Diese Arbeit befasst sich mit der Fragestellung: Was ist systemische Theorie und Intervention? und geht zunächst auf die wissenschaftliche Vorstellung von Systemen ein. Obgleich die Thematik kein klassischer Bestandteil der (Wirtschafts-)Psychologie ist, hält es der Autor dennoch für unerlässlich ebendiese Systematik zu beleuchten, um im zweiten Schritt Interventionsmöglichkeiten zu klären.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Systemtheorie
2.1. Einführung in die Systemtheorie
2.2. Systemtheorie nach Luhmann
3. Systemische Intervention
3.1. Grundbegriffe
3.1.1. Systemische Therapie und Systemische Beratung
3.1.2. Coaching
3.1.3. Supervision
3.1.4. Mediation
3.2. Beispiele für systemische Interventionen
3.2.1. Systemische Strukturaufstellung
3.2.2. Kritik an der Systemischen Intervention und Evidenz
4. Schlussbemerkung
5. References
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine wissenschaftliche Einführung in die Systemtheorie zu geben und darauf aufbauend verschiedene Möglichkeiten für systemische Interventionen zu erläutern, wobei ein besonderer Fokus auf der Balance zwischen inhaltlicher Tiefe und notwendiger Komplexitätsreduktion liegt.
- Grundlagen und disziplinübergreifende Ansätze der Systemtheorie
- Systemtheoretische Konzepte nach Niklas Luhmann
- Abgrenzung systemischer Interventionsformen wie Therapie, Beratung und Coaching
- Methodik und Phasenverläufe von Mediation und systemischen Strukturaufstellungen
- Kritische Reflexion und evidenzbasierte Betrachtung systemischer Methoden
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Systemische Strukturaufstellung
Unter Systemischer Strukturaufstellung dürfen wir eine Schule im Bereich der systemischen Aufstellung verstehen, die sich der Annahme bedient, dass keine Systeme aufgestellt werden können, sehr wohl jedoch Strukturen. Berücksichtigung findet nicht ausschließlich der Mensch bzw. menschliche Systemelemente, sondern auch abstrakte Elemente, wie Ziele, Ideen und Hürden (Sparrer, 2006). Um im Groben bereits eine Erklärung zu geben, werden hierbei Menschen vom Problembringer in Position zu einander gestellt, die beispielsweise Nähe und Distanz symbolisieren, später erfolgen in weiteren Schritten verschiedene Eigen- und Fremdreflektionen und weitere Schritte. Bevor jedoch der weitere Ablauf und dessen Ideen in diesem Abschnitt weitere Betrachtung finden, soll zunächst auf die Wurzeln eingegangen werden.
Als Entwickler der Systemischen Strukturaufstellung, können die in diesem Abschnitt bereits zitierte deutsche Psychologin und Mathematikerin Insa Sparrer und der deutsche Philosoph, Logiker und Wissenschaftstheoretiker Matthias Varga von Kibéd bezeichnet werden. In deren Grundannahme lassen sich sowohl Aspekte innerer oder interner Systeme als auch externer/äußere Systeme aufstellen.
Systemische Strukturaufstellungen können z. B. bei Firmen eingesetzt werden, um Verbesserungen bei der Organisationsstruktur zu finden und auszuprobieren ("Organisationsentwicklung Zeitschrift für Unternehmensentwicklung und Change Management," 1992). Interne Systeme können beispielsweise Organsysteme oder intrapsychische Phänomene sein. Als Beispiel für externe Systeme können Familien, Organisationen oder Projekte bzw. komplexe Aufträge genannt werden. Somit werden die inneren Bilder der Problembringer oder Klienten über das Stellen der Repräsentanten externalisiert, also von Innen nach Außen zu verlagert und somit auf eine andere Abstraktionsebene gebracht (Wresnik, 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor führt in die Thematik der Systemtheorie ein und erläutert die bewusste Entscheidung zur Komplexitätsreduktion aufgrund des begrenzten Rahmens der Arbeit.
2. Systemtheorie: Dieses Kapitel definiert die interdisziplinäre Betrachtungsweise von Systemen und stellt die spezifischen soziologischen Ansätze von Niklas Luhmann vor.
3. Systemische Intervention: Hier werden grundlegende Anwendungsformen wie Therapie, Beratung, Coaching und Mediation definiert sowie praxisnahe Beispiele der Strukturaufstellung und des Psychodramas analysiert.
4. Schlussbemerkung: Der Autor resümiert den Wert systemischer Methoden für die Praxis und betont die Notwendigkeit von Qualitätsstandards in diesem Berufsfeld.
5. References: Dieses Kapitel enthält das vollständige Literaturverzeichnis der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Luhmann, Systemische Intervention, Systemische Therapie, Beratung, Coaching, Supervision, Mediation, Strukturaufstellung, Psychodrama, Konstruktivismus, Autopoiesis, Kommunikation, Evidenz, Organisationsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Einführung in die Systemtheorie und deren praktische Anwendung in Form von systemischen Interventionsmethoden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen von Systemen, verschiedenen Beratungsformaten und konkreten Aufstellungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen interdisziplinären Überblick über systemische Konzepte zu schaffen und deren praktische Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender systemtheoretischer Modelle und methodischer Ansätze der Interventionsforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung nach Luhmann und eine detaillierte Betrachtung von Interventionsformen wie Mediation und Strukturaufstellung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autopoiesis, systemische Aufstellung, Kommunikation und konstruktivistische Theoriebildung geprägt.
Wie unterscheidet sich Systemische Beratung von Systemischer Therapie?
Systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren mit Fokus auf psychische Störungen, während Beratung nicht auf das Heilen von Krankheiten abzielt.
Was ist die Besonderheit der "Systemischen Strukturaufstellung" nach Sparrer und Varga von Kibéd?
Das Besondere ist die Annahme, dass nicht ganze Systeme, sondern Strukturen externalisiert werden, wobei auch abstrakte Elemente wie Ziele oder Hürden einbezogen werden.
Wie bewertet der Autor die Kritik an systemischen Interventionen?
Der Autor erkennt die Kritik an der fehlenden störungsorientierten Theorie an, unterstreicht jedoch die Bedeutung der Evidenz bei einer Vielzahl von Anwendungsfeldern.
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- Christian Elsenbast (Author), 2018, Eine Kurzeinführung in die Systeme und Systemische Therapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451869