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Die Analyse der Zusammenhänge von Gewalt in Räumen in Veza Canettis Roman "Die Gelbe Straße"

Am Beispiel von Maja und Herrn Oger im Kapitel "Der Oger"

Titre: Die Analyse der Zusammenhänge von Gewalt in Räumen in Veza Canettis Roman "Die Gelbe Straße"

Dossier / Travail , 2018 , 24 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Julia Egner (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die im Folgenden analysierte Erzählung "Der Oger" konzentriert sich auf den Unabhängigkeitskampf der Protagonistin und den Erhalt ihrer Würde unter demütigenden, patriarchalischen Lebensverhältnissen. Ein Thema, das auch noch 80 Jahre nach entstehen des ursprünglichen Dramas aktuell ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gelbe Straße von Veza Canetti

2.1. Veza Canetti: Leben und Werk

2.2. Der Inhalt des Romans Die Gelbe Straße

3. Gewalttheorien und Raumanalyse

3.1. Räume im Roman

3.2. Der Begriff der Gewalt

3.2.1. Der Gewaltbegriff im deutschen Sprachgebrauch

3.2.2. Der soziologische Gewaltbegriff

3.2.3. Die strafrechtliche Definition von Gewalt

3.2.4. Fazit und maßgeblicher Gewaltbegriff

4. Gewalt und Raum in Veza Canettis Die Gelbe Straße

4.1. Das Zugabteil und die Kutsche

4.2. Majas Sozialraum: Die Straße selbst und ihre Bewohner

4.3. Majas Intimraum: Die erste Wohnung

4.4. Majas Intimraum: Die neue Wohnung

4.5. Majas Flucht in sich selbst: Das Sanatorium - Der mentale Raum

4.6. Der gesetzliche und soziale Raum

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Raumdarstellung und Gewaltausübung in der Erzählung "Der Oger" aus dem Roman "Die Gelbe Straße" von Veza Canetti, wobei ein besonderer Fokus auf der patriarchalen Unterdrückung der Protagonistin Maja liegt.

  • Analyse der Raumkonzepte und deren Bedeutung für die Identitätsbildung der Protagonistin.
  • Interdisziplinäre Untersuchung des Gewaltbegriffs (physisch, psychisch, strukturell).
  • Darstellung der patriarchalen Machtstrukturen innerhalb der Ehe und des sozialen Umfelds.
  • Untersuchung der räumlichen Isolation Majas und der Rolle der Wohnung als Ort der Gewalt.
  • Reflektion der rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der 1930er Jahre.

Auszug aus dem Buch

4.1. Das Zugabteil und die Kutsche

Die Erzählung Der Oger beginnt damit, dass Maja mit ihrem frisch angetrauten Ehemann direkt nach der Hochzeit mit dem Zug in die „große fremde Stadt“92 fährt. Als sie im Coupé93 sitzen, kommt von einem „übervollen Abteil“94 ein Bekannter von Herrn Iger. In diesem beengten Raum erkennt der Leser das erste Mal die Janusköpfigkeit des Mannes. Das zufällige Aufeinandertreffen mit dem Bekannten, der „liebe(r) Freund“, wird von Herrn Iger zweimal als „Glücksfall“95 bezeichnet, als „gute Vorbedeutung“, gar als „Fügung“. Er wird reichlich vom Hochzeitsessen verköstigt: „Das Konfekt und die erfrischenden Früchte, der hausgebackene Marzipan, Torten und Bäckereien, alles verschwand im Schlund und in den Taschen des dicken Herrn“.96 Als dieser den Zug verlässt, sind „die Taschen dick angefüllt“97. Was Herr Iger wirklich von dem Bekannten hält, offenbart er, als dieser das Abteil verlassen hat: „Der Teufel soll ihn holen!“98 Maja reagiert erschrocken und erstarrt.99

Bereits in dieser kurzen Eingangsszene zeigt sich Majas Position. Während ihr Mann als „flink“ beschrieben wird, der in seinem Redeschwall niemand anderes zu Wort kommen lässt, schweigt Maja. Sie ist lediglich anwesend, agiert nicht, spricht nicht, ist als Subjekt nahezu unsichtbar. Als der Zug hält und Herr Iger „rasch“ hinaus hopst100, folgt sie ihm. Ihr Verhalten repräsentiert eine Immobilität, die im krassen Gegensatz zum dynamischen Herrn Iger steht, dessen Atmung bereits als „aufdringlich“ beschrieben wird. Gebetsmühlenartig wird sie als „die junge Frau“ bezeichnet, der man „aus jedem Abteil“ hinterher sieht, während Herr Iger alterslos bleibt, obwohl auch die unterschiedlichen Anreden mit Nach- und Vornamen einen Altersunterschied andeuten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Veza Canettis Werk "Die Gelbe Straße" ein und formuliert das Ziel der Analyse, das Gewaltverhältnis in der Erzählung "Der Oger" räumlich und theoretisch zu untersuchen.

2. Die Gelbe Straße von Veza Canetti: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Leben und Werk der Autorin sowie eine inhaltliche Zusammenfassung der fünf Erzählungen des Romans mit Fokus auf die Erzählung "Der Oger".

3. Gewalttheorien und Raumanalyse: Hier werden theoretische Grundlagen zur literarischen Raumanalyse und verschiedene Gewaltkonzepte definiert, um ein analytisches Werkzeug für den Hauptteil zu schaffen.

4. Gewalt und Raum in Veza Canettis Die Gelbe Straße: Der Hauptteil analysiert die spezifischen Szenen der Erzählung, wobei die verschiedenen Räume (Abteil, Straße, Wohnung, Sanatorium) in Bezug auf physische und psychische Gewalt untersucht werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass patriarchale Muster und räumliche Gegebenheiten eine lebensbedrohliche Isolation der Protagonistin Maja erzwingen, der sie nur durch Flucht in den mentalen Raum entkommen kann.

Schlüsselwörter

Veza Canetti, Der Oger, Gewalt, Raumanalyse, Patriarchat, Unterdrückung, Machtverhältnisse, Literaturwissenschaft, Frauenrolle, häusliche Gewalt, Struktur, Soziologie, Wien, Identität, Geschlechterordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert Veza Canettis Erzählung "Der Oger" unter dem Aspekt der Verschränkung von Gewalt und Raum innerhalb einer patriarchalen Gesellschaft.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt Themen wie Gewalt gegen Frauen, Machtstrukturen in der Ehe, Raumdarstellung in der Literatur und die gesellschaftlichen Normen der 1930er Jahre.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Herr Iger durch räumliche Kontrolle und häusliche Gewalt seine Frau Maja unterwirft und welche Rolle die gesellschaftlichen Strukturen dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Methoden der Raumanalyse mit soziologischen und strafrechtlichen Gewalttheorien verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Schauplätze – von der Kutsche über die Wohnungen bis hin zum Sanatorium –, an denen Maja Gewalt erfährt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie häusliche Gewalt, patriarchale Macht, Raumsemantik, Isolation und strukturelle Gewalt charakterisieren.

Warum spielt die Wohnung eine so zentrale Rolle bei der Gewalt?

Die Wohnung wird als ein Ort beschrieben, der Maja zwar physischen Schutz suggeriert, in Wahrheit aber als kontrollierter "Käfig" fungiert, in dem sie ihrem Mann schutzlos ausgeliefert ist.

Welche Bedeutung hat das Sanatorium am Ende der Geschichte?

Das Sanatorium dient als letzter Fluchtpunkt der Protagonistin, stellt jedoch gleichzeitig eine Form der mentalen Selbstaufgabe und Isolation dar, da sie ihrem Ehemann psychisch nicht mehr standhalten kann.

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Résumé des informations

Titre
Die Analyse der Zusammenhänge von Gewalt in Räumen in Veza Canettis Roman "Die Gelbe Straße"
Sous-titre
Am Beispiel von Maja und Herrn Oger im Kapitel "Der Oger"
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Note
1,3
Auteur
Julia Egner (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
24
N° de catalogue
V451842
ISBN (ebook)
9783668849136
ISBN (Livre)
9783668849143
Langue
allemand
mots-clé
Veza Canetti Die Gelbe Straße Raumanalyse Gewaltanalyse Gewalt Räume Der Oger Wiener Moderne literarischer Raum
Sécurité des produits
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Citation du texte
Julia Egner (Auteur), 2018, Die Analyse der Zusammenhänge von Gewalt in Räumen in Veza Canettis Roman "Die Gelbe Straße", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451842
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Extrait de  24  pages
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