Stationenlernen zum Thema Wald in einer Seiteneinsteigerklasse der Grundschule. Ökosystem, Bäume, Tiere

Unterrichtsentwurf mit ausführlichem Arbeitsmaterial (SE-Klasse Brandenburg)


Bachelorarbeit, 2017
105 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

i. Inhalt

ii. Zusammenfassung

1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Biowissenschaftlicher Hintergrund
1.2.1 Die Stockwerke des Waldes
1.2.2 Die Bäume des Waldes
1.2.2.1 Die Tanne
1.2.2.2 Die Birke
1.2.2.3 Die Eiche
1.2.2.4 Die Kastanie
1.2.3 Die Tiere des Waldes
1.2.3.1 Das Eichhörnchen
1.2.3.2 Der Rotfuchs
1.2.3.3 Die Waldmaus
1.2.3.4 Die Waldohreule
1.3 Fachdidaktischer Hintergrund
1.4 Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit

2. Material und Methode
2.1 Kurzcharakteristik der geplanten Unterrichtsreihe
2.2 Bedingungsanalyse
2.3 Didaktische Strukturierung
2.3.1 Fachdidaktische Analyse
2.3.2 Methodische Analyse
2.3.2.1 Stationenlernen
2.4 Lernziele
2.4.1 Groblernziele
2.4.2 Feinlernziele
2.5 Tabellarische Darstellung der Unterrichtseinheit
2.6 Ausführliche Unterrichtsplanung – Der Unterrichtsentwurf
2.6.1 Erste Unterrichtsstunde
2.6.2 Zweite Unterrichtsstunde
2.6.3 Dritte Unterrichtsstunde
2.6.4 Vierte Unterrichtsstunde
2.6.5 Fünfte Unterrichtsstunde
2.6.6 Sechste Unterrichtsstunde
2.7 Evaluation
2.7.1 Messinstrumente
2.7.2 Verfahren zur Datenauswertung

3. Ergebnisse
3.1 Durchführung
3.1.1 Durchführung des Unterrichts - Stationenlernen
3.2 Evaluation
3.2.1 Bestimmung des Schwierigkeitsindex
3.2.2 Reliabilitätsanalyse des Wissenstests
3.2.3 Reliabilitätsanalyse des Motivationstests
3.2.4 Kolmogorov-Smirnov-Test
3.2.5 Ergebnisse des Wissenstests
3.2.6 Ergebnisse des Motivationstests
3.2.7 Korrelationsanalyse

4. Diskussion
4.1 Interpretation der Ergebnisse der Evaluationsbögen
4.1.1 Interpretation der Ergebnisse des Wissenstests
4.1.2 Interpretation der Ergebnisse des Motivationstests
4.2 Reflexion der Unterrichtsdurchführung
4.3 Ausblick

5. Literaturverzeichnis

6. Tabellenverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

8. Anhang

ii. Zusammenfassung

Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der Konzeption, Evaluation und Durchführung eines Projekts zum Thema Wald in einer Seiteneinsteigerklasse1 der Grundschule. Dabei soll durch einen Wissenstest der Lernzuwachs erfasst werden, um herauszufinden, ob ein signifikanter Unterschied zwischen den im Unterricht angewandten methodischen Grundformen Stationenlernen und fragend-entwickelnder Unterricht besteht.

Die Unterrichtseinheit wurde in einer SE-Klasse durchgeführt, die in zwei Gruppen geteilt wurde. In der einen Hälfte der Klasse wurde mit Stationen gearbeitet und in der anderen Hälfte wurde fragend-entwickelnder Unterricht umgesetzt. In dieser Arbeit wird erst im Evaluationsteil auf den fragend-entwickelnden Unterricht eingegangen, da dieser durch eine Kommilitonin durchgeführt wurde.

Die Unterrichtsreihe gliedert sich in drei Themen. Die SuS lernten die Stockwerke des Waldes, vier bekannte Bäume und vier Tiere des Waldes kennen. Beim Stationenlernen wurde mit Arbeitsblättern, Fühlkästen, Plakaten und Spielen, wie Puzzles oder Memorys, gearbeitet, wohingegen der Fokus im fragend-entwickelnden Unterricht auf verschiedenen Arbeitsblättern lag.

Um zu untersuchen, ob ein Unterschied hinsichtlich des Lernzuwachses zwischen den zwei Gruppen besteht, wurde ein Wissenstest durchgeführt, welcher im Anschluss ausgewertet wurde.

Die Analyse der Ergebnisse ergibt, dass die Klasse nach der Intervention einen signifikanten Lernzuwachs zeigt. Der Zuwachs an Wissen der SuS des fragend- entwickelnden Unterrichts ist zwar höher, laut der in SPSS verwendeten Tests jedoch nicht signifikant. Auch haben beide Klassen nach sechs Wochen nicht wieder signifikant an Wissen verloren.

Die Auswertung weist allerdings auch Schwächen auf. Grund dafür ist die geringe Anzahl an Wissens- und Motivationsitems. Diese konnten aufgrund der geringen Deutschkenntnisse der SuS nicht mehr ausgeweitet werden. Es gilt jedoch festzuhalten, dass durch die durchgeführte Unterrichtsreihe ein signifikanter Lernzuwachs zu Stande kam und dadurch als erfolgreich betitelt werden kann.

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

In der letzten Zeit berichten die Medien immer häufiger über die Aufnahme von neu zugewanderten Kindern an den Grundschulen. Sie werden in sogenannten SE- Klassen aufgenommen und lernen dort die deutsche Sprache kennen. Viele Schulen sind mit der Aufnahme und der Verteilung der Schülerinnen und Schüler überfordert. Dies liegt auch darin begründet, dass die Zahl an Lehrerinnen und Lehrern begrenzt ist. Zumeist wird der Fokus dementsprechend auf die Hauptfächer Deutsch und Mathematik gerichtet, um hier für die Kinder eine entsprechende Grundlage zu schaffen. Nebenfächer, wie Musik, Kunst oder Sachunterricht können daher oftmals nicht in dem im Lehrplan vorgesehenen Umfang angeboten werden (vgl. mündliche Information von Maria-Luise Bergdolt, Lehrerin der SE-Klasse, Wuppertal-Vohwinkel, 2017).

Aufgrund dessen soll dieses Projekt im Rahmen des Sachunterrichts in einer SE- Klasse durchgeführt werden. Die neu zugewanderten Kinder sollen hier die Möglichkeit bekommen, anschauliche Themen kennenzulernen und sich so auch in andere Richtungen zu entfalten. In dem Projekt wird versucht, den Kindern die Natur näherzubringen. Dies soll sowohl praktisch durch Ausflüge in den Wald als auch theoretisch im Unterricht durch Stationenlernen geschehen.

Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine Unterrichtsreihe zum Thema ‘‘Den Wald durch Stationenlernen näher kennenlernen“ entwickelt, durchgeführt und evaluiert.

Zunächst wird fachliches Wissen zum Ökosystem Wald dargelegt. Es wird auf die Stockwerke des Waldes und den Aufbau eines Baumes eingegangen. Anschließend folgt die Auseinandersetzung mit vier Tieren des Waldes, deren Körperbau und Lebensraum besprochen wird. Im Folgenden werden vier Bäume detailliert mit Früchten und Blättern behandelt.

Daraufhin werden die Zielsetzung der Arbeit sowie die Hypothesen formuliert.

Im zweiten Teil der Arbeit folgt eine Kurzcharakteristik der geplanten Unterrichtsreihe und die Bedingungsanalyse. Anschließend wird auf die didaktische Strukturierung in einer fachdidaktischen und methodischen Analyse eingegangen.

Im Anschluss daran werden die Lernziele der Unterrichtsreihe formuliert. Es folgt eine tabellarische Darstellung der Unterrichtseinheit und eine ausführliche Unterrichtsplanung. Der zweite Teil schließt mit den Methoden der Evaluation ab.

Im dritten Abschnitt werden die Durchführung und die Abweichungen von der eigentlich geplanten Reihe geschildert. Zudem folgt die Auswertung der Tests.

Der letzte Teil schließt mit der Interpretation der Ergebnisse, einer Reflexion der Unterrichtsdurchführung und einem Ausblick ab.

1.2 Biowissenschaftlicher Hintergrund

1.2.1 Die Stockwerke des Waldes

Die Kennzeichen naturnaher Wälder sind ihre verschiedenen Stockwerke. Dabei handelt es sich um fünf Vegetationsschichten (vgl. Born et al. 2010, S. 348.). Sie werden als Wurzelschicht, Moosschicht, Krautschicht, Strauchschicht und Baumschicht bezeichnet. Die Namen der einzelnen Schichten lassen auf deren Eigenschaften schließen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: die Stockwerke des Waldes (Entnommen aus: Pott, Eckart: Wald: Pflanzen, Tiere, Biotope. Ravensburg: Otto Maier Ravensburg, 1988. S. 21.)

Die Wurzelschicht lässt sich erneut in unterschiedliche Stockwerke gliedern. In Mischwäldern ist diese Schicht aufgrund der vielen verschiedenen Pflanzen und deren Wurzeln stark ausgeprägt. Sie dient der Verteilung des Regen- und Grundwassers und der darin gelösten Nährsalze.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: die Wurzelschicht

In der Moosschicht wachsen Moose und Kräuter. Auch die Sämlinge der Bäume sind dort vorzufinden. Bilden sich die Sämlinge dann zu Bäumen aus, durchwachsen sie die einzelnen Schichten langsam bis hin zur Baumschicht (vgl. Claus et al. 1983, S.22.). Zu dieser Schicht zählen auch Pilze, herabgefallene Nadeln oder Laub. Die Waldmaus oder der Rotfuchs haben hier ihren Lebensraum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: die Moosschicht

In der Krautschicht finden sich diverse kleinere Pflanzen, wie beispielsweise den Bärlauch oder Gräser. Diese Schicht erstreckt sich bis ca. einem Meter Höhe (vgl. Pott 1988, S.21).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: die Krautschicht

Über der Krautschicht befindet sich die Strauchschicht. Diese kann bis zu fünf Meter hoch werden. Hier leben Sträucher, wie zum Beispiel die Hasel oder auch die Brombeere. Die Sträucher bilden oftmals einen natürlichen Waldrand und schaffen so einen Übergang vom Wald zur sonstigen Umgebung (vgl. Pott 1988, S.21).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: die Strauchschicht

Das höchste Stockwerk des Waldes ist die Baumschicht. Diese Schicht bilden die Bäume, die zwischen fünf und mehr als 40 Meter hoch werden können. Hier findet man sowohl Nadel- als auch Laubbäume, wie die Tanne oder die Eiche (vgl. Pott 1988, S.22). In der Strauchschicht leben Tiere wie die Waldohreule oder das Eichhörnchen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: die Baumschicht (Abb. 2-6: Entnommen aus: Waldkulturerbe.de: „Plakat Stockwerke des Waldes“. URL: https://www.waldkulturerbe.de/fileadmin/user_upload/PlakatA2_Stockwerke_des_Waldes.pdf [Stand: 13.07.2017])

1.2.2 Die Bäume des Waldes

Im Wald gibt zahlreiche Kräuter und Gräser, aber auch Sträucher und Bäume. Allein in den Wäldern Deutschlands leben etwa 1.215 verschiedene Pflanzenarten. Davon sind allein 90 unterschiedliche Baumarten in diesen Wäldern vorzufinden. Am häufigsten ist die Fichte mit 26% gefolgt von der Kiefer mit 23%, der Buche mit 16%, der Eiche mit 9% und der Birke mit 4% vertreten (vgl. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: „Wald-FAQ“. URL: www.sdw.de/waldwissen/wald-faq/ [Stand: 08.06.2017]).

Es wird zwischen den Laubbäumen und den Nadelbäumen unterschieden. Beides sind mehrjährige Pflanzen, welche einen verholzten Stamm aufweisen, mit dem sie sich durch ihre Wurzeln im Boden verankern und an denen sich oben an den verzweigten Ästen Blätter oder Nadeln befinden.

Nadelbäume (Coniferae) gehören der Unterklasse der Nacktsamer (Gymnospermae) an. Sie sind stammesgeschichtlich älter als die Laubbäume und nehmen in deutschen Wäldern ca. 66% der Fläche ein. Nadelbäume sind sehr harzreich und besitzen viele verzweigte Äste. Ihre Blätter sind klein, dünn und spitz und werden deshalb als „Nadeln“ bezeichnet. Die weiblichen Blüten sind meist die Zapfen. Die Bestäubung erfolgt bei den Nadelbäumen allein durch den Wind (vgl. Erlbeck 1998, S. 509).

Laubbäume gehören der Unterklasse der Bedecktsamer (Angiospermae) an. Ihre Samen, die sich zur Reifezeit lösen, sind von Früchten umgeben. Die Blätter der Laubbäume sind vielseitig und größer als die der Nadelbäume. Die Blüten sind ebenfalls vielfältig und können einhäusig, zweihäusig oder zwittrig sein (vgl. Erlbeck 1998, S. 509).

1.2.2.1 Die Tanne

Der bekannteste deutsche Nadelbaum ist die Tanne. Die Tanne, auch Weiß-Tanne (Abies alba) genannt, ist ein immergrüner Nadelbaum, der bis zu 60 Meter hoch werden kann (vgl. Pott 1988, S.44). Die Tanne kommt in den Wäldern und den Gebirgen Europas vor. Sie trägt kurze, stumpfe Nadeln, die auf der Unterseite zwei weiße Streifen aufweisen. Die Tanne trägt auf ihren Ästen aufrechtstehende große Zapfen. Sie sind zwischen acht und fünfzehn Zentimeter groß.

Die weiblichen Blüten des Nadelbaumes sind zwei bis drei Zentimeter lang und hellgrün. Sie befinden sich auf der Oberseite der Zweige. Die männliche Blüte ist klein und gelb. Im Mai beginnen sie zu blühen (vgl. Hecker 2004, S. 54).

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb. 7: die Weiß-Tanne Abb.

(Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH &Co, 2005. S. 102.)

Abb. 8: die Tannennadel

(Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH &Co, 2005. S. 102.)

Abb. 9: der Tannenzapfen (Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, 2005. S. 102.)

(Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH &Co, 2005. S. 102.)

1.2.2.2 Die Birke

Die Birke oder auch Hänge-Birke (Betula pendula) genannt, ist ein Laubbaum, der im >Sommer ergrünt. Sie ist die häufigste Art der Birken Europas (vgl. Erlbeck 1998, S. 88). Sie wird bis zu 20 Meter hoch und hat eine auffällig weiße, glatte Rinde. Primär angesiedelt ist die Birke in den nördlichen Kältegebieten Europas und Asiens (vgl. Dreyer 2005, S. 71). Ihre Blätter haben eine dreieckige Form, sind wechselständig angeordnet und drei bis sechs Zentimeter lang. Im Herbst verwandeln die Blätter ihre Farbe in ein goldgelb.

Bekannt für die Birke sind die hängenden Kätzchen. Sie sind die männlichen Blüten, welche ca. 10 Zentimeter lang werden und gelbbraun vor den Blättern hängen. Die weiblichen Blüten sind hellgrün und stehen aufrecht. Nach der Bestäubung entstehen kleine Fruchtschuppen, die ein Samennüsschen beinhalten. Ihre Blütezeit beginnt im April (vgl. Hecker 2004, S. 56).

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb. 10: die Birke

(Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH &Co, 2005. S. 71.)

Abb. 11: das Birkenblatt

(Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH &Co, 2005. S. 71.)

Abb. 12: die Nussfrüchte (Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co, 2005. S. 71.)

(Entnommen aus: Dreyer, Eva-Maria: 100 Bäume: Heimische Arten erkennen und bestimmen. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH &Co, 2005. S. 71.)

1.2.2.3 Die Eiche

Eine bei uns häufig vorkommende Eichenart ist die Stiel-Eiche (Quercus robur). Sie ist ein Laubbaum von bis zu 40 Metern Höhe. Prägnant an diesem sommergrünen Baum ist der kurze, walzige Stamm. Dieser entsteht aufgrund der frühen Verzweigungen der Äste. Ihre Standorte sind meist Wälder mit feuchten Böden. Die Blätter der Eiche sind wechselständig angeordnet, 10 bis 15 Zentimeter lang und gelappt.

Ihre Früchte heißen Eicheln. Sie sind zwei bis drei Zentimeter groß und eiförmig. Zudem besitzt die Eiche unscheinbare Blüten, die an den Ästen herabhängen. Ihre Blütezeit beginnt im April (vgl. Hecker 2004, S. 58).

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb. 13: die Eiche

(Entnommen aus: Baumkunde.de: „Stiel-Eiche“. URL: http://www.baumkunde.de/Quercus_robur/ [Stand:08.06.2017])

Abb. 14: das Eichenblatt

(Entnommen aus: Baumkunde.de: „Stiel-Eiche“. URL: http://www.baumkunde.de/Quercus_robur/ [Stand:08.06.2017])

Abb. 15: die Eicheln (Entnommen aus: Baumkunde.de: „Stiel-Eiche“. URL: http://www.baumkunde.de/Quercus_robur/ [Stand:08.06.2017])

(Entnommen aus: Baumkunde.de: „Stiel-Eiche“. URL: http://www.baumkunde.de/Quercus_robur/ [Stand:08.06.2017])

1.2.2.4 Die Kastanie

Unsere einheimische Kastanie wird auch Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) genannt. Sie ist ein sommergrüner Laubbaum von bis zu 25 Metern Höhe (vgl. Erlbeck 1998, S. 610). Sie stellt keine gehobenen Ansprüche an ihre Umgebung. Somit ist sie in Deutschland weit verbreitet. Die Blätter der Kastanie sind fingerförmig und bestehen aus fünf bis sieben Blättern. Die Blätter sind gegenständig und haben einen gezahnten Blattrand. Sie können bis zu 25 Zentimeter lang und bis zu 10 Zentimeter breit werden.

Die Früchte der Gemeinen Kastanie werden ebenfalls als Kastanien bezeichnet. Sie sind fünf bis sechs Zentimeter groß und braun-rötlich. Umschlossen werden sie von einer Fruchthülle, die grünlich und mit Stacheln besetzt ist. Sobald sie vom Baum fällt und in Kontakt mit dem Boden gelangt, öffnet sich die Hülse.

Die Blüten sind an aufrechtstehenden, rispenartigen Blütenständen zu erkennen und haben eine weißgelbe Farbe. Sie können bis zu 30 Zentimeter hoch werden und fangen im April an zu blühen (vgl. Baumkunde.de: „Gemeine Rosskastanie“. URL: www.baumkunde.de/Aesculus_hippocastanum/ [Stand:08.06.2017).

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb. 16: die Kastanie

(Entnommen aus: Baumkunde.de: „Gemeine Rosskastanie“. URL: www.baumkunde.de/Aesculus_hippocastanum/ [Stand:08.06.2017])

Abb. 17: das Kastanienblatt

(Entnommen aus: Baumkunde.de: „Gemeine Rosskastanie“. URL: www.baumkunde.de/Aesculus_hippocastanum/ [Stand:08.06.2017])

Abb. 18: die Kastanien (Entnommen aus: Baumkunde.de: „Gemeine Rosskastanie“. URL: www.baumkunde.de/Aesculus_hippocastanum/ [Stand:08.06.2017])

(Entnommen aus: Baumkunde.de: „Gemeine Rosskastanie“. URL: www.baumkunde.de/Aesculus_hippocastanum/ [Stand:08.06.2017])

1.2.3 Die Tiere des Waldes

In deutschen Wäldern gibt es nicht nur diverse Pflanzen, sondern auch viele Tiere. Diese ernähren sich hauptsächlich von Blättern und Früchten des Waldes. Etwa 7.000 verschiedene Tiere leben in den Wäldern, wovon rund 100 zu den Wirbeltieren zählen. Bekannte Säugetiere des Waldes sind das Eichhörnchen, die Waldmaus und der Fuchs. Aber auch die Waldohreule ist ein wichtiger Vertreter der Vögel des Waldes (vgl. Pott 1988, S.92f.)

1.2.3.1 Das Eichhörnchen

Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) kann bis zu 25 Zentimeter groß werden und 400 Gramm wiegen. Es gehört der Familie der Hörnchen an (vgl. Bellmann 2006, S. 22). Typisch sind der buschige Schwanz und das rotbraune Fell. Es färbt sich im Sommer rotbraun bis schwarz und im Winter graubraun. Die Bauchseite bleibt ganzjährig einfarbig weiß. Im Winter wachsen ihm kleine Büschel an den Ohren, die vor Kälte schützen (vgl. Hecker 2004, S. 115).

Sein Lebensraum sind Wälder. Dort baut es sich auf Bäumen einen Kobel, bestehend aus Gras und Zweigen. In diesem schläft es und gebärt seine Jungen (vgl. Pott 1988, S.93). Das Eichhörnchen ist tagaktiv und hält Winterruhe. Es ist ein Allesfresser und legt sich im Herbst einen Futtervorrat an, welchen es aufgrund seines ausgeprägten Geruchssinnes im Winter wiederfindet (vgl. Erlbeck 1998, S.197,183).

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb. 19: das Eichhörnchen

(Entnommen aus: Bellmann, Heiko: Der große Kosmos Tierführer. Stuttgart: Franckh- Kosmos Verlags-GmbH & Co, 2007. S. 22)

1.2.3.2 Der Rotfuchs

Der Fuchs (Vulpes vulpes) wird auch Rotfuchs genannt. Er ist 80 Zentimeter lang und besitzt zudem einen 50 Zentimeter langen Schwanz. Das Gewicht variiert zwischen vier und sieben Kilogramm. Der Rotfuchs gehört der Familie der Hundeartigen an (vgl. Bellmann 2006, S.15).

Er hat ein rotes Fell und einen buschigen Schwanz, dessen Spitze weiß gefärbt ist. Das Fell ist im Sommer kurz und stumpf und wird im Winter zu einem dichten Wollhaar. Der Fuchs lebt größtenteils in Wäldern und Parklandschaften. Er ist sehr anpassungsfähig. Seine Hauptnahrung sind kleine Nagetiere. In Ausnahmefällen bedient er sich aber auch an menschlichen Abfällen. Der Rotfuchs lebt unter der Erde in sogenannten Erdbauten. Dort bringt er seine Jungen zur Welt und säugt sie ganze vier Wochen lang. Der Rotfuchs ist ein nachtaktives Tier, welches meist in der Dämmerung der Nacht angetroffen werden kann. (vgl. Hecker 2004, S.113).

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb. 20: der Rotfuchs

(Entnommen aus: Tiere im Wald: Rotfuchs–Tierwelt–Natur–Planet Wissen: „Der Rotfuchs“. URL: www.planet-wissen.de/natur/tierwelt/tiere_im_wald/pwiederrotfuchs100.html [Stand: 08.06.2017])

1.2.3.3 Die Waldmaus

Die Waldmaus (Apodemus sylvaticus) besitzt einen zehn Zentimeter großen Körper. Ihr Schwanz ist ebenfalls zehn Zentimeter lang. Sie wiegt zwischen 15 und 35 Gramm (vgl. Pott 1988, S.92). Die Waldmaus gehört der Familie der Langschwanzmäuse an (vgl. Eigener 1978, S.435).

Auffällig sind ihre großen Ohren und Augen. Ihr Fell ist graubraun und ihr Bauch weißlich gefärbt. Der Lebensraum der Waldmaus ist namenstypisch der Wald. Sie ist nachtaktiv und somit in der Dämmerung und der Nacht unterwegs, um Nahrung zu suchen. Dazu klettert und springt sie auch auf Bäume (vgl. Hecker 2004, S.112). Ihre Nahrung besteht aus kleinen Sämereien, Insekten und deren Larven. Im Herbst ernährt sie sich auch von Bucheckern, Eicheln und Nüssen, um den Winter zu überstehen.

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb.21: die Waldmaus

(Entnommen aus: Tiere im Wald: Rotfuchs–Tierwelt–Natur–Planet Wissen: „Die Maus“. URL: www.planet-wissen.de/natur/haustiere/maeuse/index.html [Stand: 08.06.2017])

1.2.3.4 Die Waldohreule

Die Waldohreule (Asio otus) wird bis zu 36 Zentimeter lang und ist sehr schlank. Sie gehört der Familie der Ohreulen und Käuze an (vgl. Bellmann 2006, S.45). Ihre prägnanten Merkmale sind die langen Federohren und die orangefarbenen Augen (vgl. Pott 1988, S.87). Ihr Gefieder ist hellbraun mit marmorierten Flecken.

Die Waldohreule lebt in Wäldern. Nach Bellmann (2006, S.45) verbringt die Waldohreule ihren Tag ruhig, dicht an einen Stamm geschmiegt. Sie baut keine eigenen Nester, sondern legt ihre Eier in verlassene Elster-, Krähen- und sogar Greifvögelnester. Sie ernährt sich fast ausschließlich von Feldmäusen (vgl. Hecker 2004, S.96).

Bilder aus urheberschutzrechtlichen Gründen entfernt.

Abb. 22: die Waldohreule

(Entnommen aus: Pott, Eckart: Wald: Pflanzen, Tiere, Biotope. Augsburg: Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH, 1988. S. 87)

1.3 Fachdidaktischer Hintergrund

Der fachdidaktische Hintergrund befasst sich mit dem „Wie“ der Vermittlung des Bildungsinhalts an die SuS.

Für den Lehrer bedeutet das bei der Suche nach den optimalen Möglichkeiten, die Inhalte der Reihe interessant und einprägsam an die SuS weiterzugeben. Der Lehrer muss also Entscheidungen bezüglich der zu wählenden Sozialformen (Unterrichtsgespräch, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Einzelarbeit etc.) und der Medien (Tafelbilder, Folien, Plakate, Arbeitsblätter etc.) treffen. Zudem müssen der Lehrplan und der Perspektivrahmen für den Sachunterricht herangezogen werden.

In dieser Unterrichtreihe wird mit der Hälfte der Klasse in Form von Stationenlernen gearbeitet. Durch das Aufteilen der Klasse soll herausgefunden werden, ob die SE- Kinder besser durch angeleiteten, fragend-entwickelnden Unterricht Wissen aufnehmen können oder ob es ihnen durch Stationsarbeit besser gelingt.

In der ersten und letzten Sitzung wird zusätzlich noch ein Sitzkreis gebildet, um gemeinsam ins Thema einzusteigen und es auch gemeinsam abzuschließen. Im Stationsunterricht können verschiedene Medien verwendet werden. Es wird mit klassischen Medien, wie Folien, Bildern und Plakaten gearbeitet, aber auch andere Herangehensweisen, wie etwa die Arbeit mit Fühlkästen werden berücksichtigt. Das Hauptmedium sind allerdings die eigens angefertigten, zahlreichen Arbeitsblätter. Da die SuS einer SE-Klasse unterschiedliche Lernniveaus haben, muss im Projekt mit differenzierten Arbeitsblättern gearbeitet werden. Dies lässt sich bei Stationsarbeit durch vereinfachte Text- und Bildquellen sowie passende Darstellungen und Material gewährleisten. Zudem können die SuS in ihrem eigenen Tempo arbeiten. In einer heterogenen Lerngruppe kann also sowohl qualitativ als auch quantitativ differenziert werden (vgl. handinhandinvorarlberg.at: „Individualisierung und Differenzierung im DaZ-Unterricht für Seiteneinsteiger in der Schule in deutschsprachigen Ländern“. URL: https://www.handinhandinvorarlberg.at/downloads/vgv_schule_daz_ individualisierung_differenzierung.pdf [Stand:13.07.2017]). Da die einzelnen Stunden sehr unterschiedlich aufgebaut sind, werden genauere methodische Überlegungen zu jeder Unterrichtseinheit separat dargestellt.

1.4 Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit

Der Unterricht ist für Kinder der SE-Klassen meist eine interessante und fröhliche Erfahrung. Doch oftmals sitzen sie dabei in der Klasse auf ihrem Platz und sollen stupide der Lehrperson zuhören und das Gelernte anschließend zusammenfassen. Die Art des Lernens durch Stationen stellt für die SE-Kinder eine neue Erfahrung dar (vgl. mündliche Information von Maria-Luise Bergdolt, Lehrerin der SE-Klasse, Wuppertal-Vohwinkel, 2017). Gerade dadurch, dass alle Kinder auf so unterschiedlichen Leistungsniveaus sind, scheint die Umsetzung dessen sehr schwer.

Es wird diesbezüglich untersucht, ob ein Unterschied des Wissenszuwachses hinsichtlich der Inhalte über das Thema Wald in der unterschiedlichen Art der Durchführung (Stationenlernen/ fragend-entwickelnder Unterricht) besteht. Dazu soll folgende Hypothese in der Arbeit untersucht werden:

Hypothese I:

H1: Der Wissenszuwachs der SuS beim Stationenlernen ist höher als bei den SuS des fragend-entwickelnden Unterrichts.

H0: Der Wissenszuwachs der SuS ist beim Stationenlernen nicht höher als beiden SuS des fragend-entwickelnden Unterrichts.

Als zweite Hypothese gilt zu untersuchen, in welcher methodischen Grundform der Wissenszuwachs dauerhafter gegeben ist.

Hypothese II:

H1: Der Wissenszuwachs ist beim Stationenlernen dauerhafter als beimfragend-entwickelnden Unterricht.

Ho: Der Wissenszuwachs ist beim Stationenlernen nicht dauerhafter als beimfragend-entwickelnden Unterricht.

Diese Hypothesen werden zum Schluss im Diskussionsteil des Kapitels 4 verifiziert bzw. falsifiziert.

2. Material und Methode

2.1 Kurzcharakteristik der geplanten Unterrichtsreihe

Die Unterrichtsreihe wird in sechs Einzelstunden von 45 Minuten durchgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Kurzcharakteristik der geplanten Unterrichtsreihe

1. Unterrichtsstunde

Zunächst werden die SuS begrüßt und es folgt die Vorstellung des Projekts. Im Anschluss bekommt jedes Kind einen Evaluationsbogen. Dieser soll später den Kompetenzerwerb jedes Einzelnen verdeutlichen. Er wird sowohl zu Beginn2, als auch am Ende der Unterrichtsreihe3 und sechs Wochen danach4 durchgeführt.

Die SuS lernen erste Eigenschaften des Waldes kennen und bearbeiten zum Schluss zur Ergebnissicherung ein dazu passendes Arbeitsblatt.

2. Unterrichtsstunde

Die SuS treffen sich in der Klasse. Dort werden wichtige Verhaltensregeln für den Wald erläutert. Anschließend folgt der Gang in den Wald, welcher sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Schule befindet.

Die Kinder lernen den Wald mit vier ihrer fünf Sinneswahrnehmungen (fühlen, riechen, hören, sehen) kennen.

Zum Ende der Stunde werden die SuS sicher zurück zum Schulhof gebracht und in die Pause entlassen.

3/4. Unterrichtsstunde

In der dritten Unterrichtsstunde beginnt die Arbeit an den Stationen. Anfangs wird das Arbeiten an den Stationen erläutert und der Laufzettel verteilt. Dieser soll einen Überblick über die verschiedenen Stationen verschaffen.

In der 3. und 4. Unterrichtssequenz werden für die SuS neun Stationen aufgebaut. Diese können, müssen aber nicht, von jedem Kind bearbeitet werden. Es gibt Stationen, an denen Partnerarbeit gefordert ist, an anderen Einzelarbeit. Hier müssen sich die Kinder eigenständig absprechen. Für SuS, die besonders schnell alle Stationen beendet haben und für solche, denen der Schwierigkeitsgrad der Stationen noch zu hoch ist, steht Zusatzmaterial bereit.

5. Unterrichtsstunde

In der fünften Unterrichtsstunde setzt sich die Arbeit an den Stationen mit neuem Themenschwerpunkt fort.

Um in das neue Thema einzusteigen, beginnt die Stunde mit einem Galeriegang. Dort wird im Plenum der Titel des neuen Themas besprochen. Erst danach werden die Kinder in die Stationsarbeit entlassen.

Zu diesem Thema werden insgesamt drei Stationen bereitgestellt.

6. Unterrichtsstunde

Die sechste Unterrichtssequenz soll als abschließende Stunde des Projekts dienen. Hier gilt es, die in der letzten Stunde angefangenen Stationen zu Ende zu bearbeiten.

Damit die SuS eine Erinnerung an das Projekt haben, soll anhand einer Gruppenarbeit gemeinsam ein Plakat angefertigt werden. Dieses darf im Klassenraum aufgehängt werden.

Zudem wird der zweite Evaluationsbogen zur Überprüfung des Lernerfolgs durchgeführt.

Der Follow-up-Test wird nach weiteren sechs Wochen absolviert.

2.2 Bedingungsanalyse

Die Unterrichtseinheit wird in einer Klasse durchgeführt, die von der Lehrperson in zwei kognitiv gleichstarke Gruppen geteilt wurde. Grund dafür, dass keine zwei verschiedenen Klassen verglichen werden, ist, dass die Einheit in einer SE-Klasse durchgeführt wird. Es gibt an dieser Schule lediglich eine SE-Klasse.

In dieser befinden sich Kinder, die zwischen zwei Wochen und zwei Jahren Teil dieser Klasse sind.

Die Grundschule am Nocken liegt im Stadtteil Vohwinkel in Wuppertal, einem kleineren Wohngebiet mit direkter Angrenzung an einen Wald.

Der Unterricht findet in dem Klassenraum der SE-Kinder statt. Dieser ist sehr geräumig und mit selbst gestalteten, bunten Bildern geschmückt. Auffällig ist, dass im gesamten Klassenraum fast alles mit kleinen Zettelchen beschriftet ist. Beispielsweise klebt am Mülleimer ein Zettelchen mit der Aufschrift „Mülleimer“. Grund dafür ist, dass die SuS so die deutsche Sprache schneller erlernen sollen.

Für die Unterrichtsreihe werden jeweils die ersten Stunden gewählt, da die Konzentration der Kinder dort am stärksten ist. Auch wird nie am Montag an den Stationen gearbeitet, da die SuS laut Klassenlehrerin noch zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt sind.

Die Klasse, in der der Stationsunterricht durchgeführt wird, besteht aus insgesamt neun Kindern. Davon sind fünf Jungen und vier Mädchen. Diese sind zwischen sieben und elf Jahren alt.

Mit der Methode „Stationsarbeit“ ist keines der Kinder vertraut. Auch das Thema „Wald“ wurde nur einmal kurz angeschnitten. Deswegen ist davon auszugehen, dass die Kinder nicht viele Vorkenntnisse zu diesem Thema besitzen.

Die Unterrichtsreihe erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Wochen. In jeder Woche finden drei Unterrichtsstunden zum Projekt „Wald“ statt. Die Evaluationen werden in der ersten und der letzten Stunde durchgeführt.

Die Lehrperson befindet sich am Ende des Bachelorstudiums. Sie studiert Germanistik und Mathematik für die Grundschule sowie die Grundlagen der Naturwissenschaften und der Technik. Im Rahmen ihres Studiums musste sie bereits einige Praktika absolvieren und leitete eine Sport-AG über 14 Wochen mit Kindern einer SE-Klasse.

2.3 Didaktische Strukturierung

Klafki behauptet, dass sich jeder Lehrer vor der Vorbereitung des Unterrichts fragen muss, ob sich das Unterrichtsthema für die SuS lohnt. Dazu stellt er fünf Grundbezüge auf, die die didaktische Analyse der Unterrichtsvorbereitung ausmachen. Diese sind die exemplarische Bedeutung, der Gegenwartsbezug, die Zukunftsdeutung, die Sachstruktur und die Zugänglichkeit des Themas (vgl. Dr. Vorbaum: Wolfgang Klafkis Begriff der Bedeutung zur Begründung von Unterrichtsinhalten. URL: http://www.vormbaum.net/index.php/download-center/universitaet-konstanz- studenten/allgemeines/2200-klafki-der-begriff-der-bedeutung /file [Stand: 23.04.2017]).

2.3.1 Fachdidaktische Analyse Lehrplanbezug

Das Projekt „Wald“ lässt sich im Lehrplan Sachunterricht in den Bereich „Natur und Leben“ einordnen. Zum Bereich „Natur und Leben“ gehören im Lehrplan die Schwerpunkte „Stoffe und ihre Umwandlung“, „Wärme, Licht, Feuer, Wasser, Luft, Schall“, „Magnetismus und Elektrizität“, „Körper, Sinne, Ernährung und Gesundheit“ und „Tiere, Pflanzen, Lebensräume“ (vgl. Schulministerium NRW: Lehrplan Sachunterricht. URL: http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/lehrplannavi- gator-grundschule/sachunterricht/lehrplan-sachunterricht/bereiche/bereiche.html [Stand: 23.04.2017]).

Der Schwerpunkt der Unterrichtsreihe liegt im Projekt auf dem Thema „Tiere, Pflanzen, Lebensräume“. Das Projekt versucht den gesamten Schwerpunkt möglichst deutlich zu vermitteln.

Im Bereich „Natur und Leben“ steht die Begegnung mit der belebten Natur im Vordergrund. Dieser Bereich wird durch die Exkursion in den Wald abgedeckt. Die SuS sollen durch Erkunden und Beobachten verschiedene Sinneswahrnehmungen beanspruchen. Weiterhin sollen die Schüler/innen die Vielfalt von Erscheinungsformen und Materialien durch Analysieren und Vergleichen erkennen. Dazu lernen die Kinder die verschiedenen Laub- und Nadelbäume kennen. Anhand ihrer Blätter, des Stamms, der Blüten und Früchte sind die SuS in der Lage, den zugehörigen Baum zu erkennen.

Exemplarische Bedeutung

Die SuS sollen mit dem Gelernten einen kleinen Einblick in das Ökosystem Wald erhalten. Sie erkennen, dass das Behandelte nur einen kleinen Teil des Gesamten darstellt. Das Wissen erlangen sie innerhalb des Stationenlernens eigenständig oder in Ausnahmen in Partnerarbeit.

Gegenwartsbezug

Die SuS werden kaum Vorwissen zu dieser Thematik besitzen. Sie werden wahrscheinlich weder in ihrem Heimatland noch hier in Deutschland dieses Thema genauer behandelt haben. Der Schwerpunkt der SE-Klassen liegt natürlich zunächst auf dem Erlernen der deutschen Sprache. Fächer, wie Sachunterricht, Kunst oder Musik nehmen daher oftmals eine untergeordnete Rolle ein.

Zudem verbringen die meisten Kinder ihre freie Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer. Sie unternehmen wenig mit Freunden oder der Familie in der Natur. Diese Fakten konnten aus zuvor durchgeführten Fragebögen5 entnommen werden. Durch dieses Projekt sollen die SuS Spaß und Interesse an der Natur erlangen.

Im Wald gibt es zu viele Baumarten, um den Kindern alle nahe bringen zu können. Deswegen wird in der Unterrichtsreihe nur auf drei Laubbäume und einen Nadelbaum eingegangen. Diese werden anhand von bestimmten Merkmalen und Charakteristika erarbeitet und erforscht. Die Schüler/innen lernen auch die Stockwerke des Waldes und vier für den Wald typische Tiere kennen.

Am Ende der Unterrichtsreihe sollen die Kinder ein umfassendes Wissen über die vier ausgewählten Bäume und Tiere erlangt haben.

Zukunftsbedeutung

Für die Zukunft sollen die SuS aus diesem Projekt vor allem Interesse an der Natur und an dem Ökosystem Wald mitnehmen. Zudem sollen sie für die Wahrnehmung von Bäumen und Tieren sensibilisiert und damit ihr individuelles Verantwortungsbewusstsein entwickelt werden.

Sachstruktur

Das Thema „Wald“ beinhaltet sehr viele Unterthemen. Nicht nur Bäume und Tiere sind relevant, sondern beispielsweise auch die Forstwirtschaft und der Naturschutz. Da es aber dann nicht mehr möglich wäre, den Kindern ein kompaktes Wissen innerhalb der sechs Stunden zu vermitteln, wird auf den Wald nur sehr eingeschränkt eingegangen. Es werden exemplarisch die vier Stockwerke des Waldes aufgegriffen, vier typische Baumarten und vier Tiere. Die Kinder sind zum Schluss in der Lage, die Tiere und Bäume den einzelnen Stockwerken zuzuordnen.

Die Unterrichtreihe beginnt mit den Stockwerken des Waldes. Diese werden in sehr einfacher Form kennengelernt und definiert. Anschließend wird der Aufbau eines Baumes besprochen. Hier erlernen sie die Begriffe Wurzel, Stamm, Ast und Blatt. Im Folgenden lernen sie die vier Bäume und den Unterschied zwischen Laub- und Nadelbaum kennen. Zu jedem dieser Bäume können sie die Blätter, die Blüten und die Früchte zuordnen.

Die Tiere des Waldes wurden ebenfalls auf die Anzahl von vier beschränkt. Hier sollen die SuS den Körperbau, den Lebensraum, die Feinde und die Nahrung der Waldohreulen, Eichhörnchen, Füchse und Waldmäuse kennenlernen.

Zugänglichkeit

Das Interesse der SuS wird mithilfe der Unterrichtsmethoden geweckt. Die Kinder haben zuvor noch nie in Form von Stationslernen oder einer Lerntheke gearbeitet.

Für die Kinder ist es interessant, verschiedene Sozialformen zu nutzen und frei in der Bearbeitung der Stationen zu sein. Sie können einige der Stationen in Einzelarbeit und einige in Partnerarbeit bewältigen.

Zudem gibt es verschiedene Stationen und unterschiedliche Bearbeitungsweisen. Einige sind mit Arbeitsblättern zu lösen, andere mit Puzzles oder Fühlkästen.

Am Ende der Unterrichtsreihe dürfen die Kinder ihr abschließend gestaltetes Plakat der anderen Hälfte der Klasse (fragend-entwickelnder-Unterricht) vorstellen. Auch dies ist für sie neu und weckt Interesse und Motivation.

2.3.2 Methodische Analyse

Im Rahmen der methodischen Analyse wird im Folgenden nur die methodische Grundform erläutert, die in dem von der Lehrperson durchgeführten Teil der Klasse verwendet wurde. Der Unterricht wurde in Form von Stationsarbeit über einen Zeitraum von zwei Wochen durchgeführt.

2.3.2.1 Stationenlernen

Unter Stationenlernen oder auch Stationsarbeit versteht man eine Grundform des Unterrichts, bei der themendifferenzierte Aufgaben mit Materialien und Arbeitsanleitungen an ortsfesten Stationen erarbeitet werden.

Dabei können die Stationen entweder systematisch aufeinander aufbauen oder die Bearbeitung der Reihenfolge frei wählbar sein. Hierbei werden verschiedene Methoden und Mittel angeboten, wie beispielsweise Bücher, Arbeitsblätter, Rätsel etc. Für die Stationsarbeit sollte man den Kindern die Selbstkontrolle ermöglichen. Hierzu bietet sich ein Lösungshefter an.

Auch kann man beim Stationenlernen Nebenräume miteinbeziehen, um den SuS ein möglichst großes Angebot zu bieten. Zu Beginn ist das Austeilen eines Laufzettels oder Stationszettels sinnvoll. Dadurch behalten die Kinder den Überblick über die bearbeiteten Stationen und sehen ihre Fortschritte. Außerdem ist die Nummerierung und Namensgebung der Stationen relevant, damit sie diese einfacher auf ihrem Laufzettel abhaken können.

Man kann zudem für stärkere aber auch schwächere SuS Zusatzstationen anbieten.

Für die Stationsarbeit bietet sich eine Doppelstunde an. Dies ermöglicht es den Kindern, ohne Zeitdruck ihre Stationen zu wählen und sie zu bearbeiten (vgl. Bildungsserver Berlin – Brandenburg: „Stationsarbeit“. URL: www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de/schule/schulen-in- berlinbrandenburg/schulformen-schularten/schulformen-brb/oberschule/methoden- und-instrumente/stationenarbeit/ [Stand: 11.06.2017]).

2.4 Lernziele

Die Unterrichtsreihe wird hauptsächlich in Form von Stationenlernen durchgeführt. Dadurch ist es nicht möglich, für jede Stunde einzelne Lernziele zu formulieren.

Da es sich bei dieser Klasse um eine SE-Klasse handelt, ist das Ziel, jedes Kind auf denselben Wissensstand zu bringen, kaum umsetzbar. In dieser Klasse befinden sich SuS, die sowohl seit zwei Jahren in Deutschland sind, als auch Kinder, die erst seit zwei Wochen hier leben bzw. die Schule besuchen.

2.4.1 Groblernziele

- Die SuS lernen das Ökosystem Wald kennen
- Die SuS lernen verschiedene Laub- und Nadelbäume kennen
- Die SuS lernen verschiedene Tiere des Waldes kennen

2.4.2 Feinlernziele

Kognitive Feinlernziele:

- Die SuS können den Aufbau eines Baumes benennen
- Die SuS können den Körperbau des Fuchses, des Eichhörnchens, der Maus und der Waldohreule beschreiben
- Die SuS kennen die verschiedenen Stockwerke des Waldes und können die
Bäume und Tiere in diese einordnen
- Die SuS können die verschiedenen Früchte den Bäumen zuordnen

Affektive Feinlernziele:

- Die SuS arbeiten selbstständig an den Stationen
- Die SuS sind in der Lage, in Partner- und Gruppenarbeit zu arbeiten

Psychomotorische Feinlernziele:

- Die SuS können ihre Arbeitsergebnisse mit dem Lösungsblatt vergleichen
- Die SuS gehen ordentlich mit dem ihnen zur Verfügung gestellten Material um

2.5 Tabellarische Darstellung der Unterrichtseinheit

Im Folgenden wird die gesamte Unterrichtseinheit in einer Tabelle dargestellt. Hier wird jedoch nur die Unterrichtseinheit des Stationenlernens dargelegt. Der Vergleich mit der Durchführung des fragend-entwickelnden Unterrichts wird im Ergebnis gezogen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Seiteneinsteiger ab jetzt mit Abk.: SE

2 S. Anhang 1.

3 S. Anhang 2.

4 S. Anhang 3.

5 Well-Being Fragebogen aus Seminar von Dipl. Päd. S. Salem: „Sprachsensibles Bewegungsangebot für neu zugewanderte Kinder“

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten

Details

Titel
Stationenlernen zum Thema Wald in einer Seiteneinsteigerklasse der Grundschule. Ökosystem, Bäume, Tiere
Untertitel
Unterrichtsentwurf mit ausführlichem Arbeitsmaterial (SE-Klasse Brandenburg)
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Jahr
2017
Seiten
105
Katalognummer
V451841
ISBN (eBook)
9783346065674
ISBN (Buch)
9783346065681
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stationenlernen, se-klasse, arbeitsmaterial, unterrichtsentwurf, tiere, bäume, ökosystem, grundschule, seiteneinsteigerklasse, wald, thema, brandenburg
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Stationenlernen zum Thema Wald in einer Seiteneinsteigerklasse der Grundschule. Ökosystem, Bäume, Tiere, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451841

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