Organisationen greifen zunehmend auf das Instrument des Coachings für Personalentwicklung und Führung zurück. Der steigende Bedarf und die hohen Erwartungen bezüglich der Erfolge des Coachings verlangen schließlich, dass sich Coaching stetig weiterentwickelt und an verschiedene Gegebenheiten anpasst. Entsprechend beschäftigt sich die Wissenschaft intensiv mit diesem Thema. Neben dem konkreten Coachingprozess, verschiedenen Anwendungsgebieten oder den spezifischen Methoden, interessiert dabei auch das theoretische Fundament des Coachings und seiner Herangehensweisen.
Diese Arbeit widmet sich auf theoretischer Ebene einem konkreten Ansatz des Coachings, der in den vergangenen Jahren vergleichsweise wenig Beachtung gefunden hat. Sie stellt die Frage: Was ist psychodynamisches Coaching? Da der Fokus der Arbeit streng auf die Beantwortung dieser Frage gerichtet ist, bleiben allgemeine Betrachtungen des Coachings unberücksichtigt. Erarbeitet werden hingegen die konkreten Grundlagen des psychodynamischen Blickwinkels sowie das sich hieraus ergebende Coachingverständnis und anknüpfende Methoden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Zentrale Fragestellung
- 1.2 Aufbau der Arbeit
- 1.3 Definitionen
- 1.3.1 Zur Psychodynamik
- 1.3.2 Zum Coachingbegriff
- 2 Die Psychoanalyse als Referenztheorie
- 2.1 Kurzer historischer Abriss der Psychoanalyse
- 2.2 Bewusstes - Vorbewusstes - Unbewusstes
- 2.3 Abwehrmechanismen
- 2.3.1 Verdrängung
- 2.3.2 Identifikation
- 2.4 Widerstand
- 2.5 Übertragung und Gegenübertragung
- 3 Psychodynamischer Zugang zum Coaching
- 3.1 Grundannahmen
- 3.2 Anforderungen an den Coach
- 3.3 Zielsetzung
- 4 Methodische Ansätze des psychodynamischen Coachings
- 4.1 Assoziieren
- 4.2 Containment
- 4.3 Szenisches Verstehen
- 4.4 Rollenanalyse
- 5 Kurze Diskussion des psychodynamischen Coachings
- 6 Abschließende Bemerkungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem psychodynamischen Coaching und untersucht dessen theoretische Grundlagen, Ziele und Methoden. Das Ziel ist es, ein Verständnis für diesen Ansatz zu entwickeln und seine Besonderheiten im Vergleich zu anderen Coachingformen herauszustellen.
- Die Bedeutung des Unbewussten im Coachingprozess
- Die psychoanalytischen Wurzeln des psychodynamischen Coachings
- Die Rolle von Abwehrmechanismen und Widerstand im Coaching
- Die Bedeutung von Übertragung und Gegenübertragung
- Methodische Ansätze des psychodynamischen Coachings
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung: Dieses Kapitel stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor, die sich mit der Definition und den Grundlagen des psychodynamischen Coachings beschäftigt. Es werden zudem die zentralen Begriffe Psychodynamik und Coaching erläutert und die Struktur der Arbeit vorgestellt.
- Kapitel 2: Die Psychoanalyse als Referenztheorie: In diesem Kapitel wird die Psychoanalyse als theoretische Grundlage des psychodynamischen Coachings vorgestellt. Es werden die Kernkonzepte der Psychoanalyse wie das Bewusste und Unbewusste, Abwehrmechanismen, Widerstand, Übertragung und Gegenübertragung beleuchtet.
- Kapitel 3: Psychodynamischer Zugang zum Coaching: Dieses Kapitel untersucht die Grundannahmen, Ziele und Anforderungen an den Coach im psychodynamischen Coaching. Es werden die besonderen Merkmale dieses Ansatzes im Vergleich zu anderen Coachingformen hervorgehoben.
- Kapitel 4: Methodische Ansätze des psychodynamischen Coachings: In diesem Kapitel werden verschiedene methodische Ansätze des psychodynamischen Coachings vorgestellt, wie z.B. Assoziieren, Containment, szenisches Verstehen und Rollenanalyse.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit dem psychodynamischen Coaching und verwendet daher Schlüsselwörter aus der Psychoanalyse und dem Coachingbereich, wie z.B. Unbewusstes, Abwehrmechanismen, Widerstand, Übertragung, Gegenübertragung, Containment, szenisches Verstehen und Rollenanalyse. Diese Begriffe spiegeln die zentralen Themen und Konzepte des psychodynamischen Coachingansatzes wider.
Häufig gestellte Fragen
Was ist psychodynamisches Coaching?
Psychodynamisches Coaching ist ein Beratungsansatz, der auf der Psychoanalyse basiert und unbewusste Prozesse, innere Konflikte sowie Beziehungsmuster im Arbeitskontext beleuchtet.
Welche Rolle spielt das Unbewusste im Coaching?
Es wird davon ausgegangen, dass unbewusste Wünsche, Ängste und Abwehrmechanismen das Verhalten und die Entscheidungsfindung von Führungskräften maßgeblich beeinflussen.
Was versteht man unter Übertragung und Gegenübertragung?
Übertragung bedeutet, dass der Klient Gefühle gegenüber früheren Bezugspersonen auf den Coach projiziert. Gegenübertragung sind die emotionalen Reaktionen des Coaches auf den Klienten, die als Analysewerkzeug dienen.
Was ist „Containment“ im Coaching-Prozess?
Containment bezeichnet die Fähigkeit des Coaches, schwierige Emotionen oder Spannungen des Klienten aufzunehmen, zu „halten“ und in einer verarbeitbaren Form zurückzugeben.
Was ist das Ziel einer psychodynamischen Rollenanalyse?
Ziel ist es, die Verknüpfung zwischen der Person, ihrer Funktion in der Organisation und den damit verbundenen bewussten und unbewussten Erwartungen zu klären.
Wie unterscheidet sich dieser Ansatz von verhaltensorientiertem Coaching?
Während verhaltensorientiertes Coaching direkt an sichtbaren Handlungen arbeitet, sucht der psychodynamische Ansatz nach den tieferliegenden Ursachen und Motiven für das Verhalten.
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- Carolyn Sendler (Autor), 2018, Psychodynamisches Coaching. Voraussetzungen, Grundannahmen und methodische Ansätze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452169