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Untersuchung zum Gefühl des Erhabenen

Eine Verbindung der erhabenen Natur bei Kant, der erhabenen Rhetorik bei Longinos und der Bildsprache der Britischen Romantik am Beispiel von Shelley, Coleridge und Wordsworth

Title: Untersuchung zum Gefühl des Erhabenen

Bachelor Thesis , 2016 , 39 Pages , Grade: 1,30

Autor:in: Felix Jeschonnek (Author)

Philosophy - General Essays, Eras
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Summary Excerpt Details

Zu Beginn der Arbeit werden die Vorgänge im Menschen erläutert, während das Erhabene erlebt wird, um eine Grundlage für die weitere Untersuchung zu schaffen. Somit wird auf den aktiven Einfluss des Menschen auf die Empfindung des Erhabenen eingegangen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung von Erinnerungen und Seelenarbeit, um den eigentlichen Vorgang darzustellen, welcher sich im Menschen vollzieht. Nachdem das Phänomen an sich behandelt wurde, werden seine möglichen Ursachen, unter Zuhilfenahme Kants, betrachtet. Nach dieser allgemeinen Darstellung des Gefühls und der Prozesse im Denken werde ich mithilfe von Longinos‘ Peri Hypsous untersuchen, wie dieses Gefühl willentlich mittels sprachlichen Stils hervorgebracht werden kann. Diese Betrachtung soll die Grundlage bilden für die spätere Untersuchung der ausgewählten Textpassagen.

Wenn beide Perspektiven klar umrissen sind, wird der Versuch unternommen diese mit ausgewählten Gedichten der Britischen Romantik zu versöhnen. In der Romantischen Literatur des 18. Jahrhunderts stehen die Beschreibungen von Landschaften sehr zentral. Deshalb müssen beide Seiten des Erhabenen, die rhetorische und die natürliche, bearbeitet werden. In der Beantwortung der Forschungsfrage werden also beide Seiten des Erhabenen, die künstlerische sowie die natürliche, einander wieder zugeführt, um zu untersuchen, ob sich das Gefühl auf den Leser übertragen kann und ob dies vermittelt durch die Darstellung der Natur im Gedicht oder durch seinen Stil geschieht.

Während es in früheren Zeiten noch leichter war, die ungebändigte Natur zu finden, wird es durch die fortschreitende Urbanisierung, großangelegte landwirtschaftliche Bewirtschaftung oder touristische Nutzung erschwert die ungebeugte, vom Menschen weitgehend unbeeinflusste Natur, und somit die Basis für das Erhabene zu finden. Unter diesen neuen Umständen kann es sich als schwer erweisen die Erhabenheit in seiner unmittelbaren Umwelt zu erleben. Mehr noch; man behandelt ein Phänomen, welches zwar theoretisch verstanden wird, aber nicht mit Herz und Kopf gleichermaßen durchdrungen wird. Diese einseitige Herangehensweise kann schlechtesten Falles eine hölzerne, blutleere Untersuchung des Gegenstands zur Folge haben, ist aber in jedem Falle nicht ganzheitlich. Zumindest aber der Versuch einer ganzheitlichen Bearbeitung der ausgewählten Aspekte sollte Ziel einer jeden wissenschaftlichen Untersuchung sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom Gefühl des Erhabenen

2.1 Die Arbeit der Seele

3. Die Erhabenheit der Natur

3.1 Das Mathematische-Erhabene

3.2 Das Dynamisch-Erhabene

4. Die Erhabenheit der Rhetorik

4.1 Die Lehrbarkeit des Erhabenen Stils

5. Britische Romantik

5.1 Zentrale Motive des Erhabenen in der Britischen Romantik

5.1.1 Obskurität und Übernatürlichkeit

5.1.2 Religion

6. Analyse ausgewählter Textpassagen

6.1 Coleridge – Kubla Khan

6.2 Shelley – Mont Blanc: Lines written in the Vale of Chamouni

6.3 Wordsworth – Lines written a few miles above Tintern Abbey, on revisiting the banks of the Wye during a tour, 13 July 1798

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen dem Natur-Erhabenen, dem Rhetorisch-Erhabenen und der Bildsprache der Britischen Romantik. Ziel ist es zu analysieren, ob das Gefühl des Erhabenen in ausgewählten Gedichten primär durch die Naturdarstellung oder durch sprachliche Gestaltung vermittelt wird und wie dieses Phänomen den menschlichen Erkenntnisprozess beeinflusst.

  • Phänomenologie des Gefühls des Erhabenen
  • Wechselspiel zwischen ästhetischem Schrecken und menschlicher Einbildungskraft
  • Rhetorische Konstruktion von Erhabenheit bei Longinos
  • Romantische Naturauffassung am Beispiel von Coleridge, Shelley und Wordsworth
  • Dialektik von existenzieller Bedrohung und geistiger Erhebung

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Mathematische-Erhabene

Kant erklärt den besonderen Stellenwert, welchen, die im Erhabenen gefundene, Größe eines Gegenstandes einnimmt. Dieser sei „nicht allein groß, sondern schlechthin, absolut, in aller Absicht (über alle Vergleichung) groß, d.i. erhaben.“ Somit könne man „für dasselbe keinen angemessenen Maßstab außer ihm, sondern bloß in ihm“ finden. Mögliche Gegenstände sind Bergmassive, der Himmel, das All oder aber das Meer. Um die Größe des Gegenstandes zu erfassen reiche es also nicht, ihn in ein Verhältnis zu setzen und in der Form mit anderen zu vergleichen, da er sich jedem Vergleich entziehe. Damit ein Gegenstand in die Einbildungskraft aufzunehmen sei, bedürfe es „zwei Handlungen dieses Vermögens: [der] Auffassung und [der] Zusammenfassung“ Die Auffassung sei unendlich und könne der Einbildungskraft immer neue Informationen präsentieren, die Zusammenfassung aber sei begrenzt und könne nicht unendlich fort Aufgefasstes einem geistigen Bild zuordnen.

Die Einbildungskraft könne, mithilfe von Zahlenbegriffen die im Verstande liegen, bis ins Unendliche gehen. Bei ästhetischen Urteilen besteht allerdings ein Größtes, über welches hinaus keine optische Einschätzung mehr möglich ist. Durch das Versagen der Einbildungskraft muss notwendig die Erkenntnisfähigkeit selbst in Frage gestellt werden, wenn in der Welt ein Gegenstand Bestand haben kann, welcher sich der Auffassung durch den Menschen entzieht. Der Gegenstand kann, auch wenn nicht sinnlich erfasst werden, als ein ganzes gedacht werden. Konsequenz dessen ist die Erkenntnis, dass durch das Übersteigen der Einbildungskraft, der Begriff der „Natur auf ein übersinnliches Substrat“ geführt wird, „welches über allen Maßstab der Sinne groß ist und daher […] die Gemütsstimmung desselben als erhaben“ beurteilt werden kann. Dies Resultiert aus der gefühlten Unlust, aus dem Scheitern in Ansehung der formlosen, überlegenen Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Begriff des Erhabenen als furchteinflößende, aber sinnstiftende Empfindung und leitet die Forschungsfrage über die Verbindung von Natur- und rhetorischem Erhabenen ein.

2. Vom Gefühl des Erhabenen: Erläutert die notwendigen Bedingungen beim Rezipienten, wie Empfänglichkeit und Einbildungskraft, die für das Entstehen des Gefühls essentiell sind.

3. Die Erhabenheit der Natur: Analysiert die Einteilung Kants in das mathematische und dynamische Erhabene als Konfrontation mit schrecklicher Macht und absoluter Größe.

4. Die Erhabenheit der Rhetorik: Untersucht Longinos' Konzept des erhabenen Stils und die Frage, ob diese erhabene Wirkung durch sprachliche Mittel gezielt herbeigeführt werden kann.

5. Britische Romantik: Beleuchtet zentrale romantische Motive wie Obskurität, Übernatürlichkeit und Religion, die den Rahmen für die Analyse der Dichter bilden.

6. Analyse ausgewählter Textpassagen: Wendet die erarbeitete Theorie auf spezifische Werke von Coleridge, Shelley und Wordsworth an, um die Vermittlung des Erhabenen nachzuweisen.

7. Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, dass das Erhabene weniger in der Natur selbst, sondern in der menschlichen Natur und der geistigen Verarbeitung liegt.

Schlüsselwörter

Erhabenes, Britische Romantik, Immanuel Kant, Longinos, Einbildungskraft, Naturästhetik, Rhetorik, Coleridge, Shelley, Wordsworth, Seelengröße, Sinnenerfahrung, Transzendenz, Subjektivität, Erhabenheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ästhetische Phänomen des Erhabenen und dessen Vermittlung sowohl in der Natur als auch durch rhetorische und literarische Mittel innerhalb der Epoche der Britischen Romantik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die philosophische Grundlegung des Erhabenen durch Kant und Burke, die antike Rhetorik-Theorie nach Longinos sowie die spezifische Anwendung dieser Konzepte in romantischen Gedichten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, ob das Erhabene in den Texten von Wordsworth, Shelley und Coleridge lediglich eine wiedergegebene Natur-Ästhetik ist oder ob die Gedichte durch ihren spezifischen rhetorischen Stil selbst zu erhabenen Objekten werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bei der philosophische und ästhetische Konzepte auf ausgewählte literarische Textpassagen angewendet werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wirkungsweise aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Gefühls des Erhabenen und dessen Kategorisierung (mathematisch/dynamisch) erarbeitet, gefolgt von einer Untersuchung der rhetorischen Dimension nach Longinos und der romantischen Motivik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören das Erhabene, Britische Romantik, Einbildungskraft, Seelengröße, Naturästhetik, Subjektivität und Transzendenz.

Wie beeinflusst die 'Einbildungskraft' laut der Arbeit das Gefühl des Erhabenen?

Die Arbeit postuliert, dass die Einbildungskraft als aktives Werkzeug fungiert, das unklare oder überwältigende Eindrücke erst in ein geistiges Bild umwandelt, wodurch das Erhabene überhaupt erfahrbar gemacht wird.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem mathematischen und dem dynamischen Erhabenen wichtig?

Die Unterscheidung hilft dabei, die unterschiedlichen Auslöser – entweder eine absolut unvorstellbare Größe (mathematisch) oder eine bedrohliche, unbezwingbare Naturgewalt (dynamisch) – präzise zu identifizieren und ihre jeweilige Wirkung auf das menschliche Gemüt zu verstehen.

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Details

Title
Untersuchung zum Gefühl des Erhabenen
Subtitle
Eine Verbindung der erhabenen Natur bei Kant, der erhabenen Rhetorik bei Longinos und der Bildsprache der Britischen Romantik am Beispiel von Shelley, Coleridge und Wordsworth
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,30
Author
Felix Jeschonnek (Author)
Publication Year
2016
Pages
39
Catalog Number
V451844
ISBN (eBook)
9783668848870
ISBN (Book)
9783668848887
Language
German
Tags
Kant Erhabenheit das Erhabene Romantik Romanticism Longinus Shelley Longinos Coleridge Wordsworth
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Jeschonnek (Author), 2016, Untersuchung zum Gefühl des Erhabenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451844
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