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Prozessmanagement in deutschen Akutkrankenhäusern. Über die Zukunft der Prozessoptimierung beim Belegungsmanagement

Zur Wettbewerbsfähigkeit deutscher Krankenhäuser

Title: Prozessmanagement in deutschen Akutkrankenhäusern. Über die Zukunft der Prozessoptimierung beim Belegungsmanagement

Bachelor Thesis , 2009 , 45 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Benjamin Spieß (Author)

Health - Public Health
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit zeigt, dass ein Belegungsmanagement erst seit kurzem für Krankenhäuser attraktiv ist. Daher ist anzunehmen, dass sich diese Attraktivität in Zukunft weiter steigern wird und sich rein mengenmäßig immer mehr Akutkrankenhäuser mit der Umstrukturierung der Bettenbelegung auseinandersetzen werden. Die Reorganisation des Belegungswesens ist dabei wohl nur ein Bereich, in dem Krankenhäuser Management-Formen einführen. Der OP als Organ für zusätzliches Managementpotential wird in der vorliegenden Arbeit kurz angesprochen. Neuaufteilungen von personellen Zuständigkeiten für die Ablaufprozesse werden die Personalstruktur in Krankenhäusern vermutlich genauso verändern wie als Profit-Center eingerichtete Abteilungen die Aufbaustruktur.

Krankenhäuser sehen sich einem großen Kostendruck und hartem Wettbewerb untereinander ausgesetzt. Sofern sie in den Krankenhausplänen der Bundesländer eingetragen oder Universitätskliniken sind, haben sie Anspruch auf öffentliche Gelder zur Investitionsförderung. Darüber hinaus unterliegen sie der pauschalierten DRG-Vergütung für stationäre Fälle. Da sie sich auf einem streng regulierten Markt bewegen, können sie sich nur hinsichtlich der Kosten und der Qualität ihrer Leistungen voneinander unterscheiden. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen auf dem Krankenhausmarkt, der von Kapazitätsabbau, Privatisierungen und Umstellungen in der Finanzierung geprägt ist, suchen sie daher nach Maßnahmen, um effizienter und effektiver arbeiten und gleichzeitig eine konstant hohe Behandlungsqualität gewährleisten zu können.

Anhand von Management-Methoden restrukturieren Akutkrankenhäuser ihre Ablaufprozesse und entwickeln so ein Prozessmanagement für den gesamten Patientendurchlauf durch die Organisation Akutkrankenhaus. Zur Sicherung der Qualität gibt es Modelle, die den Ist-Stand einer einzelnen Einrichtung hinsichtlich ihrer Prozessqualität bestimmen. Dieser Wert kann beispielsweise in Relation zu anderen Häusern gesetzt werden. Daran können Akutkrankenhäuser ihre eigenen Leistungen und Zielsetzungen überprüfen und Veränderungen an ihnen vornehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krankenhäuser auf dem deutschen Gesundheitsmarkt

3. Aktuelle Situation des deutschen Krankenhauswesens: Die Faktoren Kapazitäten, Trägerschaft und Finanzierung

3.1 Kapazitätsabbau und -auslastung

3.2 Trägerschaft

3.3 Krankenhausfinanzierung

3.3.1 Investitionskosten

3.3.2 Diagnosis Related Groups

4. Prozessmanagement aus betriebswirtschaftlicher Sicht

4.1 Aufbau- und Ablauforganisation

4.2 Betriebliche Produktionsprozesse

4.3 Planung unter Unsicherheit

4.4 Prozessoptimierung

5. Qualität von Prozessen in Akutkrankenhäusern

5.1 Total Quality Management

5.2 International Organization for Standardization

6. Belegungsmanagement als Form des Prozessmanagements

6.1 Begriff „Belegungsmanagement“

6.2 Patientenaufnahme

6.3 Stationärer Krankenhausaufenthalt

6.4 Entlassung

7. Ergebnisse des Projektes „Belegungsmanagement in Akutkrankenhäusern“

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob ein systematisches Belegungsmanagement in Akutkrankenhäusern dazu beitragen kann, sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Qualität der Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch eine prozessorientierte Planung und Steuerung des gesamten Patientendurchlaufs – von der Aufnahme bis zur Entlassung – operative Effizienz gesteigert und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Versorgung sichergestellt werden kann.

  • Analyse des deutschen Krankenhausmarktes unter Berücksichtigung von Kapazitätsanpassungen und Finanzierungssystemen (DRGs).
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen des Prozessmanagements in der Krankenhausorganisation.
  • Untersuchung von Qualitätsmanagement-Konzepten wie TQM und ISO-Normen im Krankenhaussektor.
  • Darstellung von Methoden zur Prozessoptimierung, insbesondere im Bereich des Betten- und Patientenmanagements.
  • Präsentation empirischer Ergebnisse zur Implementierung und Ausgestaltung des Belegungsmanagements in deutschen Akutkrankenhäusern.

Auszug aus dem Buch

6.2 Patientenaufnahme

Krankenhäuser sind von einer Vielzahl von Patientenströmen geprägt, die bereits bei der Aufnahme auftreten. Notfälle, die aus Eigeninitiative die Notaufnahme eines Akutkrankenhauses aufsuchen, stellen genauso einen Patientenzuflussstrom dar wie einweisende Hausärzte. Im weiteren Verlauf der Aufnahme ergeben sich heterogene Prozessstrukturen mit letztlichem Zugriff auf die Bettenressourcen. Hierbei stellt eine kaum mögliche Planung der Notfallpatienten eine für die Koordination der Ablaufprozesse tiefgreifende Problematik dar. So können Akutkrankenhäuser bestenfalls kalkulatorisch vorgehen, um Bettenkapazitäten neben der Einbestellung elektiver Patienten für Notfälle freizuhalten. Darüber hinaus bestehen weitere Zugangswege zu einem Krankenhausbett über ambulante Sprechstunden, die direkt im Krankenhaus stattfinden, oder über den direkten Kontakt zwischen niedergelassenem Arzt und Stationsarzt (Klapper, 2003).

Diese zahlreich ausgeprägten Zugangsströme für Krankenhäuser mit späterem Zugriff auf ihre betrieblichen Ressourcen lassen den Ruf nach einem geplant und zentralisiert ablaufenden Patientenaufnahme-Prozess laut werden. Dabei gilt es, eine reibungslose Koordination des Aufnahmeprozesses mit einer Minimierung von Wartezeiten, entzerrten Patienteneinbestellungen und einer Bereitstellung von freien Bettenressourcen zu schaffen (ebd.). Eine Entwicklung daraus ist der Trend hin zu zentralen Aufnahmeeinheiten, wie sie eine zentrale Notaufnahme (ZNA) bietet. Eine angeschlossene Kurzliegerstation ermöglicht der ZNA, Patienten kurzfristig zu überwachen, ihnen medizinische Versorgung unmittelbar zukommen lassen zu können sowie den Arbeitsaufwand auf den Normalstationen zu reduzieren (ebd.). So werden mögliche Wartezeiten reduziert oder räumliche Kapazitäten geschaffen, die dazu beitragen, den Patienten kundenorientiert zu versorgen. Für den reibungslosen Ablauf der Patientenaufnahme in einer ZNA ist es von entscheidender Wichtigkeit, einen umfassenden Informationsstand über den Gesundheitszustand des aufzunehmenden Patienten zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den ökonomischen Druck auf deutsche Krankenhäuser und führt das Belegungsmanagement als Instrument zur Planung und Steuerung des Patientendurchflusses ein.

2. Krankenhäuser auf dem deutschen Gesundheitsmarkt: Dieses Kapitel betrachtet das Interaktionsfeld der Krankenhäuser und analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie das Potenzial prozessorientierten Managements.

3. Aktuelle Situation des deutschen Krankenhauswesens: Die Faktoren Kapazitäten, Trägerschaft und Finanzierung: Es werden der Kapazitätsabbau, der Wandel der Trägerschaft und die Auswirkungen der dualen Finanzierung sowie des DRG-Systems auf die Prozessabläufe untersucht.

4. Prozessmanagement aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Die Grundlagen des Prozessmanagements werden auf den Krankenhausbetrieb übertragen, wobei Schwerpunkte auf Aufbau-/Ablauforganisation, Produktionsplanung unter Unsicherheit und Prozessoptimierung liegen.

5. Qualität von Prozessen in Akutkrankenhäusern: Das Kapitel verknüpft Qualitätsaspekte mit betriebswirtschaftlichem Handeln und untersucht TQM sowie ISO-Normen als Steuerungselemente.

6. Belegungsmanagement als Form des Prozessmanagements: Hier wird das Belegungsmanagement differenziert erläutert und in die Teilbereiche Aufnahme, Aufenthalt und Entlassung gegliedert.

7. Ergebnisse des Projektes „Belegungsmanagement in Akutkrankenhäusern“: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde aus einer Befragung von dreizehn Akutkrankenhäusern zur Implementierung und Ausgestaltung ihres Belegungsmanagements.

8. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung des Belegungsmanagements für die Wirtschaftlichkeit und Patientenversorgung zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Krankenhausmanagement.

Schlüsselwörter

Belegungsmanagement, Akutkrankenhaus, Prozessmanagement, DRG, Krankenhausfinanzierung, Patientenaufnahme, Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement, TQM, Patientendurchlauf, Bettenauslastung, Gesundheitsökonomie, Krankenhausplanung, Patientenversorgung, Leistungserbringung.

Hufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Managementmethoden in deutschen Akutkrankenhäusern, insbesondere mit der Einführung eines Belegungsmanagements zur Effizienzsteigerung und Qualitätsverbesserung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die ökonomischen Rahmenbedingungen des deutschen Krankenhausmarktes (DRG-Finanzierung), betriebswirtschaftliche Organisationsformen, Qualitätsmanagement-Konzepte und die praktische Ausgestaltung des Belegungsmanagements.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, ob Belegungsmanagement als Instrument dazu dienen kann, den Kostendruck zu mindern, ohne die medizinische Versorgungsqualität zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einem empirischen Teil, der auf qualitativen Experteninterviews in dreizehn Akutkrankenhäusern beruht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung von Prozessmanagement und Qualitätssicherung sowie die detaillierte Analyse der einzelnen Prozessphasen (Aufnahme, Aufenthalt, Entlassung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Belegungsmanagement, DRG-Fallpauschalen, Prozessoptimierung, Patientendurchlauf und Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus.

Wie unterscheidet sich ein umfassendes Belegungsmanagement von einer bloßen Bettenvergabe?

Ein umfassendes Belegungsmanagement integriert den gesamten Behandlungsprozess – von der Aufnahme über die Funktionsdiagnostik und Therapie bis zur Entlassung – und betrachtet die Patientenströme ganzheitlich, anstatt nur isolierte Bettenkapazitäten zu verwalten.

Welche Rolle spielen Behandlungspfade für das Belegungsmanagement?

Behandlungspfade dienen als standardisierte Leitlinien, die den Kommunikations- und Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten Instanzen minimieren und somit den Behandlungsfortschritt effizienter gestaltbar machen.

Welches Ergebnis liefert die empirische Untersuchung für die Praxis?

Es zeigt sich, dass es kein universelles Modell für alle Häuser gibt; stattdessen müssen Krankenhäuser das Belegungsmanagement spezifisch an ihre eigenen Strukturen, wie Größe oder vorhandene Spezialisierungen, anpassen.

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Details

Title
Prozessmanagement in deutschen Akutkrankenhäusern. Über die Zukunft der Prozessoptimierung beim Belegungsmanagement
Subtitle
Zur Wettbewerbsfähigkeit deutscher Krankenhäuser
College
University of Bremen
Grade
2,0
Author
Benjamin Spieß (Author)
Publication Year
2009
Pages
45
Catalog Number
V452258
ISBN (eBook)
9783668867024
ISBN (Book)
9783668867031
Language
German
Tags
Deutschland Krankenhaus Krankenhäuser Belegung Belegungsmanagement Management
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Spieß (Author), 2009, Prozessmanagement in deutschen Akutkrankenhäusern. Über die Zukunft der Prozessoptimierung beim Belegungsmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452258
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