Off-Balance-Sheet-Finanzierungen im Konzernabschluss


Seminararbeit, 2005
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Grundzüge des Off-Balance-Sheet-Financing
2.1 Begriff
2.2 Instrumente
2.3 Auswirkungen auf das Konzernabschlussbild

3 Off-Balance-Sheet-Financing mit Hilfe von Special Purpose Entities
3.1 Grundlagen
3.2 Ausprägungen
3.2.1 Leasingobjektgesellschaften
3.2.2 Asset-Backed-Securities-Transaktionen
3.3 Motive zur Gründung
3.4 Konsolidierung nach HGB und IFRS
3.4.1 Die Einbeziehung von Special Purpose Entities in den Konsolidierungskreis nach HGB
3.4.2 Die Einbeziehung von Special Purpose Entities in den Konsolidierungskreis nach IFRS

4 Die Praxis des Off-Balance-Sheet-Financing am Beispiel einer Leasingobjektgesellschaft
4.1 Aufbau einer Leasingobjektgesellschaft
4.2 Beispiel

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Grundstruktur von Special Purpose Entities

Abb. 2: Eine SPE am Beispiel einer Leasingobjektgesellschaft

1 Problemstellung

Die Finanzierungslandschaft in Deutschland befindet sich seit einigen Jahren im Umbruch. Nicht zuletzt wegen der neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung[1], welche eine restriktivere Kreditvergabe der Banken zur Folge hat, sind viele Unternehmen auf alternative Finanzierungsformen angewiesen. Verstärkt wird diese Tendenz durch die schleppende konjunkturelle Entwicklung der letzten Jahre, welche das Investitionsklima zusätzlich abgeschwächt hat.

Als besonders attraktiv erweisen sich solche Finanzierungsformen, welche sich nicht in der Bilanz niederschlagen (Off-Balance-Sheet). Dadurch ist eine Kapitalbeschaffung bei gleichzeitiger Schonung wichtiger Bilanzstrukturkennzahlen und somit die Optimierung der Kapitalkosten möglich. So entwickelte sich bspw. der Leasingmarkt in den letzten Jahren konstant äußerst dynamisch und erreichte 2004 einen Rekordanteil von 18,6 % an den Gesamtinvestitionen in Deutschland (2003: 18,0 %).[2] Das Volumen der Neuemissionen in Verbindung mit ABS-Transaktionen verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 39 Mrd. US-$.[3] Diese Beispiele bestätigen eine Umfrage aus dem April 2003, nach welcher 64 % der 500 befragten Unternehmen das Hinzuziehen neuer Finanzierungsformen planen.[4]

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Struktur ausgewählter Off-Balance-Sheet Finanzierungsinstrumente und deren wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernabschlussbild.

2 Grundzüge des Off-Balance-Sheet-Financing

2.1 Begriff

Weder in der deutschen noch in den internationalen Rechnungslegungsvorschriften ist eine konkrete Definition des Begriffs der Off-Balance-Sheet Finanzierung zu finden. Dagegen gibt es in der Literatur etliche Definitionen von welchen diejenige von Kieso/ Weygandt am prägnantesten ist: „Off-balance-sheet financing is an attempt to borrow monies in such a way that the obligations are not recorded“[5].

Allen Off-Balance-Sheet-Strukturen ist gemein, dass das die Finanzierungsmaßnahme durchführende Unternehmen mit frei einsetzbarem Kapital ausgestattet wird, welches sich nicht auf den Verschuldungsgrad[6] des Unternehmens auswirkt, folglich bilanzneutral ist. Daneben entsteht dem Unternehmen eine der klassischen Kreditfinanzierung ähnliche Belastung.[7]

2.2 Instrumente

Die bekannteste und am weitesten verbreitete Off-Balance-Sheet Finanzierungsmethode auf Ebene des Einzelabschlusses ist zweifelsohne das Leasing. Aber auch die Verbriefung von Vermögensgegenständen (Asset-Backed-Securities-Transaktionen) erfreut sich steigender Beliebtheit. Daneben werden auf Konzernebene immer häufiger Objektgesellschaften in den unterschiedlichsten Gestaltungsformen eingesetzt. Am weitesten verbreitet ist deren Einsatz bei Leasingvereinbarungen und ABS-Transaktionen.[8] Daneben gehören auch Projektfinanzierungen und Spezialfonds zu den Anwendungsbereichen dieser Gestaltungen.

2.3 Auswirkungen auf das Konzernabschlussbild

Die Auswirkungen auf die Konzernbilanz sind je nach Art der Finanzierungsmethode unterschiedlich. Allen gemeinsam ist, dass durch den faktisch ohne Bilanzberührung erreichten Mittelzufluss die Bilanzstruktur deutlich verbessert wird. Kennzahlen, welche sich bei bilanzwirksamen Finanzierungsformen verschlechtern, werden durch den off-balance Charakter nicht beeinflusst, andere verbessern sich sogar. So führt der bilanzverkürzende Effekt der Finanzierungsmaßnahmen zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquote und Steigerung der Gesamtkapitalrentabiliät.

Voraussetzung für die Bilanzneutralität auf Konzernebene ist der Ausschluss der Objektgesellschaft aus dem Konsolidierungskreis des betrachteten Unternehmens.

3 Off-Balance-Sheet-Financing mit Hilfe von Special Purpose Entities

3.1 Grundlagen

Wie der Begriff der Objektgesellschaft oder SPE[9] nahe legt, erfolgt die Gründung solcher Gesellschaften zu dem alleinigen Zweck, zuvor konkret festgelegte Aufgaben wahrzunehmen. Die Lebenszeit der SPE ist zeitlich begrenzt und endet in der Regel mit der Erfüllung dieser Aufgaben.

Nach der Gründung einer Einzweckgesellschaft überträgt das initiierende Unternehmen[10] Vermögensgegenstände auf die SPE, erhält das Recht zur Nutzung von Vermögenswerten der SPE oder erbringt Dienstleistungen für die SPE. Die Gründung erfolgt dabei üblicherweise durch dritte Gesellschafter, welche in keiner Verbindung zu dem begünstigten Unternehmen stehen. In der Praxis unterscheidet man zwischen originärem und rein profitorientiertem Interesse bei der Gründung einer SPE. Gesellschafter mit tatsächlichem Interesse am Geschäftszweck der SPE finden sich etwa bei Projektfinanzierungen, bei denen die SPE die bilanzneutrale Fremdmittelbeschaffung für sonst nicht finanzierbare Megainvestitionen stellvertretend für mehrere beteiligte Unternehmen übernimmt. Häufiger ist jedoch der zweite Fall, bei dem sich Finanzdienstleistungsinstitute (z.B. Banken oder Leasinggesellschaften) für die Gründung der SPE eine Provision entrichten lassen.[11]

Der Sponsor der SPE selbst hat, mit dem Hintergrund der Verhinderung einer Einbeziehung der SPE in den Konsolidierungskreis, lediglich eine sehr geringe oder gar keine gesellschaftsrechtliche Beteiligung an der Zweckgesellschaft.[12] Die SPE weist jedoch eine starke wirtschaftliche Abhängigkeit zum Gründer-Unternehmen auf, da alle Transaktionen im Sinne des Initiators durchgeführt werden.

Die Entscheidungsfreiheit der an der SPE beteiligten Gesellschafter und somit stimmberechtigten Anteilseigner ist je nach gewählter Gesellschaftsform in der Regel durch detaillierte Gesellschaftsverträge, Satzungen oder ähnliche Vereinbarungen weitestgehend eingeschränkt oder ganz ausgeschaltet. So sind alle während der Geschäftstätigkeit durch die Geschäftsführer und Gesellschafter vorzunehmenden Entscheidungen bereits im Vorfeld geregelt, man bezeichnet die Führung der SPE als Autopiloten[13]. Bei der Wahl der Rechtsform haben die Unternehmen freie Hand, möglich sind u.a. SPEs als Kapital-, Personen- oder Treuhandgesellschaften sowie in Form von Stiftungen und Gemeinschaftsunternehmen.

Auch die Kapitalausstattung der SPE erfolgt fast ausschließlich durch Dritte. Falls eine Beteiligung des Initiators vorliegt, dann ausschließlich in geringem Maße am Eigenkapital. Betrachtet man die Relation von Eigen- und Fremdkapital, so ist festzustellen, dass die Eigenkapitalausstattung meist auf das gesetzlich vorgeschriebene Mindestkapital beschränkt und somit wirtschaftlich bedeutungslos ist. Die SPEs refinanzieren sich demzufolge i.d.R. bei Fremdkapitalgebern. Um deren Kreditrisiken zu minimieren bzw. Kreditsicherheit zu garantieren, werden die SPEs wenn möglich so strukturiert, dass der von ihnen generierte Cash Flow für den Kapitaldienst an die Investoren ausreicht.[14] Sollte dies nicht genügen, stellt üblicherweise der Initiator weitere Kreditsicherheiten zur Verfügung. Somit hat bei einem Ausfall der Zahlungsfähigkeit der SPE im Zweifel der Initiator, also das durch die SPE begünstigte Unternehmen, für die Rückzahlung des zur Verfügung gestellten Kapitals aufzukommen.

[...]


[1] Banken müssen den Kreditnehmer vor und während der Kreditvergabe einem Rating unterziehen. Dieses spiegelt die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit des Kreditnehmers wider, welche die Kreditkonditionen bestimmt.

[2] Vgl. Deutsche Leasing (2005)

[3] Vgl. Müller (2003)

[4] Vgl. Siemens Financial Services/ F.A.Z. Institut (2003) In: Steiner/ Mader/ Starbatty (2003), S. 519.

[5] Kieso/Weygandt (1998), S. 719, zitiert nach Brakensiek (2001), S. 6.

[6] Bilanzkennzahl, die sich aus dem Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital berechnet.

[7] Vgl. Brakensiek (2001), S. 7 f.

[8] Vgl. Kustner (2004), S. 308.

[9] Weitere Übersetzungen für den Begriff der special purpose entities sind (Ein)Zweckgesellschaft oder Sonderzweckgesellschaft. Ein englisches Synonym ist der Terminus special purpose vehicle (SPV).

[10] In der einschlägigen Literatur auch Initiator oder Sponsor genannt.

[11] Vgl. Brakensiek (2001), S. 303 f.

[12] Vgl. Brakensiek/ Küting (2002), S. 209.

[13] Vgl. SIC-12.1.

[14] Vgl. Brakensiek/ Küting (2002), S. 210.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Off-Balance-Sheet-Finanzierungen im Konzernabschluss
Hochschule
Hochschule Pforzheim  (Controlling, Finanz- und Rechnungswesen)
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V45218
ISBN (eBook)
9783638426565
Dateigröße
606 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Off-Balance-Sheet-Finanzierungen, Konzernabschluss
Arbeit zitieren
Christian Maier (Autor), 2005, Off-Balance-Sheet-Finanzierungen im Konzernabschluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45218

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