einer pathologischen Sucht zu mindern und betroffene Spieler effektiver zu schützen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Auswertung etablierter und aktueller Fachliteratur sowie der Analyse der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema Spielsucht und deren Regulierung.
Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?
Im Hauptteil werden neben den rechtlichen Rahmenbedingungen insbesondere die Phasen einer Spielerkarriere, die psychotropen Wirkungen des Automatenspiels und die daraus resultierenden sozialen Folgen wie Beschaffungskriminalität beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Suchtprävention, Spielerschutz, pathologische Glücksspielsucht, Geldspielautomaten und Reglementierung geprägt.
Warum wird das "Anfängerglück" in der Arbeit thematisiert?
Es dient als Erklärungsansatz dafür, warum Menschen mit dem Glücksspiel beginnen und durch erste positive Erfahrungen eine irrationale Bindung zum Spielgerät aufbauen können.
Warum fordert der Autor eine "personifizierte Spielerkarte"?
Der Autor sieht darin ein effektives Instrument, um den Zugang zu Geldspielautomaten zu kontrollieren, Altersgrenzen konsequent durchzusetzen und problematische Spielverläufe durch ein zentrales Überwachungssystem zu begrenzen.
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- Stephan Lipphardt (Author), 2018, Glücksspielsucht am Beispiel des anonymen Geldautomatenspiels in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451820