In dieser Arbeit werde ich den Kannibalismus an zwei realen Fällen besprechen - einen Fall aus Deutschland und einen aus den USA. Hier werde ich den Fall erläutern und die uns, durch Medien bekannten Hintergründe darlegen. Anschließend werde ich den allgemeinen Kannibalismus aus juristischer Sicht bearbeiten - Mord, Totschlag oder Tötung auf Verlangen? Der Kannibalismus lässt die Juristen und das Strafrecht auf die Probe stellen. Daraufhin werde ich auf unsere Gesellschaft eingehen und die Frage, was Normalität eigentlich ist und wer sie bestimmt.
Wirft man einen Blick ins Tierreich, so ist Kannibalismus häufig vertreten und wird nicht wirklich als abnormales Handeln betitelt. Kannibalismus wird als das „Aufessen von Artgenossen“ definiert. Dass wir uns von den Tieren unterscheiden ist bekannt - vor allem unterscheiden wir uns durch das Vorhandensein eines Gewissens. Ist das aber der einzige Grund wieso der Kannibalismus unter Menschen im Gegensatz zum Tierreich so abnormal ist?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kannibalismus in unserer Gesellschaft - mögliche Ursachen und Hintergründe
2.1.Kannibale von Rotenburg
2.2. Kannibale von Milwaukee
2.3. Formen des Kannibalismus
3. Bloße Ansichtssache
3.1. Juristische Sicht
3.2. (Ab)Normal
4. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende
5. Quellenangabe.
5.1. Literaturangabe
5.2. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen Kannibalismus im Kontext gesellschaftlicher Normen, um zu verstehen, warum dieses Verhalten als abnormal eingestuft wird und welche Faktoren zur Definition von Normalität beitragen.
- Analyse realer Kriminalfälle (Armin Meiwes und Jeffrey Dahmer)
- Psychologische und soziologische Ursachenforschung
- Rechtliche Einordnung von Kannibalismus im deutschen Strafrecht
- Untersuchung von Formen des Kannibalismus (magisch, fetischistisch, psychiatrisch)
- Philosophische Reflexion über die Konstruktion von gesellschaftlicher Normalität
Auszug aus dem Buch
2.1. Kannibale von Rotenburg
Armin Meiwes, besser bekannt unter dem Namen „der Kannibale von Rotenburg“ wurde am 1. Dezember 1961 in Essen geboren. Meiwes’ Lebenslauf ist unauffällig. Nach seiner Schulzeit zog er mit seiner Mutter nach Rotenburg. Bis dato hatte er die dritte Scheidung miterlebt und wuchs somit ohne Vaterfigur auf. Er diente 12 Jahre als Zeitsoldat und beendete seinen Dienst als Oberfeldwebel. Sein Interesse zu Computern führte ihn schließlich zur Bank, wo er nach seinem Dienst als Soldat arbeitete. „Nachbarn und Kollegen beschreiben ihn als nett, kinderlieb und hilfsbereit.“17. Meiwes’ Mutter hatte seit seiner frühen Kindheit eine entscheidende Rolle. Laut seiner Mitsoldaten und späteren Bekanntschaften kam seine Mutter zu Festivitäten oder zu Rendezvous immer mit - auch wenn sie sich im Hintergrund aufhielt. Schon als Achtjähriger habe sich Armin Meiwes vorgestellt, wie es wäre junge Männer zu schlachten und sich diese einzuverleiben. Blond und schmal sollten sie sein, so zumindest in seiner Vorstellung. In seinen Gedanken spielte sich immer das selbe Szenario ab: ein Mann zieht sich aus. Meiwes markiert die Stellen, an welchen er den Körper aufschneiden wird. Anschließend hängt er den leblosen Körper an einem Flaschenzug auf, entweidet und zerstückelt diesen in fachgerechte Stücke. Doch bis zum Aufessen komme er gar nicht in seiner Fantasie, weil er schon beim Aufschlitzen des Bauches einen Orgasmus habe, so Meiwes (Vgl. 20). Was bis dahin nur in seiner Fantasie geschah, sollte allerdings bald in die Wirklichkeit umgesetzt werden. 1996 ging er das erste Mal ins Internet und eröffnete ein Portal für Gleichgesinnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ambivalente Faszination sowie den Abscheu gegenüber dem Thema Kannibalismus und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Definition von Normalität.
2. Kannibalismus in unserer Gesellschaft - mögliche Ursachen und Hintergründe: Dieses Kapitel analysiert anhand der Fälle von Armin Meiwes und Jeffrey Dahmer die Hintergründe sowie verschiedene Formen des Kannibalismus, wie den magischen oder fetischistischen Kontext.
3. Bloße Ansichtssache: Hier erfolgt eine juristische Einordnung des Kannibalismus im deutschen Rechtssystem sowie eine soziologische Reflexion über das Konstrukt von Normalität und gesellschaftlichen Normen.
4. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnis zusammen, dass Normalität ein gesellschaftliches Konstrukt ist, das auf Gewöhnung und Effektivität basiert.
5. Quellenangabe.: Dieses Kapitel umfasst das vollständige Literatur- und Internetverzeichnis der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Kannibalismus, Normalität, Armin Meiwes, Jeffrey Dahmer, Kriminalistik, Straftat, Psychologie, Gesellschaftsnormen, Fetischismus, Soziologie, Rechtswissenschaft, Mord, Tabu, Abnormität, Menschenfleisch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Einordnung von Kannibalismus und der Frage, warum dieses Phänomen als Inbegriff des Abnormalen betrachtet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die psychologische Analyse von Straftätern, die juristische Auseinandersetzung mit Kannibalismus und die soziologische Betrachtung von Normen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, die Definition von Normalität kritisch zu hinterfragen und zu verdeutlichen, dass gesellschaftliche Normen menschliches Verhalten und dessen Bewertung maßgeblich konstruieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Fallstudien-Methode, indem sie reale Kriminalfälle analysiert und diese theoretisch in den Kontext von Soziologie und Rechtswissenschaft einbettet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Biografien und Tatmotive von Armin Meiwes und Jeffrey Dahmer detailliert dargelegt, gefolgt von einer juristischen Prüfung und einer philosophischen Reflexion über Normalität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kannibalismus, Normalität, gesellschaftliches Tabu, Rechtswissenschaft und psychologische Störungen charakterisiert.
Warum wird der psychiatrische Kannibalismus von der gesellschaftlichen Bewertung ausgeklammert?
Der Autor schließt diesen explizit aus, da bei psychisch kranken Tätern das Verhalten durch eine medizinische Pathologie bestimmt wird und nicht als Resultat gesellschaftlicher Konventionen oder Abwägungen gelten kann.
Welche Rolle spielte die Kindheit bei den Tätern?
In beiden Fällen werden familiäre Probleme, Einsamkeit und das Fehlen stabiler Bezugspersonen als prägende Faktoren für die spätere Entwicklung kannibalistischer Fantasien angeführt.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Gesellschaft?
Die Gesellschaft wird als Konstrukteur von Normen gesehen, wobei Normalität als ein "Gehäuse" oder eine "Gewöhnungssache" interpretiert wird, die sich ändern kann.
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- Laura Winter (Author), 2018, Mensch medium rare. Über die (Ab)Normalität des Kannibalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452037