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Judenverfolgung in Kroatien. Italien als Retter der dalmatinischen Juden

Titel: Judenverfolgung in Kroatien. Italien als Retter der dalmatinischen Juden

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jonas Wohlbold (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Schicksal der Juden in Kroatien. Dabei soll insbesondere das Leben jener Juden beleuchtet werden, die in den von Italien annektierten Gebieten des Landes lebten.

Ziel dieser Arbeit ist es, besonders die Unterschiede der beiden im Land herrschenden Regime im Umgang mit den Juden herauszustellen. Im Gegensatz zu Italien, wo eine humane Lösung des Judenproblems angestrebt wurde, war die Ustascha - mit Unterstützung des NS-Regimes - gewillt, alle Juden des Landes zu ermorden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

2. Geschichte der Juden in Jugoslawien

3. Der Unabhängige Staat Kroatien

3.1 Die Ustascha und dessen Führer Ante Pavelic´

3.2 Die italienischen Besatzungszonen

3.2.1 Regierung

4. Faschismus und die Juden

4.1 Mussolinis Haltung

5. Judenverfolgung in Dalmatien

5.1 Judenverfolgung im unabhängigen Staat Kroatien

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Schicksal der Juden in den von Italien annektierten Gebieten Kroatiens während des Zweiten Weltkriegs. Dabei wird analysiert, inwieweit das ambivalente Verhalten Italiens, das sich den deutschen Forderungen nach Auslieferung der Juden widersetzte, eine gezielte Schutzfunktion darstellte und inwiefern Italien als Retter der dalmatinischen Juden betrachtet werden kann.

  • Die historische Rolle der Ustascha-Bewegung und deren Terrorsystem in Kroatien.
  • Die widersprüchliche Haltung des italienischen Faschismus gegenüber der Judenfrage.
  • Die spezifische Situation in den italienischen Besatzungszonen und die Rolle der italienischen Militärführung.
  • Der Vergleich zwischen der kroatischen Vernichtungspolitik und der italienischen Besatzungspolitik.
  • Die Analyse der humanitären und politischen Motive hinter der italienischen Nicht-Auslieferung von Juden.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die italienischen Besatzungszonen

Das kroatische Besatzungsgebiet der Italiener wurde von ihnen in drei Zonen unterteilt. Dabei bildeten die von Italien annektierten Teile der dalmatinischen Küste und die dazugehörigen Adriainseln die erste Zone. Dieser folgte das, aufgrund der römischen Protokolle entmilitarisierte Küstengebiet, welches zur Zone II ernannt wurde. Die Zone III bildete das ostwärts anschließende Territorium bis zur Demarkationslinie. Sowohl in der zweiten, als auch der dritten Zone, wurde die zivile Gewalt zunächst dem kroatischen Staat überlassen. Im September 1941 übernahm jedoch die italienische Armee die administrativen Aufgaben in Zone II, während sie sich in der dritten Zone lediglich auf die Kontrolle strategischer Punkte beschränkte. Im Sommer 1942 zogen die Italiener sich dann vollständig aus der Zone III zurück und hielten ab diesem Zeitpunkt auch nur noch wenige Stützpunkte in der zweiten Zone aufrecht. Im Gegensatz zu den Deutschen kontrollierten die Italiener auch das Fernmeldewesen und die Eisenbahn. Darüber hinaus untersagten sie ihrem kroatischen Partner das Betreiben einer Kriegsmarine

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung: Die Einleitung thematisiert das Ausmaß des Holocaust im Zweiten Weltkrieg und führt in die Fragestellung ein, inwieweit Italien in den besetzten Gebieten Kroatiens als Retter für die jüdische Bevölkerung fungierte.

2. Geschichte der Juden in Jugoslawien: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung und Diversität der jüdischen Gemeinden in der Region vor und während der Zwischenkriegszeit sowie den wachsenden Antisemitismus ab den 1930er Jahren.

3. Der Unabhängige Staat Kroatien: Es wird die Zerschlagung Jugoslawiens durch die Achsenmächte beschrieben sowie die Einsetzung der radikalnationalistischen Ustascha-Bewegung unter Ante Pavelic´ zur Machtausübung.

4. Faschismus und die Juden: Dieses Kapitel untersucht die ideologische Haltung des italienischen Faschismus zum Judentum und die opportunistische Entwicklung der Haltung Mussolinis im Kontext seiner Machtpolitik.

5. Judenverfolgung in Dalmatien: Der Fokus liegt hier auf dem Widerstand der italienischen Militärführung gegen deutsche Forderungen zur Auslieferung von Juden und der daraus resultierenden Schutzfunktion in den besetzten Gebieten.

6. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Italien trotz eigener Kriegsverbrechen eine Rettungsrolle für zahlreiche kroatische Juden einnahm, motiviert durch sowohl humanitäre Überlegungen als auch politische Eigeninteressen.

Schlüsselwörter

Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Ustascha, Italien, Kroatien, Dalmatien, Judenverfolgung, Ante Pavelic´, Benito Mussolini, Besatzungszonen, Antisemitismus, NS-Regime, Schutzmacht, Genozid, Faschismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Situation der jüdischen Bevölkerung in den italienisch besetzten Gebieten Kroatiens während des Zweiten Weltkriegs und bewertet die Schutzfunktion Italiens gegenüber der jüdischen Bevölkerung im Vergleich zur radikalen Vernichtungspolitik des Ustascha-Regimes.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Etablierung des Unabhängigen Staates Kroatien, das Wirken der Ustascha-Bewegung, die ambivalente Haltung des italienischen Faschismus gegenüber dem Judentum und die geopolitischen Interessen Italiens im Balkanraum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, warum Italien trotz seiner faschistischen Ideologie und Bündnispolitik mit NS-Deutschland die Auslieferung von Juden in den besetzten Gebieten verweigerte und ob das Handeln der italienischen Besatzer als gezielte Rettungsaktion gewertet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Hausarbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, diplomatischer Dokumente und relevanter geschichtswissenschaftlicher Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die historische Genese der Ustascha-Regierung, die Verwaltung der italienischen Besatzungszonen, die rassistische Gesetzgebung im Unabhängigen Staat Kroatien sowie das Spannungsfeld zwischen deutschen Auslieferungsforderungen und dem italienischen Widerstand.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Ustascha-Terror, italienische Schutzmacht, dalmatinische Juden, kroatische Judenpolitik, Faschismus und die politische Ambivalenz der Achsenmächte.

Warum leistete Italien in Dalmatien Widerstand gegen die Auslieferung von Juden?

Der Widerstand war eine Mischung aus humanitären Motiven der Befehlshaber vor Ort, der Wahrung militärischer Souveränität sowie dem strategischen Interesse, den eigenen Einflussbereich gegenüber den deutschen und kroatischen Bestrebungen zu behaupten.

Welche Rolle spielte die Ustascha bei der Judenverfolgung?

Die Ustascha-Bewegung unter Ante Pavelic´ verfolgte eine radikale Vernichtungspolitik, die auf der rassistischen Ideologie des NS-Regimes basierte und zu Deportationen, Internierungen in Konzentrationslagern und systematischer Ermordung der jüdischen sowie serbischen Bevölkerung führte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Judenverfolgung in Kroatien. Italien als Retter der dalmatinischen Juden
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Proseminar: Jüdische Gemeinden, Lebenswelten und Biographien in und aus Südosteuropa
Note
2,0
Autor
Jonas Wohlbold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
16
Katalognummer
V452216
ISBN (eBook)
9783668894037
ISBN (Buch)
9783668894044
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ustascha Italien als Retter der Juden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonas Wohlbold (Autor:in), 2018, Judenverfolgung in Kroatien. Italien als Retter der dalmatinischen Juden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452216
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Leseprobe aus  16  Seiten
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