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Motivation und Motivierung im Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterricht

Titel: Motivation und Motivierung im Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterricht

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2018 , 20 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Marion Schwenne (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
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Die Motivation und Motivierung von Lernenden spielen sowohl in der fremdsprachen-didaktischen Forschung als auch in der Unterrichtspraxis selbst eine wichtige Rolle. Unter allen Lernerfaktoren wie Alter, Emotionen, Einstellungen, Sprachlerneignung, Motivation, Lernstil gilt die Motivation der Lernenden als entscheidend für den Erfolg beim Erlernen einer Fremdsprache. Individuelle Unterschiede beim Lernen in ansonsten homogenen Gruppen werden anhand unterschiedlicher Motivationsprofile erklärt.

Unklar ist jedoch, was eigentlich unter Motivation zu verstehen ist. Einig ist man sich in der Fachliteratur darin, dass es sich bei Motivation um ein abstraktes, hochkomplexes, dynamisches und multidimensionales Konstrukt handelt. Während für Kleppin dieses Konstrukt nebulös ist, versteht Dörnyei Motivation als einen umfassenden Sammelbegriff für unterschiedliche Verständnisse von Motivation.

Bis in die neunziger Jahre hinein dominierte in der Motivationsforschung der von Robert Gardner geprägte sozialpsychologische Ansatz, demzufolge Motivation vor allem als ein Bündel von (positiven) Einstellungen und Orientierungen zur Zielsprache und -kultur zu verstehen ist. Auch in der empirischen Erforschung von Motivation der letzten 15 Jahre, der zumeist pädagogische oder kognitionspsychologische Modelle von Motivation zugrunde liegen, geht es hauptsächlich darum, zu bestimmen, was die Beweggründe für das Lernen einer Fremdsprache sind und welche Ausprägung von Motivation Lernerfolg generiert. Weniger im Fokus stand bisher die Frage, wie sich der Faktor Motivation im Laufe des Fremdsprachenlernens selbst wandelt bzw. beeinflussen lässt.

Dies ändert sich jedoch zunehmend, Teile der jüngeren Forschung erweitern den Begriff der Motivation um kognitive und affektive Komponenten und plädieren dafür, „die Bedingungsfaktoren des Fremdsprachenunterrichts stärker schon in den Begriff Motivation einzubeziehen” (Kleppin 2004). Das Interesse richtet sich von der Lernermotivation als Bestimmungsfaktor von Fremdsprachenunterricht weg und hin zur Beeinflussbarkeit der Motivation der Lernenden durch die Unterrichtspraxis selbst. Der Blickwinkel verschiebt sich vom Lernerfaktor Motivation als Voraussetzung für den Erfolg beim Fremdsprachenlernen auf die Entwicklung von Strategien zur Motivierung der Lernenden. In diesem Sinne kann motivierender Unterricht mit gutem Unterricht im Sinne der methodisch-didaktischen Prinzipien gleichgesetzt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Motivation als affektiver Lernerfaktor

3. Motivierung durch Unterricht

a. Lernziele

b. Lernstrategien

c. Umgang mit Angst

d. Lehrverhalten

4. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Motivation im DaF-Unterricht, wobei sie den Fokus sowohl auf lernerinterne Faktoren als auch auf die gezielte Motivierung durch die Unterrichtspraxis legt. Das zentrale Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen methodisch-didaktischen Prinzipien und motivierenden Strategien zu identifizieren, um Lehrkräften praktische Ansätze zur Steigerung der Lernmotivation an die Hand zu geben.

  • Multidimensionales Verständnis des Konstrukts Motivation
  • Unterscheidung zwischen lernerinternen und lernerexternen Motivationsfaktoren
  • Bedeutung von Lernerfolg, Selbstwirksamkeit und Lernerautonomie
  • Einfluss von Lernzielen, Lernstrategien und Lehrverhalten auf die Motivation
  • Umgang mit affektiven Faktoren wie Angst im Fremdsprachenunterricht

Auszug aus dem Buch

3. Motivierung durch Unterricht

Ein grundlegender Faktor bei der Motivierung der Lernenden durch den Unterricht selbst ist der Lernerfolg. Lernerfolg und Motivation hängen eng zusammen: Motivation ist „nicht nur eine Voraussetzung für einen Lernerfolg, sondern kann auch eine Folge davon sein.” (DLL 2.4.2, Teil 4; vgl. auch Riemer 2010: 168) Das Vorhandensein von Erfolg beim Lernen verstärkt die Motivation des Lerners und setzt so eine positive Spirale in Gang. Umgekehrt kann die Abwesenheit von Lernerfolg die Lernmotivation erheblich schwächen (vgl. Riemer 2016: 268; Rost-Roth 2010: 881; Fischer 2005: 38; Grünewald 2001: 241). Wie kann also Unterricht so gestaltet werden, dass Lernprozesse positiv beeinflusst werden, sich also bei möglichst allen Lernern Lernerfolge einstellen?3 Diese Fragestellung verweist direkt auf die zentralen didaktisch-methodischen Lernprinzipien Lernerorientierung, Lernerautonomie und Mehrsprachigkeit (DLL 2, 3.1, Teil 2).

Lernerorientierung berücksichtigt die Lernerfaktoren Alter, Emotionen, Einstellungen, Sprachlerneignung, Motivation und Lernverhalten. Die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Lernenden stehen im Mittelpunkt des Unterrichts (vgl. ebd.; DLL 2, 2.4.2; DLL 4, 1.1.2). Der Individualität der Lernenden wird Rechnung getragen, indem auf besondere Interessen und unterschiedliche Lerntempi eingegangen wird:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Motivationsforschung für den DaF-Unterricht ein und erläutert die motivationale Perspektive des Autors auf Basis der eigenen Unterrichtserfahrungen.

2. Motivation als affektiver Lernerfaktor: Hier werden theoretische Ansätze der Motivationsforschung vorgestellt und Motivation als komplexes, individuelles Konstrukt sowie als persönlichkeitsbezogene Kompetenz definiert.

3. Motivierung durch Unterricht: Das Kapitel untersucht, wie durch gezielte methodisch-didaktische Maßnahmen im Unterricht die Motivation der Lernenden aktiv beeinflusst und gefördert werden kann.

a. Lernziele: Es wird erläutert, wie transparente und von Lernenden akzeptierte Lernziele maßgeblich zur Steigerung der Produktivität und Motivation beitragen.

b. Lernstrategien: Dieser Abschnitt thematisiert die Bedeutung von kognitiven, metakognitiven und affektiven Lernstrategien für den Lernerfolg und die Lernerautonomie.

c. Umgang mit Angst: Es wird analysiert, wie Angst im Unterricht als hemmender oder fördernder Faktor wirkt und durch lernerorientierte Ansätze abgebaut werden kann.

d. Lehrverhalten: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Lehrkraft als Motivator und analysiert, wie das eigene Lehrverhalten kritisch reflektiert und optimiert werden kann.

4. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass Motivation kein statischer Zustand ist, sondern aktiv durch die Gestaltung eines lernerorientierten Unterrichts gefördert werden muss.

Schlüsselwörter

Motivation, Motivierung, DaF-Unterricht, Lernerfolg, Lernerorientierung, Lernerautonomie, Lernstrategien, Selbstwirksamkeit, Fremdsprachenerwerb, Lehrverhalten, affektive Faktoren, Sprechangst, Binnendifferenzierung, Kausalattribution, didaktische Prinzipien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die Rolle der Motivation beim Erlernen von Deutsch als Fremdsprache und untersucht Möglichkeiten, wie Lehrende die Motivation ihrer Lernenden durch gezieltes Unterrichtsverhalten und didaktische Strategien beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören das theoretische Verständnis von Motivation, die Differenzierung zwischen lernerinternen und lernerexternen Einflüssen, die Förderung der Lernerautonomie sowie spezifische Aspekte wie Lernziele und der Umgang mit Angst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu erörtern, wie durch lernerorientierten Unterricht die Motivation generiert und erhalten werden kann, um eine positive Verbindung zwischen Lernprozess und Lernerfolg zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fachlichen Erörterung, die Erkenntnisse aus den DLL-Einheiten (Deutsch Lehren Lernen) mit aktueller Fachliteratur und theoretischen Modellen zur Motivationsforschung verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Betrachtung von Motivation als affektiver Faktor und eine praktische Untersuchung der Motivierung durch den Unterricht, unterteilt in die Bereiche Lernziele, Strategien, Angstmanagement und Lehrverhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Motivation, Lernerorientierung, Lernerautonomie, affektive Lernerfaktoren und didaktisch-methodische Grundprinzipien charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Lernerautonomie für die Motivation?

Laut der Arbeit sind autonomere Lernende per Definition motivierter, da sie Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen und durch eine höhere Eigenbeteiligung die positive Einschätzung ihrer eigenen Selbstwirksamkeit steigern.

Warum wird der Umgang mit Angst als entscheidend angesehen?

Angst kann den Lernerfolg durch Sprechangst oder Prüfungsangst hemmen; daher ist es wichtig, dass Lehrkräfte durch kooperative Lernformen und ein verständnisvolles Lehrverhalten eine Umgebung schaffen, in der Fehler als natürliche Lernanlässe begriffen werden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Motivation und Motivierung im Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterricht
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,2
Autor
Marion Schwenne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V452020
ISBN (eBook)
9783668861695
ISBN (Buch)
9783668861701
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motivation motivierung deutsch fremdsprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marion Schwenne (Autor:in), 2018, Motivation und Motivierung im Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452020
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Leseprobe aus  20  Seiten
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